IRU per Beiratsmodell

Edward von Roy

Mönchengladbach

Landtag Nordrhein-Westfalen

Petitionsausschuss

20.09.2011

Petition

I.3/15-P-2011-05451-00

Der Landtag möge beschließen:

Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) ist gegenwärtig kein Ansprechpartner für Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zu einem bekenntnisorientierten Islamunterricht; die am 22.02.2011 in Düsseldorf diesbezüglich getroffene Gemeinsame Erklärung des Koordinationsrats der Muslime (KRM) und der Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, in der die Einberufung eines im Einvernehmen mit dem KRM zu besetzenden Beirats verabredet worden ist, ist für den Staat, hier vertreten durch das Bundesland NRW, nicht bindend; der von KRM und Schulministerin geplante Beirat ist nicht einzurichten.

Begründung

Der KRM vertritt mit 22,7 % nur eine Minderheit der Muslime des bevölkerungsreichsten Bundeslandes, vielen Muslimen ist er schlicht unbekannt.[1] Zur auf Ungleichbehandlung beruhenden, angeblich die Seele vor dem Höllenfeuer rettenden Pflichtenlehre der Scharia (Islamisches Recht) geht der KRM, der insofern als fundamentalistisch und reaktionär zu bezeichnen ist, nicht auf Distanz. Ein proschariatischer Verantwortlicher für die Inhalte des Islamischen Religionsunterrichts (IRU) jedoch wird die an staatlichen Schulen unterrichteten Kinder und Jugendlichen, auch die nichtmuslimischen, in einen Wertekonflikt mit den Standards der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) bringen, der Grundlage unseres Grundgesetzes (GG), denn an der schariarechtlichen Maßgabe der erbrechtlichen Benachteiligung der Frau und des Nichtmuslims, am Verbot der Apostasie sowie am Gebot der Verschleierung (Hidschab)[2] des Frauenkörpers ist nach Auffassung der Mehrheit der Muftis[3] und Gelehrten (‚Ulama)[4] nicht zu rütteln.

Nach wie vor gibt es den zur Erteilung bekenntnisorientierten Islamischen Religionsunterrichts erforderlichen Ansprechpartner des Staates nicht. Dessen ungeachtet unterzeichneten Schulministerin Sylvia Löhrmann sowie, für den KRM, Nurhan Soykan (ZMD), Ali Kızılkaya (Islamrat), Seyfi Öğütlü (VIKZ) und Orhan Bilen (DİTİB) am 22.02.2011 eine „Gemeinsame Erklärung“, die darauf abzielt, zeitnah bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht im Sinne von Art. 7 Abs. 3 GG bzw. § 31 SchulG NRW einzuführen.

Insbesondere die Errichtung des verabredeten Beirats entbehrt einer gesetzlichen Grundlage und ist dem Souverän, dem Volk, bis heute nicht bekannt gemacht worden. Gleichzeitig bekundet der KRM die, zumindest provisorische, äußerst zentrale Bedeutung des Beirats gerade im Hinblick auf eine wiederum nicht öffentlich bekannt gemachte schulgesetzliche Änderung, wörtlich: „Der KRM nimmt es … zur Kenntnis, dass der nordrhein-westfälische Landtag erwägt, fraktionsübergreifend ein Schulrechtsänderungsgesetz zu beschließen, das den islamischen Religionsunterricht rechtlich ermöglicht und auch für die rechtliche Absicherung des Beiratsmodells sorgt.“

Dieser Beirat soll, NRW würde dieses schließlich „erwägen“, untrennbar in das geänderte Schulgesetz integriert sein, zugleich hat, geht es nach dem Koordinierungsrat, dieser inhaltlich durch den KRM gesteuert und permanent personell gebilligt zu sein. Damit erklärt sich der KRM selbst zum Ansprechpartner des Staates und maßt sich an, zu definieren, was muslimisch ist und was nicht („Der Beirat formuliert die religiösen Grundsätze der Muslime gegenüber dem Land“), ein ehrgeiziges Streben, das ihm aufgrund mangelnder Vertretungsbefugnis und zu prüfender Verfassungstreue jedoch vermutlich gar nicht zusteht.

Eine von Löhrmann, Soykan, Kızılkaya, Öğütlü und Bilen in der Gemeinsamen Erklärung dezidiert angestrebte „Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Landesregierung, des Landtages und der organisierten Muslime …, in der religionsverfassungsrechtliche Fragen, also auch Statusfragen, besprochen werden“, hätte zu gewährleisten, dass die Absage an das ungleich behandelnde (diskriminierende) und nicht zuletzt frauenfeindliche Schariagesetz Lehrinhalt des geplanten IRU sein wird. Eine gleichsam automatisierte Ermächtigung des KRM zum personellen Ausgestalten dieser „Arbeitsgruppe“ darf es dabei nicht geben.

Die Standards von AEMR (1948) und GG (1949), insbesondere die Gleichberechtigung von Mann und Frau, sind im Schulbetrieb auch im Schulfach Religion weder zu verwerfen noch zu ironisieren. IRU muss wissenschaftsbasiert sein; der zum Politikunterricht entstandene Beutelsbacher Konsens (1976) sollte auch für das Schulfach Religion Gültigkeit haben.[5]

Weder KRM noch KRM-gesteuerter „Beirat“ sind staatlicher Ansprechpartner. Das am 22.02.2011 verhandelte Beiratsmodell ist nicht zu verwirklichen.

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Quelle

Gemeinsame Erklärung des Koordinationsrats der Muslime (KRM) und der Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen über den Weg zu einem bekenntnisorientierten Islamunterricht

„Die Unterzeichnenden begrüßen die Einigung, weil mit dem Beirat ein institutionalisierter Ansprechpartner auf Seiten der Muslime eingerichtet werden kann. Die Vertreterinnen und Vertreter der Muslime und die Schulministerin bezeichnen es als Erfolg, dass nun in absehbarer Zeit für 320.000 muslimische Schülerinnen und Schüler Religionsunterricht vorbereitet werden kann.“

http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Presse/Meldungen/Pressemitteilungen/Gemeinsame_Erklaerung.pdf

[1] Unter den muslimischen Verbänden ist DİTİB der bekannteste mit 44 Prozent, gefolgt vom AABF (27 Prozent), dem ZMD (27 Prozent), dem VIKZ (25 Prozent) und dem Islamrat (IR) (16 Prozent). Am unbekanntesten unter den Verbänden ist der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) mit einem Anteil von 10 Prozent. 59 Prozent der türkischen Muslime kennen DİTİB. … Wahrgenommene Vertretungsleistung durch den jeweils bekannten muslimischen Verband unter den befragten Muslimen (in Prozent) KRM: 22,7 % „vertreten“, 17,7 % „teils/teils“, 59,5 % „nicht vertreten“.

http://ec.europa.eu/ewsi/UDRW/images/items/docl_9743_55658285.pdf

[2] To fulfil the minimum requirements of Hijab, a Muslim woman covers her entire body, except her face and hands.

http://thequranblog.wordpress.com/2010/06/10/hijab-in-islam-2/

[3] Großmufti Mustafa Cerić strebt nach der Legalisierung der Scharia: (f) opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law;

http://www.rferl.org/content/article/1066751.html

[4] This is indeed a great assignment to the ‚ulama that requires from people to obey and follow them.

http://members.cox.net/ameer1/obeymqa.html

[5] Diese Dreieinigkeit von Überwältigungsverbot, Kontroversgebot und Subjektbezug übersetzte das zentrale Merkmal einer pluralistischen Demokratie – die Anerkenntnis von unterschiedlichen Interessen und Werten aufgrund unterschiedlicher Lebenslagen und Lebensgeschichten und der Notwendigkeit des Konflikts um politische Lösungen für politische Probleme – in didaktische Leitlinien. Demnach bezieht der Unterricht nicht inhaltlich Stellung, sondern verwickelt die Lernenden in die Auseinandersetzung um ein kontroverses Thema und ermöglicht ihnen so den Erwerb einer eigenen Position und die Äußerung ihrer Stellungnahme. Politische Urteilsfähigkeit des Individuums kann durch aufklärenden Streit gefördert werden.

http://www.bpb.de/files/TM9Z60.pdf

Lamya Kaddor, die islamische Religion unterrichtet und bis vor kurzem die vakante Professur an der Universität Münster vertrat, empört eine solche Position. „Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“, sagt sie. Das Ergebnis sei das Gleiche: eine zeitgemäße Religionspraxis und ein friedvolles Miteinander mit anderen Gruppen. Als Muslima zweifele sie aber „nicht daran, dass stimmt, was im Koran steht“.

http://www.cibedo.de/islamischer_religionsunterricht.html

Überwältigungsverbot. Es ist nicht erlaubt, den Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der „Gewinnung eines selbständigen Urteils“ zu hindern. Hier genau verläuft nämlich die Grenze zwischen Politischer Bildung und Indoktrination. Indoktrination aber ist unvereinbar mit der Rolle des Lehrers in einer demokratischen Gesellschaft und der – rundum akzeptierten – Zielvorstellung von der Mündigkeit des Schülers.

http://www.lpb-bw.de/beutelsbacher-konsens.html

Der Präsident des Landtags von Nordrhein-Wesfalen

Herrn

Edward von Roy

13.01.2012

Geschäftszeichen

I.3/15-P-2011-05451-00

Ihre Eingabe vom 20.09.2011, eingegangen am 20.09.2011

Schulen

Sehr geehrter Herr von Roy,

der Petitionsausschuss hat Ihr Vorbringen in seiner Sitzung am 10.01.2012 beraten. Ich gebe Ihnen hiermit aus dem Sitzungsprotokoll den gefassten Beschluss zur Kenntnis:

Das Anliegen war Gegenstand eines Gesetzgebungsverfahrens aus der Mitte des Landtags, das die Einrichtung eines bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts und eines Beirats zum Ziel hat. Der Landtag hat das Gesetz zur Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach (6. Schulrechtsänderungsgesetz) am 21.12.2011 nach intensiven Beratungen und einer öffentlichen Anhörung von Sachverständigen beschlossen.

An dem Ziel, einen Beirat zu bilden, der die Anliegen und die Interessen der islamischen Organisationen bei der Einführung und der Durchführung des islamischen Religonsunterrichts als ordentliches Unterrichtsfach vertritt, wurde festgehalten.

Das Gesetz tritt am 01.08.2012 in Kraft und ist bis zum 31.07.2019 befristet. Die Befristung unterstreicht, dass der Weg über einen Beirat eine Übergangslösung ist.

Der Petitionsausschuss sieht keinen Grund, in der Angelegenheit weiter tätig zu werden.

Die Bearbeitung Ihrer Petition hat längere Zeit in Anspruch genommen. Bei der großen Zahl von Bitten und Beschwerden ließ sich die Verzögerung leider nicht vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

(…)

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

An den Präsidenten des Landtags Nordrhein-Westfalen

Geschäftsstelle

Petitionsreferat

Düsseldorf

24. Januar 2012

Ihre Nachricht vom 13.01.2012

I.3/15-P-2011-05451-00

Sehr geehrter Herr Präsident,

sehr geehrte Damen und Herren,

wir bitten um eine detaillierte Begründung, warum unsere oben genannte Petition abgelehnt wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Gabi Schmidt und Edward von Roy

Im Folgenden die lustlose Antwort der Landesregierung, die ihr Schweigen zum sehr reaktionären und deswegen keinesfalls schultauglichen islamischen Menschen- und Gesellschaftsbild des KRM sowie zur bleibenden Grundrechtswidrigkeit und damit Nichtintegrierbarkeit der Scharia sozusagen zuverlässig fortsetzt. Auf der Homepage von NRW lesen sich optimistisch stimmende Sätze wie „Ungerechtigkeiten und Fehlentscheidungen können durch eine Petition an das Parlament in Ordnung gebracht werden.“, doch man freue sich nicht zu früh, denn schließlich steht unmittelbar vorangehend: „Die Praxis lehrt, dass auch staatliche Verwaltungsstellen nicht unfehlbar sind.“ Wie wahr!

Der Präsident des Landtags von Nordrhein-Wesfalen

Herrn

Edward von Roy

05.03.2012

Geschäftszeichen

I.3/15-P-2011-05451-01

Ihre Eingabe vom 25.01.2012, eingegangen am 25.01.2012

Schulen

Sehr geehrter Herr von Roy,

der Petitionsausschuss hat Ihr Vorbringen in seiner Sitzung vom 28.02.2012 beraten. Ich gebe Ihnen hiermit aus dem Sitzungsprotokoll den gefassten Beschluss zur Kenntnis:

Ein Petent hat im Petitionsverfahren einen Anspruch auf Entgegennnahme, Prüfung und Bescheidung der Petition. Diese Rechte wurden den Petenten gewährt.

Einen Anspruch auf Abhilfe oder eine bestimmte Art der Erledigung vermittelt das Petitionsrecht nicht. Es besteht auch kein Anspruch auf eine detaillierte Begründung oder Ablehnung.

Der Petitionsausschuss sieht keinen Anlass zu weiteren Maßnahmen.

Die Bearbeitung Ihrer Petition hat längere Zeit in Anspruch genommen. Bei der großen Zahl von Bitten und Beschwerden ließ sich die Verzögerung leider nicht vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

(…)

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5 Antworten to “IRU per Beiratsmodell”

  1. Schule ohne Scharia Says:

    [Dieses Musteranschreiben an Ihre Landtagsabgeordnete / Ihren Landtagsabgeordneten können Sie auf Wunsch selbstverständlich gerne abändern bzw. ergänzen.]

    Sehr geehrte Frau … / sehr geehrter Herr …,

    am 22.02.2011 unterschrieb die nordrhein-westfälische Ministerin für Schule und Weiterbildung jene ‘Verabredung’, die den Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) dazu ermächtigt, Ansprechpartner des Staates für den schulischen Religionsunterricht nach Artikel 7 (3) GG zu sein.

    Sylvia Löhrmann hat bislang darauf verzichtet, zu problematisieren, dass die Islamische Gemeinschaft in Deutschland (IGD), die als der deutsche Zweig der global agierenden Muslimbruderschaft gilt, Mitglied des im KRM organisierten Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) ist. Entsprechendes gilt für die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG) und ihre Rolle im ebenfalls im KRM organisierten Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (IR).

    Für die genannten islamischen Strömungen und damit für den gesamten heutigen KRM müssen wir jene mit universellen Menschenrechten (AEMR) nicht verträglichen Gesellschafts- und Menschenbilder, namentlich Frauenbilder, als kennzeichnend annehmen, für die Autoritäten wie Scheich Yusuf al-Qaradawi oder Necmettin Erbakan weltweit bekannt geworden sind.

    Die Geschäftsordnung des KRM legt ‘Koran und Sunna’ unwiderruflich als Grundlage der eigenen Arbeit fest, ohne dazu aufzurufen, die dortigen, oft menschenrechtswidrigen Vorgaben nicht wortgetreu zu verstehen (in der BRD muss der Menschenrechtsbegriff der AEMR von 1948 gemeint sein, nicht derjenige der OIC, Kairo 1990). Ein bekennender Religionsunterricht aber, der die Vorgaben von Koran und Sunna nicht auch aus der Außenperspektive vermittelt, hat an einer staatlichen deutschen Schule nichts zu suchen.

    Der KRM distanziert sich nicht von der grundgesetzwidrigen Scharia, weshalb er für den Staat, hier vertreten durch das Land NRW, einstweilen kein Ansprechpartner für einen islamischen Religionsunterricht sein sollte. Dass die heutigen Islamverbände allesamt als reaktionär bezeichnet werden müssten und mit einer emanzipatorischen, die freiheitliche Demokratie nachhaltig sichernden Erziehung nicht in Einklang zu bringen sind, mag man bedauern, ist aber kein Grund, sie zur flächendeckenden Erteilung von Religionsunterricht zu ermächtigen.

    BVerwG 6 C 2.04 vom 23.02.2005 befindet: „Offen ist ferner, ob die Kläger als Partner eines vom Staat veranstalteten Religionsunterrichts deswegen ausscheiden, weil gegen ihre Eignung wie vom beklagten Land geltend gemacht unter dem Gesichtspunkt der Verfassungstreue Bedenken bestehen.“

    Der Beirat in der Form, wie er am 22. Februar verabredet wurde, ist nicht akzeptabel.

    Ich darf Sie auf die diesbezügliche Petition I.3/15-P-2011-05451-00 vom 20.09.2011 hinweisen, in der es heißt:

    Der Landtag möge beschließen:

    Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) ist gegenwärtig kein Ansprechpartner für Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zu einem bekenntnisorientierten Islamunterricht; die am 22.02.2011 in Düsseldorf diesbezüglich getroffene Gemeinsame Erklärung des Koordinationsrats der Muslime (KRM) und der Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, in der die Einberufung eines im Einvernehmen mit dem KRM zu besetzenden Beirats verabredet worden ist, ist für den Staat, hier vertreten durch das Bundesland NRW, nicht bindend; der von KRM und Schulministerin geplante Beirat ist nicht einzurichten.

    Mit freundlichen Grüßen

    [Soweit das Musteranschreiben ; am 02. und 03. Oktober erhielten es sämtliche (alle 181) Landtagsabgeordneten mit der angehängten Petition per Mail.]

  2. Ümmühan Says:

    Liebe Anne,

    Sylvia Löhrmann und die Steinigung!

    Ministerin Löhrmann redet mit dem KRM, dem der ZMD angehört. Für das Ressort Pädagogik und Religionsunterricht (ausgerechnet!) bekleidet Frau Eva-Maria El-Shabassy eine herausgehobene Position im ZMD. Das spricht hoffentlich nicht für bekennenden Islamunterricht, eher schon für Scharia und Steinigung. Weiß Löhrmann denn nicht, wer El-Shabassy ist?

    EMMA: Die mit einem Ägypter verheiratete Aachener Grundschullehrerin Eva El-Shabassy, die seit 30 Jahren im Unterricht Kopftuch trägt, hatte in der Zeit vom 11. Dezember 2003 gewohnt unbefangen über ihr islamistisches Weltbild geplaudert. Der Ehebruch, sagte die Mutter einer Tochter, sollte auch in Deutschland „wieder als schädlich erkannt“ werden, denn: „Ehebruch ist ein Verbrechen wie Mord.“
    Eins, das mit Steinigung geahndet werden müsste?, fragte die Zeit.

    Antwort der schriftgläubigen El-Shabassy:

    „Diese Strafe steht in der Scharia.“ Außerdem, so schlimm ist das doch gar nicht, oder? „Wenn einmal in hundert Jahren eine Ehebrecherin gesteinigt wird, vielleicht werden dann ganz viele Ehen gerettet?“ (O-Ton El-Shabassy).

    http://www.emma.de/ressorts/artikel/islam-islamismus/in-nrw-unterrichten-schriftglaeubige/

    Ausschüsse und Beauftragte im Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD)

    1. Theologischer Gutachter Rat
    Herr Mustafa ef. Hadzic

    2. Frauen und Familie
    Frau Dr. Houaida Taraji

    3. Dialog- und Kirchenbeauftragter
    Herr Ahmad Aweimer

    4. Pädagogik und Religionsunterricht
    Frau Eva-Maria El-Shabassy

    5. Soziales
    Herr Dr. Ibrahim Rüschoff

    6. Tag der offenen Moschee
    Frau RA Nurhan Soykan

    7. Hilal (Mondsichtung) und Zertifizierung

    7.1. Zertifizierung/Islamic Financing:
    Herr Michael Saleh Gassner

    8. Umwelt und Tierschutz
    Herr Dr. Soher Al-Halabi

    http://zentralrat.de/16656.php

    Zu den von der Schulministerin auserkorenen AnsprechpartnerInnen des Staates im KRM gehört auch Herr Prof. Dr. Mohammad Hawari, ebenfalss ZMD.

    Der hochgeachtete Scheich ist ein wahrhaft gelehrter Mann. Er ist

    Professor der Chemischen Pharmazie (Universität Damaskus)
    Promotion in der pharmazeutischen Wissenschaft (Universität Brüssel)

    Diplom in der industriellen pharmazeutischen Chemie (Universität Brüssel)

    Diplom in der industriellen Lebensmittelchemie (Universität Brüssel)

    Diplom Biochemie (Universität Paris)

    10 Jahre theologische Ausbildung bei diversen islamischen Gelehrten und Instituten in Damaskus

    Begründer und erster Vorsitzender des Islamischen Zentrums in Brüssel

    Begründer und erster Präsident der UMSO (Union muslimischer Studenten Organisation in Europa)

    Mitbegründer des Islamischen Zentrums Aachen und 18 Jahre stellv. Vorstandsvorsitzender

    Der Multifunktionsträger ist Mitglied bei folgenden Institutionen:

    European Council for Fatwa and Research

    International Union for Muslim Scolars

    Fiqh Council of Mekka

    World Islamic Congress in Jeddah

    Consultant der WHO in Kairo/Genf

    Stellv. Vorsitzender des European Islamic Forum

    Als EMMA bei dem Autor des Artikels „Im Schutz des Tuches – Ein Besuch in der mitunter merkwürdigen Welt deutscher Kopftuchlehrerinnen“ Florian Klenk (Zeit) nachhakte, erklärte der, er halte Eva El-Shabassy, die ja auch sehr beliebt sei bei den Kindern und Eltern, eher für „naiv“ und „religiös verwirrt“. Ich wünschte er hätte Recht.

    Über die Folgen, die selbst eine religiöse Verwirrtheit“ und „Naivität“ bei Grundschulkindern anrichtet, macht sich der Journalist wenig Gedanken. Wir alle wissen um die lebenslang prägende Beispielfunktion jeder Kindergärtnerin und Lehrerin, vor allem in Grundschulklassen. Daher müssen wir damit rechnen, dass nicht nur muslimische Kindergartenkinder und SchülerInnen einer neben den Eltern und später der Peergroup so wichtigen Identifikationsfigur vorbehaltlos nacheifern bzw. sich kritiklos deren ihren Ansichten anschließen und deren Weltbild übernehmen.

    Wenn wir wollen, dass unsere Töchter und Söhne in Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit aufwachsen und auch als Erwachsene in einem Rechtsstaat leben, der die universellen Schutz- Abwehr- und Freiheitsrechte garantiert und verteidigt, gehören Extremisten nicht an unsere Schulen.

    Mit solidarischen Grüßen

    Ümmühan

    ——
    ——

    Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

    es gibt Neues von der Schariafront im Hochschulbereich zwischen Sarajevo und Osnabrück, wir müssen etwas ausholen.

    Bekanntlich ist Mustafa Ceric Scheich bei Yusuf al-Qaradawi im muslimbrudernahen Europäischen Rat für Fatwa und Forschung (ECFR). Zwischen Großmufti Ceric und Islamprofessor Enes Karic (zeitweise LMU München) passt offensichtlich kein Blatt Papier, beide veröffentlichen bei der Córdoba-Foundation. Karic geht nicht zu den Schariagesetzen auf Distanz (Ceric will sie europaweit Familienrecht durchsetzen), sondern bringt Dialogfloskeln; ein Bekenntnis zur unbedingten Gültigkeit der AEMR wird wie zufällig umgangen.

    http://www.thecordobafoundation.com/attach/OP_Series03_July2011_08.pdf

    Karic kommt nach Osnabrück: Tagung 28.-29. Oktober:

    „900 Jahre al‐Gazâlî im Spiegel der islamischen Wissenschaften:
    Perspektiven für eine Islamische Theologie in Deutschland“

    Allein die unkritische, ja festlich-ehrerbietige Nennung des Ghazali ist eine Provokation. Der 1111 (vor genau neunhundert Jahren) Verstorbene war ein ‚Manager‘ des Staatsislams, und an al-Ghazali kommen theologisch noch nicht einmal die Salafisten vorbei. Uns Humanisten muss bei solchen Super-Theologen ein Ekel schütteln, denn ob al-Ghazali oder Ayatollah Chomeinei, beide wollten den Schariastaat – und die Zerstörung des wissenschaftlichen Denkens.

    Maha El Kaisy-Friemuth (Elkaisy-Friemuth) ist eine belgische Islamwissenschaftlerin und mag ja gründlich zur Geschichte forschen, müsste aber eigentlich die Bewohner der Neuzeit vor einer unreflektierten Integration mittelalterlicher Rechtsnormen in Hochschulunterricht bzw. Imamausbildung warnen; auch sie scheint so zu tun, als gäbe es keine Scharialobby.

    http://www.theo.kuleuven.be/page/researchers/1332/

    Dr. Halit Ünal aus dem türkischen Kayseri wird zu „al‐Gazâlîs Verständnis von Idschtihâd und Taqlîd“ erzählen, ob der türkische Professor aber zu einem anderen Islam aufruft und zu einer anderen Scharia als Milli Görüs oder die Muslimbrüder es tun, bleibt sein Geheimnis.

    Prof. Dr. Arnulf von Scheliha redet in Osnabrück natürlich auch über den Islam im allgemeinen und al-Ghazali im besonderen.

    Von Scheliha (Seite 145) wurde einst explizit zur Scharia befragt, wich aus („Einzelne Menschen benutzen aber die Politisierung der Religion“) und suggerierte damit, dass der eigentliche Islam harmlos sei. Im selben Text mahnte jemand vernünftig und überzeugend „Dieser politische Islam will die radikale Scharia für die Muslime in Deutschland, will sie auch hier unterdrücken. Einen Staat im Staat, abgeschottet und mit eigenen Regeln“, diese wichtige Warnung stammt von Mina Ahadi.

    http://books.google.de/books?id=BGHxjGvQiR8C&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

    Dr. Silvia Horsch (Berlin) darf ebenfalls in Osnabrück auftreten – ein besonderer Skandal. Horsch ist eine Konvertitin und einflussreiche junge Nachwuchs-Islamistin, die dem Gedankengut der revolutionären Muslimbrüder nicht fern steht, wie man ihren Webseiten al-sakina.de und nafisa.de unschwer entnehmen kann. Die Kopftuch-Aktivistin (was heißt Kopf, der ganze Körper ist zu bedecken, zu verschleiern) wittert Islamophobie bei den deutschen Nichtmuslimen, deren: „Islambild“ „hauptsächlich von Vorurteilen und unzulässigen Verallgemeinerungen geprägt ist.“

    http://www.islamische-zeitung.de/?id=12207

    2008 sprach Horsch auf der Islamwoche Berlin

    http://www.dzemat-oberhausen.de/index.php/deutsch/islam-allgemein/350-der-islam-eine-europaeische-tradition-silvia-horsch

    veröffentlich auch bei der bosnischen Dschemat Oberhausen, wo Kinder genau so (siehe Foto) gekleidet sein müssen, damit sie auf ewig zum himmlischen Schöpfergott und nicht in die Feuergrube kommen

    http://www.dzemat-oberhausen.de/index.php/foto-galerije/category/4-zavrni-ispiti-u-mektebu-17-07-2011-god

    ‚Nafisa‘ sind die gottesfürchtigen Frauen Nina Mühe, Dr. Silvia Horsch, Kathrin Klausing, deren Haarfarbe für uns Unbefugte ein Geheimnis bleibt

    http://www.nafisa.de/ueber-uns/ueber-uns-die-autorinnen/

    Nafisa verlinkt zur GMSG, wo Sabiha El-Zayat aktiv ist und wo Murad Wilfried Hofmann und Tariq Ramadan beworben werden.

    GMSG

    http://www.gmsg.de/

    Europas ranghöchste Muslimbrüder dürfen bei der GMSG Festreden halten: „Die Laudatio hielt Ibrahim El-Zayat.“

    http://www.gmsg.de/JAHRESTAGUNG/HAMBURG2/UNITY/unity.html

    „Dr. Murad W. Hofmann“; Für die barbarische osmanische Apartheid der Religionsvölker (juristisch herabgesetzte Dhimmis, echter alter Islam) schwärmt Bülent Ucar („Das Milletsystem im Osmanischen Reich hat letzlich den inneren Frieden zwischen den verschiedenen Religionen und Ethnien in einem Staat, der über 600 Jahre lang über drei Kontinente hin existiert hat, aufrechterhalten können.“); Amir Zaidan: „Integrative Aspekte des islamischen Religionsunterrichtes“

    http://www.gmsg.de/JAHRESTAGUNG/HAMBURG2/BERICHT2002/bericht2002.html

    Der Islam von Funktionären wie Dhimma-Bewunderer Murad Wilfried Hofmann und Top-Islamist Ibrahim El-Zayat ist offensichtlich auch der Islam von Silvia Horsch, die in Osnabrück zu „al‐Gazâlî als Mittler zwischen den Wissenschaften“ dozieren darf.

    Das und nichts anderes haben wir von den Islamischen Studien offensichtlich zu erwarten: Die ECFR-Muftis wie Mustafa Ceric sollen salonfähig gemacht werden.

    Gegen die vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung finanzierte und von Martina Blasberg‐Kuhnke und Rauf Ceylan verantwortete Tagung „900 Jahre al‐Gazâlî im Spiegel der islamischen Wissenschaften: Perspektiven für eine Islamische Theologie in Deutschland“ (Universität Osnabrück) sollte zeitnah, also noch im Oktober 2011, humanistisch-emanzipatorischer Protest hörbar werden,

    Karsten Hilchenbach

    ——

    Zur Information:

    Tagungsort: Schloss der Universität Osnabrück
    (Gebäude 11, Neuer Graben 29/Schloss D-49074 Osnabrück)

    http://www.blogs.uni-osnabrueck.de/ghazali2011/?page_id=57

    Anmeldung bis zum 16. Oktober, Tagungsgebühren: 30 € (10 € ermäßigt, für Studierende)

    http://www.blogs.uni-osnabrueck.de/ghazali2011/?page_id=30

    ——
    ——

  3. Islamkritikerin Says:

    Religionsfreiheit in Tunesien

    Ein angeblich blasphemischer Zeichentrickfilm hat in Tunis wütende Proteste ausgelöst. Tausende gingen nach der Ausstrahlung im TV auf die Straße, warfen dem Senderchef Gotteslästerung vor. Sein Haus wurde mit Brandbomben beworfen, die Polizei setzte Tränengas gegen die randalierende Menge ein.

    Tunis/Hamburg – Die Ausstrahlung des preisgekrönten Films „Persepolis“, in dem Gott als alter, bärtiger Mann dargestellt wird, hat am Freitag heftige Proteste in der tunesischen Hauptstadt Tunis ausgelöst.

    Die Demonstranten zeigten sich entrüstet über den tunesischen Privatsender Nessma TV, der den Film aus dem Jahr 2007 vergangene Woche gezeigt hatte. Hunderte Angreifer attackierten das Haus von Senderchef Nabil Karoui.

    Die Proteste entwickelten sich zunächst am Ausgang einer Moschee im Anschluss an das Freitagsgebet. Als der Protestzug mit Tausenden Demonstranten, darunter Salafisten, sich auf den Sitz der Regierung zubewegte, schritt die Polizei ein und setzte gegen die Demonstranten Tränengas ein.

    Die Demonstranten forderten die Schließung des Senders und griffen später das Haus von Nessma-TV-Chef Karoui an. Wie der Sender am Abend berichtete, beteiligte sich eine „Gruppe von hundert Männern“ an dem Angriff auf das Wohnhaus und warf Molotow-Cocktails.

    Etwa zwanzig von ihnen sei es gelungen, ins Haus einzudringen, wo sich zu diesem Zeitpunkt noch die Frau und Kinder Karouis aufhielten. Der Senderchef selbst sei nicht zu Hause gewesen. Der Familie sei es „in letzte Minute“ gelungen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Angreifer hätten das Haus verwüstet und Feuer gelegt.

    Der Sender verurteilte den Angriff und die „Anstiftung durch einige Imame“ zu Angriffen auf Mitarbeiter des Senders.

    Für salafistische Muslime ist es eine Gotteslästerung, wenn dieser im Bilde dargestellt wird. Die Ausstrahlung von „Persepolis“ wurde
    in vielen tunesischen Moscheen im Freitagsgebet angesprochen.

    Der Film „Persepolis“ von Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud beruht auf dem gleichnamigen Comic und erzählt von Satrapis Jugend und Kindheit in Iran, setzt sich kritisch mit dem Schah-Regime und der Zeit nach der Islamischen Revolution 1979 auseinander. Im Libanon war der Streifen 2008 wegen Gotteslästerung zunächst verboten worden.

    „Persepolis“ wurde von der Jury der Internationalen Filmfestspiele im südfranzösischen Cannes mit einem Spezialpreis bedacht und war für einen Oscar nominiert.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,791935,00.html

  4. Edward von Roy Says:

    Rede Michael Solf MdL – 31. März 2011

    Wir haben in einer, wenn auch notwendigen, so doch sehr deutsch geführten Diskussion eine sehr hohe Rechtssicherheit für die Aussage erreicht, es könne noch keinen islamischen Religionsunterricht geben. Aber dies wäre zugleich die höchste Ungerechtigkeit für diejenigen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die hier dauerhaft und legal leben, die Grundprinzipien unseres demokratischen Gemeinwesens bejahen und die Menschen islamischen Glaubens sind.

    Ich will nicht auf das Zwischenresümee der DIK und dessen berühmt gewordene Ziffer XII, von führenden Staatskirchenrechtlern erarbeitet, näher eingehen. Aber die dort erstmals vorgeschlagene Beiratslösung, im Januar dieses Jahres vom Wissenschaftsrat und von Innenminister de Maizière dringend empfohlen, in Bayern und in Niedersachsen in lokalen Grenzen bereits erprobt, scheint inzwischen vom Koordinierungsrat der Muslime Deutschlands (KRM) akzeptiert zu werden. Ich sage „scheint“, weil ich bis heute keinen Wortlaut, kein offizielles oder auch nur inoffizielles Papier kenne.

    Ich habe Frau Ministerin Löhrmann eindringlich gebeten, sich des höchstmöglich kompetenten juristischen Sachverstands zu bedienen, denn wenn ein nicht GG-gemäßer Religionsunterricht von irgendeinem Böswilligen beklagt würde, wären wir um Jahre zurückgeworfen. Religionsunterricht ist eine res mixta von Staat und Kirche; Art 7 III GG muss genauestens beachtet werden. Der weltanschaulich neutrale, aber zur Ermöglichung von Religionsunterricht bereite Staat muss einen legitimierten Ansprechpartner analog zu den christlichen Kirchen haben. Und wenn nun der Staat den Islam, der keine Binnenstruktur, keine geregelte Repräsentation besitzt, aus verschiedenen Gründen auch noch nicht eine anerkannte Religionsgemeinschaft ist, zu einer solchen Selbstorganisation drängt, dann bewegt sich der Staat auf einem sehr schmalen Grat zwischen staatlicher Hilfe zur Grundrechtsverwirklichung und einer sog. überfremdenden Fürsorglichkeit, wie es Prof. Hartmut Kreß formuliert hat.

    Die anderen Problempunkte, die Akzeptanz der Weltlichkeit des Staates und der negativen Religionsfreiheit, die missliche Weisungsgebundenheit der Dachverbände an staatliche und halbstaatliche Stellen außerhalb unseres Staates, die Einbeziehung der vielen säkularisierten Muslime, die Rechtsunsicherheiten bei den Kontroll- und Durchgriffsrechten bei der Lehrerausbildung, die unumgängliche Freiheit von Forschung und Lehre und das aufgeklärt-kritische Niveau des Religionsunterrichts hierzulande, dies alles will ich hier nur nennen, aber nicht vertiefen.

    Frau Ministerin Löhrmann, ich erkenne ausdrücklich Ihr ehrliches und energisches Bemühen um die Ermöglichung eines bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts an; nehmen Sie diese Hinweise bitte ernst und handeln Sie entsprechend!

    aus: Nicht reden, handeln!
    Nordrhein-Westfalen braucht endlich ein Integrationsgesetz.
    Rede von Michael Solf MdL
    gehalten am 31. März 2011
    anlässlich der Unterrichtung der Landesregierung über die Studie
    „Muslimisches Leben in Nordrhein-Westfalen“
    (Es gilt das gesprochene Wort.)

    http://wp1157195.wp193.webpack.hosteurope.de/solf/archiv/plenum/rede2011-03-31-unterrichtung-muslimstudie.pdf

  5. Dwarslöper Says:

    Bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht startet zum kommenden Schuljahr an 27 Grundschulen

    16.05.2013
    Pressestelle: Hessische Staatskanzlei

    „Ich freue mich sehr über die Einführung des bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts an 27 hessischen Grundschulen im kommenden Schuljahr. Hessen ist das erste Bundesland, das den bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht auf der Grundlage von Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes einführt. Damit haben wir ein entscheidendes Zeichen gesetzt und sind gespannt auf die Erfahrungswerte in den kommenden Jahren. Der verfassungsrechtliche Anspruch gemäß unseres Grundgesetzes ist Ausdruck von Freiheit und Vielfalt in unserer Gesellschaft. Bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht hat ebenfalls eine bedeutende integrationspolitische Dimension. Die religiöse Bildung soll den Schülerinnen und Schülern helfen, sich in einer Vielfalt möglicher Lebensentwürfe zurechtzufinden und eine eigene Identität zu entwickeln, die religiöse Orientierung und ethische Urteilsfähigkeit einschließt“, so die Hessische Kultusministerin Nicola Beer.

    Die beiden Religionsgemeinschaften DİTİB Landesverband Hessen e.V. und Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Bundesrepublik Deutschland e.V. erfüllen die Voraussetzungen nach Artikel 7 Absatz 3 Grundgesetz und stehen somit als Kooperationspartner für die Einrichtung von bekenntnisorientiertem Religionsunterricht an öffentlichen Schulen zur Verfügung. Dieser ist seinem Wesen nach eine staatliche Veranstaltung wie jedes andere Unterrichtsfach auch. Dies gilt unabhängig davon, für welche Konfession der Religionsunterricht eingerichtet ist. Er wird als ordentliches Lehrfach in staatlicher Verantwortung, d.h. nach staatlichen Curricula, in deutscher Sprache und grundsätzlich durch staatliche Lehrkräfte erteilt.

    Das Weiterbildungsangebot an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist das Fundament, damit der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht zum Schuljahr 2013/2014 an hessischen Grundschulen unterrichtet werden kann. Die Vorbereitungen zur Qualifizierung der Lehrerinnen und Lehrer laufen seit März 2013 für bereits im hessischen Schuldienst stehende Lehrkräfte.

    Die Unterrichtsangebote werden in einer Einführungsphase zum Schuljahr 2013/2014 an zunächst 27 Grundschulen eingerichtet, sukzessive von Klasse 1 beginnend. Nach vier Jahren wird der Unterricht dann in allen Jahrgängen der beteiligten Schulen etabliert sein. Ziel ist es, das Angebot mittelfristig je nach Bedarf landesweit einzuführen.
    Voraussetzung für das organisch wachsende Angebot ist die Einhaltung der Mindestgruppengröße von acht Schülerinnen und Schülern, die der jeweiligen Religionsgemeinschaft angehören und für die der Unterricht deshalb als ordentliches Lehrfach in erster Linie eingerichtet wird.

    „Mein Dank gilt allen Beteiligten : den beiden Religionsgemeinschaften DİTİB Landesverband Hessen e.V. und Ahmadiyya Muslim Jamaat, der Justus-Liebig-Universität Gießen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landes- und Schulverwaltung und den Schulgemeinden, die mit einem hohen persönlichen Engagement an der Einführung des bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts gearbeitet haben. Insbesondere möchte ich mich aber schon jetzt bei den außerordentlich motivierten Lehrerinnen und Lehrern bedanken, ohne deren Einsatz das Angebot an 27 Schulstandorten nicht möglich wäre“, unterstrich die Ministerin.

    https://www.hessen.de/presse/pressemitteilung/bekenntnisorientierter-islamischer-religionsunterricht-startet-zum-kommend-0

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