Junge Islam Konferenz – Berlin 2011

حسبة

ḥisba

Pflichtendurchsetzung mit Gewaltlizenz

Hisba

Jugendbewegt ins Kalifat

Die besorgniserregend harmonischen Zehn Empfehlungen (1) der Jungen Islam Konferenz verdienen widerborstige Kommentare, meint Jacques Auvergne

Junge Islam Konferenz – Berlin 2010 nennt sich ein von der Berliner Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan mitgestaltetes und über Dr. Bernhard Lorentz von der in Essen ansässigen Stiftung Mercator finanziertes Projekt (2), das vielleicht den Schleier (Hidschab) überall durchsetzen und Deutschland im Sinne von Tariq Ramadan und Mustafa Cerić mit der bereits im Familienrecht systematisch frauenfeindlichen Scharia aussöhnen will. Naika Foroutan leitet das an der Humboldt-Universität zu Berlin ansässige und von der Volkswagenstiftung finanzierte Forschungsprojekt „Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle (HEYMAT)“ und hat mit dem Kulturrassismus des Islamischen Rechts offensichtlich kein Problem.

1. Einrichtung einer Jungen Islam Konferenz

Wir Teilnehmenden der Jungen Islam Konferenz – Berlin 2011 sind in einem Deutschland aufgewachsen, in dem Pluralität und Heterogenität Selbstverständlichkeiten sind.

Seien Sie unbesorgt, wir sind auch künftig nicht von Islamisten manipulierbar, unser sympathischer Blick auf die Scharia ist einfach authentisch. Der bärtige Salafist von Einladung zum Paradies ist schließlich ein Naturbursche, seine Burkafrau gar huldigt dem Weiblichen an sich, dem Matriarchat.

Sollten die Standards der AEMR in aller Vielfalt („Pluralität“) nicht besser überwunden werden, ist die Zumutung nach Gleichberechtigung der Frau nicht geradezu unerträglich homogen?

Vielfalt und „anders sein“ sind für uns alltägliche Normalität; aus unserer Sicht besteht kein Gegensatz zwischen einem „Wir“ und „den Anderen“.

Allah sieht das womöglich wesentlich differenzierter.

Korrekt ist, dass Harbis, Dhimmis und sittlich Einwandfreie ein gemeinsames großes Ganzes bilden (Stiftung Mercator: „Gemeinsam Gemeinschaft fördern heißt in unserer Gesellschaft gemeinsam Heterogenität fördern“).

Wer dazu aufruft, sich dem „Gemeinschaftsbildungsprozess“ hin zur schariakompatiblen berüchtigten Gesamtgesellschaft zu entziehen, greift das von Kirche und Politik geforderte friedliche Zusammenleben der Religionen allerdings an:

Unsere Lebensrealität besteht aus einem Wir-Gefühl mit unterschiedlichen Facetten und Meinungen, die wir gemeinsam im Dialog erfahren und aushandeln.

Lebensreal wird die Zugänglichkeit der allgemeinen Menschenrechte ausgehandelt. Keinesfalls aber sind Deutschlands Imame aufzufordern, ihren Koranschülern keine Angst vor dem Höllenfeuer einzujagen, die Schwarze Pädagogik des Islam ist schließlich integraler Bestandteil des von der Mercator-Stiftung verlangten Wir-Gefühls.

Dem Wunsch des bosnischen Großmuftis nach Einführung zeitnaher Implementierung der ewigen Scharia im Personenstandsrecht und Familienrecht („opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law“) möchten wir Kopftuchfreunde von der Jungen Islam Konferenz bei allem Facettenreichtum dann doch nicht entgegen treten, und das Mufti Cemali Meço (Τζεμαλή Μέτσο) zwölfjährige oder elfjährige griechische Mädchen religiös verheiratet, die kurz darauf, immer noch zwölf- oder elf Jahre alt, erstens mit ihrem Ehemann und zweitens schwanger in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt erscheinen (Diana Goldermann-Wolf: „Ein Skandal … staatlich geförderter Kindesmissbrauch“) ist für uns eine Frage der schützenswerten unterschiedlichen „Meinungen“.

Das gemeinsame „Wir“ muss nicht aufgeschlüsselt werden, denn es ist für uns nicht konstruiert.

AEMR und GG sind nicht so wichtig, Schluss mit diesem Entschlüsseln. Die eine Großfamilie denkt klassisch islamisch und zwangsverheiratet ihre Töchter nach Maßgabe des nötigenden Heiratsvormunds (wali mudschbir), die andere „arrangiert“ die Ehe mit Erlaubnis der Ursula Boos-Nünning und die dritte lebt gar säkular und hält die Standards von AEMR und GG ein, das alles ist gemeinsames muslimisch-deutsches „Wir“ und mag sich allmählich in die von der Hisba gewünschte Richtung verschieben.

Wir möchten keine Dialogplattform für Deutsche und AusländerInnen oder für Deutsche und MigrantInnen.

Genau, der Dualismus Inländer – Ausländer ist von gestern. Der Bürger als ein Staatsangehöriger ist ein Auslaufmodell, nun wird der Mensch endlich zum Religionsangehörigen.

Wir möchten eine Dialogplattform für uns als Deutsche mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund.

Nicht der türkische Arbeiter ist ausgewandert, sondern der schariatreue Glaubensbewegte.

Bereits Auswanderer Mohammed bekundete mit seiner Hidschra (622 n. Chr.), ein veritabler Wandermoslem zu sein, der Medinastaat, die perfekteste Art des menschlichen Zusammenlebens, wandert seitdem durch die Jahrhunderte und ist nun in Berlin gelandet. Ministerialrat Dr. Thomas Herzog, Unterabteilungsleiter des Bundesministeriums des Innern (Integration; Deutsche Islam Konferenz; Aussiedlerpolitik; nationale Minderheiten), sagte am 18.02.2011 zu den Teilnehmern des Planspiels der Jungen Islam Konferenz: „Der Islam ist in Deutschland angekommen, und er ist willkommen (3).“

Das Ressort des Unterabteilungsleiters M II ist ohne Frage zuständig, denn irgendwie war der von Mekka nach Medina flüchtende Mohammed ja auch Aussiedler und irgendwie sollten wir für die Schariabürger den juristischen Status einer deutschen nationalen Minderheit „gesamtgesellschaftlich“ schleunigst herbeireden. Ob sich der bekennende Islamempfänger Dr. Herzog gegen den Aufbau eines deutschen Äquivalents zum Londoner Islamic Sharia Council oder zum bereits in mehreren britischen Städten arbeitenden Muslim Arbitration Tribunal einsetzen würde, darf bezweifelt werden.

Ob MinR Dr. Herzog (Rechts- und Grundsatzangelegenheiten; Aufnahme der Spätaussiedler; Vertriebenenangelegenheiten) der Meinung ist, dass man in Großbritannien bei http://www.islamic-sharia.org/ und http://www.matribunal.com/ den Islam falsch verstanden hat und bei der Deutschen Islam Konferenz (DIK) richtig?

Griechenland lässt Kinder religiös nach der Scharia verheiraten, der Tugendterror des Schleiers (Hidschab, verkürzt genannt und genäht: Kopftuch) kriecht durch jede Schule, Europa droht die Rechtsspaltung – und die Bundesregierung nennt den Islam eine im Kern friedliche Religion (Horst Köhler, vorher bereits Hans-Gert Pöttering).

Die Islambegeisterung muss weiter gehen:

Wir glauben, dass dieser Erfahrungsschatz der Jugend die DIK bereichern kann und sollte – gerade weil sie ihre Lebensrealitäten als plural, vielfältig und bunt begreift und die Chancen und Potenziale unserer heterogenen Gesellschaft kennt und verinnerlicht hat.

Ohne Jugend keine religiöse Revolution. Tariq Ramadans Vorträge lauten schließlich: Europe`s Muslim Youth and the Way Forward, oder: The Role of the Muslim Youth in Europe (4).

Jugendbewegt romantisch ziehen wir ins „vielfältige und bunte“ Kalifat. Am schnellsten mit einer Jungen Islam Konferenz:

Deswegen schlagen wir die Einrichtung einer Jungen Islam Konferenz vor: die Institutionalisierung eines festen Gremiums, das über eine enge Zusammenarbeit mit den TeilnehmerInnen und OrganisatorInnen mit der DIK verknüpft ist. Dadurch können bedeutsame Synergien entstehen. Junge Menschen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund sollten in der Jungen Islam Konferenz – ebenso wie die DIK auf Bundesebene – gemeinsam wichtige Themen des Zusammenlebens aufgreifen und diskutieren. Zentrale Ergebnisse und Lösungsansätze sollten publik gemacht werden, um so den öffentlichen Diskurs und den politischen Meinungsbildungsprozess mitgestalten zu können.

Qualifikationen brauchen wir nicht, jung sein reicht. Kinder an die Macht, wie bereits Herbert Grönemeyer wusste.

Für die Deutsche Welle lässt man einen im sibirischen Tomsk aufgewachsenen Kölner Kopftuchfreund über die zauberhafte Kontaktaufnahme zur deutschmuslimischen Milla (Glaubensnation, türk. millet) sinnieren, immerhin geht es Foroutan und Mercator um nichts Geringeres als um Deutschlands friedliche Zukunft („das gesellschaftliche Miteinander von morgen und dessen Gestaltung“). Ex-Muslime bleiben von den Verhandlungen ausgeschlossen:

„DW-TV Reporter Juri Rescheto diskutiert mit jungen Muslimen und Christen über das Zusammenleben in Deutschland (5).“

Habt ihr etwas gegen Augenhöhe? Die dialogisch errungenen „zentralen Ergebnisse“ haben im besten Fall Verfassungsrang:

2. Entsendung von jugendlichen Delegierten in die Deutsche Islam Konferenz

Zwei Delegierte der institutionalisierten Jungen Islam Konferenz (siehe Empfehlung Nr. 1) sollten an der DIK teilnehmen. Die Delegierten sollten hier zum einen die im Konsens beschlossenen Ergebnisse der Jungen Islam Konferenz präsentieren und zum anderen wichtige Diskussionspunkte der DIK zurück in die Junge Islam Konferenz tragen. Durch diese Beteiligung der Jugend an der DIK könnte auch gewährleistet werden, dass die DIK ein generationsübergreifendes Gremium wird und die Generation angemessen mit einbezieht, die sich heute für das gesellschaftliche Miteinander von morgen und dessen Gestaltung verantwortlich fühlt und sich dieser Herausforderung auch langfristig stellen möchte und muss.

Ob wir eine Alte Islam Konferenz – Berlin 2012 erleben werden, oder herrscht Hass auf die Senioren? Würde die Stiftung Mercator eine Schwule Islam Konferenz oder eine Postschariatische Islam Konferenz ausgrenzen?

3. Partizipation und Interaktion fördern – Eine Deutsche Islam Konferenz zum Anfassen

Gerade weil im Rahmen der DIK wichtige Themen des Zusammenlebens von MuslimInnen und Nicht-MuslimInnen und diesbezügliche die Allgemeinheit betreffende Empfehlungen im Mittelpunkt stehen, sollte die DIK stärker kontinuierlich und transparent in der Öffentlichkeit auftreten.

Im Islam wird das Zusammenleben von Allahfreund und Dhimmi von Sunna und Scharia geregelt, in der deutschen freiheitlichen Demokratie vom Grundgesetz … noch.

Die unterschwellige Botschaft ist klar: Das Grundgesetz reicht für ein Zusammenleben von Muslimbürger und Nichtmuslimbürger nicht aus. Insofern haben die „Jungen“ die Intention der „großen“ Islam-Konferenz verstanden.

Ein interaktiver Charakter der DIK kann hierzu beitragen – etwa indem sich die DIK für Anfragen, Hinweise und Vorschläge der BürgerInnen öffnet. Neben den bereits für die BürgerInnen bestehenden Kontaktmöglichkeiten per Brief, Email oder Telefon befürworten wir die zusätzliche Einrichtung eines Weblogs begleitend zu der bereits bestehenden interaktiven Webseite der DIK. Über diesen Weblog könnten Themenvorschläge für die DIK eingereicht, gesammelt, diskutiert und, nach einer Vorauswahl, in der DIK mit ExpertInnen debattiert werden. Über den Weblog könnte außerdem Kritik an der DIK, den VertreterInnen und den Positionen gesammelt und in die DIK rückgekoppelt werden. Dadurch würde die DIK transparenter und die Themenfindung nachvollziehbarer werden.

Ayatollah Chomeini sprach noch auf der Straße, nun kommt die digitale Islamische Revolution.

Durch die Einbindung von solchen basisdemokratischen Elementen würde die DIK aber vor allem nicht mehr als ein „unverbindliches Dialogforum“, sondern mehr als ein Organ gesehen werden, das gesellschaftliche Bedürfnisse und Diskurse direkt und zeitnah aufgreifen und debattieren kann. Außerdem empfehlen wir die stärkere Einbeziehung von öffentlich-staatlichen Einrichtungen. Beispielsweise können auch Bürgerämter als Anlauf- und Kontaktstellen dienen, an denen Informationsmaterial ausgelegt wird und über die in den Dialog mit Verantwortlichen der DIK getreten werden kann.

Damit auch der Bürgermeister Rechtleitung erfährt und gar nicht erst auf die Idee kommt, die Scharia als Kulturrassismus zu bezeichnen.

Weiterhin könnten die Informationsflyer der DIK breitflächiger in Schulen, Kultur und Sportvereinen, Migrantenselbstorganisationen und Moscheegemeinden etc. ausgelegt werden.

Ganz im Einklang mit den von Naika Foroutan hoch verehrten Verweigerern von Wissenschaftlichkeit und Weltbürgerlichkeit, Dschamal ad-Din al-Afghani und Muhammad Abduh (Foroutan: „Diese beiden islamischen Denker forderten eine religiöse Reform [und] hielten die Abkehr vom richtigen Islam und dem richtigen Verständnis des Koran für die Ursache der Misere zwischen der islamischen Welt und dem Westen“ (6)), hat die Machtergreifung auch im pädagogischen Raum durchgesetzt zu werden.

Vorstellbar ist auch eine Ausstellung zur DIK, die Beginn, Entwicklung und mediale Reaktion veranschaulicht und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen könnte.

Und nicht vergessen, liebe Berliner Ausstellungsmacher: Über Kopftuch und Schariagesetz nur Gutes. Museumspädagogik wie zuletzt in der DDR.

4. Ein Kuratorium für eine transparente Auswahl der TeilnehmerInnen

Der Auswahlprozess für die Teilnahme an der DIK muss aus unserer Sicht nachvollziehbar und transparenter gestaltet werden. Ein unabhängiges Kuratorium bestehend aus muslimischen und nicht-muslimischen Personen des öffentlichen Lebens könnte ein geeignetes Gremium sein, um anhand eindeutiger und der Öffentlichkeit bekannter Kriterien über die Teilnahme der AkteurInnen zu entscheiden.

Diese „Unabhängigen“ können dann ihrer religionspolizeilichen Pflicht zur Hisba nachkommen. Schariagegner raus.

Auf diese Weise könnte ein höherer Grad an Legitimität für die Repräsentativität der DIK-Teilnehmenden erreicht werden. Für eine begrenzte Anzahl an Plätzen sollte auch eine Eigenbewerbung möglich sein.

5. Eine Wiederaufnahme der AG Medien

Als Teilnehmende der Jungen Islam Konferenz – Berlin 2011 haben wir uns über die Bedeutung der Medien bei der Produktion und Reproduktion von Bildern über „den Islam“ und „die Muslime“ in Deutschland verständigt und sind besorgt über die teils einseitigen, essentialisierenden und polemischen Darstellungen von MuslimInnen in der Berichterstattung deutscher Medien.

Kaum noch jemand traut sich, über die auf Gruppen (Dhimmis, Harbis, Frauen) bezogene Menschenfeindlichkeit des Islam oder über die Entrechtung der Frau im Islam zu sprechen, doch bereits diese wenigen Worte veranlassen die Mercator-Stiftung, „besorgt“ zu sein.

Es ist noch erfolgreicher zu hindern, dass über den frauenfeindlichen, Nichtmuslime diskriminierenden und wissenschaftsfeindlichen Charakter des Islamischen Rechts faktengetreu berichtet wird.

Nicht der Krieg gegen die Vernunft, den Abu Hamid Muhammad al-Ghazali (1058-1111) als Lebenswerk mit einem bis heute wirksamen Erfolg durchführte, nicht die schwerlich übertreffbare Misogynie des islamischen Gelehrten Abu al-Faradsch Ibn al-Dschauzi (1116-1201) oder der kulturelle Rassismus des türkischen Nationalisten und Kalifatsanhängers Necmettin Erbakan (1926-2011) sollen durch die DIK als „Thema“ stärker behandelt werden, vielmehr sind es die Störenfriede aus den Reihen der wissenschaftlich und menschenrechtlich-universell verhafteten Islamkritik, die endlich an den volkspädagogischen Pranger gestellt werden müssen:

Die DIK sollte dieses Thema stärker behandeln und auch über den Bildungsauftrag des Staates sowie über die öffentlich-rechtlichen Sender diskutieren. Unter anderem aus diesen Gründen befürworten wir die Wiedereinführung der Arbeitsgruppe Medien in der DIK II und die Fortführung des bisherigen Austauschs in diesem Themenfeld. Beispielsweise könnten Workshops, Medienfachkonferenzen oder medienbezogene Projekte – wie etwa die Runden Tische für JournalistInnen – verstetigt und breitflächig angeboten werden. Die Ergebnisse dieser Arbeit sollten sowohl in die Öffentlichkeit als auch in die Medienunternehmen getragen werden.

Die unteilbare und ewige Scharia hat in Radio und Fernsehen in aller Sanftheit beworben zu werden, als staatlicher Bildungsauftrag ist soeben der verstaatlichte Proislamismus definiert worden. Und damit keiner sagen kann, hier werde der Ausstieg aus dem weltlichen Recht geprobt, organisiert Naika Foroutan ein Planspiel.

Nun aber ist endlich mehr Druck zu machen, damit Zeitung und Rundfunk in Zukunft islamsensibel berichten und die zu muslimisierenden Kinder in Köln oder Berlin nicht länger von Höllenfurcht und Sunnagehorsam entfremden. Heimat („Heymat“) finden die Muslime schließlich in der irdischen Islamischen Ordnung und in der Rückkehr zu Allah ins Paradies.

6. Einrichtung staatlich-muslimischer Dialogformen auf kommunaler Ebene

Eine erfolgreiche Islamische Revolution darf sich schließlich nicht auf den Bundestag oder das Regierungsviertel beschränken, sondern hat rund um jedes deutsche Rathaus organisiert zu werden.

Als TeilnehmerInnen der Jungen Islam Konferenz – Berlin 2011 haben wir uns sowohl in der Rolle als DIK-AkteurInnen als auch aus unserer eigenen Perspektive intensiv mit dem Thema „Institutionalisierung von staatlich-muslimischen Kooperationen auf kommunaler Ebene“ befassen können. Der Austausch über mögliche Formen staatlich-muslimischer Zusammenarbeit in der Kommune hat gezeigt, wie komplex Verhandlungen und wie schwierig Konsensfindungen sein können. Dennoch kamen wir zu dem Schluss, dass es sinnvoll und erfolgbringend ist, Probleme des Zusammenlebens von Menschen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund von unten nach oben, also an der Basis beginnend, zu bearbeiten und anzugehen. Vor diesem Hintergrund sind kommunale Kooperationsformen zu befürworten und wir empfehlen deshalb eine bundesweite Einrichtung staatlich-muslimischer Dialogforen auf kommunaler Ebene.

Niemand wage es in der tiefsten Provinz, gegen die Maßgaben von Koran und Sunna aufzumucken.

Ziel dieser Foren soll und muss sein, den Islam in der Gesellschaft und den kommunalen Strukturen zu etablieren, was zu einer größeren Akzeptanz und Anerkennung der Religion und der MuslimInnen führen wird.

Die Machtergreifung! Jetzt aber hinein mit den Muftis und Scheichen in jede Stadtverwaltung.

7. Signale senden – Die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz von Islam und MuslimInnen in Deutschland fördern

Pst, nicht verraten, Gesamtgesellschaft bedeutet Kalifat. Ob christianisiert oder schariapflichtig, zu Mohammed und Schariagesetz kannst du nur ja oder ja sagen.

Der unbelehrbare Islamgegner ist aus dem Gemeinwesen zu exkludieren, und auch derjenige, der, sachlich richtig, darauf hinweist, dass die islamische Umma eine nach außen antisoziale, chauvinistische Solidargemeinschaft ist, die, nach innen, immerhin alle ihre weiblichen Angehörigen herabwürdigt und diskriminiert.

Dialog basiert immer auf einem aktiven Austausch gleichberechtigter PartnerInnen.

Demokraten und Islamisten auf harmonischer Augenhöhe, Parlamentarier und Muslimbrüder in geschwisterlicher Eintracht. Man applaudiere.

Du bist doch kein antimuslimischer Rassist?

Die DIK birgt in ihrer Einzigartigkeit die Hoffnung auf eine über Gesten und Symbole hinausgehende gemeinsame Bearbeitung gesellschaftsrelevanter islambezogener Themen. Essentiell für einen Dialog auf Augenhöhe ist das Gefühl, wirklich angenommen und anerkannt zu sein.

Wer gegen die Burka oder das Lehrerinnenkopftuch argumentiert, bläst zum Bürgerkrieg.

Berlin 2011. Der Trend geht zur Zweitfrau.

Die geführten Debatten über die Frage, ob und inwiefern der Islam zu Deutschland gehört bzw. gehören kann, haben bei uns MuslimInnen und Nicht-MuslimInnen zu Verunsicherungs- und zu Enttäuschungsmomenten geführt – gerade weil wir den Islam und die MuslimInnen als selbstverständlichen Teil des demokratischen, pluralen und vielfältigen Deutschlands sehen.

Ohne den integrierten Islambegriff von den Autoritäten des ECFR oder der FEMYSO ist Deutschland monokulturell, intolerant. Nicht dein Nein zur Burka auf dem Marktplatz oder zum Lehrerinnenkopftuch, sondern dein Ja zur Scharia zeigt uns dein Bejahen der deutschen gesellschaftlichen Vielfalt:

Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass die DIK dieses Thema aufgreift, den Wirrungen mit einer klaren Position begegnet und den BürgerInnen signalisiert, dass Deutschland plural und heterogen ist und der Islam als Religion nicht nur im Alltag, sondern auch aufgrund des in unserem Grundgesetz verankerten Rechts auf freie Religionsausübung ein gleichberechtigter Teil Deutschlands ist und als solcher auch Akzeptanz erfahren muss.

Dass der Schariagegner wirres Zeug redet, schlicht desorientiert ist, hat die Bundesregierung zeitnah kundzutun.

Hidschab und Burka, Zweitfrau und Kindbraut sind laut Naika Foroutan bzw. Stiftung Mercator grundgesetzlich geschützt, was in neu zu erarbeitenden Gesetzen (Thomas de Maizière zum proschariatischen sui generis: „Ich lade hier zu viel juristischer Fantasie ein“ (7)) Niederschlag finden muss, dein guter Wille allein ist schließlich nicht gut genug:

Die rechtliche Anerkennung der muslimischen Organisationen als Religionsgemeinschaften würde der Akzeptanz von Islam und MuslimInnen in Deutschland über eine normative, ideelle Ebene hinaus Vorschub leisten. Die während der ersten Phase der DIK diesbezüglich geführten Gespräche befürworten wir.

Keinesfalls darf die BRD von den Islamverbänden verlangen, die vor dem Höllenfeuer rettenden Befehle von Koran und Hadith abzulegen.

8. Weniger Staat – mehr BürgerInnen: Öffnung der Deutschen Islam Konferenz für praxiserfahrene Einzelpersonen auf nicht-muslimischer Seite

Her mit den charismatischen Islambeschwichtigern! Integrieren wir ein paar proislamistische, nichtmuslimische Zauberer in die DIK.

Da die DIK derzeit ein vom Staat getragenes Dialogforum ist, an dem ausschließlich staatliche und muslimische AkteurInnen teilnehmen, entsteht in der öffentlichen Wahrnehmung der Anschein, dass sich das Zusammenleben mit MuslimInnen in Deutschland als so problematisch erweist, dass eine eigens einberufene Konferenz von Nöten ist. Damit entsteht auch ein Verhandlungseindruck nach dem Motto „Muslime versus Staat“, was in Folge auch den Gegensatz „Muslime versus Deutschland“ suggeriert. Die derzeitig geführten Kontroversen über die Möglichkeit eines gelingenden Miteinanders von MuslimInnen und Nicht-MuslimInnen, die zu einer Entfremdung und gesellschaftlichen Polarisierung geführt haben, basieren weniger auf Konflikten zwischen MuslimInnen und dem Staat denn auf innergesellschaftlichen Ressentiments, Ängsten und Befürchtungen.

Wer vor dem Islamischen Recht warnt, den treibt der Hass.

Wir begrüßen, dass die DIK in ihrer zweiten Phase praxisorientierter ausgerichtet ist. Dennoch empfehlen wir, den Kreis der Dialogführenden nach dem Motto „weniger Staat – mehr Bürger“ zu öffnen.

Der allzu nüchterne Staat ist abgemeldet, jetzt fiebert die Bevölkerung religiös.

Vor allem auf Seiten der staatlichen VertreterInnen sollen analog zu den muslimischen Einzelpersonen praxiserfahrene, nicht-staatliche AkteurInnen mit spezifischer Qualifikation ausgesucht werden – sogenannte „Alltagsmenschen“. Dadurch kann eine gesicherte Rückbindung der auf der DIK verhandelten Themen an die Lebensrealität der betroffenen Personen, aber auch ein besseres gesellschaftliches Abbild in der DIK erreicht werden. Vermutlich können dadurch nicht nur gegenseitige Vorwürfe und Ressentiments, sondern auch gemeinsame Wünsche und Forderungen an die staatlichen Entscheidungsträger artikuliert werden. Die staatliche Seite könnte gleichzeitig Impulse und Vorschläge für Konfliktregulierungen generieren. Diese Wechselwirkung könnte von staatlichen VertreterInnen als basisdemokratischer Orientierungsrahmen gesehen werden.

9. AkteurInnen der Deutschen Islam Konferenz als MultiplikatorInnen begreifen

Die TeilnehmerInnen der DIK bringen ihre individuellen oder verbands- und institutionsbezogenen Erfahrungen, Sichtweisen und Positionen in die Konferenz ein. BürgerInnen erfahren aber zumeist nur dann von den vertretenen Standpunkten der DIK-AkteurInnen, wenn sich besondere Konfliktlinien in bestimmten Themenfeldern abzeichnen. Wenn sich alle TeilnehmerInnen der DIK auf dem offiziellen Internetauftritt der Konferenz mit einem ausführlichen Schreiben vorstellen würden, aus dem auch hervorgeht, warum die jeweilige Person teilnimmt, welche Ziele, Ideen und Wünsche sie hat und welche Kontaktmöglichkeiten es zu ihr gibt, dann würde dies nicht nur mehr Transparenz und Interaktion ermöglichen, sondern auch die Nachvollziehbarkeit der Auswahl der DIK-TeilnehmerInnen erhöhen. In diesem Schreiben könnten die TeilnehmerInnen zugleich auch Themen benennen, die ihnen besonders wichtig sind und aus ihrer Sicht im Rahmen der DIK bearbeitet werden sollen. Dadurch könnte auch für die Öffentlichkeit, die TeilnehmerInnen und die OrganisatorInnen der DIK erkennbar werden, ob die Agenda der Konferenz mit den Wünschen und Vorschlägen der TeilnehmerInnen im Einklang steht. Aus unserer Sicht wäre es auch wünschenswert, dass sich die KonferenzteilnehmerInnen nicht nur als Beteiligte des staatlich-muslimischen Austauschs sehen, sondern zusätzlich als AkteurInnen des gesellschaftlichen Wandels.

Wandel, einen Augenblick … so schlecht war die säkulare Demokratie doch gar nicht?!

Alle Erwählten, die vom unbeschreiblichen Charisma der Konferenz ergriffen worden sind, sind mit religionspolizeilichen Befugnissen auszustatten, in die Provinzen zurückgekehrt gebührt ihnen Ehrerbietung und emsiger Dienst, Herrschaftszeiten:

Wenn sich die TeilnehmerInnen auch in ihrer alltäglichen Praxis als BotschafterInnen der DIK verstehen und als diese auftreten, dann könnte ihnen nicht nur eine Vorbildfunktion zukommen, sondern sie könnten die Ideen der DIK auf diese Weise auch in die Gesellschaft hineintragen. Diese Funktion sollten sie auch dann übernehmen, wenn es darum geht die Empfehlungen der DIK vor Ort in den Ländern und Kommunen umzusetzen.

10. Begriffe neu denken: Die Einführung eines Begriffskodexes

Verschiedene Begrifflichkeiten wie etwa „muslimische Vertreter – staatliche Vertreter“, „Mehrheitsgesellschaft“ oder „MigrantIn“ (u.a. für deutsche StaatsbürgerInnen mit Migrationshintergrund) führen – auch im Rahmen der DIK – dazu, dass sich „wir“- und „ihr“- Gegensätze im alltäglichen Sprachgebrauch etablieren und sich in der gesellschaftlichen und öffentlichen Wahrnehmung verfestigen. Statt bereits bei der Bezeichnung des Gegenübers auf Unterschiede zu verweisen, sollte indes das Gemeinsame betont werden.

Ob unislamisch lebende, säkulare Geschäftsfrau oder islamisch korrektes (unmündiges), von Höllenangst geplagtes Burka-Heimchen, ob nachvollziehbar arbeitender Wissenschaftler oder heilssichernd aktiver Salafist, entscheidend ist doch: Jeder von uns ist Mensch.

Eine neue, durch die DIK erarbeitete, für alle TeilnehmerInnen empfehlenswerte Begriffspraxis kann zu mehr Akzeptanz und Verständnis des pluralen, heterogenen Deutschlands führen und sich der Position von „Etablierten und Außenseitern“ entgegenstellen. Sie sollte von der DIK als Motor auch in den öffentlichen Raum bzw. in die Wahrnehmung der Gesellschaft hinein delegiert bzw. transportiert werden.

Fakten haben sehr gestört, jetzt kommt al-Islam.

Die Untergebenen anders wahrnehmen lassen. Anderes für wahr halten zu lernen, ist das Gebot der Stunde. Verändern Sie sich, blicken Sie anders in die Welt, noch mehr anders!

Der Islamkritiker hat schließlich Probleme mit dem Wahrnehmen und mit der Wahrheit gleich mit, wie der gottesfürchtige, im Jahre 1935 geborene ägyptische Philosoph Hasan Hanafi erkannte:

„Die nördliche und die südliche Mittelmeerküste sind Wiegen uralter Zivilisationen. Spannungen zwischen diesen Regionen beruhen häufig auf Fehlwahrnehmungen. … Der Islam habe eine dem Christentum, der Religion des Friedens und der Liebe, entgegengesetzte Kultur der Gewalt hervorgebracht. Diese falsche Wahrnehmung basiert auf einem reduktionistischen Fehlschluss, der das Ganze auf einen Teil verkürzt. Denn der Islam hat auch Juwelen der Geschichte wie Granada, Sevilla oder Cordoba auf der Nordseite des Mittelmeers entstehen lassen (8).“

Cordoba! Plätschernde Brunnen, arabische Gelehrsamkeit und heilige Schutzgelderpressung der Dschizya. Lautengeklimper, Marmorpaläste und dann und wann eine kleine Dhimmi-Auspeitschung.

Spürst du es denn nicht, das goldene al-Andalus liegt jetzt an der Spree! Nur die Wortwahl der ärgerlich unislamisch arbeitenden Journalisten und Blogger könnte noch etwas harmonischer sein, damit Deutschlands kleine Muslime bessere Laune haben:

Wenn allein auf staatlicher Ebene von Seiten der MinisterInnen, der Länder- und KommunenvertreterInnen ein neuer Begriffskodex eingeführt wird, dann kann der Diskursraum zurückerobert werden, der sich in den letzten Jahren vor allem durch stark entfremdende (mediale) Debatten negativ auf das Zusammenleben ausgewirkt hat. Diese Auswirkungen sind in den Alltagsrealitäten der jungen Generation stark zu spüren.

Mögen Berlins der Glückseligkeit verpflichtete Muslimkinder nie aus dem sicheren Kerker von Sunna und Scharia ausbrechen.

Es beginne die sprachliche Kriegsführung, der mediale Dschihad.

Unerwünschte Worte erzeugen schließlich falsches Wissen und stehen unserer zentralen Aufgabe „Gemeinsam Gemeinschaft schaffen“ (Mercator 2011) entgegen.

Möge die islamische Pracht uns niemals verlassen! Deutschland braucht die religiös begründete Pressezensur.

Jacques Auvergne

(1) 10 Empfehlungen der Jungen Islam Konferenz – Berlin 2011

http://www.stiftung-mercator.de/fileadmin/user_upload/INHALTE_UPLOAD/Bildung/Junge_Islam_Konferenz_Berlin_2011/110328_JIK_Empfehlungskatalog_final_WEB.pdf

Junge Islam Konferenz, offizielle Internetpräsenz

http://petition-stiftung-mercator.de/

Suchbegriff Junge Islam Konferenz beim Projekt HEYMAT

http://www.heymat.hu-berlin.de/search?SearchableText=Junge+Islam+Konferenz

Die „Junge Islam Konferenz – Berlin 2011“ ist ein Projekt der Stiftung Mercator in Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin. … Die „Junge Islam Konferenz – Berlin 2011“ reagiert auf die Tatsache, dass die Deutsche Islamkonferenz und ihre Themen- und Zielsetzung laut einer jüngst veröffentlichten Studie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Migration und Integration insbesondere in der zweiten und dritten Generation der Muslime in Deutschland weitgehend unbekannt ist. … Das zweitägige Vorbereitungsseminar wird an der „Berlin Graduate School of Social Sciences“ (BGSS) der Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin) stattfinden und ReferentInnen aus Wissenschaft und Praxis begrüßen. Das zweitägige Planspiel-Seminar soll im Bundesministerium des Innern (BMI) stattfinden, um den TeilnehmerInnen eine authentische Erfahrung der Verhandlungen zu ermöglichen.

Dr. Naika Foroutan (Projektleiterin)

Damian Ghamlouche (Projektmanager)

Sina Arnold (Co-Projektmanagerin)

http://www.heymat.hu-berlin.de/junge-islamkonferenz

HEYMAT. Foroutan.

http://www.heymat.hu-berlin.de/team/foroutan

(2) Stiftung Mercator. Junge Islam Konferenz. Zwischenresümee. Die Worte Menschenrechte, Frauenrechte bzw. Gleichberechtigung der Frau, Scharia, Hidschab oder Kopftuch kommen gar nicht erst vor, stattdessen ist von Religion (neun mal, mit Varianten) und Islam (49 mal) die Rede. Auf in die Dhimma-Republik, alle Arbeit „für einen gelingenden Gemeinschaftsbildungsprozess“.

http://www.stiftung-mercator.de/fileadmin/user_upload/INHALTE_UPLOAD/Bildung/Junge_Islam_Konferenz_Berlin_2011/110329_JIK_Dossier_A4_final_WEB.pdf

Schariafreundin Naika Foroutan steuert kräftig mit. Vorbereitungsseminar Junge Islam Konferenz – Berlin 2011, 5. und 6. Februar 2011, Berlin:

„Unter den Referenten befinden sich Experten wie Prof. Dr. Klaus J. Bade (Vorsitzender des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration), Prof. Dr. Haci Halil Uslucan (Leiter Stiftung für Türkeistudien und Integrationsforschung), Dr. Naika Foroutan (Projektleiterin der Jungen Islam Konferenz – Berlin 2011 und Leiterin des Projekts HEyMAT an der Humboldt-Universität zu Berlin) sowie Mitglieder der Deutschen Islam Konferenz.“

http://www.stiftung-mercator.de/presse/pressetermine/pressetermin-details/article/vorbereitungsseminar-junge-islam-konferenz-berlin-2011.html

(3) Den Teilnehmern des Planspiels der Jungen Islam Konferenz rief Dr. Thomas Herzog zu: „Der Islam ist in Deutschland angekommen, und er ist willkommen.“

http://www.stiftung-mercator.de/fileadmin/user_upload/INHALTE_UPLOAD/Bildung/Junge_Islam_Konferenz_Berlin_2011/20110125_Planspiel_Ablauf_extern_FINAL.pdf

Die ebenfalls anwesende Dr. Rita Süssmuth: fiel 2004 durch ein „In Deutschland gibt es keinen Ort für die Scharia.“ angenehm auf, warnt jedoch das Deutsche Volk heute nicht mehr vor dem Islamischen Recht. Quelle: Cigdem Akyol für die taz, 21.02.2011. Akyol: „Der Erlanger Islamwissenschaftler Mathias Rohe erklärt, das Nebeneinander der Rechtssysteme sei Ausdruck der Globalisierung. … In England ist die Integration der Scharia Realität. Schiedsgerichte und Scharia-Räte regeln in vielen Städten zivilrechtliche Streitigkeiten zwischen gläubigen Muslimen. Seit 2007 gibt es dort das „Muslim Arbitration Tribunal“ (MAT) für Familien-, Erbschafts- und Handelsstreitigkeiten mit einer Handvoll Schlichtungsstellen in England und Wales. Die Schiedssprüche des Tribunals sind vor Gericht durchsetzbar.“

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/goldmuenzen-fuer-die-exfrau/

Islamic Sharia Council

http://www.islamic-sharia.org/

Muslim Arbitration Tribunal

http://www.matribunal.com/

(4) Tariq Ramadan: Europe`s Muslim Youth and the Way Forward.

http://www.youtube.com/watch?v=p-LEljKD1R0

Tariq Ramadan: The Role of the Muslim Youth in Europe.

MJD: “Weiterhin wird behauptet, dass Ibrahim El-Zayat auf dem MJD-Meeting 2009 aufgetreten sei. Richtig ist vielmehr, dass Herr El-Zayat auf dieser Veranstaltung einen Vortrag von Prof. Tariq Ramadan einem der renommiertesten europäischen Islamwissenschaftler und Verfechter des „Euro-Islam“, als Übersetzer begleitet hat. In dem Vortrag „The Role of the Muslim Youth in Europe“ hat Prof. Ramadan unter großem Beifall die Notwendigkeit sich als muslimischer Jugendlicher in die europäische Gesellschaft zu integrieren und zu partizipieren aufgezeigt und es zur religiösen Verpflichtung eines jeden Einzelnen erklärt. Gerade der Inhalt dieses Vortrags ist ein Paradebeispiel, für das stetige Eintreten der MJD, junge Muslime zu mehr gesellschaftlicher Beteiligung anzuregen.”

http://www.mjd-net.de/stellungnahme-zu-den-anschuldigungen-des-bundesamt-f%C3%BCr-verfassungsschutz

(5) Die proschariatisch aktive Deutsche Welle engagiert Juri Rescheto: „Dürfen muslimische Lehrerinnen ein Kopftuch tragen? Soll an deutschen Schulen islamischer Religionsunterricht eingeführt werden? Über solche Fragen wollen Jugendliche im Rahmen der ersten „Jungen Islam Konferenz“ sprechen. Sie findet an diesem Wochenende im Innenministerium in Berlin statt. Die Jugendlichen sollen Ideen entwickeln und Empfehlungen aufschreiben. Denn auf höherer Ebene sind die Gespräche zwischen deutschem Staat und muslimischen Vertretern zuletzt ins Stocken geraten.

http://www.dw-world.de/dw/article/0,,6443785,00.html

(6) Naika Foroutan verehrt die Begründer der islamischen Gegenmoderne Dschamal ad-Din al-Afghani und Muhammad Abduh, aus: Kulturdialoge zwischen dem Westen und der islamischen Welt: eine Strategie zur Regulierung von Zivilisationskonflikten, Seite 93: „Diese beiden islamischen Denker forderten eine religiöse Reform. … Hier sollte also durchaus die kulturelle Moderne akzeptiert werden“ Das ist natürlich Unsinn, Wali mudschbir, Kindbraut, Polygamie und Talaq standen für al-Afghani (Technologie und Panislamismus) und Abduh (Journalist, Großmufti von Ägypten) nie zur Disposition, ein vor der Hölle bewahrendes Wohlverhalten ist kulturell vormodern. Al-Afghanis Geburtsjahr ist nicht 1839 (Foroutan), sondern 1838.

http://books.google.de/books?id=NBZ2N3mGM74C&lpg=PP1&dq=Naika%20Foroutan&pg=PP1#v=onepage&q=Afghani&f=false

Muslime, seid östlich, wo auch immer. Rezension zu Naika Foroutan (Kulturdialoge zwischen dem Westen und der islamischen Welt: eine Strategie zur Regulierung von Zivilisationskonflikten) von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/04/16/228/

(7) Islamintegrierer und Bundesinnenminister Thomas de Maizière zum proschariatisch umzusetzenden sui generis („Ich lade hier zu viel juristischer Fantasie ein“). Für das Göttinger Tageblatt schreibt Isabel Trzeciok am 08.12.2010:

„Die bisherigen Rahmenbedingungen des Kirchenrechts sind auf die Organisationsform der großen christlichen Kirchen optimiert. Hier einen Weg zu finden, den Islam zu integrieren, sei eine der großen zukünftigen Herausforderungen, erläuterte de Maizière. Da die stark dezentrale Organisation die juristische Zuordnung erschwere, plädierte der Minister für ein pragmatisches Vorgehen und lösungsorientierte Ansätze vor Ort. Viele Tausend kleine Islamkonferenzen in den Städten wünsche er sich, um Ideen zu entwickeln und vor Ort bestehende Probleme gemeinschaftlich zu lösen.“

http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Wissen/Regionale-Wissenschaft/Bundesinnenminister-de-Maiziere-spricht-ueber-Religion

(8) Gegenmodernist, Kulturkreistheoretiker und Schariafreund Hasan Hanafi ist Vizepräsident der Arabischen Philosophischen Gesellschaft.

http://de.qantara.de/Tausendundein-Vorurteil/947c910i1p95/index.html

Ein linker Islam? Ausschnitte aus dem fast zwei Jahrzehnte alten Vortrag von Ḥasan Ḥanafī »Die Aktualität eines ‘linken Islam’« (aus: »Gesichter des Islam, 2. Orient-Tagung im Haus der Kulturen der Welt«, 10.-12.12.1991, bei: Verlag Haus der Kulturen der Welt (Hg.), Berlin 1992) kommentiert Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/06/30/176/

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Eine Antwort to “Junge Islam Konferenz – Berlin 2011”

  1. Dwarslöper Says:

    Muslimbruderschaft – IESH Château Chinon – Berlin – INSSAN – Ibrahim El-Zayat – Ferid Heider
    ::

    Aspekte der Demokratiegefährdung in Berlin-Mitte und Möglichkeiten der Intervention

    Autorinnen und Öffentlichkeitsvertretung: Claudia
    Dantschke, Claudia Luzar

    http://www.fes.de/BerlinerAkademiegespraeche/publikationen/islamundpolitik/documents/Studie-Berlin-Mitte_Nachfolgestudie_ZDK-2007.pdf

    [ dort ab Seite 20 ]

    3.1.2.
    Das Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung – IZDB Im Frühjahr 2004 trat in Berlin ein scheinbar neuer Verein mit Sitz in der Weddinger Drontheimer Straße 32a an die Öffentlichkeit und mauserte sich in kürzester Zeit zu einem bevorzugten Kooperationspartner kommunaler Einrichtungen …

    Am 19. September 2004 fand, wie bereits im Jahr zuvor, die Jahrestagung der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland – IGD“ in Berlin statt …

    In dieser Pressemappe gibt die IGD auf der letzten Seite unter der Rubrik „Kontakt“ folgendes bekannt:

    Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD)
    Hauptsitz:
    IZ München; Wallner Straße 1-5;
    München

    und gleich darunter:

    Sekretariat und Öffentlichkeitsarbeit
    Zentrum für Dialog und Bildung, Drontheimer Straße 32a,
    Berlin.

    Demnach handelt es sich also um den zweiten Sitz der IGD in Deutschland, was der Verfassungsschutz Berlin in seinem Bericht für das Jahr 2004 auch entsprechend vermerkt, schließlich wird die IGD seit Jahren von den Landesämtern und vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet und unter der Rubrik „Muslimbruderschaft – MB“ eingeordnet. …

    Im Jahresbericht 2006 sind zwar nach wie vor die IGD als Dach der Muslimbruderschaft in Deutschland und das „Islamische Kultur- und Erziehungszentrum Berlin e. V.“ [ IKEZ ] als Berliner Zentrum aufgeführt, as IZDB hingegen fehlt plötzlich. …

    Der Verein „Interkulturelles Zentrum für Dialog und Bildung – IZDB“ wurde bereits am 10.10.2000 unter dem Namen: „Arabisches Kulturzentrum e.V.“ mit der Vereinsadresse Elsterstr. 50, 12059 Berlin gegründet. Laut Vereinsakte waren 10 Personen anwesend, die einstimmig Eid Freijie (geb. 1940), Ahmet el Haj Hussein (geb. 1962) und Saoussan Dahehé (geb. 1974) zum Vorstand wählten. Die am 10.10.2000 errichtete und in diesem Punkt bis heute unveränderte Satzung des Vereins IZDB enthält im Paragraphen 10, Auflösung des Vereins, folgende Festlegung: „… fällt das Vermögen an die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V., Wallnerstr. 1-5, München“. Die IGD ist also die begünstigte Organisation.

    Am 6.11.2001 wird die Satzung des Vereins in Bezug auf den Paragraphen 1, Name und Sitz des Vereins, geändert. Der Verein nennt sich nun nicht mehr „Arabisches Kulturzentrum“ sondern „Insan Kulturzentrum e.V.“ [ vgl. FN23 „Insan mit einem S. Etwa zur gleichen Zeit (Herbst 2001) wird der Verein Inssan (mit zwei S) gegründet (nach einem Jahr Vorbereitungszeit findet am 25. Oktober 2002 die offizielle Gründung statt).“ ], die Vereinsadresse ist nun identisch mit der Adresse des Vorstandsmitgliedes Haj Hussein und lautet Puttkamer Str. 23. …

    Gefördert durch den Jugendtreff Assalam e.V. und das IZDB wurde 2007 eine Vortragsreihe für Brüder und Schwestern im IZDB gestartet. Es geht dabei um mehrstündige Vorträge zu verschiedenen islamischen Themen. Referenten sind die beiden „Jugendreferenten“ Esma Bilekkaya-Salih und Ferid Heider, der z.B. am Samstag, den 24.03.2007, zum Thema „Islam zwischen Sunnah und Erneuerung!“ vortrug. Ferid Heider ist Imam im Neuköllner IKEZ, wird im Handbuch für die Lokalkreise der Muslimischen Jugend (MJD) als Referent empfohlen und soll nun im IZDB wie auch im IKEZ die Jugendarbeit in Form von „Jugendclubs, Gesprächskreisen und Ausflügen“ organisieren, …

    [ letztes Zitat aus Seite 26 ]

    ::
    ::

    Der Tagesspiegel:

    „Zusammen mit Vertretern anderer Religionen organisierte Inssan eine Woche nach den Londoner Anschlägen ein Friedensgebet in der britischen Botschaft.“ (01.08.05)

    „Die gemeinsame Sprache der rund 40 aktiven Vereinsmitglieder aus Arabien, der Türkei oder aus Frankreich ist Deutsch. Und das soll sie auch für die vielen anderen Muslime in Berlin sein, fordert Nofal. Sie will auf die Ausländer im Land Druck machen: „Die Sprache ist das wichtigste Instrument.“…Sätze und Ansichten, wie sie auch von der ehemaligen Ausländerbeauftragten…Barbara John immer wieder geäußert wurden. John hält auch viel von Inssan. Sie soll im September in den Beirat des Vereins gewählt werden.“ (25.07.03)

    „Beim Inssan-Festival in Tegel feierten Tausende Muslime. Und das freute auch die Politik.“ (11.09.06)

    „Inssan plant zur Gewaltprävention das Schulprojekt „Peaceful Minds“ und hofft auf die Unterstützung des Senats. Sprecher Chaban Salih sagte: „Unsere Stärke ist, wir können auch religiös argumentieren.“ (31.10.06)

    http://www.inssan.de/index.php?id=5

    ::

    Einen weiteren wichtigen Schritt machte Inssan im Oktober 2004, als die langjährige Berliner Ausländerbeauftragte Prof. Barbara John, die Religionswissenschaftlerin Gerdien Jonker, der geistliche Rektor der Katholischen Akademie Dr. Ernst Pulsfort, der ehemalige taz-Chefredakteur Thomas Hartmann und der Leiter des Berliner Büros der Hilfsorganisation Islamic Relief Ismet Misirlioglu den Inssan-Beirat gründeten, der den Verein berät und unterstützt.

    http://www.inssan.de/index.php?id=2

    ::

    Beirat

    Der Inssan-Beirat besteht aus namenhaften Berliner Persönlichkeiten, die zwei Mal im Jahr zusammenkommen, um den Vorstand bei seiner Vereinsarbeit zu beraten und zu unterstützen. Die Mitglieder des Beirats sind:

    Prof. Dr. Barbara John:

    Die ehemalige Berliner Ausländerbeauftragte schrieb einmal über Inssan: „Dieser Gruppe geht es darum, die Bindungen von Muslimen zu einem heimatorientierten Islam zu überwinden. Inssan versteht den Islam als eine Religion, die sich in Deutschland verwurzeln soll und sich selbstverständlich mit demokratischen Spielregeln vereinbaren lässt.“
    Michael Freiberg:

    Der CDU-Politiker ist Abgeordneter des Berliner Abgeordnetenhauses und war lange Jahre stellvertretender Bezirksbürgermeister und Stadtrat von Neukölln, einem Bezirk mit hohen Anteil von Muslimen. Schon in dieser Zeit setzte er sich immer wieder für Inssan im Stadtteil ein.
    Thomas Hartmann:

    Er war der erste Chefredakteur der taz. Heute organisiert er kulturelle Veranstaltungen. Für Inssan stellt er immer wieder Kontakte in die Kulturszene oder auch zu Journalisten her.
    Ismet Misirlioglu:

    Er leitet das Büro der Hilfsorganistion Islamic Relief und war einer der Mitinitiatoren des Runden Tischs der muslimischen Organisationen in Friedrichshain-Kreuzberg.

    http://www.inssan.de/index.php?id=33

    ::

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