Iran: Sohn von Sakineh Mohammadi Ashtiani und sein Rechtsanwalt verhaftet

تبريز

Tabrīz

Täbriz

11.10.2010

Sajjad Ghaderzadeh und Houtan Kian verhaftet (1)

Sajjad Ghaderzadeh, Sohn von Sakineh Mohammadi Ashtiani (2), und sein Rechtsanwalt Houtan Kian sind am 10.10.2010 um 19:00 Ortszeit zusammen mit zwei deutschen Journalisten in Täbriz verhaftet worden. Sicherheitskräfte stürmten die Rechtsanwaltskanzlei und verhafteten alle vier (3).

Ihr derzeitiger Aufenthaltsort ist unbekannt, auch zu ihrem Wohlergehen liegen seit der Stunde ihrer Verhaftung keine Informationen vor.

Bekannt ist lediglich, dass einer der beiden Journalisten zum Zeitpunkt der Verhaftung ein Telefongespräch mit der Menschenrechtsaktivistin Mina Ahadi führte, der Sprecherin des Internationalen Komitees gegen Steinigung und Internationalen Komitees gegen Todesstrafe (4). Er musste sein Gespräch abrupt beenden, weil die Sicherheitskräfte sich gewaltsam Zugang ins Büro verschafften.

Seit diesem Zeitpunkt hat Mina Ahadi mehrere Stunden lang versucht, mit den Verhafteten in Kontakt zu treten, bislang ohne Erfolg. Sie hat gleichfalls sofort Kontakt zu den wichtigsten Presseagenturen und den deutschen Behörden aufgenommen. Mittlerweile sind die Verhaftungen offiziell bestätigt worden.

Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um die Freilassung der vier Menschen zu erreichen.

International Committee against Stoning

International Committee against Execution

11. Oktober 2010

Aktualisierte Informationen:

Internationales Komitee gegen Steinigung

http://de.stopstonningnow.com/

International Committee Against Stoning

http://stopstonningnow.com

International Committee Against Execution

Sprecherin: Mina Ahadi minaahadi@aol.com 0049-177-569-2413

http://notonemoreexecution.org

(1) »Sajjad Ghaderzadeh and Houtan Kian have been arrested«, Originalmeldung, auf: »The International Committee Against Execution«

http://notonemoreexecution.org/2010/10/11/sajjad-ghaderzadeh-and-houtan-kian-have-been-arrested/

(2) 20min.ch titelt »Hoher Muslim verteidigt Steinigung« und schreibt über den Sohn des hochrangigen Muslimbruders Said Ramadan und Bruder des Islamisten Tariq Ramadan: „Der Direktor des Islamischen Zentrums in Genf, Hani Ramadan, verteidigt die Steinigung von Frauen. … Schon 2002 hatte Hani Ramadan die Steinigung verteidigt und damit einen Skandal ausgelöst: Der Enkel des Gründers der extremistischen Muslimbruderschaft bezeichnete damals gegenüber ‚Le Monde‘ die Steinigung von Ehebrecherinnen und das Handabhacken für Diebe als ‚göttliche Anweisung’“

http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/Hoher-Muslim-verteidigt-Steinigung-21320297

WELT-online schreibt am 03.09.2010 unter »Ashtianis Sohn fleht Weltgemeinschaft um Hilfe an« – „Der Sohn der von der Steinigung bedrohten Iranerin Sakine Mohammadi Ashtiani hat die internationale Gemeinschaft erneut aufgefordert, weiterhin Druck auf den Iran auszuüben. „Ich bitte Sie, lassen Sie nicht nach“, sagte Sajjad Ghaderzadeh in einem Interview mit der französischen Tageszeitung „Libération“ vom Freitag. „Wenn Sie nicht da gewesen wären, wäre meine Mutter bereits tot.“ … Iranischen Angaben zufolge wurde die Frau wegen Ehebruchs und Verwicklung in den „Mord“ an ihrem Ehemann verurteilt. Das Urteil soll durch Steinigung vollstreckt werden und hatte international für Empörung gesorgt. Die iranische Führung hatte die Vollstreckung des Todesurteils im Juli vorerst ausgesetzt.“

http://www.welt.de/politik/ausland/article9364856/Ashtianis-Sohn-fleht-Weltgemeinschaft-um-Hilfe-an.html

(3) Foto: Sajjad Ghaderzadeh, Rechtsanwalt Houtan Kian. Danke an das International Committee against Stoning für das wichtige Foto, das die Weltöffentlichkeit auf die Menschenrechtslage im Iran lenkt. Das Foto findet sich auch bei »mission free iran«.

http://missionfreeiran.files.wordpress.com/2010/09/sajjad-houtan.jpg

»mission free iran«

http://missionfreeiran.org/

(4) WELT-online titelt am 11.08.2010 »Bei Steinigungen wird jeder zum Komplizen«. Mina Ahadi: „Aber die Steinigung ist nur vorläufig gestoppt. Das Urteil könnte auch in Tod durch Erhängen umgewandelt werden. Vergangene Woche ist der Anwalt von Frau Ashtiani zum Obersten Gericht in Teheran bestellt worden, wo ihm mitgeteilt wurde, dass man keinen Grund sehe, das Todesurteil zurückzunehmen. … Die Wiedereinführung der Steinigung gehört zum modernen Islamismus.“

http://www.welt.de/politik/ausland/article8928105/Bei-Steinigungen-wird-jeder-zum-Komplizen.html

hpd (humanistischer pressedienst) – »Fragen an Mina Ahadi«. Das Interview führte Fiona Lorenz.

http://hpd.de/node/3926

hpd 21.09.2010 – »Ahmadinedschad: Ashtiani nie zum Tode verurteilt«

http://hpd.de/node/10279

Eine Antwort to “Iran: Sohn von Sakineh Mohammadi Ashtiani und sein Rechtsanwalt verhaftet”

  1. Edward von Roy Says:

    Ankündigung: „Bis auf weiteres Hafturlaub“

    NZZ – Die Menschenrechtskommission machte keine Angaben dazu, ob Mohammadi Ashtiani ins Gefängnis zurückkehren muss. Dies wird allgemein aber nicht mehr erwartet

    Sakineh Ashtiani begnadigt und laut NZZ offenbar vorläufig haftentlassen
    ::

    Iran: Woman Sentenced to Stoning, Pardoned
    Sakineh Ashtiani begnadigt

    … Ayatollah Larijani, Head of Judiciary of the Islamic Republic of Iran, announced on March 18, 2014 that Sakineh Mohammadi Ashtiani has been pardoned. Ashtiani was sentenced to death by stoning in 2006, having been convicted of „illicit sexual relations“ and „complicity in the murder of her husband“ — a decision that sparked international outrage from human rights groups and celebrities alike.

    Ayatollah Larijani told Fars News Agency that „Ms. Ashtiani’s case was the source of four months of widespread attacks against the regime… this individual was sentenced to death for murder but the international groups began a controversial campaign over it…. we did not pay much attention to those efforts…. we are letting her out simply for good behavior.“

    Ms. Ashtiani was the subject of one of the largest international campaigns initiated by International Committee Against Executions and International Committee Against Stoning by their founder, Mina Ahadi, who was contacted by Ms. Ashtiani’s son, Sajjad Ghaderzadeh.

    „I initially received a phone call in 2006 from a man asking for help because his mother was going to be stoned to death in Iran. In 2010 I received yet another frantic call from Sakineh’s son, who informed me that his mother was going to be stoned in two days; that is when we started campaigning very strongly for her all around the globe,“ said Ahadi in a telephone interview from Germany.

    von: Shadi Paveh
    aus: Iran: Woman Sentenced to Stoning, Pardoned
    bei: Gatestone 21.03.2014

    http://www.gatestoneinstitute.org/4225/iran-ashtiani-stoning-pardoned

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    NEUE ZÜRCHER ZEITUNG 19.03.2014

    Iranische Ehebrecherin aus Haft entlassen

    (dpa) Die zweimal zum Tode verurteilte Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani darf wegen guter Führung das Gefängnis vorerst verlassen. Nach fast acht Jahren hinter Gittern bekomme die wegen Ehebruchs und Beihilfe zum Mord verurteilte Frau bis auf weiteres Hafturlaub, sagte der Leiter der iranischen Menschenrechtskommission, Mohammed Jawad Larijani, am Dienstag. Juristenkreise in Teheran sehen darin eine vorzeitige Freilassung. Dies wurde jedoch von offizieller Seite nicht bestätigt. Der Fall Mohammadi Ashtiani hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. …

    Die Menschenrechtskommission machte keine Angaben dazu, ob Mohammadi Ashtiani ins Gefängnis zurückkehren muss. Dies wird allgemein aber nicht mehr erwartet, nachdem die Kinder der Frau zahlreiche Gnadengesuche gestellt hatten und die Familie des Opfers ausbezahlt worden war. Wegen der internationalen Proteste wollte die iranische Regierung den Fall ausserdem gern vom Tisch haben.

    http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/iranische-ehebrecherin-aus-haft-entlassen-1.18266203

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