Islamischer Religionsunterricht für Mädchen

بافاري

Bayern

Islamischer Fundamentalismus in Penzberg

Von Jacques Auvergne

Fünfzig Kilometer südlich der bayerischen Hauptstadt im beschaulichen Landkreis Weilheim-Schongau (131.000 Einwohner) liegt die 16.000-Seelen-Gemeinde Penzberg. In der oberbayerischen Ortschaft gibt es tausend Menschen muslimisch sozialisierter Großeltern sowie eine preiswürdige (1), außergewöhnlich moderne und dabei sehr hübsche Moschee mit einer raffinierten Fassade aus dezenten grauen Steinflächen und gewaltigen, Offenheit symbolisierenden Wandelementen aus Bruchglas. Und es gibt viele knallbunte Kopftücher nebst den dazugehörigen Frauen und Mädchen, denn nackte Frauenhaare führen die islamisch politisierte Gemeinschaft in den diesseitigen und jenseitigen absoluten Schrecken.

Die Moscheegemeinde von Penzberg wird längst auch außerhalb Bayerns von Islamoptimisten wie Rauf Ceylan und in Dutzenden angestrengt höflicher Presseberichte mit hektischer Begeisterung als weltoffen und unabhängig gehandelt (2). Kunsthistoriker Christian Welzbacher, Autor von „Euroislam-Architektur. Die neuen Moscheen des Abendlandes“, kümmert sich nicht um die Scharia oder Europas Hassprediger, sondern sieht Moscheebau ganz als Ästhet (3). Europas Presse verfällt gerne in jenen nicht nur für Moscheebaudiskussionen typisch gewordenen, überwältigenden Islamoptimismus, aus dem Kopftuchgegner den Unterton eines gewissen Zischens heraushören möchten, das den noch so vorsichtigen Zweifler am Allahs Sexualtheologie als xenophobe Spaßbremse anzufahren bereit ist (4). Folge dieser angespannten Islamverteidigung ist, dass unsere Landtagsabgeordneten, Kleriker, Pädagogen und Sozialarbeiter zu islamfreundlichen Seminaren („Religious Diversity“, „Interkulturelle Öffnung der Verwaltung“, „Anstößiger Monotheismus“) rauschen und gleichsam erlöst darauf verzichten, Europas muslimisch geprägten Einwanderer menschenrechtliches und staatsbürgerliches Lernen zuzumuten oder gar das hörbar werdende Bekenntnis nach zulässiger Islamapostasie und Gleichberechtigung der Frau. Denn schließlich sollen Muslime ihre Andersartigkeit und Besonderheit leben, so ist man sich einig.

Dass Penzberg ein Vorbild für einen transparenten, demokratiefreundlichen deutschen Islam sei findet auch Sandra Tjong, die in die genannte, im Journalismus etwa des Jahres 2008 gehäuft auftretende, dabei kenntnisferne und etwas gequälte Islambegeisterung verfällt. Tjong beschuldigt Münchens Moscheebaugegner und Europas Islamkritiker großzügig der notorischen Fremdenfeindschaft und bricht am 23.02.2007 in der WELT-online in den Jubelruf aus: „Integration statt Kulturkampf: Am geplanten Moscheebau in München hat sich ein erbitterter Streit entzündet. Wie unnötig das ist, zeigt sich in Penzberg.“ (5). Darauf, dass Europas Islamisierer Arbeitsteilung betreiben und Penzberg ein Schaufenster für schariarechtliche Projekte in der Münchner Innenstadt sein könnte, kommt Islamfreundin Tjong natürlich nicht. Weiterhin verschweigt die Journalistin oder weiß es nicht, dass Allahs Gesetz einen Kampf der zur Herrschaft berufenen Muslime gegen die sittlich und rechtlich stufenhaft herabgewerteten Kulturen der Nichtmuslime vorsieht, der Islam damit ein 1.400 Jahre alter heiliger Kulturkampf ist. In Bayern herrscht Zuversicht.

Der Verfassungsschutz des Freistaats wusste 2007 von der damals vierzehn Jahre alten und mit Hilfe der extremistischen Millî Görüş gegründeten Islamischen Gemeinde Penzberg e. V. (IGP; Imam ist Benjamin Idriz, Vorsitzender Bayram Yerli) und ihrem Umfeld zu melden: „Die IGMG bildet die Auslandsorganisation der Milli-Görüş-Bewegung. Der Sitz der IGMG-Zentrale befindet sich in Kerpen / Nordrhein-Westfalen. … Das Bemühen der IGMG um gesellschaftliche Akzeptanz führte bei mehreren „Ortsvereinen“ zur Annahme von neutralen Bezeichnungen. Solche Vereine geben sich Satzungen, die formal keine Rückschlüsse auf die IGMG mehr zulassen. Beziehungen zur IGMG lassen sich aber aufgrund von internen Mitgliedslisten oder durch bekannt gewordene persönliche Mitgliedschaften führender Funktionäre herstellen. So hat sich der Verfassungsschutz im Berichtsjahr mit der Islamischen Gemeinde Penzberg e.V. befasst. Dieser 1994 gegründete Verein erschien noch für den Zeitraum 2003/2004 auf Mitgliedslisten der IGMG, die bei einer polizeilichen Durchsuchung der Münchner IGMG-Moschee aufgefunden wurden. Inzwischen hat der Vereinsvorsitzende ein Schreiben vorgelegt, mit denen er um Streichung des Vereins aus dem IGMG-Register bittet und seine persönliche Mitgliedschaft ab März 2006 kündigte (6).“

Der gottesfürchtige Penzberger Erste Vorstandsvorsitzende hatte bereits 1999 ein wenig staatsbürgerlichen Nachhilfeunterricht erhalten, indem, hoch das lebenslange Lernen, die das geltende Grundrecht schützende Behörde Herrn Bayram Yerli über die Verfassungswidrigkeit der Millî Görüş belehrt hatte. Seine Ehefrau Gönül Yerli wurde auch im rheinischen Köln beim fundamentalistischen Institut für Islamische Pädagogik und Didaktik (IPD, Köln, um die aus dem Eifelstädtchen Mayen stammende Konvertitin Rabeya Müller) zur islamischen „Religionspädagogin“ ausgebildet und dressiert heute die Penzberger Spezies Muslimmädchen sexualpädagogisch nach der frauenfeindlichen und kulturrassistischen Scharia. Frau Yerli wird vom „Islamischen Forum (Penzberg)“, wie sich die IGP auch nennt, als Vize-Direktorin und Referentin für Interreligiösen Dialog gehandelt. Als Führerin durch die Moschee durfte die Mantelträgerin dem damaligen bayerischen Landtagspräsidenten Alois Glück (CSU) ihr Gesicht zeigen, doch bleibt zumindest der außerfamiliären Welt ihre Haarfarbe unbekannt, wofür ein den islamideologischen „fraulichen Schambereich“ von Kehle, Nacken und Ohren abschirmendes Tuch sorgt, was Frau Yerli selbstverständlich völlig freiwillig trägt. Der Münchner Verfassungsschutz war überrascht, festzustellen, dass Herr Yerli im Jahre 2005 immer noch Mitglied der extremistischen Millî Görüş (IGMG) war, sicherlich hatte der Islamaktivist es versäumt, aus dem international tätigen „Verein“ auszutreten, welcher das geistige und politische Erbe des Islamrevolutionärs Necmettin Erbakan hütet. Im Vorjahr (2004) wurde Gönül als Vorsitzende der Penzberger IGMG-Frauenarbeit genannt.

Um sich demokratiefreudig sprich schariaskeptisch zu geben, ließen Allahs Penzberger Kalifen im Juli 2009 GRÜNEN-Spitzenpolitiker Cem Özdemir feierlich den Schalter zur Inbetriebnahme einer auf das Dach des Moscheezentrums montierten solarthermischen Anlage umlegen, laut Imam Idriz komme eine ergänzende Photovoltaik-Anlage in Kürze dazu.

FOCUS Nr. 39 2006 (Hartmut Kistenfeger, in: „Alles super, Hodscha?“) hatte drei Jahre vorher zu berichten gewusst, wie sich der zur Menschenrechtswidrigkeit der Scharia schweigende fußballbegeisterte Imam von Penzberg geziert einfältig und mit fein dosiertem Gejammer beim in Qaṭar (Katar) lebenden „zeitweiligen“ Muslimbruder Yūsuf al-Qaraḍāwī (türk. Dr. el-Karadâğî) darüber beschwere, warum es noch keinen deutschen Chef für das ECFR (European Council for Fatwa and Research) gebe und warum dieser al-Qaradawi als oberster Fatwa-Vergeber denn um des Himmels Willen auch für Europa, Deutschland und Bayern im Amt bleiben müsse. Aber Herr Imam, oberster Chef ist natürlich nicht al-Qaradawi, oberster Chef ist Allah.

Im Ernst: Der im mazedonischen Skopje als Sohn eines türkischen Vaters und einer albanischen Mutter geborene Benjamin Idriz bejaht also die vormodernen Fatwen des gegendemokratischen Scharia-Islam, von denen manch ein fragewütiger Konsument (mustaftī, seine Anfrage heißt istifta, der den Weg ins Paradies durch den Aufruf zum islamkonformen Wohlverhalten ebnende Adressat und Ersteller der fatwa ist der der muftī) abhängig wird wie von einem Rauschgift. Ein an einem autonomen Handeln und einer selbstgeschriebenen Biographie ausgerichtetes Gewissen ist dafür überflüssig, vielmehr wird jene rigide Außensteuerung durch Überwachung und Bedrohung, die etliche Stammesreligionen, aber auch viele gegenmoderne Sekten oder manch destruktiven Psychokult kennzeichnen, zu etwas sehr Islamischem. Der Grad deines Gehorsams, so definieren Orthodoxe wie Islamisten den Kult um Koran und Mohammed, entspricht dem Grad deiner Gläubigkeit.

Unter weitgehendem Verzicht auf ein gereiftes staatsbürgerliches Bewusstsein baut die permanente Wohlverhaltenskontrolle durch Familienoberhaupt, Großfamilie und Moscheegemeinde eine Lebensführungsdiktatur, letzte Zweifel beseitigt die deine Gehorsamspflicht einfordernde fatwa, weshalb das politreligiöse Kartell aus al-Imam, al-Muftī, al-Qāḍī und aš-Šaiḫ von uns Säkularen als veritabler islamischer Klerus bezeichnet werden darf, wenn auch sämtliche deutsche Islamapologeten seit zwanzig Jahren laut schnatternd verneinen („Der Muslim steht allein vor Gott“), dass es im Islam einen Klerus gebe oder gar Konformitätsdruck („Kein Zwang im Glauben“).

Der Baumeister der bayerischen und europäischen Parallel- und Lebensführungsdiktatur Benjamin Idriz empfiehlt sich als „Dipl.-Theol.“ und schreckt, wie wir gesehen haben, nicht davor zurück, mit dem Israelhasser, Terrorfreund, FGM-Verteidiger und obersten Seelsorger der Muslimbrüder zu korrespondieren. Der bayerische Imam behauptet weiterhin, die einzelnen Europavertreter und Deutschlandvertreter des ECFR nicht zu kennen, da können wir Abhilfe schaffen, für Allahgottes Knechte in der Bundesrepublik sind das, sehr geehrter Herr Idriz, drei bis vier echte Scheichs und dabei vielleicht Nichtmuslimbrüder: Sheikh Muhammed Siddique (Muhammed Sıddîk), Sheikh Dr. Muhammed Al-Hawari (Dr. Muhammed el-Havârî), Sheikh Nihad Abdul Quddous Ciftci (Nihat Abdülkuddûs Çiftçi) und neuerdings oder auch nur für Österreich Scheich Mustafa Mollaoglo (Mustafa Mollaoğlu), aktuelle Telefonnummern könnte Ihnen ja vielleicht die IGMG nennen, von der Sie sich am 13.07.2007 vor Innenstaatssekretär Georg Schmid distanziert haben, was sehr zu loben ist.

Wenn kein Innenstaatssekretär im Zimmer ist, sind die Berührungsängste ins radikalislamische Lager nicht so hoch: Die Penzberger Schariafreunde lassen auf ihrer Seite gerne Frau Silvia Horsch schreiben, die Germanistik und Arabistik studierte und auf ihrer Homepage al-sakina zu konsequent islamischen Kreisen verlinkt wie Deutschsprachiger Muslimkreis (DMK) Berlin, zur dem Dunstkreis der Muslimbruderschaft zuzurechnenden Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler (GMSG) sowie zur Seite nafisa, die von drei Islamkonvertitinnen und Hidschabträgerinnen betrieben wird, neben der genannte Silvia Horsch sind das die Ethnologin und „Trainerin für Religious Diversity“ Nina Mühe sowie die angehende Islamwissenschaftlerin und Arabistin Kathrin Klausing. Nafisa verlinkt zum gegenmodernen Islamologischen Institut (Fuhrmannsgasse 12/2, A-1080 Wien) sprich zum radikalen Schariafreund Amir Zaidan, dem einst in der deutschen Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) tätigen berüchtigten Schöpfer der Kamel-Fatwa. Die um die Erbakan-Nichte Sabiha el-Zayat (Sabiha el-Zayat-Erbakan) angeordnete GMSG (www.gmsg.de) wirbt seit langer Zeit auf ihrer Internetseite mit einem Einladungsplakat zur Tagung für April 2007 in die Uni Köln, auf dem Plakat sind gleich fünf schariakonforme Integrationsfreunde im Bild dargestellt: Navid Kermani, Klaus Lefringhausen (Kuratorium Islam-Archiv Deutschland, Annemarie-Schimmel-Forum; Lefringhausen verstarb am 17.04.2009 bei einem Autounfall in Namibia gemeinsam mit dem für den Islam-Dialog ebenfalls wichtigen Jörgen Nieland), Tariq Ramadan, Nadeem Elyas und Ali Kizilkaya, dicht unterhalb sind auf dem selben Plakat die Namen von Reinhard Kirste (INTR°A), Udo Tworuschka (Uni Jena), Sabiha el-Zayat (GMSG) und Bekir Alboga (DITIB) angefügt. Die genannten Namen auf dem Plakat bieten einen guten ersten Überblick über die Gesichter der in verlässlich geringer Distanz zur Muslimbruderschaft stattfindenden Islamisierung Europas. Penzberg ist selbstverständlich demokratisch, modern und völlig autonom und hat mit der Muslimbruderschaft nichts, aber auch gar nichts zu tun.

GMSG stellt Texte von Tariq Ramadan und vom Ex-Diplomaten und amtierenden Allahkraten Murad Wilfried Hofmann ein und verlinkt zu Islamic Relief, Haus des Islam (Lützelbach; um Siddiq = Borgfeldt), Islamische Föderation Berlin (IFB; der Quasi-Landesverband der Millî-Görüş; Stichwort Emel Abidin-Algan = Tochter des Muslimbruders Yusuf Zeynel-Abidin; Islamische Grundschule = Fereshta Ludin) sowie zum Islamischen Zentrum Hamburg (schiitisch, den Teheraner Ayatollahs treu ergeben). Da ist für uns dieses muslimische Streben nach Integration und Demokratie doch körperlich spürbar. Hat aber nichts mit Penzberg zu tun, in šāʾa llāh.

Die oberbayerische Islamische Gemeinde ist so fortschrittlich und unabhängig, dass im Jahre 1429 pardon 2008 (21. November) Allahs Stellvertreter in Sarajevo, der „Reisu-l-Ulama“ und Großmufti Dr. Mustafa Cerić die Penzberger Freitagspredigt übernahm. In Bosnien war ein berühmter Träger des Titels „oberster Rechtsgelehrter der Muslime“ oder Reisu-l-Ulama (von al-ʿulamāʾ Singular ʿālim, die Wissenden, die Gelehrten) Džemaludin Čaušević (1870-1838), der nach absolviertem Besuch der Medrese von Bihać im osmanischen Istanbul an der Scharia-Rechtsakademie Mekteb-i Hukuk ausgebildet wurde und für kurze Zeit im ägyptischen Kairo Vorlesungen beim Panislamisten Muḥammad ʿAbduh hörte. ʿAbduh war Schüler des 1897 im türkischen Istanbul gestorbenen gebürtigen Persers und Salafiyya-Begründers Sayyid Ǧamāl ad-Dīn al-Afġānī. Čaušević wird gerne als Modernisierer des bosnischen Islams ausgegeben und äußerte sich in der Tat gegen den entmenschenden Gesichtsschleier (an-niqāb), präzisierend, dass die Frau ihr Haar und ihre Scham zu bedecken habe (7), und was Schambereich (ʿawrah, ʿaura) ist, erklären den nichtmuslimischen und muslimischen Penzbergern die „Wissenden“ von Millî Görüş oder vom ECFR um Scheich al-Qaradawi, mit dem Imam Idriz den theologischen Briefwechsel pflegt. Modern ist es aus Sicht des säkularen Teils der Menschheit doch wohl eher nicht, den Frauen das „Recht“ auf die Ganzkörperverschleierung (al-ḥiǧāb; Frau Idriz, Frau Yerli) vorzuschreiben und das Verhalten jeder so genannten muslimischen Verweigerin des Kopftuches wehklagend als „Ungerechtigkeit“. Wir wünschen der Ortschaft Penzberg bei Sarajevo wenn überhaupt Islam dann einen befreiten, textkritischen und nachschariatischen Islam, die Lebenshilfe des ECFR oder des Penzberger Imams sollten Europas Muslime dankend ins Mittelalter zurückweisen. Großmufti Cerić hat einen weißen Turban und einen Sitz im European Council for Fatwa and Research (ECFR), damit ist Allahgott sein erster und der „moderne“ Islamgelehrte, Fernsehprediger und Schriftsteller Yūsuf al-Qaraḍāwī sein zweiter Vorgesetzter und der traditionsbewusste Mitjugoslawe Benjamin Idriz sein Anweisungsempfänger. Nun, Oberbayerns Weltoffenheit … aber eine architektonisch bemerkenswerte Moschee.

Und Islam wird Staat: Zum 03. Juni 2009 lud die Berliner Katholische Akademie unter Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke Herrn Cerić (ECFR) und den deutschen Juristen und Werbefachmann für islamische Sexualpolitik und islamische Staatsgründung Prof. Dr. Mathias Rohe (GAIR, CIG) zu einem Kongress. Die Veranstaltung trug den uns einen Vorgeschmack auf Europas Nachdemokratie gebenden Titel „Sharia and Muslim Social Contract in Europe“, es moderierte Jörg Lau. Hier die Einladung zur angeblich diskutierenswerten Theologisierung der Politik (8) und hier ein Teilnehmerbericht von Islamkritiker »mag«, den dankenswerterweise das Blog Politically Incorrect veröffentlicht (9).

Zurück nach Penzberg, wo man die fromme Kunst der listigen Sprache (kitman, tawriya/īhām, taqiyya) pflegt. Wie ein Sesam-öffne-dich verwendet die Moscheegemeinde unter Benjamin Idriz jene Vokabeln, die bei uns Säkularen so gut ankommen. So spricht das Islamische Forum Penzberg davon, muslimische Minderheit und europäische Mehrheitsgesellschaft seien vor „neu zu definierende Aufgaben“ gestellt. Das besänftigt Verwaltungsbeamte, doch im Klartext heißt das ja vielleicht ganz zufällig, das Religionsvolk der Nichtmuslime und die edlere Spezies Muslime (Nation of Islam) hätten islamische Sonderrechte staatsvertraglich abzuschließen, was wiederum ganz zufällig mit den kreativen Vorschlägen von Tariq Ramadan oder der FIOE (Europas Muslimbrüder) verträglich wäre.

Taqiyya. Harmlos seelsorgerlich und wertorientiert mag es erscheinen, wenn davon die Rede ist, es gehe keineswegs „um ein Aufgeben der religiösen Identität, sondern darum, im Einklang mit der Umgebung [ein] überzeugter, praktizierender Muslim und gleichzeitig angekommener Europäer zu sein“. Hierbei ist die explizite Erwähnung des „immerwährenden“ (Mustafa Cerić) Anspruches auf die Implementierung des islamischen Gesetzes nach dem Konzept des kitman, der Lüge durch Auslassung, geschickt umgangen worden, vielmehr wird implizit die Forderung nach durchgesetzter Kopftuchpflicht und schariatischer Sexual- und Familienpolitik dreist als „in Europa angekommen“ bezeichnet, so kann man die Landnahme für den Islam natürlich auch nennen. Es gelte, so Idriz, Yerli und seine kleinen bayerischen Kalifen weiter, diesen irgendwie schrecklich belastenden Widerspruch zwischen „Muslimsein und Bürgersein“ aufzuheben. Der deutsche Gutmensch denkt an Integrationsbereitschaft und übersieht dabei, dass gar nicht gesagt worden ist, wer sich hier verändern muss, damit diese Kluft geschlossen ist: Die Säkularen sollen diese Arbeit aufbringen und „den Muslimen“ gefälligst ungestört ein Leben nach der gegenmodernen und frauenfeindlichen Scharia ermöglichen, damit diese angeblich so Integrationswilligen ihr „Bürgersein“ erreichen und nicht länger ausgegrenzt werden.

Taqiyya. Die Religion Allahs fordere ferner ein gemeinschaftsbezogenes Denken? Ja, sicherlich, der Muslim hat sich aus fundamentalistischer Sicht auf die nach der Scharia lebenden Orthodoxen oder Islamisten hin auszurichten und daneben noch die fürs Höllenfeuer bestimmte „Gemeinschaft der Ungläubigen“ zu verachten, das ist dann gleich doppelt gemeinschaftsbezogen. Der Islam verlange aktive Beteiligung an der Gesellschaft? Selbstverständlich, das Kalifat baut sich nicht vom Zuschauen und der Teufel ist auch nicht untätig, da heißt es, die Muslimisierten auszumachen und zur Ordnung zu rufen (ḥisba) und in den Dhimmis (ḏimam, erniedrigte „Schutzbefohlene“, Sg. ḏimmī) das Schuldgefühl zu erwecken, sie seien nicht ausreichend fremdenfreundlich. Die Erben der alten Achtundsechziger wie Penzbergs Bürgermeister Hans Mummert (SPD) fühlen sich so gern schuldig, um den edlen Wilden (Imam) dann und wann um Absolution bitten zu können.

Wir fassen zusammen: Die angeblich unabhängige islamische Gemeinde Penzberg blickt auf ein Jahrzehnt der erheblichen organisatorischen Nähe zur extremistischen Millî Görüş zurück und hat nichts gegen die spirituelle Rechtleitung durch den populären Islamistenscheich al-Qaradawi einzuwenden, das mit der Modernität und Autonomie sollten wir in Penzberg noch ein wenig üben. Immerhin, zum Fatwa-Erwerb brauchen die Penzberger „unabhängigen Muslime“ ab sofort nicht mehr in die Golfstaaten zu schreiben oder telefonieren, außer zum Geldgeber in Schardschah (ein Emirat in den VAE; hocharabisch aš-Šāriqa, lokal gesprochen aš-Šārǧa). Der dortige, spendable Emir hat ihnen ja schließlich die drei Millionen Euro teure Penzberger Moschee bezahlt, die der aus Bosnien stammende, begabte Augsburger Architekt Alen Jasarevic (südslawisch vielleicht Jašarević (10)) so eindrucksvoll gestaltet hat und die 2005 eröffnet werden konnte. Ein ästhetisch hochwertiges Sakralgebäude gefährdet allerdings gleichwohl die freiheitliche Demokratie, wenn darin die šarīʿa gelehrt wird sprich die Wesens- und Rechtsungleichheit von Mann und Frau sowie sittlich sauberem Muslim und ekligem, fürs Höllenfeuer bestimmten Nichtmuslim. Da helfen auch Hans Mummerts Islamoptimismus und die das (islamrechtlich) Himmlische nach Oberbayern tragenden, betörend blauen Fensterscheiben nichts.

Nun will der großzügige arabische Seelsorger und Sulṭān („Herrscher“) von Schardscha, Scheich (šaiḫ, „Ältester“) bin Mohamed al-Qāsimī III, in seinem Reich auch jugendbewegter oberster Scout (Pfadfinder), ein »Zentrum für Islam in Europa« aufbauen (11), (12), ausgerechnet in Bayern, weshalb der Landtagsabgeordnete Martin Neumeyer zusammen mit seinem Landtagspräsidenten Alois Glück ins sonnige aš-Šārǧa jettete. Ziel des zu unserem freiheitlich-demokratischen Glück noch nicht realisierten Projektes ist die authentische islamische Ausbildung von Imamen und Religionslehrern, erklären Neumeyer und Glück (Nomen est Omen?) uns begeistert. Neumann ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe Integration und Islam der CSU-Landtagsfraktion, zeigt sich vom Reichtum des Emirates beeindruckt, schweigt zur barbarischen, frauenfeindlichen Gesetzgebung der Scharia, findet die am Golf in Erscheinung tretenden rabenschwarz gewandeten und gesichtsverschleierten Frauen etwas unheimlich und benötigt dringend ein Konzept für die islamische Religionsunterweisung in Bayern: „Als christlich geprägter Mensch ist mir der Dienst am Nächsten der wichtigste Beweggrund für politisches Handeln“. Recht so, Herr Neumeyer, die Gottesebenbildlichkeit jedes Menschen und damit sogar des weiblichen ist eine feine Ethik, nur Allahgott sieht das wesentlich differenzierter: für den sind Sie als Dhimmi emotional und juristisch der Übernächste und wären als Islamapostat oder Islamkritiker der bleibende Letzte. Jede Frau wird im orthodoxen Islam, den die Herren Neumeyer und Glück mit original-arabischer Hilfe in Bayern lehren lassen wollen, herabgewürdigt und entrechtet.

Inzwischen waren Allahs gehorsame Diener in Penzberg nicht untätig. Im Dschihad um ein makelloses Erscheinungsbild kauft man sich denn auch mal die Leistungen eines guten Anwaltes ein, schließlich bejaht man den Rechtsstaat und will der bundesdeutschen Bevölkerung Ängste nehmen. Um gegen den Freistaat Bayern und seinen Innenminister auf Herausnahme auch aus dem jüngsten Verfassungsschutzbericht (2008) zu klagen, wählte das Penzberger Islamische Forum den einstigen Bundestagsabgeordneten (FDP) Hildebrecht Braun. Die aus islamrechtlicher Sicht ungerechte, ja gotteslästerliche Einschätzung der Verfassungsschützer, die Islamische Gemeinde Penzberg (IGP) als „Beispielsfall für formal nach außen hin vollzogene Distanzierungsbemühungen“ zu nennen, möchte Allahs Stellvertreter in Oberbayern Imam Idriz nicht hinnehmen (13).

Der gelernte Erzieher und Diplom-Sozialpädagoge (FH) Cem Özdemir, der, wenn er überhaupt einmal die universellen Menschenrechte bespricht, „dem Westen“ Doppelmoral vorwirft und die Islampolitik der Teheraner Mullahs, saudischen Wahhabiten, Kairoer al-Azhar und der Muslimbruderschaft in bester GRÜNEN-Manier mit keinem Wort erwähnt, bagatellisierte die Scharia einst verantwortungslos und bewies damit, dass er vom selbstverständlich an der Scharia orientierten europäischen, nicht zuletzt deutschen Verbandsislam keine Ahnung haben kann: „Im besten Fall wird Leitkultur negativ definiert: als Absage an einen Kulturrelativismus, der es Muslimen erlaubt, ungestraft die Scharia anzuwenden – als ob dies in Deutschland oder einem anderen Mitgliedsland der EU möglich wäre und die Muslime selbst daran ein Interesse hätten.“ Diese in der Zeitung Neues Deutschland am 03.12.2004 erschienene Islamverharmlosung richtet sich womöglich ein wenig gegen den bewundernswerten Demokraten Bassam Tibi (Bassām Ṭībī). Der herausragend gründlich denkende Politikwissenschaftler Tibi prägte den Begriff „europäische Leitkultur“ und hat die Säkularität stets gegen die Theokratie, selbstverständlich vor allem die der Scharia verteidigt. Folgerichtig setzt sich der mutmaßliche Taqiyya-Künstler und Islamisierer Cem Özdemir für die staatliche türkische Zulassung des Kopftuches der dortigen Schülerinnen, Lehrerinnen und weiblichen Staatsangestellten ein: „Entsprechend sollte das Kopftuchverbot gelockert und die Gesetzeslage an die westeuropäischen Länder angepasst werden“ (Welt am Sonntag, 23.09.2007 in: Die Türkei ist stark genug, das Kopftuch zu ertragen).

Kopftuchfreund Özdemir spielt den Frauenversteher und das multikulturelle Unschuldslamm, macht sich in der Türkei und in Deutschland zum Helfer der nach politischer Macht strebenden Scharia-Doktrin und arbeitet damit, vielleicht ja unbeabsichtigt, gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau und alle anderen Standards der kulturellen Moderne.

Fundamentalistische Muslimas schaufeln sich im Leben ihr eigenes symbolisches Grab der konkreten Entwürdigung und Entrechtung, um in den imaginierten Islam-Himmel zu gelangen. Die Penzbergerinnen Idriz und Yerli betätigen sich in diesem Sinne ganz als Trainerinnen nach Allahgottes frauenfeindlicher Sexualpolitik. Das islamrechtliche Jungfernhäutchen, so sorgen sich die beiden sexualmagisch orientierten Mädchenarbeiterinnen, darf auch beim Besuch beim Frauenarzt keinesfalls zerrissen werden. Ob es vor Gott Allah Sünde ist, dem nach genitaler Vereinigung lüsternen Ehemann den Sex zu verweigern, sinnieren die beiden Damen vor einer noch aus der Neuzeit stammenden Reporterin. Die Virginität (Boos-Nünning) sprich das unzerstörte und zum vorgeschriebenen (arrangierten) Zeitpunkt blutende Hymen ist ein islamrechtlich äußerst wichtiges Thema, zu dem es viele fromme Rechtsgutachten gibt, die Cem Özdemir zu feige ist anzusprechen.

In einem sind sich die am Platz im Paradies interessierten Damen Nermina Idriz und Gönül Yerli ganz sicher: Muslimmädchen dürfen nur noch zum Schwimmunterricht, wenn das Bad zur männerfreien Zone geworden ist und auch kein maskuliner Schwimmlehrer in Sichtweite (14).

In den nächsten wenigen Jahrzehnten wird Europa eine konsequente Islamisierung (Islamische Revolution) nach dem Beispiel des Iran wohl nicht erleben, doch für den Fall, dass sich die Lebensweise der Penzberger Moscheegemeinde ausbreitet, was bei fortgesetzter Unterstützung beziehungsweise Duldung durch Staat, Jugendamt, Schulen und Kirchen wahrscheinlich ist, werden auf Deutschlands muslimisch sozialisierte Kinder und besonders Mädchen sehr bald schwere Zeiten zukommen.

Weltweit ist ein auch nur nennenswert wirksames Kartell von Institutionen der Scharia mit Presse- und Meinungsfreiheit noch nie verträglich gewesen. Auch in Deutschland wird manch einer öffentlich geäußerten Kritik am frauenfeindlichen Lebensführungskult des Islam mit Verächtlichmachung oder Einschüchterung begegnet.

Europa muss beginnen, den Islam ernst zu nehmen.

Am Wahltag den 27.09.2009, Jacques Auvergne

(1) Penzberg, die Vorzeigemoschee gewinnt Architekturpreis

http://www.wessobrunner-kreis.de/programm/P_IslamischesForum-Er.htm

http://www.kresslesmuehle.de/akademie/pdf/IntAka-Moscheebauten.pdf

(2) Christian Welzbacher, Kunsthistoriker: »Es ist höchste Zeit, die Diskussion über den zeitgemäßen Moscheenbau zu beginnen. Wir müssen weg vom „Moscheenstreit“ – hin zur „Kulturdebatte“. Mit Maß und Ziel – aber ohne Emotionen.« In einem haben Sie ganz Recht, sehr geehrter Herr Welzbacher, auch im Kalifat muss es Kunsthistoriker geben. Bitte verfassen Sie eine Expertise über die Schönheit des Klosters Mor Gabriel und der Buddha-Statuen von Bamyan, im Sudan oder in Pakistan dürfte das allerdings kein Bestseller werden

http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/51/74/dokument.html?titel=Kuppel+oder+Kubus%3F&id=60734715&top=SPIEGEL&suchbegriff=islam&quellen=&vl=0

(3) Christian Welzbacher bei: Islamische Zeitung (IZ).

»Die Islamische Baukunst hat eine große Tradition. … « Richtig, die kleinasiatischen Armenier haben sich, Sakralbauten betreffend, seit neunzig Jahren als nachlässig erwiesen, und die Einfallslosigkeit, mit der Christen, Juden und Bahá’í seit dreißig Jahren ihre Sakralgebäude im Iran und auf der Arabischen Halbinsel umsetzen, ist nachgerade schlampig zu nennen

http://www.islamische-zeitung.de/?id=10814

(4) Allah naturgeschützt, in Bonn und Umgebung. Der empfindsame und bedrohte Islam verdient unser journalistisches Beschwichtigen und unbedingtes Verteidigen, bedarfsweise bar jeder Kenntnis der Scharia. Islamkritiker sind als unglaubwürdig darzustellen. Anwendungsbeispiel: Sandra Kreuer: »Die Moschee, Witterschlick und „die heile Welt“«

http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10001&detailid=442400

(5) Penzberg und die gequälte Islambegeisterung von Sandra Tjong

http://www.welt.de/muenchen/article732504/Integration_statt_Kulturkampf.html

(6) Bayern zur Moscheegemeinde Penzberg. Verfassungsschutzbericht 2007

http://www.verwaltung.bayern.de/Anlage2988706/VerfassungsschutzberichtBayern2007.pdf

Canan Topçu: Streit um Islamisches Forum in Penzberg

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1720993&

(7) Bosnien um 1900: Reisu-l-Ulema contra Niqab, pro Hidschab, Seite 32:

http://books.google.de/books?id=2bpyhY4gWWAC&printsec=frontcover#v=onepage&q=&f=false

(8) Berlins Katholiken sehr kultursensibel: halbierte Menschenrechte der frommen Muslima

http://www.katholische-akademie-berlin.de/Flyer/sharia_and_muslim.pdf

(9) Die Katholische Kirche lässt die islamkonforme Rechtsspaltung bewerben. Bei: Politically Incorrect

http://www.pi-news.net/2009/06/grossmufti-ceric-erklaert-die-scharia/

(10) Mehr Scharia für Bosnien, eine Medrese für Tuzla. Die Haarmode der Frau Jašarević. Behram-begova medresa u Tuzli

http://www.medresatz.edu.ba/?jezik=BS&dio=svrsenici&generacija=279

(11) ZIE / ZIEM bei Süddeutsche. Ausbildung für Gelehrte des Islams

Zentrum für Islam in Europa: Ausbildung für Gelehrte des Islams. Süddeutsche, 03.08.2007

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/275/366093/text/

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/275/366093/text/2/

(12) ZIE / ZIEM bei FAZ. Dienstanweisung top down: Allah, der arabische Emir, der bayerische Imam. Errichtung eines „Zentrums für Islam in Europa“ in München

http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EFDAF555396064F4D974CBED9FE589F63~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(13) ZIE / ZIEM. Der Freistaat dazu

http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2007/262.php

(14) Muslimas schaufeln sich ihr eigenes Grab, um in den imaginierten Islam-Himmel zu kommen: Die mittelalterlich inspirierten Frauen Idriz und Yerli als Trainerinnen für Allahs frauenfeindliche Sexualpolitik

http://www.welt-der-frau.at/index.htm?http://www.welt-der-frau.at/viewcat.asp?ID=2253&cat=3

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