Citoyen oder abdallah, Bürger oder Gottesknecht?

الديمقراطية

ad-dīmuqrāṭīya

Demokratie

Bürger sein, kein Gottesknecht!

Aus Mönchengladbach berichtet Karsten Hilchenbach anlässlich einer Vereinsgründung gegen die Ansiedlung der zentralen Lehrstätte der extremistischen Bewegung Einladung zum Paradies. Zur drohenden Rechtsspaltung, zum Schweigen der Politiker und zum Begriff des Bürgers.

Bürger für Mönchengladbach nennt sich ein gestern, am 20. September 2010 gegründeter Verein, der die Bürgerinitiative Eicken als den Protest gegen die drohende Ansiedlung der salafistischen (gewaltnah-gegendemokratischen) Lehrstätte einer »Islamschule« (EZP, Einladung zum Paradies) unterstützen wird.

Dem Verein hat einen beschwerlichen politischen Weg vor sich, letztlich ein deutschlandweites Verbot des Vereins EZP / Islamschule zu erreichen.

Der Name ist klug gewählt: Bürger, Staatsbürger, das ist das, was uns von den Radikalen aller Couleur unterscheidet, mögen sie nun Stalin, Hitler oder Mohammed in der Fahne führen. Bassam Tibi hat immer wieder darauf hingewiesen, dass der so genannte Muslim ein citoyen sein muss, die so genannte Muslima eine citoyenne. Professor Tibi warnte gut begründet vor Lehreinnenkopftuch, Scharia (ewige islamstaatliche Doktrin, islamisches Recht) und Fiqh (sakrale Rechtspraxis, Shariah Court / »Islamic Sharia Council«).

Wir müssen die religiös begründete Rechtsverschiedenheit verhindern, islamische Gerichtshöfe wie das Islamic Sharia Council, 34 Francis Road, London, kann es in der kulturellen Moderne nicht geben und sind abzuschaffen (1).

Das EU-Mitglied Griechenland muss die Rechtsspaltung beenden und endlich die Scharia aus dem Familienrecht werfen, damit dort keine dreizehn- oder elfjährigen Mädchen islamisch verheiratet werden, um wenige Monate später als schwangere Ehefrau in Düsseldorf aufzutauchen. Kindbraut ist für uns kein Way to Allah, sondern Kindesmissbrauch.

„Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. Am Mittwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte (2).“

„Arrangierte Ehen, ohne dass die Brautleute sich vorher zu Gesicht bekamen; zwölfjährige Kinder, die zwangsweise verheiratet werden; Frauen, die nicht wissen, dass sie ein Recht auf Scheidung haben und die im Falle einer Scheidung das Sorgerecht an ihren geschiedenen Mann verlieren – allesamt Phänomene, die dort auftreten, wo die Scharia herrscht (3).“

Saudi-Arabiens ranghöchster Kleriker will auch in Zukunft kleine Mädchen im Namen der Religion des Islam verheiraten lassen. Allah ordnet an, der Scheich spricht, Pierre Vogel ist informiert, Norbert Bude schweigt. Abd al-Aziz bin Abdullah Aal asch-Schaich:

„A girl aged 10 or 12 can be married. Those who think she’s too young are wrong and they are being unfair to her.“ … „We should know that Shariah law has not brought injustice to women (4).“

Nur ein säkularer Staat kann eine freiheitliche Gesellschaft sein. In Deutschland leben Staatsbürger, keine Angehörigen von Glaubensnationen. Wir Bürger für Mönchengladbach sind Atheisten oder säkulare Religiöse, jeder von uns betet oder betet nicht, ohne seine bürgerlichen Rechte damit zu verlieren. Wir sind keine atheistische Bewegung und erst recht sind wir keine Kreuzritter, Abendlandretter oder bewegte Bibeltreue.

Wir wollen die Trennung von Staat und Religion, eine Trennung, welche die Freiheit erst schafft, nicht zuletzt die Religionsfreiheit. In Saudi-Arabien oder im Iran gibt es keine Religionsfreiheit, dafür gibt es dort gratis ganz viel Scharia, sogar für diejenigen, die sie gar nicht wollen. Die Scharia aber behandelt ungleich (diskriminiert), vor allem werden die Frauen vom islamischen Recht herabgesetzt.

Mönchengladbach im Namen zu führen ist angemessen, die mündigen Menschen in Aachen oder Wuppertal können sich schließlich selber organisieren. Vor allem aber darf es bei unserem Protest gegen die Lehrstätte des Muhamed Seyfudin Ciftci niemals um den Mönchengladbacher „Stadtbezirk Nord“ gehen oder gar um eine geographische Struktur innerhalb des Stadtbezirks Nord, andernfalls hätten wir auf dem Alten Markt gar nicht demonstrieren dürfen.

Dass Adnan Özden (VIKZ), TDIV (Türkisch-Deutscher Integrationsverbund) und Gülistan Yüksel (Integrationsrat) es nicht vermocht haben, oder, wie ich meine: es ganz bewusst vermieden haben, sich von der totalitären und frauenfeindlichen Ideologie der Wahhabiten und Salafisten zu distanzieren, ist zu erwarten gewesen. Der völlig schariakonform argumentierende TDIV erhielt einen lesenswerten Kommentar (5).

Die Rheinische Post titelte am 16.08.2010 zwar »Wir distanzieren uns von Islamisten«, doch was Imam Adnan Özden dann im Text brachte, hatte mit der Titelzeile gar nichts zu tun, sondern war ein Bekenntnis zur Geschlechtertrennung (Scharia) und zum Kopftuch (auch Scharia) (6).

Ein zweites Mal arbeitete die Rheinische Post bemerkenswert ungenau und ließ am 17.09.2010 ihre Titelzeile ungefähr das Gegenteil von dem verkünden, was der zugehörige Text belegt: »Integrationsrat lehnt radikale Islamschule ab«. Im anschließenden Text kein Wort davon, dass Gülistan Yüksel zum demokratiegefährdenden Menschenbild und Gesellschaftsmodell der Wahhabiten bzw. Salafisten auf Distanz gegangen wäre (in der Tat äußert die Kopftuchfreundin und Vorsitzende des Mönchengladbacher Integrationsrates kein Wort gegen die Scharia) (7).

Der Landesintegrationsrat Nordrhein-Westfalen (LAGA) ist die Gemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen. Gülistan Yüksel sitzt seit April 2000 im Vorstand (mit Muhammet Balaban, Tayfun Keltek usw.), wo man am 02.11.2005 engagiert für das Lehrerinnenkopftuch kämpft: „Die LAGA NRW lehnt ein generelles Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen, wie es der Gesetzentwurf der Koalition aus CDU und FDP vorsieht, ab (8).“

Diplom-Ingenieur Balaban (stellvertretender LAGA-Vorsitzender; Vorsitzender des Integrationsrates Essen) will, in aller Toleranz und Vielfalt versteht sich, Kopftuch und Burka im Klassenzimmer möglich machen: „Ab der Pubertät steht jeder eigenverantwortlich vor Gott. Die Mädchen entscheiden dann selbst, wie sie sich kleiden (9).“

2007 erhielt Gülistan Yüksel das Bundesverdienstkreuz am Bande und zwei Jahre später warb sie im Fachbereich Soziale Arbeit der Hochschule Niederrhein öffentlich für die arrangierte Ehe. Yüksel befürwortet den interreligiösen Dialog und kritisiert die im August 2010 entstandene Bürgerinitiative im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken, die sich gegen die Ansiedlung der von Muhamed Seyfudin Çiftçi betriebenen Islamschule wehrt. Die protestierenden Bürger würden „Öl ins Feuer gießen“, so Yüksel. Das darf man zweimal lesen, nicht die Burkahändler und Steinigungstheoretiker des revolutionären Salafismus also gießen das sprichwörtliche Öl, die Bürger gießen (10).

Den sexualmagisch begründeten und die Seele rettenden Hidschab betreffend meinte Nordrhein-Westfalens frisch gewählter Minister für Arbeit, Integration und Soziales auf die Frage „Wollen sie das Kopftuchverbot für Lehrerinnen wieder abschaffen?“ mit einem tolerant klingenden, völlig schariakompatiblen: „Wenn ein Kopftuch nicht aus politischen Gründen getragen wird, habe ich nichts dagegen. Ebenso wie ich nichts dagegen habe, dass Kreuze in Klassenzimmern hängen.“ Guntram Schneider (SPD) will also, ganz tolerant und wie beiläufig, das mühsam errungene Lehrerinnenkopftuchverbot kippen.

Minister Schneider rauschte pressewirksam zum Fastenbrechen in die Mönchengladbacher DITIB-Moschee, ausdrücklich, um sich in Sachen Eickener Islamschule zu positionieren, und schloss sich eben nicht den Demonstranten gegen die rückwärtsgewandte und auf Rechtsspaltung zielende wahhabitische / salafistische Weltanschauung an.

Die Scharia ist ein auf Ungleichbehandlung begründetes Rechtssystem. Innermuslimisch geht es um die geheiligte und heilssichernde Deklassierung der Frau, was natürlich laut schnatternd abgestritten wird. Die heutigen so genannten Muslime in aller Welt sind gewissermaßen erpressbar, denn die Herabsetzung der Frau (halbes Erbe, halbe Stimme vor Gericht) ist im Koran angelegt, und wer dem Koran widerspricht, ist ein Apostat, ein Mensch, der islamrechtlich gesehen noch weniger Wert ist als ein Dhimmi (Jude, Christ).

Guntram Schneider und Reinhold Schiffers denken an ihre politische Karriere und sprechen das Wort Scharia gar nicht erst aus, während der bosnische Großmufti Mustafa Cerić die Implementierung der Scharia im Familienrecht fordert. Mustafa Cerić, das im Beisein von Wolfgang Schäuble und Armin Laschet auch in Deutschland herumgereichte ECFR-Führungsmitglied aus dem der Muslimbruderschaft verpflichteten Netzwerk des radikalen Klerikers Yūsuf al-Qaraḍāwī, will das islamische Recht: „opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law (11).“ Europa droht die Rechtsspaltung.

Die Scharia als Gehorsamsdoktrin und Staatsmodell, Werkzeug der vermeintlichen Seelenrettung sowie kulturrassistische und frauenfeindliche Rechtspraxis kollidiert mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) und dem Grundgesetz. Jeder Mensch in Deutschland ist daher gehalten, sich der citoyenneté verpflichtet zu fühlen statt der islamischen Gottesknechtschaft der ʿabdīya (bzw. ʿubūdīya, slavehood, servanthood), er oder sie ist citoyen oder citoyenne, kein politreligiöser „Gottesknecht“.

Die heiligen Bücher der Menschheit sind geschrieben und verdienen, soweit private Lust besteht oder berufliche Notwendigkeit, unsere nüchterne Betrachtung (Außenansicht), an sie brauchen wir auch gar nicht mit dem Rotstift zu irgendeiner Korrektur heranzugehen, denn der Apostatenmord ist ebenso „islamisch korrekt“ wie demokratisch untersagt. Koran und Hadithen sind hierzulande eben keine Verfassungsgrundlage, auch nicht in der Eickener Straße 164.

Wir nehmen die Integration sehr ernst – allerdings die Integration ins Grundgesetz, nicht ins islamische oder sonstige Gottesgesetz. Da wir der AEMR verpflichtet sind, die auch im Namen der so genannten Religion nicht außer Kraft zu setzen ist, können wir uns grundsätzlich an die Beschreibungen und Empfehlungen der Sozialwissenschaftlerin, Islamkritikerin und Frauenrechtlerin Necla Kelek (12) halten. Als ein Aktivist der Bürgerinitiative Eicken und Teilnehmer der gestrigen offiziellen Vereinsgründung möchte ich sagen: Wir, die Bürger für Mönchengladbach, sind auf dem richtigen Weg.

Sagen wir: »Nein!« zu einer religiös begründeten Rechtsverschiedenheit, setzen wir das »Être citoyen«, den Bürgerbegriff gegen die schleichende Legalisierung der Apartheid der Religionsvölker.

Karsten Hilchenbach

(1) Very british? Richterliche Amtshandlung in Allahs Stellvertreterschaft, Seelenrettung per Aktenzeichen. Fiqh, Sakraljurisprudenz. Sehr klassisch, mit Vielweiberei und Frauenverstoßung.

http://www.islamic-sharia.org/

(2) Scharia pur: Prinzip Kindbraut

http://www.express.de/regional/duesseldorf/zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby/-/2858/705568/-/index.html

(3) Michael Kreutz: »In Europa, wo die Scharia noch gilt«, Transatlantic Forum, 14.09.2005

http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2005/106/europa-scharia/

(4) Allah, Mohammed, Pierre Vogel und Sven Lau billigen das kleine Mädchen verheiratende und schwängernde saudi-arabische Familienrecht (Scharia). Scheich und Großmufti: Abd al-Aziz bin Abdullah Al asch-Schaich.

http://articles.cnn.com/2009-01-17/world/saudi.child.marriage_1_saudi-arabia-deeply-conservative-kingdom-top-saudi-cleric?_s=PM:WORLD

http://edition.cnn.com/2009/WORLD/meast/01/17/saudi.child.marriage/index.html

(5) Eine offizielle Erklärung zur Islamschule gab der Mönchengladbacher »TDIV, Türkisch-Deutscher Integrations-Verbund« ab, der Mönchengladbacher Diplom-Sozialpädagoge Edward von Roy lichtet den Nebel mit einem lesenswerten Kommentar.

http://www.bz-mg.de/brauchtum-gesellschaft-menschen/integration-nachbarschaft/islamschule-erklarung-des-turkisch-deutschen-integrationsverbund-tdiv.html

(6) »Wir distanzieren uns von Islamisten«, sagt der Schariafreund. Schilda pardon Mönchengladbach und der Özden-Effekt. Gelebtes Shariah Law (šarīʿa) umfasst den Schleier (textile Markierung der Frau als eine dem Männerrecht unterworfene, das Weltgericht Fürchtende und lediglich prekär Tugendhafte: ḥiǧāb, pers. pardā) ebenso wie die Gender-Apartheid (physical segregation of the sexes, ebenfalls ḥiǧāb, pers. pardā). Adnan Özden: „Von einem Kopftuch-Verbot halte ich persönlich nichts. Außerdem bin ich wegen der Geschlechtertrennung tatsächlich dagegen, dass Jungs und Mädchen zusammen Sport machen.“

http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Wir-distanzieren-uns-von-Islamisten_aid_894173.html

(7) »Integrationsrat lehnt radikale Islamschule ab« – so zwar nicht der Text und schon gar nicht die Realität in der niederrheinischen Schildbürgerstadt, aber wenigstens die Titelzeile ist es, welche die Islamschule ablehnt (versteckt wird also für eine „unradikale“ Islamschule geworben).

http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Integrationsrat-lehnt-radikale-Islamschule-ab_aid_907525.html

(8) Die LAGA (Landesintegrationsrat Nordrhein-Westfalen: Tayfun Keltek, Muhammet Balaban, Gülistan Yüksel usw.) will das Lehrerinnenkopftuch.

http://laga-nrw.de/xd/public/content/index.html?pid=195

(9) Was für ein Zufall, du trägst dein Kopftuch auch freiwillig, und du auch, und sogar eine Burka? LAGA-Aktivist Muhammet Balaban glaubt nicht, dass muslimische Eltern ihre Kinder zum Kopftuchtragen zwingen: „Ab der Pubertät steht jeder eigenverantwortlich vor Gott. Die Mädchen entscheiden dann selbst, wie sie sich kleiden.“

http://www.express.de/regional/duesseldorf/hier-sind-kopftuecher-unerwuenscht/-/2858/765606/-/index.html

(10) Henryk M. Broder: »Als käme der Leibhaftige in die Stadt«, DER SPIEGEL, 30.08.2010. Broder weiß zur besorgten Gülistan Yüksel: »Freilich müsse man auch „die Ängste der Menschen ernst nehmen“. Nach der Versammlung sagt sie, die Bürgerinitiative würde „Öl ins Feuer gießen“. Dann geht sie heim, während die Einwohner von Eicken in kleinen Gruppen ratlos weiter diskutieren.«

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,714471-2,00.html

(11) Cerić (ECFR-Mitglied unter der weltweit geachteten sunnitischen geistlichen Autorität Hassprediger al-Qaraḍāwī) will das einheitliche und auf das Individuum (auch das atheistische und sogar das weibliche) bezogene Recht beenden: „opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law“ – liebe Mönchengladbacher: multikulti heißt Rechtsspaltung, kalifatsähnliche Struktur.

http://www.idfr.gov.my/en/index.php?option=com_content&task=view&id=144&Itemid=121

(12) Dr. phil. Necla Kelek. Beim Verlag Kiepenheuer & Witsch (KiWi) sind vier Bücher der Wissenschaftlerin erschienen, die Volkswirtschaftslehre und Soziologie studierte und in Greifswald promovierte:

Himmelsreise. Mein Streit mit den Wächtern des Islam (2010)

Bittersüße Heimat. Bericht aus dem Inneren der Türkei (2008)

Die verlorenen Söhne. Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes (2006)

Die fremde Braut. Ein Bericht aus dem Inneren des türkischen Lebens in Deutschland (2005)

http://www.kiwi-verlag.de/50-0-autorsuche.htm?id=4469

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2 Antworten to “Citoyen oder abdallah, Bürger oder Gottesknecht?”

  1. Niers Says:

    Faire Menschenrechte sind nicht östlich oder westlich, …
    sondern sind entweder universell oder sie sind gar nicht.

    Wissenschaftlichkeit und Universalität der Menschenrechte sind nicht “christlich”, “europäisch”, “abendländisch” oder “westlich”.

    Wir müssen auf der Universalität der Menschenrechte bestehen, die für jedes Individuum gelten, das eben gerade keinen kulturellen oder religiösen Rabatt dafür beanspruchen kann, die gesamte oder einen Teil der AEMR (kulturrelativistisch, “multikulturell”) außer Kraft zu setzen.

    Wenn wir sagen würden, die AEMR stamme aus dem “Okzident”, hätten wir den glaubensbewegten Integrationsverweigerern den Freibrief erteilt, in (unseren Städten in) “orientalischen Zonen” zu leben. Hier liegt die Gefahr von dem, was man den ‘Dialog mit dem Islam’ nennt: wechselseitiges Schulterklopfen, Schuldverzeihen und “Tolerieren” bei zunehmender Abschottung und Schariatisierung.

    Wir verteidigen als Islamkritiker nicht den “Westen”, das “Christentum” oder das “Abendland”, sondern das für alle geltende, einheitliche und gleich behandelnde Recht! Nicht die arabische Küche, Baukunst oder Schrift ist das bedrohliche Problem, sondern die Legalisierung von Zweitfrau und Kindbraut! Wir wehren uns nicht gegen die Koranlektüre, sondern gegen die Scharia!

    Einerseits betreiben, in Komplizenschaft auf Zeit, Europas antimuslimische Fremdenfeinde das auf Segregation zielende Werk der Muslimbrüder und sonstigen Salafisten mit. Die Kerkermauer des postmodernen Kalifats wird von zwei Seiten doppelt so rasch gebaut.

    Islamistische Reaktionäre und nichtmuslimische Reaktionäre arbeiten, Hand in Hand, am kulturellen und juristischen Separatismus, an der Überwindung der offenen Gesellschaft: “Die NPD hat in den letzten Jahren mehrfach Kontakte mit der mittlerweile verbotenen islamistischen Organisation Hizb ut-Tahrir gehabt.”

    http://www.redok.de/content/view/175/36/

    Andererseits sollten wir immer, wenn einer vom “Miteinander der Kulturen”, von der “Allianz der Zivilisationen” oder vom “interreligiösen Zusammenleben” schwärmt, alarmiert sein: Will jetzt jemand eine Neuauflage der kulturrassistischen TWO-NATION THEORY (“two distinct, and frequently antagonistic, ways of life, and that therefore they cannot coexist in one nation.”), ruft hier einer nach der Legalisierung des Islamischen Rechts?

    http://en.wikipedia.org/wiki/Two-Nation_Theory

    Rechtsspalter Mustafa Ceric, Scharia-Studium in Malaysia, amtierender bosnischer Großmufti und Scheich bei Yusuf al-Qaradawi, weiß, wo die Spaltung des Rechts anzusetzen hat: Bei dem Scham-Besetzten, Intimen, Sexuellen und Familiären, bei Hidschab und Personenstandsrecht.

    f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law

    http://blog.zeit.de/joerglau/2006/12/01/erklarung-der-europaischen-muslime_62

    Die Komplizen an der erfolgreich heran schleichenden Scharia heißen ja womöglich Eugen-Biser-Stiftung und Christlich-Islamische Gesellschaft und laden deutsche Kleriker und Spitzenpolitiker ein:

    27. Oktober 2007. Islamist Mustafa Ceric als Festredner beim 25-jährigen Jubiläum der Christlich-islamischen Gesellschaft:

    “Christen und Muslime – gemeinsame Wurzeln und Perspektiven für Europa”.

    http://www.chrislages.de/pdf/cig_mi_2007_1.pdf

    22. November 2008. Die Eugen-Biser-Stiftung ehrt Schariafreund Mustafa Ceric.

    http://www.eugen-biser-stiftung.de/veranstaltungen_preis0.html

    ONE LAW FOR ALL

    http://www.onelawforall.org.uk/wp-content/uploads/New-Report-Sharia-Law-in-Britain.pdf

  2. Karsten Hilchenbach Says:

    Sven Lau im Herbst 2013
    – – – – –

    Dortmund: Salafist predigt Muslim-Staat
    Salafistische Redner sind am Sonntag auf einer islamischen Benefiz-Veranstaltung in Dortmund aufgetreten. Die Polizei prüft nun, ob die Prediger gegen das Grundgesetz verstoßen haben.

    Rund 300 Männer und wahrscheinlich ebenso viele Frauen und Kinder kamen in der Veranstaltungshalle „Altin Kösk“ am Wochenende zusammen. Bei der Veranstaltung sprachen unter anderem die deutschen Salafisten-Redner Sven Lau, auch Abu Adam genannt, der als Abu Hamza bekannte Pierre Vogel und der Prediger Abu Abdullah.

    Der WDR berichtete in seiner Sendung „Lokalzeit“ am Montag über das Treffen. Die Sendung zeigt die Predigt-Aufzeichnung des Salafisten Abu Abdullah: Für ihn stehe eine entscheidende Schlacht zwischen Muslimen und Christen kurz bevor, dabei berufe er sich auf den Propheten Mohammed. Immer wieder fordere Abdullah die jungen Zuhörer auf in den Krieg zu ziehen, hetze über Israel und die Demokratie und verlange einen muslimischen Gottesstaat. „Ein islamischer Staat wird niemals dabei zusehen, wie Juden die Muslime […] entwürdigen“, predigt er. Nach dem Vortrag habe der WDR versucht mit dem Veranstalter zu sprechen, heißt es in ihrem Bericht. Sie stießen aber auf große Ablehnung, wie auf einem Video zu sehen ist, und die Polizei musste die Lage beruhigen.

    Später sagt der Dialog-und Kirchenbeauftragter des Zentralrats der Muslime, Ahmad Aweimer, im Interview mit dem WDR: „Dies habe nichts mit dem Islam zu tun, den ich vertrete. Die radikal einfache Darstellung sei verantwortungslos gegenüber jungen Menschen und führe zu einem falschen Verständnis.“

    Auch der Politikwissenschaftler Dr. Thomas Tartsch, der sich seit zwölf Jahren mit dem Islam beschäftigt, übt scharfe Kritik an der Veranstaltung. Ihn überrascht die Offenheit, mit der zum Krieg aufgerufen wurde. Auch lehnt Tartsch die aufgebauschte Darstellung der Feindschaft zwischen Muslimen und Christen ab. „Der Salafismus ist in den letzten zwei Jahren einer der am stärksten steigenden extremen Islam-Auslegung, die wir kennen.“ Dieses Wachstum erreiche der Salafismus zum einen durch lokale Veranstaltungen, aber auch durch Internetplattformen wie Youtube. Ziel sei stets: „Junge Muslime für den heiligen Krieg (Dschihad) zu gewinnen. Dies sei auch das Argumentationsmuster von Al-Qaida.“

    Die Veranstaltung war als Event zur Vereins- und Projektpräsentation „Afrikabrunnen“ angekündigt worden. Da das Treffen in einer geschlossenen Halle stattgefunden hat, mussten die Veranstalter sie nicht anmelden. Die Polizei prüft nun die Redebeiträge auf ihre strafrechtliche Relevanz hin. Der Spendenaufruf war laut WDR bei den Vorträgen nur ein Randthema. (pro)

    http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news%5Baction%5D=detail&news%5Bid%5D=7051

    – – – –
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    vorab hatte WAZ / Der Westen berichtet

    Führende Salafisten-Prediger sollen in Dortmund auftreten
    Eving. Kommen die Spitzen der deutschen Salafisten-Szene am Wochenende nach Dortmund? Für eine Wohltätigkeitsveranstaltung am 1. September in Eving wird auf Plakaten mit den ultrakonservativen Islam-Predigern Pierre Vogel und Sven Lau geworben.

    (…) Ob die Prediger tatsächlich bei dem „Brunnen-Festival“ in Eving auftreten, ist letztlich nicht klar. Auf den Werbeplakaten wird aber neben der „vollständigen Geschlechtertrennung“ auch mit „stündlichen Vorträgen bekannter Prediger“ geworben, darunter sind unter anderem die Bilder von Pierre Vogel und Sven Lau zu sehen.Sie gelten unter den Namen Abu Hamza (Vogel) und Abu Adam (Lau) als Stars der radikalen Szene. Beide waren einige Zeit von der deutschen Bildfläche verschwunden und hatten sich unter anderem in Ägypten aufgehalten. …

    Der Vermieter der Eventhalle sagte gegenüber unserer Redaktion, dass er bereits vor geraumer Zeit von Rafael Weretycki, Organisator des „Brunnen-Festivals“, kontaktiert worden sei. Weretycki, der sich Khalil Abu Noah nennt und für unsere Redaktion nicht erreichbar war, habe beide Festhallen mit zusammen 1800 Quadratmetern angemietet und von einer sozialen Veranstaltung für Afrika gesprochen.

    Darum habe er die Miete für die Säle reduziert. Dass es sich bei den Mietern um Salafisten handelt, habe er erst am Montag erfahren – da sprach die Polizei wegen der Veranstaltung vor. …

    WAZ 28.08.201

    http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/fuehrende-salafisten-prediger-sollen-in-dortmund-auftreten-id8369811.html

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