Islamischer Religionsunterricht

‏ ياقوت ازرق

yāqūt al-azraq

Saphir

Allahs Befehl im säkular gedachten Klassenzimmer

Jacques Auvergne zum Schulbuch Saphir 5/6

Im Sommer 2008 weigerte sich der amerikanische Verlag Random House überraschend, das Buch „The Jewel of Medina“ der Autorin Sherry Jones zu veröffentlichen, einen historisch orientierten Roman aus der Sicht von Aisha, der jüngsten Ehefrau des Propheten Mohammed. Aus Furcht, Muslime zu beleidigen.

Der längst zu eben diesem Random House (Bertelsmann) gehörende deutsche Verlag Kösel indes übernimmt den Auftrag, die Bücher für den vom bundesdeutschen Innenministerium erwünschten flächendeckenden islamischen Religionsunterricht zu drucken. Die erste Auflage des Buches, für Kinder des 5. und 6. Schuljahres ist soeben erschienen, weitere seien inhaltlich bereits erarbeitet und würden rasch folgen.

Ist der wesensgemäß intolerante, expansiv-militante und frauenfeindliche islamische Kult als ein schulisches Unterrichtsfach überhaupt möglich, ist er schulfähig, „schulreif“ (Jürgen Heumann) oder muss er nicht vielmehr noch mindestens auf wenige Jahrzehnte für jede freiheitliche Demokratie universeller Menschenrechte eine Bedrohung bleiben? Wird ein derzeitiges Lehrfach Islam auf einen verkitschten ’Bambi-Islam’ zurückgreifen müssen oder in einer Häme oder aber Heimlichkeit zur segregierten islamischen Gegenkultur aufrufen?

Sollten wir etwa im neuen ’pädagogisch durchdachten’ Religionsbuch ähnlich rabiate Aufrufe zur Errichtung der („antiwestlichen, anti-amerikanischen“), explizit an der Scharia ausgerichteten Gegengesellschaft finden wie sie Anis Hamadeh in seinem „Islam für Kids“ äußert und die der säkularen Demokratie eine theokratische Alternative entgegensetzen (vgl. Blog Sägefisch, Baustein 084)?

Schließlich: Ist die Doktrin der weltweiten Expansion und totalen – eben auch militärischen – Herrschaft der islamischen Gesellschaftsordnung ebenso wenig außer Kraft gesetzt wie der Kulturrassismus (Krauss) beziehungsweise der sakrale Rassismus einer Verachtung aller Polytheisten und Atheisten und die verpflichtende Diskriminierung der Juden und Christen als Menschen zweiter Klasse? Kein Imam in keiner Moschee Europas und Deutschlands ruft dazu auf, bekennende Homosexuelle und Islam-Apostaten wohlwollend zu tolerieren. Im Gegenteil werden weltweit, typisch Islam, körperliche Angriffe bis zur Ermordung gegen Homosexuelle von den angeblich so dialogbereiten islamischen Organisationen und Geistlichen stillschweigend geduldet wenn nicht sogar ausdrücklich gewünscht.

So gesehen muss der von Innenminister Schäuble gewünschte islamische Religionsunterricht als tollkühnes gesellschaftliches Experiment konservativer Optimisten und progressiver Schariafreunde erscheinen, das in einer Anbiederung an die EU-beitrittsbereite Türkei sowie an erdölproduzierende Länder Absatzmärkte sichern helfen soll (CDU, FDP) beziehungsweise das einer infantilen, narzisstischen Haltung unverbindlicher Rebellion (SPD, GRÜNE, DIE LINKEN) entgegenkommen möchte. Als „linker“ revolutionärer Schariafreund gibt man sich zudem antibürgerlich und antideutsch. Dass man dem Ausbeutungs- und Herrschaftssystem der von Allah gestifteten Scharia als einer vormodernen, feudalen Apartheidsgesellschaft zuarbeitet, scheint für Deutschlands multikulturelle „Linke“ wie Mark Terkessidis komplikationslos möglich zu sein.

Überall, wo Islam einigermaßen in Kraft getreten ist, verweigert er bis heute (!) Frauen, Christen und Juden die vollen Bürgerrechte und duldet die Ermordung von Bahá’í, Mandäern, Zoroastriern und Buddhisten, offensichtlich mit der in Europa derzeit so viel beschworenen islamischen Großzügigkeit. Die bloße Einteilung von Menschen in Religionsklassen sollte uns Angehörigen der kulturellen Moderne eigentlich gegen den Strich gehen, denn es ist nicht ohne Protest hinzunehmen, dass hierzulande und 2008 in Kirche und Schule ganz ernsthaft zu öffentlichen Diskussionen eingeladen wird, die die christliche Frau als Sorte Mensch der muslimischen Frau gegenüber stellen oder Nichtmusliminnen zum interreligiösen Moscheebesuch ein Kopftuch anempfehlen. Menschen in religiöse Kasten oder Klassen einzuteilen, typisch Islam, Individuen einem Kollektiv einverleiben zu lassen ist dem Bild des emanzipierten, autonomen Menschen, wie es seit Renaissance, Aufklärung und Fundamentalismuskritik entwickelt worden ist, schlicht unwürdig. Wir dürfen nicht zulassen, dass es den Agitatoren des politischen Islam in unseren Innenstädten gelingt, etwa die Schülerschaft einer staatlichen Schule in nichtmuslimisch und muslimisch zu zerlegen.

Firmenbelegschaft wie Schülerschaft koran- und schariakonform in Muslime und Nichtmuslime zu segregieren, diese dreiste Bevormundung jedes Individuums aber ist sowohl orthodox islamisches Dogma als auch Arbeitsweise der deutschen Islamverbände, von der staatsislamischen DITIB (Diyanet) der sich seit mindestens einer Generation technologisch modernisierenden wie weltanschaulich radikalisierenden Türkei bis zum subversiv-elitären und dabei gesellschaftspolitischen Islam des sich am strengen, anti kreativen Sufismus der Naqschbandi ausrichtenden VIKZ (welchen man wohl als die auf Tunahan zurückgehenden Süleymancılar identifizieren darf), jener VIKZ mit seinen einstigen zahlreichen illegalen Schülerwohnheimen. Die Landschaft der deutschen Islamverbände reicht weiterhin von der islamistischen, der Muslimbruderschaft zuzurechnenden IGD bis zur von Erbakan gestifteten theokratisch-antidemokratischen Milli Görüş. Sie alle zielen auf den Aufbau einer islamischen Parallelgesellschaft oder vielmehr Gegengesellschaft, sie alle wollen verhindern, dass nach Autonomie strebende Einzelne die Festung Islam verlassen.

Festung Islam, das Bollwerk gegen die Zumutungen wissenschaftlichen Denkens und universeller Menschenrechte. Europas multikulturellen Masochisten bevorzugen den unsinnigen Begriff Festung Europa und haben nichts dagegen, dass in unseren Städten Moschee um Moschee gebaut wird, jene die Schariapflichten lehrenden Kasernen der Gegenmoderne.

Die Mitarbeiter im Betrieb oder die Minderjährigen im Klassenzimmer sakral zu segregieren – sollte dazu etwa auch das druckfrische Buch Saphir 5/6 beitragen? Begeben wir uns ans Lesen! „Bücher `raus“, donnerte mein alter Mathelehrer augenzwinkernd, stilistisch klang das zugegebenermaßen etwas nach Kasernenhof, doch waren die mathematischen Formeln dann ausgesprochen demokratieneutral und sogar wissenschaftsfreundlich. Kann ein islamischer Religionsunterricht demokratieverträglich sein, ob mit „feministischem“ lila Wollpulli gesäuselt oder vom Hassprediger gedonnert?

Lassen Sie uns ein wenig in „Saphir 5/6“ blättern und überlegen, ob dieses Buch für einen nichtfundamentalistischen Religionsunterricht geeignet ist.

16 Einige Religionen weisen auf Gott hin, andere nicht.

Indem den Schülern vorenthalten wird, dass die altorientalischen Göttinnen und Götter einschließlich ihrer menschheitsgeschichtlich späten monotheistischen Varianten Personifikationen und Konstruktionen sein könnten, erweist sich Saphir 5/6 als fundamentalistisch und manipulierend.

Im Wissen darum, dass sich der klassische (repressiv-expansive) Islam anmaßt, Judentum und Christentum heilsgeschichtlich zu erfüllen (das Judentum sei verlogen, das Christentum falsch überliefert) und die weltbekannten Figuren der hebräisch-christlichen Tradition wie Noah, Abraham, Moses und Jesus dreist zu Muslimen erklärt ist dieser Satz nicht so unschuldig, wie er zunächst klingen mag.

Polytheistische Religionen werden zudem implizit verachtet, Naturphilosophien, pantheistische Religionsauffassungen oder „hauptgottfeie“ Universismen wie der (orthodoxe) Konfuzianismus und der Taoismus werden hier doch wohl als Nichtreligion diffamiert.

Derartige Ferne zu einer jeden „Erziehung zur Kritikfähigkeit“ (Adorno) sperrt den Unterstufenschüler in die kulturell vormoderne geistige Enge von Sunna und Scharia ein.

Wie lernt es weltweit jeder Koranschüler: „Eine andere Religion als der Islam wird von ihm [von Allah, am Tag des Weltgerichts] nicht angenommen [akzeptiert] werden.“ Das Buch Saphir 5/6 sagt also koranisch klar: Der Islam ist die richtige Religion, jede andere die falsche. Naja, wo ist das Glaubwürdigkeitsproblem, Frau Kaddor hat immer betont, dass sie den Inhalt des Koran für vollkommen wahr hält.

24 [Das elfjährige muslimische Mädchen] Nesin, [Folgendes sind ihre] Hobbys: Fußball spielen, Freunde treffen, malen

Meine türkische Nachbarin verbietet ihrer zwölfjährigen Tochter seit einem halben Jahr endgültig, in den Garten zu gehen und sich mit teilweise nichtmuslimischen Mädchen zu treffen. Sie würde es gerne tun, dieses „Freunde treffen“, sie darf es aber nicht. Mag ja sein, dass Harry Harun Behr und Rabeya Müller ihre Kinder anders erziehen, kreativer und emanzipierter, doch das besagte Mädchen darf auch nicht malen. Türkischen oder kurdischen Kindern in Deutschland wird es nicht selten untersagt, auch nur Strichmännchen zu malen oder Tiere oder Pflanzen, wir wissen von Kindern fundamentalistischer muslimischer Eltern, die ihre gesamte deutsche Schullaufbahn den Kunstunterricht erfolgreich boykottieren konnten. Deutschlands Pädagogen durchschauen das nicht oder sie schauen weg.

Das darf so nicht weitergehen; doch hier einfach nur zu suggerieren: „Die Nesin darf Fußball spielen, Freunde treffen und malen“, das ist angesichts der alltäglich praktizierten Sport-Verbote, Kontaktverbote (gerade zu Nichtmuslimen und für ein Mädchen vielfach ganz und gar zu Jungen) und des (falsch oder auch richtig verstandenen) islamischen Bilderverbots womöglich einfach nur feige.

24 Nesin … Was ist schön an ihrem Verhalten?

Säkularisierte Europäer werden heutzutage vielleicht einfach über dieses Wörtchen „schön“ hinweg lesen. Eine fundamentalistische, totalitäre Auffassung des Wortes „schön“, die in eine prügelnde Koranschule passt, nicht aber in ein Schulbuch der kulturellen Moderne. Dass „schön“ durchaus totalitär und repressiv sein kann, sollte uns das NS-Frauenwerk „Glaube und Schönheit“ bewiesen haben.

Islamisches Verhalten, schariakonformes Verhalten wird als „schön“ dargestellt. Kopftuch ist ohne Frage auch „schön“, Tschador erst recht, gelegentliche Steinigungen desgleichen?

Man muss vielleicht wissen, dass die palästinensischen Freunde der terroristische HAMAS den kleinen Hanan (8) dazu abrichteten, über den vorsichtige Dschihadismuskritiker Papst Benedikt XVI im Radio plappern zu lassen: „Er ist hässlich und seine Worte sind hässlich“, um die Brisanz des fundamentlistischen, ’islampädagogischen’ Begriffes „schön“ etwas besser zu verstehen.

27 Mohammed ist ein gutes Vorbild Er war respektvoll und freundlich gegenüber jung und alt.

Im persönlichen Auftrag von Mohammed dem Propheten erschlug Mohammed ibn Maslama den Kaab. Nach der Überlieferung des Ibn Ishaq tötete Muheisse den jüdischen Ibn Suneina, getreu der Aufforderung des Propheten: „Erschlagt alle Juden, derer ihr habhaft werdet!“ Zur Schlacht am Berge Uhud meint der Koran in Sure 3 Vers 168 trocken: „Hätten sie uns gehorcht, wären sie nicht erschlagen worden!“

Sure 9 Vers 29 fordert die Muslime auf, gegen Juden und Christen zu kämpfen, sofern sie nicht an Allah und den Jüngsten Tag glauben und den Kampf so lange fort zu führen, bis sie die islamischen Verbote einhalten und als versklavter Dhimmi die Dschizya entrichten, die himmlische islamische Kopfsteuer.

Naja, dieselbe Sure 3 versichert dem Täter wie dem Opfer aber, dass niemand zu einem anderen Zeitpunkt stirbt als an dem von Allah für ihn bestimmten. Insofern kann der Muslim den Nichtmuslim beruhigt töten, das ist dann Kismet, Gottvertrauen und mystische göttliche Fügung. Und so kann es stimmen, was das erste deutsche Religionsbuch für Islamunterricht verkündet: „Mohammed war respektvoll und freundlich gegenüber jung und alt“.

Buchari V4 B 52 N220: „Mohammed sagt: Ich wurde siegreich durch die Schrecken, die ich in die Herzen der Feinde werfe!“, eine recht eigensinnige Art von „Freundlichkeit“ ist das doch wohl.

Eine merkwürdige Freundlichkeit ferner, mit einer Neunjährigen geschlechtlich zu verkehren, Herr Prophet.

33 Morning has broken. Cat Stefens Yusuf

Der Fundamentalist nennt sich Yusuf Islam, ehemals bekannt als Schnulzenbarde Cat Stevens. Ein etwas peinlicher Irrtum: Das Lied ist gar nicht von Cat/Yusuf beziehungsweise Herrn Stevens/Islam, auch wenn das derartig nämlich tatsachenwidrig seit Jahrzehnten in so manchem Liederbuch steht.

Die weltbekannte Weise ist uralt und schottisch und seit etwa Mitte des neunzehnten Jahrhunderts als das gälische Weihnachtslied Kind in der Krippe bekannt. Der naturromantisch-religiöse und dabei sehr christliche Text stammt von der britischen Kinderbuchautorin und Dichterin Eleanor Farjeon, die ihn 1931 schrieb. Cat Stevens verbreitete das Lied 1971 also nur.

„Cat Stevens“ (Pseudonym) später Yusuf Islam neuerdings nur noch Yusuf ist in London geborener Sohn eines griechisch-zypriotischen Vaters und einer schwedischen Mutter, sein Geburtsname war Steven Demetre Georgiou.

1989 hat „Yusuf“ möglicherweise den islamischen Mordaufruf an Salman Rushdie begeistert unterstützt. Dann wäre er ein Parteigänger der radikalislamischen ’Kultur’ oder vielmehr Barbarei der Todesfatwas und deren Allah eventuell wohlgefälliger Umsetzung. Saphir 5/6 sagt dazu leider nichts.

Derselbe Herr Islam weigert sich, Frauen die Hand zu geben und duldet wohlwollend die islamrechtliche Steinigung desjenigen, der Blasphemie betreibt. Zugleich betont er, dass es keinen Zwang im Glauben gebe. Homosexualität indessen erachtet der fromme Mann als Sünde.

Dürfen wir vermuten, dass Harry Harun Behr und Rabeya Müller Homosexualität als Sünde betrachten und ihre Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klasse vor Homosexualität warnen? Oder, anders gesagt, ermuntern Herr Behr und Frau Müller als zur Islamreligion konvertierte Sprösslinge des deutschen Sprachraumes und (hoffentlich) der kulturellen Moderne ganz demokratisch wenigstens die muslimischen Jugendlichen und Erwachsenen zum Leben einer selbst bestimmten Sexualität, was ja auch mal Homosexualität heißen kann? Das wäre erfreulich, das wäre moderne Pädagogik und lobenswerte Zivilcourage. Sie tun es nicht. Sie schweigen.

36 Der Qur’ān teilt mit, dass die Menschen „Stellvertreter Gottes auf der Erde“ sind. Das arabische Wort dafür lautet khalīfa; (…) [siehe Koran, Sure] 2:30

In Sure 2:30-2:34 spricht Allah reichlich unklar zu seinen Engeln, von einem Statthalter ist in der Tat die Rede und in 2:34 verweigert Iblis (Satan) Allahs Befehl, sich vor Adam niederzuwerfen. Adam wäre damit der Ur-Moslem, der Mensch-an-sich. Stellvertreter (khalifa) ist aber auch der Führer des imamat, der Kalif oder schiitisch Ayatollah, für dich ist es jeweils dein Führer, wir Mitteleuropäer kennen das aus dem Nationalsozialismus. Dem Führer ist Gehorsam zu zollen, du selbst hast aber ein bisschen Anteil an der Mit-Führung und kannst in der islamischen Hierarchie Karriere machen.

Die Herausgeber empfehlen den (mit Blick auf Schule und Straßenzug schließlich gemischtreligiösen) Kindern indirekt: „Islam heißt Frieden machen, macht mal ein bisschen Klassenzimmerkalifat. Wie nett, irgendwie sind alle Menschen Stellvertreter Allahs oder so, ob sie es nun wollen oder nicht. Und die Nichtmuslime darfst du, muslimisches Schülerlein, rechtleiten wie ein kleiner Kalif, du selbst hingegen hast deine Rechtleitung gemäß Koran 2:30 von Allah höchstselbst, wobei gegen einen europäischen sittenpolitischen Kalifen („Imamat“, anders als im Kalifat keine militärische Führung) wie Herrn Mustafa Cerić auch nichts einzuwenden ist. Gerechtigkeit für die Muslime!“

Als eine Weltanschauung, die nicht in der Lage ist, zwischen Spiritualität und Ordnungspolitik zu trennen, wird der Islam noch auf Jahrzehnte in Gefahr laufen, eine theokratisch-hierarchische Gegengesellschaft zu bestärken.

36 Schließt einen Klassenvertrag ab.

Die Herausgeber legen vielleicht nahe: „Islamische Integration im kultursensiblen und multikulturellen Schulgebäude: Schließt, kleine Muslime, mit den Dhimmis und Harbis einen hübschen winzigen islamischen Staatsvertrag. Muslime sind eben ganz anders als Nichtmuslime und brauchen Zeiten und Räume der gesonderten Rechte. Allah denkt schließlich differenziert.“

Säkulare muslimische Schüler, islamkritische muslimische Schüler oder ex-muslimische Schüler sind von Saphir 5/6 offensichtlich gar nicht erst vorgesehen. Gemäßigt muslimische Kinder müssen sich dem synchronen Marschtritt des Kollektivs einfügen. Das muss dann die berühmte „Schönheit“ des Islam sein.

Auf säkulare und emanzipatorische Werthaltungen, wie sie einer modernen Pädagogik würdig sind und an der Bonner Bertolt-Brecht-Gesamtschule zu einer Aussage wie „In Anlehnung an den Geist unserer Schulverfassung streben wir eine kopftuchfreie Schule an“ führen konnten, auf sie scheinen Harry Harun Behr und Rabeya Müller keinen großen Wert zu legen. Vielleicht empfinden sie dieses Bekenntnis zur durchaus auch von Türkinnen und Türken gewünschten kopftuchfreien Schule ja als islamisch unschön, als „hässlich“?

37 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland Artikel 1 Die Würde des Menschen ist unantastbar (…) Auch im Islam gelten das Leben und die Würde der Menschen als Grundwerte

Überall da, wo eine islamische Ordnungspolitik die Stadt oder Region gänzlich bestimmt, werden mit einem scharfen Säbel den Dieben die Hände und den Ehebrecherinnen die Köpfe abgehackt. Das ist Allahs eigenes Gesetz, das ist die vor der Höllenstrafe bewahrende Scharia, auch wenn sie mit irgendwelchen Winkelzügen regional oder national (noch) nicht systematisch umgesetzt und zum kodifizierten Paragraphen geworden ist.

Die heilssichernde Scharia ist vor allem aber auch ein die Frau entwürdigendes System des Heirats- und Personenstandsrechts, sie legt die Religion für jedes Kind eines muslimischen Vaters lebenslang fest und verlangt an jedem Islam-Apostat die Tötung zu vollziehen, theoretisch jedenfalls. Scharia bedeutet, etliche weibliche urdeutsche Bezness-Opfer haben das leidvoll erfahren, dass das Sorgerecht gemeinsam mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht für das Kind vom Vater bestimmt wird: Dein Kind, deutsche Dhimmi oder auch Neomuslima, dein Kind ist weg. Das ist Allahs Gesetz, die Frau ist Söhnchenfabrik, zoontjesfabriek (Ayaan Hirsi Ali). Erst wenn die Frau eine Stufe tiefer steht als der Mann wird Islam (Scharia) gelebt.

Die Frau hat dem Mann jederzeit sexuell zur Verfügung zu stehen, ihre Aussage vor Gericht gilt nur 50 % von der eines Mannes, sie erbt nur 50 %. Die Frau ist halbe Portion! Der Satz im Schulbuch Saphir 5/6 „Auch im Islam gelten Leben und Würde als Grundwerte“ ist damit noch nicht einmal gelogen, schließlich ist es gar kein Widerspruch, den Polytheisten oder Atheisten islamrechtlich folgenlos ganz einfach totzuschlagen, denn der habe durch sein Gottesleugnen Leben und Würde der Muslime angegriffen und seine Tötung wäre damit Notwehr.

In allen klassischen islamischen Texten ist der unterworfene rechtliche und soziale Status der Dhimmis genau beschrieben. Will Saphir 5/6 mit der Dhimmitude Schluss machen? Das wäre ja sehr freundlich uns Demokraten gegenüber, könnte aber für Unmut und Verstimmung in Kairo, Ghom oder Deoband sorgen.

58-61 Engel

Geht`s noch? Muss das denn sein, Kindern ohne Konjunktiv so einen fabelhaften geflügelten Mythos zu erzählen? Und überhaupt, wo sind denn bitte die islamisch verbürgten Dämonen? Auch werden die Herausgeber uns den Widersacher Allahs, den Iblis, den Teufel doch nicht unterschlagen wollen? Ich bestehe auf islamologische Teufelskunde an staatlichen Schulen, wenn schon, denn schon. Im Ernst: in einer freiheitlichen Demokratie darf Kindern keine Angst vor bösen Geistern und Höllenstrafe gemacht werden.

Es mag ja sein, dass es einige Jahrhunderte lang ’erfolgreich’ gelungen ist, muslimische Kinder (und Frauen) mit der schwarzen Pädagogik des ein Sündenregister führenden Engels einzuschüchtern. Ich meine, dass es allerhöchste Zeit wird, solche Engel ins Heimatmuseum zu packen. Dabei hätte ich noch nicht einmal etwas gegen die Frage „Was alles kann ein Engel für einen Menschen sein“ oder „Engel in der islamischen Geschichte“ und vor allem „Engel in den alten orientalischen Religionen“. Doch das erste staatlich geprüfte islamische Religionsbuch Deutschlands stellt die reichlich windigen und flatterhaften Engel überhaupt nicht in Frage. Das ist Fundamentalismus in Reinform und das beweist, dass das Buch einen sehr totalen Islam will.

Bezeichnenderweise siedelt der Islam den Chronisten deiner Schandtaten auf deiner linken (schwulen, femininen, teuflischen) Körperseite an, den Notar deiner Verdienste auf deiner rechten (heterosexuellen, anständigen, Allah wohlgefälligen) Körperhälfte: Wie neurotisch, die Ganzheit des Leibes geometrisch zu zerspalten! Sehr sinnfällig dem extremdualistischen, manichäischen Spalten des Kosmos in Licht gegen Finsternis, Allah gegen Iblis, „iman“ (Glaube) contra „kufr“ (Unglaube) und Haus des Islam gegen Haus des Krieges entsprechend sowie, nicht zuletzt, Mann (edel, rein, dauergeil) gegen Frau (von Unreinheit bedrohte Verführerin).

73 Halte dich aus dem raus, was dich nichts angeht!

Der Islam ermuntert das Individuum eben nicht zur sozialen Mitverantwortung und zum kritischen Hinterfragen.

Die Herausgeber werden uns womöglich sagen, Mohammed habe die Privatsphäre und den Datenschutz erfunden.

Viele muslimisch erzogene Kinder haben ein hohes Maß an familiärer Gewalt erlebt, etwa Misshandlungen als Mittel der Erziehung: Wir sollen bei Gewalt in der (türkischstämmigen) Nachbarfamilie nicht eingreifen? Die meisten Einwanderer muslimischen Glaubens kommen aus Bürgerkriegsgebieten, radikalreligiösen Diktaturen oder Polizeistaaten: Wir sollen die Zustände in Indonesien, Marokko oder der Türkei nicht kritisieren?

Dem Schulbuch ist vorzuwerfen, dazu anzuhalten, sich grundsätzlich nicht einzumischen und keinerlei Gesellschaftskritik zu üben, gerade auch nicht an den Missständen in der islamischen Geistlichkeit oder denjenigen der mehrheitlich islamisch geprägten Staaten.

Diese für die islamische Parallelgesellschaft mittlerweile in ganz Europa typische Haltung der Omertà, des Schweigens wird als Islam dargestellt.

78 Hidschra [moderne Fotos von Szenen am Bahnhof]

Die Arbeitsmigration der Türken nach Deutschland wird hier in gespielter Unschuld mit der militärischen Islamisierung eines Territoriums verschmolzen, wie sie aus der Flucht von Mekka nach Medina resultierte. Damit erlangt die profane, ökonomisch begründete Einreise der Türken nach Deutschland (oder der Pakistaner nach Großbritannien oder der Maghrebiner nach Frankreich) eine heilsgeschichtliche, eine sakrale Dimension, wie sie schon wiederholt von antidemokratischen, radikalislamischen Persönlichkeiten gepredigt worden ist.

Wie sagte es etwa der ’wissenschaftliche Theokrat’ Necmettin Erbakan: „Die Europäer glauben, dass die Muslime nur zum Geldverdienen nach Europa gekommen sind. Aber Allah hat einen anderen Plan.“

Der islamische, heilsgeschichtliche Begriff hidschra, verwoben mit der nicht selten armutsbedingten Migrationserfahrung in einem deutschen Schulbuch für Kinder: Ein aufschlussreiches Beispiel für das doppelte Sprechen unserer Islamfunktionäre (oder islamfreundlichen Schulbuchherausgeber), muslimisch-intern ein Augenzwinkern oder auch ein radikales Credo. Gegenüber von uns Nichtmuslimen und damit offiziell wird jedoch etwas Belangloses oder allenfalls Rührselig-Alltägliches geäußert, etwas, das unser aller Mitgefühl verdiene.

Die realen Belastungen des Auswanderns haben auch Italiener und Russlanddeutsche und viele andere tragen müssen, doch wohl nur die Wortführer der besonders stark in Kollektivismen denkenden und dabei in familiären Festungen eingepferchten islamischen Milieus (arrangierte Ehe, Fundamentalismus, politischer Islam) geben ihrem selbst gewählten Berufleben und ihrem Siedeln in einem anderen Sprachraum mit dem Begriff hidschra heilige Weihen. Dieses Denken verfestigt die islamisch-schariatische parallele Kultur und genau das wohl Intention des Saphir 5/6.

80 Ich heiße Ahmad (…) als ich 13 Jahre alt war, musste ich Afghanistan verlassen (…) Die Regierung betrachtete insbesondere praktizierende Muslime als Gegner (…) wir konnten den Islam nur heimlich praktizieren. (…) aus Angst fiel mir nichts mehr ein. Ich merkte, in welcher großen Lebensgefahr wir uns befanden.

[Frage an die Leser von Saphir 5/6] An einigen Stellen im Text wird deutlich, was sich an der Situation in Ahmads Heimat ändern müsste, damit die Familie dort in Frieden leben könnte.

Die armen kleinen Moslemkinder sollen sich hier einmal so richtig als Opfer fühlen dürfen? Ahh, dass tut gut. An Schamlosigkeit ist der hochgradig manipulierende Text wohl kaum zu übertreffen, nicht zuletzt deshalb, weil er die im Namen der radikalislamischen Taliban nachfolgend an der afghanischen Bevölkerung begangenen Gräueltaten nicht nennt, diejenigen einer fiktiven Armee, es werden wohl Russen oder Amerikaner sein, sehr wohl.

Hier nach Deutschland mussten – konnten, durften – sich Menschen flüchten, die im Namen Allahs vergewaltigt und gefoltert worden waren. Dazu sagen uns unsere Islampädagogen … keine Silbe!

Die fiktiven Islamfeinde werden als Bedrohung des Humanen dargestellt. Der Islam sei einfach nur familiär-unschuldig und friedfertig. Angesichts von der Realität der Schreckensherrschaft der Taliban diese ’rührende’ Geschichte zu nennen (ohne Jahresangaben) ist ganz besonders unverantwortlich.

Die Alltäglichkeit der Zwangsehen und Vergewaltigungen, die nahezu vollständige Rechtlosigkeit von Frauen in allen Teilen Afghanistans und die Existenz von zehnjährigen Ehefrauen eben gerade auch in Afghanistan wird mit keiner Silbe angesprochen. Diese zutiefst islamischen Missstände zu verschweigen jedoch werden noch nicht einmal die minderjährigen Leser dieses Buches kritiklos durchgehen lassen … bleibt zu hoffen.

84 Die Ratschläge Muhammads an die Auswanderer beziehen sich auf die einzelnen Menschen wie auch auf die Gemeinschaft

Der frühmittelalterliche Feldherr gründete mit Charisma und Waffengewalt die erste islamisierte Siedlung der Menschheitsgeschichte. Harry Harun Behr, Lamya Kaddor und Rabeya Müller möchten den muslimischen Kindern in den Klassen 5 und 6 offensichtlich ein Lebensgefühl wie das des Siedlungsgründers Mohammed in Medina (vormals Yathrib) vermitteln.

Sollen sich die Unterstufenschüler als stolze Helfer beim Aufbau einer islamischen Gesellschaft im feindlichen Deutschland verstehen dürfen, selbstverständlich nur ganz symbolisch?

Lasst uns „SimCity“ spielen, wir bauen die Scharia-Stadt im Schulgebäude und drumherum. Avantgardistischer Kampf gegen Kufr und die Feinde Allahs. Bau auf, bau auf …

85 Die Juden bilden mit den Muslimen eine Gemeinde.

Wie nett. Die jüdischen Sklaven und ihre muslimischen Herren feiern ein Friedensfest. Der multireligiöse Stadtstaat Medina, was ein bemerkenswertes Verständnis von Kommunalpolitik.

Ganz im Hier und Jetzt: Die Muslime sagen den Juden, wo es lang geht – derartig entsteht ein Allah wohlgefälliges ’integratives’ Ganzes. Das Weltkalifat als eine einzige kuschelige „Gemeinde“.

85 Zwischen ihnen gilt Freundschaft und Treue

Affen und Schweine. Das Volk, dem Gott [Allah] zürnt.

Saphir 5/6 will den Rest der Welt für dumm verkaufen? Der Antisemitismus ist geheiligtes islamisches Weltbild. Juden sind aus Sicht des orthodoxen Islam sittlich minderwertig.

85 Der Fremde, der unter Schutz steht, wird behandelt wie der, der ihm Schutz gewährt

Falsch, setzen. Den Dhimmi als einen Menschen zweiter Klasse gilt es, im Auftrage Allahs zu erniedrigen. Folgerichtig findet das seit Jahrhunderten auch so statt, ob in Kleinasien oder Ägypten oder Köln-Ehrenfeld. Bis heute.

Das Schulbuch sagt hier völlig schamlos die Unwahrheit sowohl über das islamische Recht als auch, was noch verwerflicher ist, über die Geschichte des frühen Islam. Nach dem Grundsatz der ’taqiyya’ oder vielmehr des ’iham’ ist dem frommen Muslim des Jahres 2008 derlei durchaus erlaubt, um die gefährlichen Klippen der Schulbuchkommissionen und Kultusministerkonferenzen zu umschiffen.

Man kann den Satz freilich auf ’wahr’ zurechtbürsten: Denn das eine, einheitliche Gesetz Mohammeds oder Allahs regelt das Verhältnis der beiden Menschenklassen. Oder aber man bezieht den Satz nur auf islamisierte, wörtlich: Unterworfene Menschen, auf Muslime. Saphir 5/6 bringt jedoch ganz bewusst die Nichtmuslime ins Spiel und stellt das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland dem islamischen Kastenwesen geschwisterlich ’zur Seite’ (Seite 85). Beim Verschweigen, dass jedes menschengemachte Gesetz an die Erhabenheit des Gesetzes Allahs niemals heranreichen kann, dieses vielmehr frevlerisch besudelt.

Die Kinder unverantwortlich manipulierend wird der Eindruck erweckt, dass die Gesetzgebung von Medina der angemessene Vorläufer der Menschenrechte und Grundrechte Deutschlands sei und dass beide Rechtsformen auch heute zur gefälligen Auswahl möglich stünden.

85 [Schülerarbeit] Einigt euch auf Kernregeln … sie sollten so wichtig sein, dass sie auch für andere gelten, die nicht in eurer Lerngruppe sind.

Reizend, die Abwesenden müssen sich Regeln unterwerfen, die sie nicht kennen! Das Buch lässt sich geschickterweise nichts Unrechtes nachweisen, denn schließlich könnten es ja Teile der universellen Menschenrechte sein oder von Kants kategorischem Imperativ, die hier ganz zufällig von den klugen Kindern gefunden werden.

85 Als Zeichen, dass alle einverstanden sind, unterzeichnen alle mit ihrem Namen

Traum-Ergebnisse wie in der alten Sowjet-Union, Zustimmung mit 99,9 Prozent? Was ist mit dem Kind, das keine Lust hat, zu unterschreiben? Hier muss wohl mal Druck ausgeübt werden. Doch in trauter Gemeinschaftlichkeit geschieht alles islamisch-freiwillig. Wir wissen doch, „es gibt keinen Zwang im Glauben!“

89 [Allah] … schenke uns Freude an unseren Ehepartnern [25:74]

Koran geschlechtergerecht? 25:74 sagt klipp und klar „Freude an unseren Frauen“, die haben schließlich Geld gekostet und man darf ja nicht mehr als vier davon besitzen. Sex mit Sklavenfrauen geht aber an.

Hauptsache, der Wollpulli ist feministisch-violett. Und ebenso frauenbewegt violett Allahs Tuch auf den verruchten nackten Weiberhaaren. Emanzipation und Scharia ganz tolerant ausgesöhnt, rührend.

Wegbereitend für derlei multikulturell-großzügiges muslimisches Textverbiegen war wohl die ärgerliche christliche ’Bibel in gerechter Sprache’, die, so ist zu vermuten, ohnehin einem multikulturellen sprich schariafreundlichen Milieu entstammt, in dem ’Muslime als die besseren Christen’ gelten. Viel Spaß dem Dhimmi im Kalifat.

92 [Bild, Kinder beim Kunstunterricht, Collage-Kleben]

[Alle Kinder basteln und kleben fleißig, zwei Jungen, drei Mädchen. Auf dem Tisch Begriffe wie Zufriedenheit, Glück, Freundschaft, Wissen sowie Bilder wie Haus, Baby, Rosenstrauß, Geld, Sportler, Hund, Mannequin, Katze. Nur eines der Mädchen trägt ein Kopftuch, ausgerechnet dieses arbeitet nicht mit, sondern guckt nachdenklich und besorgt, die Klebetube in der Hand. Dick übertitelt mit „Will ich das?“]

Das verunsicherte Kopftuchmädchen. Ob das arme Wesen im Herrschaftsbereich der säkularisierten Bildermacher zum satanischen Kunstprojekt gezwungen worden ist? Oder ob das Mädchen ausgegrenzt wird von intoleranten Kopftuchfeinden? Vielleicht sind aber auch alle Kinder kleine Muslime. Und zugleich Freunde der kopftuchfreien Schule. Vielfache Widersprüche blockieren jedes Weiterdenken, jeder Schüler darf abgekoppelt, isoliert, gleichsam autistisch herumgrübeln … und zufällig auf „Will Allah das?“ kommen. Oder so.

Viele Kinder werden sich das Bild immer wieder und sehr genau ansehen, gerade Kinder aus besonders fundamentalistischem Elternhaus und die Herausgeber wissen das. Indem hier das kindliche Fragebedürfnis bewusst ignoriert wird, macht sich das Schulbuch Saphir 5/6 des Aussendens von Mehrfachbotschaften schuldig. Eine Botschaft nämlich wäre: Kopftuchmädchen boykottieren im Auftrag Allahs den Kunstunterricht. Eine andere: Kopftuchmädchen in Europa leiden für ihren Glauben, das gibt hassanat, paradiesische Pluspunkte.

94 [Amina erzählt ihrem Vater eine offenkundig ungerechte Begebenheit aus der Schule, er glaubt seiner Tochter nicht. Übertitelt mit „Alles Ansichtssache“]

[drei Vexierbilder optischer Täuschung]

Alles Ansichtssache, so lautet die islamische Pädagogik der jede Willkür legitimierenden moralischen Unübersichtlichkeit? Die Nichtmuslime mögen den Islam nicht, „alles Ansichtssache“, Allah wird (es) richten, der weiß Bescheid. Der eine erkennt im Vexierbild die zwei Gesichter, der andere die Vase, es ist egal, was du erkennst.

Saphir 5/6 möchte die kleinen Muslime lehren: ’Du kannst deiner Wahrnehmung der Welt nicht trauen!’

Du fühlst dich misshandelt oder nicht, von deiner schariafreundlichen türkischen Familie etwa, du bist als Amina vom erwähnten Vater zwangsverlobt worden oder auch nicht, deine nichtmuslimischen Nachbarn haben dazu eine Meinung oder auch nicht, das ist „alles Ansichtssache!“

Ungewollt verrät diese Seite dem Kenner der besonders neurotischen islamischen Milieus Einiges.

Die soziale Folge wird sein – und soll sein –, dass sich das muslimische Kind keinem Sozialarbeiter, Polizisten, Psychologen oder Frauenhaus anvertrauen wird. Lerne, dir zu misstrauen, Allah weiß für dich Bescheid, die Menschen haben halt so ihre Ansichten.

Fundamentalismus pur. Das Lächeln der Sphinx. Oder auch der Lamya Kaddor.

Allah, der begrenzt barmherzige Gott. Eine Gesichtshälfte des Allah, den du den Gerechten und Barmherzigen zu nennen dich beeilst, ist die eines sadistischen Kriegsgottes, der mit dem Krummsäbel der Scharia schon mal Hände oder Köpfe abhackt. Für einen guten Zweck, daran hast du doch keinen Zweifel, hm?

Misstraue dir, vertraue Allah!

Saphir, Botschafter: Der blaue Edelstein beginnt zu strahlen.

95 [Koran 2:143] [Bild: Kies-Labyrinth auf einem Rasen]

Wasatiyya, wörtlich Mäßigung, Ausgewogenheit ist längst eine theokratische Doktrin etwa von Ibn Taimiyya oder al-Qaradawi. 2:143 beinhaltet die Doktrin der durch Yusuf al-Qaradawi seit drei Jahrzehnten bemühten umma wasat, das „the umma justly balanced concept“, die anspruchsvolle oder hochnäsige Selbstetikettierung der Muslime als der – einzigen – gerechten, ausgewogenen Gemeinschaft. Das ist praktisch, noch die schrillste, extremste Auffassung der ohnehin totalitären und militanten Doktrin des Islam ist auf diese Weise, schwuppdiwupp, maßvoll und harmonisch. Der Islamkritiker hingegen ist Extremist. Der Nichtmuslim ist Extremist. Alles, was nicht Islam ist, ist exzentrisch.

Unter Muslimen ist der Begriff wasatiyya seit Jahrhunderten bekannt, geradezu inflationär häufig und längst zum Klischee geworden. Die berüchtigte islamische ’Mitte zwischen zwei Extremen’ mit einem ’Weg zur eigenen Mitte’ in der Manier etwa des Yoga, New Age oder antiker Mysterienkulte gleichzusetzen ist verfehlt und wird weder dem Herrschaftskult Islam gerecht noch der gelingenden Selbsterfahrung (und den allgemeinen Menschenrechten schon gar nicht). Die islamische Doktrin der Sunna oder Scharia zu verinnerlichen ist vormoderner Verzicht auf Emanzipation und Autonomie, ist eben gerade keine der kulturellen Moderne angemessene Selbsterfahrung. Tadscharrud, (tajarrud) das „Abstreifen des Ichs“ ist eben gerade nicht das altgriechische „erkenne dich selbst“ oder „werde, der du bist“, ist gerade nicht einer der „Wege zum Gleichgewicht“ eines Al Gore. Die Rolle für den Einzelnen Muslim ist eben Abdallah, Gottesknecht: Sozial unterworfen, ohne Zugang zu Gesellschaftskritik wie Islamkritik. Glauben heißt gehorchen.

Wobei es, seit dem Aufbau der Theokratie von Medina nach erfolgter Hidschra des Propheten Mohammed, bereits fast falsch ist, überhaupt zwischen Gesellschaftskritik und Islamkritik zu unterscheiden.

Wasat, wasatiyya ist natürlich auch ’schön‘. Der wahhabitische Prediger Muhsin al-Awaji, gründete einen Verein mit dem ’schönen‘ Namen „Club der Mäßigung“ oder „Gesellschaft der Ausgewogenheit“: Muntada al-Wasatiyya. Herr al-Awaji ist ein Bewunderer von Osama bin Ladin. Islam und Schönheit.

Perfide, wie das Labyrinth, hier in der Form nicht des Typus Kreta (pagan, minoisch) sondern Chartres (christlich, Gotik) missbräuchlich „islamisiert“ wird. Typisch Islam: Statt um persönliche Spiritualität geht es um Herrschaft der Muslime und Beherrschen der Nichtmuslime. Umma im Zentrum (des Beutemachens), Nichtmuslime werden abgedrängt und als widernatürlich, exzentrisch und verzerrt diffamiert.

95 [Koran 2:143] … Es ist zwar schwer, was man von den Leuten verlangt, aber nicht für diejenigen, die von Gott Allah rechtgeleitet sind. Gott Allah lässt nicht zu, dass ihr umsonst geglaubt habt …

Wenn du an den Ansprüchen Allahs leidest, bist du halt nicht rechtgeleitet (und gefährdest das ewige Heil deiner Seele schuldhaft).

100 Haben sich im Laufe des Kapitels eure Vorbilder verändert?

Hier wird pädagogisch unstatthaft Manipulation und Konformitätsdruck ausgeübt. Genannt sind auf Seite 100 ohnehin nur legendäre Koran-Kinder, die vor mindestens 1.400 Jahren gelebt haben sollen, darunter die womöglich im Alter von neun Jahren islamisch zum Sex empfohlene Kindbraut Aischa. Ein kleiner Vermerk: ’neunjährige Mädchen in Europa sollten, anders als im Jemen oder in Afghanistan üblich, nicht länger schariatisch geschwängert werden’ wäre für islamische sechs- bis zwölfjährige Unterstufenschüler doch wohl angemessen.

Die Vorbilder des einzelnen Schülers werden sich wohl kaum „zufällig“ in eine sunnakritische oder schariakritische Richtung entwickelt haben. Ein Hinterfragen der religiösen Dogmen wird somit bewusst verhindert, was kein Standard für Religionsunterricht in der kulturellen Moderne sein kann. Nachweisbar nämlich ermuntert das Kapitel acht eben nicht, etwa die atheistischen Menschen Charles Darwin, Alice Schwarzer oder Wafa Sultan vorbildlich zu finden oder die säkularen Muslime wie Necla Kelek, Fatma Bläser oder Bassam Tibi.

Religionsunterricht muss zur Außenansicht einladen, zur Mündigkeit erziehen! Saphir 5/6 aber, das kann Kennern der wechselseitigen Überwachung und Erpressung namens Ummah beziehungsweise Islam nicht verborgen sein, Islam überwältigt.

101 Folgt Gott und seinem Gesandten (8:20). Gott empfiehlt den Menschen, wie sie leben sollen. Qur’ān hier entlang!

Prinzip ’Lebensführungsdiktatur’ (Krauss 2008). Die Totalität des alle Handlungen und Lebensbereiche regelnden geistig-seelischen Kerkers wird hier ganz geschickt getarnt, doch leider werden die Kinder nicht immunisiert, den radikalsten Seelenfängern (Hizb ut Tahrir, sicherlich auch Milieus innerhalb von VIKZ und Milli Görüş) couragiert zu widersprechen.

Niemand darf, so nicht schiitischer Ayatollah oder hoher sunnitischer Ulama, den Koran interpretieren. Es werden also Menschen sein, islamische Führer, die dem jungen Menschen sagen, wo „entlang“ es denn geht auf dem Weg „zum Glück“. So aber wird das „Qur’ān hier entlang!“ zum totalitären ’Führer befiehl, wir folgen dir!’

Es wird noch lange dauern, bis islamisch geprägte Mehrheiten in Europa sich derart autonom dem Koran und den Hadithen nähern können, wie es die im Allgemeinen stark säkular geprägten Christen mit beispielsweise Texten von Menschen wie Meister Eckhart oder Hans Küng tun können. Der Islam steckt einfach noch im seelischen Mittelalter und seine Muslime gleich mit. Die Chance, den Islam mit der Moderne zu versöhnen, verpasst das Lehrbuch. Hoffentlich wird dieser wissenschaftsfeindliche und demokratiebeschädigende Unfug nicht mit Steuerzahlermitteln finanziert.

102 Auf dem richtigen Weg? [Eine Unübersichtlichkeit symbolisierende Straßenkarte vermeintlich pluraler Vielfalt persönlichen Entscheidens, in der Bildmitte der Würfel der Kaaba, Verkehrsschilder mit verpflichtenden Koransuren weisen nach außen]

Sehr viel Verwirrung, klarer Fall von Fitna? Das elfjährige Mädchen mit dem extrem frommen Kopftuch ist räumlich näher bei der heiligen Kaaba als die Fünfzehnjährige mit offenen Haaren. Hier wird durch Saphir 5/6 planmäßig manipuliert: „Kopftuchloses Mädchen, willst du zur Kaaba oder in den Himmel, musst du dein Haar verhüllen.“

Die Illusion von Vielfalt soll Nichtmuslime an der Nase herumführen. In jede Richtung ein Koranvers, das ist kein Plural, das ist eher so wie im norddeutschen Märchen vom Hase und vom Igel: Du läufst auf dein Ziel zu und jedes mal steht da schon so ein Igel und sagt ’Ik bün all dor!’, Ich bin schon da. Es gibt nur einen Allah, einen Koran, ein Kalifat. Einen ’Weg zur Tränke’, das heißt eine Scharia, es gibt auch nur eine Tränke, ein Ziel. Am Ende jedes (eben: Schariatischen) Weges steht … der eine Koran und der eine Mohammed oder Allah ruft: Ik bün all dor. Da ist keine Säkularität an des Weges Ende, keine selbstbestimmte Sexualität, keine negative Religionsfreiheit. Ein Buch, ein Ziel, was auch sonst.

Da gib es kein Entrinnen.

Wer bezahlt so etwas? Wieder zwei ganze Seiten bar jeder fundamentalismusfreien pädagogischen Bildung, was kostet das den deutschen Steuerzahler? Doch da in der Ecke steht noch etwas:

103 „Muslim zu sein ist manchmal so, als müsste man in einem Fluss gegen die Strömung schwimmen.“ Was könnte derjenige, der diesen Satz geprägt hat, damit gemeint haben?

Jedes Kollektiv eines fundamentalistischen, avantgardistischen oder elitären Weltbildes greift auf eben diese Symbolik des ’Schwimmens gegen den Mainstream’ zurück, von Mormonen bis Hare Krsna. Da dürfen auch die Muslime nicht fehlen?

’Ach, der arme kleine Muslim hat es in einer Welt von Nichtmuslimen schon sehr schwer.’ Suggeriert wird: ’Nichtmuslime attackieren uns Muslime feindselig und sadistisch.’ Oder: ’Der Iblis ist immer und überall.’ Oder: ’Die Nenn-Muslime sind verwestlich und verdorben, wir frommen Elite-Muslime haben die schwere Aufgabe, sie zurechtzuweisen.’ Oder: ’Wir Muslime sind Saubermacher, Kapitalisten verdrecken alles.’

Soll dieses Denken die Rolle der Muslime in der Dar al-Harb beschreiben? Wäre dieser Satz in Saudi-Arabien überflüssig?

’Erst wenn alle Menschen Muslime sind ist Weltfrieden!’

’Der Satan verführt dich, du bist bedroht.’

’Dein Platz im Paradies. Your way to Allah, der Preis ist heiß.’

’Du willst doch nicht in der Hölle braten? Also schwimme und strampele fleißig gen Paradies. Gegen den Strom.’

’Der nichtislamische Teil der Welt ist feindselig. Besiege ihn.’

104 Sicher habt ihr eure eigene Meinung zu Gummibärchen, Schwimmunterricht, Berufswahl oder anderen Themen.

Ach was, dann sind die islamverbandlich erarbeiteten und in Deutschlands gemäßigt radikalen Moscheen ausgehändigten vorformulierten Abmeldebescheinigungen vom Schwimmunterricht ja ebenso überflüssig gewesen wie die Halal-Zertifikate auf den Packungen von Süßigkeiten.

„Eigene Meinung“ ist im radikalen (orthodoxen) Islam so ziemlich gleichbedeutend mit Frevel an Allah. Im frommen schiitischen Islamforum ’schia-forum.de’ vom 05. April 2008 steht sinngemäß und witzigerweise ausgerechnet zur Saphir 5/6-Mitherausgeberin Lamya Kaddor: „Sagt sie die Wahrheit oder sagt sie nur ihre eigene Meinung?“

Vielleicht geht von Lamya Kaddor ja die große, weltweite Islam-Reform aus …

Die Kinder aus teilweise extrem fundamentalistischen Elternhäusern werden mit diesem Schulbuch allein gelassen. Dieser ’klientenzentrierten’ kalten Ignoranz aber kann eine moderne Schule nicht Raum geben.

105 [zu Paul Klee] Welcher dieser Wege passt zu deiner persönlichen Vorstellung vom Lebensweg?

Paul Klee malte das Bild wie erwähnt 1929 und wie nicht erwähnt in Ägypten. Auch der Titel des Werkes ’Hauptweg und Nebenwege’ fehlt. Der kreative Querkopf ließ sich womöglich von einem simplen schmuddeligen Fahrweg mit Böschung und Trampelpfaden inspirieren und schuf eine kubistisch anmutende Komposition von orange-bläulichen Schachbrettfeldern.

In der Mitte (jaja, Islam als die Religion der Mitte, die anderen Lehren sind eben abseitig) ist so etwas wie ein gerader Weg. Jetzt soll Islam-Ideologie ins Spiel kommen, eine Prise Tugendterror mithin.

Wie zufällig wird nun das eine oder andere brave Muslimkind die krummen Pfade nicht so toll finden, sondern schnurstracks ins Paradies marschieren wollen auf der zentralen Rampe?! Die verkrümmten, gebrochenen Pfade rechts und links können doch wohl eher etwas für die unsittlich handelnden Menschen sein, Juden, Buddhisten und Ex-Muslime und so.

Kleines ägyptisches Augenzwinkern: Ungläubige doch bitte vom Gehweg in die Gosse abdrängen. Nein, im Ernst, das würden wir nie tun, Islam heißt Friede.

110 Gott überfordert euch nicht (…) Kein Zwang in der Religion! (2:256)

Die Sache mit den zwanglos lebenden Muslimen ist so ziemlich das witzigste Dogma der Religionen der Menschheit. Aufschlussreich allein schon das Ausrufezeichen hinter dem sinngemäßen ’Es gibt keinen Zwang in der Religion!’ erpresserisch für Kinder namentlich Mädchen: Wenn du Zwang verspürst, bist du ungläubig und kommst in die Hölle und wenn du etwas unfreiwillig tust, beleidigst du Allah’. Bei diesem – absolute Kritiklosigkeit einfordernden – Glaubenssatz bleibt dem frommen kleinen Muslim natürlich nichts anderes übrig, als zu sagen, alles, was er religionsbezogen tue, täte er freiwillig. Besonders perfide und pervers ist das in Bezug auf die längst globalisierten schariaverträglichen Zwangsverlobungen, oft im Kindesalter, und Zwangsehen mit islamkonformer Schwängerung, manchmal auch im Kindesalter.

Variante für die doofen Nichtmuslime: Es kann keine Zwangsheirat geben, da Heirat und ehelicher Sex schließlich heilige Handlung sei und es zugleich im Islam ja keinen Zwang gebe.

Mit allen anderen Religionen, Ideologien oder Kulten verglichen ist der Islam eine extrem repressive Herrschaftsordnung.

110 Dies ist eine Erinnerung. Wer nun will, schlägt seinen Weg zu Gott ein. (73:19)

Bei Ibn Rassoul etwa gleichlautend übersetzt mit ’Dies ist wahrlich eine Ermahnung. So nehme nun, wer da will, seinen Weg zu seinem Herrn’. Im Koran etwa auch in 76:29 wiederholt. Im Koran wird allerdings immer wieder auf das schmerzliche Höllenfeuer für die Gesetzesübertreter hingewiesen! Saphir 5/6 unterschlägt uns den Teufel, Saphir 5/6 verschweigt uns die koranisch zugesicherte Höllenstrafe. Ein verkitschter Islam soll die Kultusministerkonferenz ruhigstellen. Irgendwann kommt dann halt der originale Islam, der repressive, absoluten Gehorsam fordernde, der in Theorie und Praxis militante Islam.

Prügelstrafe ist seit Jahrhunderten in allen Koranschulen zwischen Marokko und Afghanistan selbstverständlich. „Dies ist eine Erinnerung“.

Der Satz ist blanker Hohn und soll verschleiern, dass es im orthodoxen Islam der agrarischen Feudalgesellschaften tausend Jahre lang keine Religionsfreiheit geben konnte und dass Apostasie auch im ’halbiert-modernen’ (Technologie nutzenden) so genannten Islamismus der Milli-Görüş-Bewegten oder Muslimbrüder nicht vorgesehen ist.

Angemessen überträgt Ibn Rassoul die das Wort Erinnerung oder Ermahnung beinhaltende Koransure 72:17 mit: „Wer sich dann von der Ermahnung seines Herrn abwendet – Er wird ihn in eine zunehmende Strafe stoßen“ und 87:11 „Ermahnung meiden wird der Unselige“.

Allah ist ein begrenzt barmherziger Gott. Der Muslim handelt bei permanenter Überwachung und in grausiger Höllenfurcht … freiwillig.

Islam ist Friede – und Augenzwinkern.

Der Islam hat ein Problem mit moderner Pädagogik, mit Säkularität und universellen Menschenrechten. Saphir 5/6 vernebelt uns das.

111 Don`t panic – it`s islamic!

Die Ideologie der totalen Einschüchterung, die Weltreligion des extrem transzendenten und zugleich extrem sadistischen Gottes Allah wird in eine poppigbunte Comic-Formel gepackt, die uns alle zum gequälten Lächeln zwingt.

Im nächsten Haus und im übernächsten Haus ist die jeweilige junge türkische Ehefrau arrangiert verheiratet worden, jeder weiß es, die eine erzählte es sogar einem Lokalreporter und Integrationsforscher, dass sie mit ihrem Mann erst nach der Hochzeit Gespräche führte. Islamische Hochzeitsnacht: „… it`s islamic!“ Türkische und kurdische Kinder werden üblicherweise, von uns Weltbürgern auch interkulturell verglichen, sehr heftig und islampädagogisch verprügelt: „Don`t panic … !“

Als Muslim bist du Opfer deiner Großfamilie und deiner Umma, darfst es aber lebenslang nicht zugeben. Also sorgst du dafür, dass der benachbarte Nichtmuslim es nicht wird zugeben können, wenn er einst dein Opfer wird. So baut man eine gangbare Alternative zur kulturellen Moderne. Segregiert. Differenziert.

Und verwendet jene wortgewordene Waffe, die Europas Dhimmis zum Schweigen bringen soll und auch bringt, den Vorwurf der Islamophobie. „Don`t panic, it`s islamic!“ – wer jetzt als Angehöriger der Klasse der Nichtmuslime nicht pflichtschuldigst lächelt, der kann ja nur empörenswert fremdenfeindlich sein, unmoralisch weil intolerant. Islamophob.

117 Die Zehn Gebote

Den zehn Geboten stehen zehn Partikel aus dem Koran wie geschwisterlich zur Seite, die suggestiv und etwas manipulierend dazu (ver )führen, sie den Geboten zuzuordnen. „Ist ja auch alles im Koran drin!“, mag der kleine Schüler krähen: „Im Koran fehlt nichts, alles da!“

Der Koran sei älter und authentischer als es die verlogenen, verzerrten Schriften der Juden und die fehlerhaften Schriften der Christen darstellen.

Man könnte sagen: Christentum/Judentum und Islam, geschwisterlich und gleich groß nebeneinander, gutnachbarschaftlich vereint in der interreligiösen Begegnung. Man könnte aber auch dem kleinen Leser die Entscheidungsfrage aufzwingen: ’Welchem Herrn willst du dienen’, welcher Lehre willst du folgen’. Viel Entscheidungsmöglichkeit gibt es da freilich nicht. Das Buch Saphir 5/6 macht es auch an dieser Stelle: Sich nicht festlegen. Wir Gutmenschen zerfließen vor Rührung und sagen: ’Die lassen die Kinder autonom entscheiden und ermuntern zur freien Meinungsbildung’.

Die Partikel einmal genauer betrachtet:

117 Und wer ist ungerechter als der, der eine Lüge gegen Gott erdichtet? (11:18)

Da lässt sich multikulturell-interreligiös die Formel ’Du sollst nicht lügen’ erkennen beziehungsweise (Saphir 5/6) „du wirst nicht falsch aussagen gegen deinen Nächsten“. Wie nett, das Schulbuch erweckt Verständnis für Christentum und Judenfreundlichkeit, meinen wir blöden Gutmenschen.

Muslimische Antisemiten zwinkern sich zu. Geschickt, wie Saphir 5/6 Allah mit Gott übersetzt, denn 11:18 lautet (Nach Ibn Rassoul bei qibla.apspott.com) ’Und wer ist ungerechter als der, der eine Lüge gegen Allah erdichtet?’ (sinngemäß gleichlautend etwa auch in 10:17).

In Sure 10:95 hilft Allah uns Gutmenschen etwas auf die Sprünge: ’Und gehöre auch nicht zu jenen, die Allahs Zeichen für Lügen halten, da du sonst zu den Verlierern gehören wirst’, das heißt: Zur Hölle mit denen, die Allah keine Verehrung entgegen bringen.

Saphir zitiert: „Setze neben Gott keinen anderen Gott“ aus 17:22, was bei Ibn Rassoul in Gänze bezeichnenderweise lautet ’Setze neben Allah keinen anderen Gott, auf dass du nicht mit Schimpf bedeckt und verlassen dasitzt’. Dem Schariaverweigerer droht der orthodoxe Islam also mit sozialer Exklusion, die Herrschaft von Medina ebenfalls mit Verachtung oder sogar Ächtung, was sehr untertrieben ist, denn auf Ridda (Islamapostasie) stand und steht islam-gerechte und absolut durchzuführende Tötung desjenigen, der Schirk, Beigesellung betreibt oder gar Allah durch einen anderen Gott ersetzt. Erkennbar wird, dass wir Demokraten oder auch wir demokratischen Christen es nicht hinnehmen sollten, dass Saphir 5/6 Allah durch Gott (mit Schnörkel, Schnörkelgott) ersetzt.

Schnörkelgott? Ja, Harun, Lamya und Rabeya malen hinter jedes „Gott“ ein hochgesetztes arabisches „Allah“. Nur manchmal eben nicht.

Der kleine Muslim lernt: Gott ohne Schnörkel ist der Fahrschein fürs Höllenfeuer, Gott mit Schnörkel der Antrag auf den Platz im Paradies. Gott hier, Gott da, Gott oder Gott, wo ist die Kugel, sagt der Hütchenspieler, wo ist der wahre Gott?

Auf Seite 117 wird der Epilog zu den Zehn Geboten, „Ich bin Jahwe, dein Gott“ also zum ’Ich bin Jahwe, dein Götze’, weil dem Wörtlein Gott ’angemessenerweise’ der kleine Allahschnörkel fehlt. Das ist eben kein Gott, legt Saphir 5/6 dem Schüler nahe, der nennt sich Gott, ist aber keiner.

Beiderlei Gott wird verschwörerisch zur Chiffre, die Schüler werden initiiert als subversive Streiter im Gerangel um den Begriff Gott, den Gottesbegriff. Das ist auch ein Krieg um die deutsche Sprache.

Pazifistische Gutmenschen aus der Kirchentagsecke sind verzückt über derlei Gottesverschmelzung.

Zu 17:22 ist den Buchschreibern ein angeblicher Tippfehler unterlaufen: Beide „Gott“ im ’Setze neben Allah keinen anderen Gott’ (Ibn Rassoul), hier in Saphir 5/6 eben: „Setze neben Gott keinen anderen Gott“ enthalten das hochgesetzte kleine Allah, was logischerweise nicht geht, denn ’ein zweiter Allah’ funktioniert nicht, nötigenfalls bei Todesstrafe für den Freund eines postislamischen Doppelgottes. Den Deutschen indes wird es zu nervtötend sein, Einspruch zu erheben, jedes streng islamisch sozialisierte (muslimisierte) Schulkind aber wird es merken. Was für eine ’zufällige’ Chance auf ein interessantes Gespräch im islamischen Religionsunterricht. Auf Seite 118 ohne dienstlich eingemogelten Tippfehler: „Die Tora (…) von Gott dem Propheten Mose gegeben“, Mose(s) ist selbstverständlich, so sagen es bildungsferne oder intolerante Muslime, ein Prophet des Islam. Moses sei Muslim. Der ebenfalls erwähnte Gott der Juden bekommt selbstverständlich keinen kleinen arabischen Schnörkel.

Solcherlei Schummelei gehört zum Werkzeug Taqiyya oder eigentlich Iham, das bedeutet: Die Nichtmuslime (spalten und) ’einwickeln’. Wenn es um islamische Mission, um Da’wa geht, lügen Muslime, dass sich die Balken biegen, nahezu alle, der ’Allah im Gehirn’ lässt wenig anderes zu. Der Islam ist eine Religion und zugleich eine diskriminierende Rechtspraxis, für deren Ausbreitung und Perfektionierung Lügen erlaubt und sogar empfohlen ist. Wir säkularen Muslime oder Nichtmuslime sollten uns fragen: Ist so ein System eigentlich eine an Deutschlands öffentlichen Schulen mit Verkündungscharakter lehrbare Religion, eine schultaugliche Religion?

Der dreisteste Iham der Da’wa beispielsweise ist es, zu sagen, dass es im Islam gar keine Mission gebe.

Und dann natürlich dieses ’Islam heißt Friede’ oder das ’Es gibt keinen Zwang im Glauben!’ oder das beständig gejammerte: ’Wir Muslime sind Opfer, wir werden unterdrückt’. Ex-Muslime oder Nichtmuslime haben zu schweigen.

Jedes Saphir-geschulte Kind nämlich wird dem deutschen Nichtmuslim entgegenzischen das auf Seite 117 erwähnte „Und rede nicht von Dingen, von denen du keine Ahnung hast!“ Mit dem man sich natürlich auch unter Muslimen trefflich einschüchtern kann. Papa, ich will diesen alten reichen Mann aus deinem Heimatdorf nicht heiraten – Meine Tochter, rede nicht von Dingen, von denen du keine Ahnung hast. Mama, ich will aber diese Freude bereitende und hübsch aussehende Vorhaut am Penis behalten – Mein Sohn, rede nicht von Dingen, von denen du keine Ahnung hast.

Das ist Islam: Nicht reden. Mit Ahnung oder ohne: Schweigen. Für dieses System einer auf Revolution angelegten monotheistischen Religion und totalitären parallelen Staatlichkeit macht man da’wa und wird so zum islamischen Missionar, zum dā’ī (sg.). Wie süß, islamischer Religionsunterricht schafft ganz viele kleine du’āt (pl.), was für eine Bereicherung für Schulhof und Innenstadt. Unverständlicherweise verlangen Nordamerikas und Europas Politiker von den Moscheegemeinden und Islamverbänden nicht, sich von der Scharia zu distanzieren.

Diese Bereicherung wird ihren Preis haben. Islamisch-orthodox und damit islamkonsequent (fälschlich „islamistisch“) geprägte Stadtviertel werden keine Museen, Kabarettbühnen, Standesämter, Galerien, Frauenrechte oder Parlamente mehr benötigen.

123 Gott hat jedem Mann und jeder Frau die gleichen Rechte gegeben.

Klar, die der Scharia. Jedem die gleichen Rechte der Ungleichheit. Jeder bringe Toleranz auf für das Prinzip der Intoleranz. Täter und Opfer vereint durch Allahs begrenzte Barmherzigkeit. Muslim und Dhimmi haben das gleiche Recht, Krummsäbelhenker und Islamapostat im Augenblick des Kopfabhackens auch.

123 „Alle Menschen sind gleich, manche sind gleicher!“

Es ist lustig, Europa zu hassen, weil es nicht perfekt ist. Die islamische Gesellschaft wird gerecht sein. Oder, anders: Vielleicht ist Islam Sadismus, das ist aber nicht so wichtig, lasst uns darüber Witze machen. Sieh aber zu, dass du Gewinner bist und kein Verlierer. Allah liebt Siegertypen.

123 Gleiches Recht für alle!

Hier könnte Rabeya Müller Schwierigkeiten mit der al-Azhar kriegen. Es sei denn, sie hätte das Allahrecht gemeint.

Taqiyya pur, die doofe Schulbuchkommission will etwas haben, was ein wenig nach universellen Menschenrechten klingt? Bitte sehr.

Jeder ordnungspolitisch aktive Islam will, solange er in der Minderheit ist, die demokratiefreien Räume, die ’schariatisch befreiten Zonen’, die Rechtsspaltung. Die Parallelgesellschaft soll nach der Scharia leben dürfen. Der Grundsatz der Universalität von Menschenrechten (eben, ohne Ironie: „gleiches Recht für alle“) ist mit der islamischen Orthodoxie oder auch mit der so genannten revolutionären (eigentlich radikal-reaktionären) Muslimbruderschaft nicht zu machen. Saphir 5/6 spielt jetzt, völlig unerklärlich, den Boten und Wegbereiter der ungetrübten Gerechtigkeit.

Oder wollen die Herausgeber das Kalifat, die Religionsdiktatur, deren Vorschriften jeden in den Klauen haben und insofern sowohl „gleiches Recht“ sind als auch „für alle“ gelten?

124 [Titel] Rechte für alle?! [Kinder beim Basteln. Ein Mädchen ohne Kopftuch, ein Kopftuchmädchen. Beschriftete Karten auf dem Tisch, eine heruntergefallen] Recht auf ein Tier [die Karte auf der Erde]

„Recht auf gesunde Nahrung“, „Recht auf einen PC“.

„Recht auf ein Tier“, Haustiere sind unislamisch und dreckig, diese Karte liegt auf dem unreinen Boden.

Das fromme liebe Kopftuchmädchen schreibt selber, etwas unleserlich: „Genug Essen“. Nur Kapitalistenmädchen wollen einen PC. Auch könnte man auf Urlaubsreisen Nichtmuslime treffen.

124 [Handlungsanweisung, Tipp] Achtung: Zum Auslegen der Karten braucht ihr Platz (im Gang, in der Turnhalle, Aula, auf dem Schulhof)

Entgrenzung, Grenzüberschreitung, als Kommunikation und Dialog getarnt: Kleine Muslime sprechen Recht … rechtleiten die kleinen Nichtmuslime. Und das auf Schritt und Tritt, Meter für Meter.

127 Sprecht über den Unterschied zwischen „Recht haben“ und „Recht bekommen“

Die Nichtmuslime sind so grausam. In Kairo und Pakistan ist es besonders schrecklich, doch auch in Deutschland werden wir Muslime diskriminiert.

Solange die vom Himmel herab gekommenen Schariagesetze nicht legalisiert sind, herrscht auf Erden Ungerechtigkeit.

133 [Karikatur. Weltkugel, im Norden der Reiche, ein dicker Weißer beim Essen, gegen Süden der Arme, ein ausgemergelter Schwarzer mit leerem Teller und an einer metallenen Fußfessel gekettet im freien Fall. Die noch sehr locker gespannte Kette ist am Stuhlbein des Reichen befestigt]

[Jeweils ein Gedicht von Heinreich Heine und Bertolt Brecht zum Thema ungerechte Armut]

Gleich wird der stürzende Arme den Reichen vom Thron reißen.

Saphir 5/6 verspürt wenig Lust daran, einen dicken saudischen Araber auf den Stuhl am Esstisch zu setzen. Man gibt sich anti-europäisch, antiwestlich. Islamische Gerechtigkeit wird hier als humane Alternative zum System der US- und EU-dominierten Ausbeutung gesehen. Das manipuliert die Kinder und hetzt sie gegen EU und USA auf.

Al-islam huwa al-hall! Auch Scheich Tantawi weiß: Der Islam ist die Lösung.

134 „I have a dream“ [Foto zeigt Martin Luther King]

Einen Schwarzen aus dem südlichen Sudan, der “Ich habe einen Traum” fordert, zeigt das Foto in der Tat nicht, auch keine philippinische Sklavin am Golf oder eine Sklavin in Mauretanien.

Ein freiheitlich-demokratisches Land hat sich entwickelt – die USA können stolz auf sich sein. Sollten die Herausgeber jetzt Amerikafreunde geworden sein?

141 Ich achte den Gesandten Gottes, indem ich seinem guten Beispiel folge.

Naja, vielleicht hat Mohammed im Leben etwas Sinnvolles getan und man kann diesem wenigen Sinnvollen nacheifern. Oder hat der Prophet nur Bestes getan? Offensichtlich scheint Saphir 5/6 uns Letzteres nahezulegen und das glauben auch weltweit und seit Jahrhunderten Millionen von Muslimen oder geben dieses jedenfalls vor, aus Angst vor Prügel, ökonomischem Abseits oder Ermordung. Die meisten von diesen Mohammedbewunderern waren Analphabeten, viele verstehen kein Arabisch, sondern sprachen Kurdisch, Türkisch, Urdu, Somali, Indonesisch.

Seinem guten Beispiel folgen. Bitte, Frau Konvertitin und Islampädagogin Müller, Hand aufs Herz: Welches gute Beispiel? Neunjährige Mädchen oder wenig Ältere schwängern, wie in Jemen und Afghanistan üblich? Sklavinnen gelangweilt vergewaltigen? Die jüdischen Stämme arabischer Sprache, die Banū Naḍīr, Banū Qainuqā‘ und Banū Quraiẓa nahezu oder völlig ausrotten und, echt Islam, den geheiligten Antisemitismus auch 1.400 Jahre später auf eben diese Vernichtungskriege Mohammeds beziehen, wenn es darum geht, Gewalt gegen jüdische Religionsschüler oder Geistliche oder Einwohner Israels theologisch zu legitimieren?

Und die, die „seinem guten Beispiel folgen“, was ist denn mit dem Kopftuchterror der Wahhabiten, der iranischen Tugendwächter, afghanischen Taliban oder der türkischen Moralapostel von Milli Görüş, was sagt Saphir 5/6 zu dem aus Frauenhass und männerbündischem Chauvinismus genannt Fürsorge entstammenden Gesichtsschleier der alten Paschtunen oder der neuen Salafiyya, der den Frauen das Gesicht nimmt, sie entleibt, sie in Selbstbild und Sozialkontakten isoliert und verstümmelt? Was ist mit der khifadh oder khafd, der von der unsäglicherweise so genannten „Universität“ der Kairoer al-Azhar, höchster Autorität des sunnitischen Islams gebilligten Genitalverstümmelung an Frauen, ob als verpflichtend geltende Klitorisvorhautbeschneidung oder als Klitoris-Teilbeschneidung der Schafiiten, wie sie etwa die Assalaam-Foundation organisiert? Was ist mit der traditionellen Klitoridektomie im sonnigen Urlaubsziel der Neckermann-Reisenden, Ägypten? Diese Sittenkontrolleure und Mitarbeiter an einer ordnungspolitisch totalen (schariatischen) Überwachung sind ohne Frage Menschen, die ihr Leben nach dem „guten Vorbild“ des Propheten Mohammed ausrichten.

Mohammed hat einige Massenmorde persönlich angeordnet, vorzugsweise an Juden. Der Gesandte hat mit seiner neunjährigen Ehefrau Aischa im Auftrag Allahs geschlechtlich verkehrt. Der Prophet hat Christen als sittlich minderwertige Menschen eingestuft und entsprechend behandelt und Harbis, das sind die Polytheisten, zur Tötung preisgegeben.

Fromme Muslime folgen (allerdings!) bis heute diesem „beispielhaften“ Propheten. Für die Nichtmuslime aller Welt ist das (allerdings!) bisweilen durchaus ein Problem. Für den Schulhof einer Schule und auch mit der Verwendung des im Kösel-Verlag erschienenen Buches Saphir 5/6 wird das globalisierte und halbiert-moderne Problem von Straßendschihad und City-Dhimmitude womöglich nicht geringer.

Mohammed war Waisenkind, Kaufmann, Kriegsherr, Antisemit und Frauen-’Beschützer’. Mohammed war ein imperialistischer Religionsgründer. Die Herausgeber Harry Harun Behr, Lamya Kaddor und Rabeya Müller empfehlen, dem Beispiel Mohammeds zu folgen. Sie ’müssen’ es wohl tun, so mag es ja vielleicht sein, wenn man gegen den theokratischen Konformitätsdruck nicht aufbegehrt. Wir Freunde der freiheitlichen Demokratie jedoch müssen und dürfen es nicht begrüßen, dass ein solches Lehrbuch im Schulunterricht an staatlichen Schulen verwendet wird: Fern von jeder Distanz und Selbstkritik, Unfähig zur Außenansicht und zur Kritik an der vormodernen und antidemokratischen islamischen Orthodoxie.

Der Anteil an Muslimen an der Kriminalstatistik Europas ist bereits jetzt gewaltig hoch, mit Schwerpunkt nichtmuslimische Opfer. Das ist kein Zufall, das ist die Grenzfläche zwischen Islam und Nichtislam, das Aufeinandertreffen von ’verworfener, minderwertiger’ Dār al-Harb und ’höherwertiger, Allah wohlgefälliger’ Dār al-Islām. Muslimische Straßenkriminalität oder Dschihadismus einschließlich Belästigungsdschihad gegen unverschleierte Frauen und Vergewaltigung von Nichtmuslimas sind angewandte Scharia mit dem Ziel des Aufbaus der islamischen Gesellschaft. Einstweilen erfolgt (für Frauen und Kinder) der Rückzug in die Parallelgesellschaft des antidemokratischen Grundsatzes „al-walā‘ wa-l-bār’a“, das bedeutet etwa „patriarchalische und expansive Kooperation der Anhänger Allahs bei geheiligter Feindschaft gegenüber den Nichtmuslimen“. Lieben für Allah, Muslimseilschaft, bei der zeitgleich geübten Praxis des gegen Ungläubige gerichteten Hassens für Allah. Das ist islamischer Frieden.

Al-walā‘ wa-l-bār’a, Muslimsolidarität bei theologischer und juristischer Herabsetzung der Dhimmis.

Das ist die Jahrhunderte alte und bis heute leider unsäkular gebliebene Islampädagogik, das ist der heilige Hass auf die Nichtmuslime und ihre Verhaltensweisen, wie ihn die Verse des Koran und die Hadithe der Sunna und die Fatwas (Singular fatwā, Plural fatāwā) des Fiqh vorgeben. Zugegeben, die Nichtmuslime aller Welt könnten jetzt genau so theokratisch und sadistisch und militant sein. Das aber wäre ein Verlust an freiheitlich-demokratischer und humanistischer und sicherlich auch an christlicher Lebensqualität.

Harry Harun Behr, Rabeya Müller und Lamya Kaddor sagen zu diesem Thema … nichts. Entweder wollen sie den verkitschten Bambi-Islam oder sie betreiben Iham, „geheiligte Täuschung“ zur nachhaltigen Ausbreitung der totalen Herrschaftsordnung der Scharia. Sie müssen Schariatisierung betreiben, ordnungspolitische kleine Strukturen der säkularen Moderne zerstören und sie durch sexualpolitische, familienpolitische oder bildungspolitische kleine Strukturen der Ordnung Allahs ersetzen, das gebietet die orthodoxe Doktrin, von der sich die Muslimbruderschaft oder auch die Islamverbände nun wahrlich nicht distanziert haben.

Iham, fromme Lüge. Manche sagen Integrationsgipfel oder Islamkonferenz. Wobei Dr. Schäuble allerdings nicht Iham betreibt, der Mann ist so etwas Ähnliches wie ein Optimist.

142 [Zeichnung: Nette urdeutsche Nachbarin] Frau Schmitz [betreut vorübergehend ein muslimisches Mädchen mit Migrationshintergrund und gibt ihm in einem Streit unter Schulfreundinnen Lebenshilfe]

Wir erfahren: So lange die muslimische Mutter krank und im Krankenhaus ist, darf das muslimische Mädchen bei der deutschen Nachbarin wohnen.

Die nette Frau Schmitz trägt ein Kopftuch. Merke, kleines Moslemkind, die besonders netten urdeutschen Frauen bedecken ihre Haare mit einem Tuch. Nur die Tuchträgerinnen können Lebenshilfe erteilen, danach kommt man dann auch mit der des Streitschlichtens wohl wenig fähigen Tanja besser klar. Der Name Tanja erweckt bei uns Lesern von Saphir 5/6 den Verdacht, kein Kind eines muslimischen Vaters zu sein. Wenn du Rechtleitung und Lebenshilfe willst, kleines Muslimmädchen, dann frage also eine Kopftuchfrau, das kann dann auch eine Deutsche sein, solange sie nur eine Konvertierte ist, eine Neo-Muslima.

Die kranke Mutter, Kopftuch oder nicht? Wir sehen auf dem Bild: Sie trägt … einen Kopfverband, sie kann also momentan beim besten Willen gar kein Tuch tragen. Der Verband ist ein adäquater Kopftuchersatz, so lange die Wunde auf dem Kopf nicht verheilt ist.

150 [Rap-Song, deutsch, ammar114, Titel] Islam bedeutet Frieden

„An alle Möchtegern-Experten, die Hass und Panik verbreiten / die Wahrheit verschweigen, verdrehen und zerschneiden. Zu den besten Sendezeiten überall auf Titelseiten / den Islam zerreißen und mit Steinen beschmeißen (…) Frieden unter Beschuss. Wer ist Schuld an diesem Blutbad? … die bärtigen Männer mit dem Turben … sie alle mit ihrem strengen Islam. Nur wer nicht weiß, was Islam heißt, kann so was sagen (…) Islam bedeutet Frieden seit über 5000 Jahren. Öffne dein Herz und auch du wirst es spüren und erfahren.“

(Ammar114)

Ammar Milkias Kebede genannt Ammar114 wurde 1979 in Äthiopien als Sohn christlicher Eltern geboren, kam als Vierjähriger nach Deutschland und wuchs bei der getrennt lebenden Mutter auf, begann als Sechzehnjähriger zu rappen (Sprechgesang zu betreiben) und wechselte Ende der Neunziger Jahre seine Religion, er konvertierte zum Theravada-Buddhismus. Kleiner Scherz, Herr Kebede konvertierte zum Islam. Als Unterhaltungsmusiker, genauer als Texter hat sich der koranbegeisterte Kopftuchfreund („Schwester, liebe Schwester“) in sich muslimisierenden oder einfach nur großmäuligen und dabei eher bildungsfernen Szenen einen derartig populären Ruf erworben, dass im Jahr 2008 sogar die Bundeszentrale für politische Bildung seine Texte als Lückentexte zum multikulturellen Integrationslernen online stellt.

Die Grundproblematik des Romantisierens des Ghettos und der sexistischen Ghettobrutalität, die wir aus dem Sprechgesang der US-amerikanischen Rap-Musik kennen, überlagert sich bei Ammar114 mit streng islamischen Inhalten. Durch derartige Perspektiven gelingt es dem politischen Islam, den ’Zauber’, den Flair des Gegenkulturellen und Revolutionären einzuheimsen. Im Geschichtsbild der europäischen ’Linken’ und beim Blick etwa auf Frankreich 1789 oder mit Karl Marx 1848 oder auch auf den US-Bürgerrechtler Martin Luther King und nicht zuletzt auf den aufsässigen Antietatismus von 1968 wird auf diese Weise ’Islam’ gleichbedeutend mit ’Proletariat’ und ’Protest’. Damit ist das Establishment der Gutmenschen natürlich moralisch bestens erpressbar.

In mehreren seiner Liedertexte erklärt Ammar114 alle Muslime pauschal zu Entrechteten, die sich in der Bundesrepublik gegen eine dominante Kultur der Islamfeindlichkeit mühselig behaupten müssten. Auf diese Weise macht sich Ammar114 zum Barden einer Armee oder Prozession von für ihren Glauben Leidenden, von muslimischen Märtyrern.

„Islam bedeutet Frieden seit über 5000 Jahren“, kann der rappende Muslimbarde die Subtraktion 2008 minus 622 nicht korrekt durchführen? Nein, er erklärt in radikalislamischer Manier Jesus, Abraham, Noah und Adam zu Muslimen.

Im (in dem Buch Saphir nicht genannten) Lied „Sie kamen und traten die Tür ein“ etwa schimpft ein sich pazifistisch gebender Ammar114 weinerlich über angeblich weltweit mordende Imperien namens USA und Israel. ’Wir Muslime sind das Opfer der verlogenen Demokratie’, so die eigentliche Aussage. Der Konzertbesucher kann sich ein wenig als edler Widerstandskämpfer und als Anwalt der Geknechteten fühlen, als militantes Friedenstäubchen, seit Woodstock, Wendland, Waldeck und Wackersdorf ein protestkultureller rhetorischer Blickwinkel. Hat Ammar114 etwas Besseres anzubieten als diese doppelzüngige, imperiale Demokratie, vielleicht die so genannte islamische Gesellschaft oder will Ammar114 die Demokratie erneuern und vertiefen?

Israel, so Ammar114, ermordet Menschen – von den Kassam-Raketen, die von Gaza-Stadt aus Sderot treffen keine gerappte Silbe! Den Einmarsch der USA in Afghanistan und im Irak hält er für grauenvoll – Bürgerrechte im Sudan oder Frauenrechte in Pakistan sind ihm offensichtlich egal. Es ist immer wieder interessant, wen die „BpB“, die Bundeszentrale für politische Bildung so alles schreiben lässt, wenn es nur darum geht, der deutschen Bevölkerung den Islam schmackhaft zu machen.

166 Der Islam verpflichtet die Muslime zum Frieden

Der Islam verpflichtet die Muslime zur weltweiten Islamisierung und zur ordnungspolitischen Anwendung der Scharia, das heißt zur ’friedlichen’ Herrschaft der Männer über die Frauen und der Muslime über die Nichtmuslime.

166 Die Friedenspflicht gilt ohne Ausnahme jedem Menschen gegenüber

Unsere jungen Männer sind, wir Türken nennen es ’unruhiges Blut’, leider manchmal etwas flegelhaft und ruppig. Wir arbeiten daran.

Nichtmuslime als Abkömmlinge von Affen und Schweinen zu bezeichnen dient der von Saphir 5/6 erwähnten islamischen „Friedenspflicht“.

Erst wenn die Welt von Kufr gereinigt ist und die Dār al Harb der Dār al-Islam gewichen und die islamische Gesellschaft installiert, ist Frieden zu realisieren. Diese Vision ist verpflichtend, insofern Friedenspflicht, „jedem Menschen gegenüber“, wie das Schulbuch augenzwinkernd sagt.

Allah ist der Gott des Augenzwinkerns, der augenzwinkernde Gott. Allah ist der barmherzige Gott der Dhimma und des Erpressens von Dschizya, der Gott des barmherzig heransausenden Krummsäbels. Ohne die Rückenhaut zerfurchende Peitschenhiebe ist Allah sozusagen arbeitslos.

166 Der Islam rät zu Verhaltensweisen, die im engeren zwischenmenschlichen Bereich (Familie, Nachbarschaft, Freundeskreis …) zu Frieden führen

Es führe zum Frieden, wenn man die widerspenstige Ehefrau, die sich etwa gegen das eheliche Vergewaltigt-Werden sträubt, zornig ermahnt oder im Ehebett meidet oder mit Schlägen (nicht zu heftig und nichts ins Gesicht) züchtigt.

Der Grundsatz der Zerstörung oder Abstreifung (tadscharrud, tajarrud) des individuellen Egos führe zu Frieden, der blinde Gehorsam den Eltern und älteren Geschwistern gegenüber?

Welchen Islam oder aber: Welchen Frieden meint unser erstes staatlich zugelassenes Lehrbuch, etwa die Gebiete, in denen Frauen das Haus nicht verlassen dürfen (in Pakistan schnitt ein frommer Ehemann 2008 seiner Frau dafür den rechten Fuß ab), in denen sie nicht alleine Reisen unternehmen dürfen wie in Kleinasien, Marokko, Ägypten oder Köln-Ehrenfeld nahezu üblich?

Saphir 5/6 wirbt, so dürfen wir annehmen, dafür, dass die Aussage einer Frau vor Gericht nur halb so viel gelten soll wie die eines Mannes und dass eine Schwester nur halb so viel erben soll wie ihr Bruder, oder ist diese Bestimmung des Koran kein Islam? Frau Müller und Herr Behr wollen doch nicht etwa an koranisch-schariatischen Regeln rütteln.

Nach dem islamischen Rechtsgrundsatz „al-walā‘ w-al-bara’ā“, das heißt Muslimsolidarität bei Kuffār-Meidung, Muslimloyalität bei Vermeidung und Meidung aller Nichtmuslime und ihrer Verhaltensweisen gilt es, Lebensgewohnheiten und Körperlichkeit der christlichen oder gar jüdischen Nachbarn hassen zu lernen: Aus Liebe zu Allah. Das ist Islām, ein halbiert-antisozialer Kult. Das ist Allāh, der Gott der halbierten Barmherzigkeit.

Ein merkwürdiger „Friede“ jedenfalls, der sich aus dem orthodoxen Islam ergibt. Immerhin könnte man die Aussage „im engeren zwischenmenschlichen Bereich“ ja als der Dhimma (Dhimmitude) kompatibel verstehen: Die nichtmuslimischen Mitbürger sind dann halt der weitere Bereich. Diesen erniedrige man kraftvoll zum Nutzen der einzig sittlichen Seinsweise der Islamischen Ordnung (nizam islami).

Mit einem Begriff von städtischem Frieden, wie er in einer freiheitlichen Demokratie entwickelt worden ist, hat die „islamische Friedenserziehung“ so gut wie nichts zu tun, bislang wenigstens. Die rassistisch anmutende und auf einen veritablen (bei ’lediglicher’ Zwangsislamisierung zumindest kulturellen) Genozid hinauslaufende Diskriminierung aller Nichtmuslime in beispielsweise Pakistan, Ägypten oder auch in der Türkei mag die nichtmuslimischen (erst recht: Die ex-muslimischen) Leser sich fragen lassen, was die Herausgeber mit „Frieden“ meinen.

Wir alle wissen, dass Gewalt als Mittel der Erziehung in muslimisch geprägten Familien ebenso problematisch wie verbreitet ist. Hier hätten die Herausgeber des Saphir 5/6 den Weg zu (säkularen, nichtreligiösen) Erziehungsberatungsstellen und nicht zuletzt zu Frauenhäusern als Fluchtpunkten nennen müssen. Das Schweigen von Rabeya Müller und Harry Harun Behr zu diesem Problemfeld der Gewalt in der muslimischen Familie ist nicht hinnehmbar. In einer freiheitlichen Demokratie muss es Ziel sein, körperliche Gesundheit und das Leben zu erhalten und dazu bei Bedarf Hilfe beim (nichtislamischen) Jugendamt oder Psychotherapeuten, beim (nichtschariatischen) Richter oder Polizisten zu suchen. Angesichts der alltäglichen Prügelpraxis sowie der Zwangsverheiratungen in Deutschlands muslimischen Einwandererfamilien handelt das Schulbuch Saphir 5/6 schlicht verantwortungslos. Methodisch.

Hier wird womöglich für eine ’parallele’, ordnungspolitisch-islamische Scharia-Streitschlichtung, Scharia-Mediation, Scharia-Erziehungsberatung und Scharia-Sexualpolitik geworben. „Der Islam rät zu Verhaltensweisen, die im engeren zwischenmenschlichen Bereich (…) zu Frieden führen“, dieser gefährliche Satz liefert das Individuum weiterhin der Willkür der Großfamilie aus.

166 Wenn der Glaube verbindet, dürfen dann Muslime mit Menschen anderen Glaubens … Freundschaften schließen? (…) Bildet Gruppen und beantwortet diese Fragen

Deutschlands unbefangene Leser werden (sollen?) den islamrechtlichen Hintergrund dieser Frage wohl nicht durchschauen. Eine explosive Frage, deren schariatischer Hintergrund auf die geheiligte Segregation zielt, die Meidung (al-barā’a) der Nichtmuslime, eine Frage, die Minderjährigen in einer auf Nachhaltigkeit angelegten freiheitlichen Demokratie nicht zuzumuten ist, auch nicht zur gefälligen – scheinbar demokratischen – Diskussion.

Die islamische Parallelgesellschaft (Deutschlands, Europas) ist kein Betriebsunfall sondern umgesetzte Scharia! Die heilige Vorschrift „Nehmt sie nicht zu Freunden!“ fordert von jedem Muslim die Meidung von guten Beziehungen zumindest zu jüdischen, polytheistischen, atheistischen und islamkritischen Menschen, sicherlich auch zu Christen. Nichtmuslime sind sittlich minderwertig, da gibt es nichts zu diskutieren, andernfalls hätten die Herausgeber von Saphir 5/6 den Grundsatz al-walā‘ w-al-barā’a ebenso deutlich in Frage stellen müssen wie etwa die antimodernen und inhumanen Konzeptionen von kāfir, kuffār, der bzw. die (pl.) Ungläubige oder beispielsweise auch Allahs Verfügungen zu ridda (beziehungsweise irtidād), Islam-Apostasie: Das wäre die von einem Religionsbuch sehr wohl zu fordernde Außenansicht und Erziehung zur Mündigkeit gewesen, für Sunniten freilich ein Verstoß gegen die Pflicht zum taqlīd, also unzulässig. Der derzeitige Islam ist an staatlichen Schulen eben – selbst unter Berufung auf die Religionsfreiheit – ungezähmt schlichtweg nicht lehrbar, jedenfalls nicht der Islam der großen Islamverbände und Moscheevereine und auch nicht derjenige der Muslimbruderschaft, noch nicht einmal derjenige der Kairoer al-Azhar.

Welcher Islam dann? Der Bambi-Islam von Rabeya Müller vielleicht, ihre lilapullovrige Scharia-light? Schmackhafte Demokratie, gewürzt mit einer Prise Kalifat?

Möglicherweise sind die Autoren und Herausgeber zu feige gewesen, echte Islamkritik zu denken, das mag auch sein. Dann aber dürfen sie kein staatlich zugelassenes Lehrbuch schreiben beziehungsweise veröffentlichen. Naja, schreiben dürfen sie, an Schulen verwendet werden dürfte ein zur Gesellschaftskritik (einschließlich Fundamentalismuskritik) nicht aufrufendes Lehrbuch keinesfalls.

Wie sagt es Lamya Kaddor, Mitherausgeberin des „Saphir 5/6 – Religionsbuches für junge Musliminnen und Muslime“: „Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“. Sie meint wohl ‘auf den Islam nicht übertragbar‘. Was leider mittelfristig auch noch stimmt, die beklagenswerte fundamentalistische und frauenfeindliche Geistlichkeit des Realislam betreffend. Was in der demokratischen und pädagogischen Sache aber falsch ist, es sei denn, wir würden unsere säkulare Moderne beenden wollen. Wir Freunde der freiheitlichen Demokratie, muslimisch oder sozialisiert oder nicht, dürfen sagen: Leute wie Frau Kaddor können allenfalls dazu nützlich sein, beispielhaft zu zeigen, wie ein Mensch mit einem Jahrhunderte alten Text eben nicht umgehen sollte.

Jene Pädagogin Kaddor, die „als Muslima nicht daran zweifele, dass stimmt, was im Koran steht“. Ich habe größere Hoffnungen und halte die noch kleinen, freiheitsliebenden und intelligenten Teile von Deutschlands Muslimen für nicht ganz so kriecherisch und textgläubig. Islampädagogin Kaddor jedenfalls erzieht in die falsche Richtung, sie will einen Zuwachs an sturer Wortgläubigkeit und sagt das sogar ganz offen. Und wir multikulturellen, ’kultursensiblen’ Alteuropäer stellen die angeblich zum Fundamentalismus berufenen und entwicklungsunfähigen Muslime sozusagen unter Naturschutz und machen uns auf diese Weise daran schuldig, dass eine neue Generation von Einwanderern die islamisch gesehen vor der Hölle bewahrenden sklavischen Denkverbote der Sunna und den repressiven Kerker der Scharia nicht verlassen kann.

Deutschlands Pädagogen mucken nicht auf. Was haben unsere staatlichen Pädagogischen Hochschulen da tolerant durchgehen lassen? Und diese Pädagogenzunft selbst, einst aufgeregt herrschaftskritisch und betroffen emanzipatorisch tuend? Wie können die Nachfolger der Achtundsechziger fundamentalistisches religiöses Lehrpersonal ausbrüten (lassen), ist der totalitäre Islam mit seinem Böse-Buben-Image und seiner US-Kritik derart erwünscht antibürgerlich oder antiimperialistisch-links, dass man die an Maududi, Chomeini oder Yusuf al-Qaradawi orientierten Parteigänger des patriarchalischen Gesellschaftsmodells als kultursensible Erzieher einer jungen Generation von Migrantenkindern kritiklos begrüßt?

166 [zu] Menschen anderen Glaubens … gütig und sanft sein?

Schlagt die Dhimmis auf den Nacken, bis sie sich unterwerfen und Dschizya, Kopfsteuer errichten. Naja, wenn das „gütig und sanft“ ist …

185 Gewissen.

Im Islam gilt, dass der Mensch selbst entscheiden muss, was er denken und glauben will.

Erst den Islam-Apostaten töten, dann den Polytheisten. Zuletzt „selbst entscheiden“, was du als Muslim „denken und glauben“ darfst.

Und nicht vergessen: Du kommst nicht in den Himmel, wenn du nicht freiwillig und guten Gewissens die Scharia bejahst, freiwillig und reinen Gewissens den Anweisungen der Madhhab und des Ulama oder Ayatollah folgst, freiwillig und besten Gewissens auf Islamkritik verzichtest.

Der Herrschaftskult schreibt dir die Grenzen deines „Gewissens“, die Spielräume deiner eigenen Entscheidungen vor. Sich diesem repressiven System absolut hinzugeben, das bedeutet Islam.

Das kann in hundert Jahren einmal anders sein und der Islam mag dann mit der kulturellen Moderne verträglich sein, vielleicht mit Wegbereitern wie Bassam Tibi, Muhammad Kalisch, Fatma Bläser oder Ashgar Ali Engineer.

Das Schulbuch Saphir 5/6 hat es versäumt, zu diesem notwendigen Schritt der Islamreform ein wenig beizutragen. Vielleicht in seiner nächsten Auflage? Wir bleiben dran.

Jacques Auvergne

CIBEDO weiß Bescheid: Lamya Kaddor glaubt, was im Koran steht und hält die Aufklärung auf den Islam für nicht übertragbar

http://www.cibedo.de/islamischer_religionsunterricht.html

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