Frauenrechtsarbeit braucht Schariakritik

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turūs

cogwheels, gears

Zahnräder

Scharia und Produktplatzierung

Ein wenig Zahnrad sein im Getriebe der Islamisierung. Zwangsheiraten und Ehrenmorde schaffen neue Institutionen und einen postmodernen Begriff von Frauenrechtsarbeit und Menschenrechten bzw. Menschenrechtsarbeit. Seit eineinhalb Jahrzehnten wird der den Islam erklärende, nach eigenen Aussagen in der Hauptsache gegen Zwangsheirat aktive Pınar Verein für Menschenrechte und Integration (Name geändert) in der deutschen Presse in aller Ergriffenheit gelobt und in Form von Buchlesungen oder Rathausempfängen im kleinen Kreise ekstatisch gefeiert. Ein Gastbeitrag von Edward von Roy (2012).

Ein (Sinn-/Macht-)Vakuum bleibt ungern leer und angesichts von (Allahs) integrationspolitischen Nebelschwaden lechzt das deutsche Publikum nach Welterklärern sprich Islamverklärern. Die parallele Justiz des Islamischen Rechts (Scharia) muss dem Volk irgendwie erklärt werden, sofern man nicht, wie der postmoderne rheinland-pfälzische Justizminister im Februar 2012, „außergerichtliche Schlichtungen“ auf Basis der Scharia als „sinnvoll“ bezeichnen und gleich ganz aus der Rechtseinheitlichkeit aussteigen möchte: „Wenn das in Form von Schiedsgerichten geschieht wie im Handel oder im Sport, dann ist das vertretbar“ (Jochen Hartloff 2012). „Unser Rechtsstaat darf unter gar keinen Umständen von so etwas Unmenschlichem wie der Scharia unterwandert werden“ kommentierte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt erfreulicherweise, und Stephan Mayer forderte Hartloffs Rücktritt: „Es ist unvorstellbar, dass ein Justizminister solche Gedanken hegt“, sagte der CSU-Rechtsexperte: „Die Scharia ist in jeder Form grausam und menschenverachtend.“

Christlicher Klerus und Kirchentagsbewegte aber möchten Minister Hartloff nicht widersprechen, sondern Allahs Komplettangebot (Koran plus Scharia) pauschal gut finden. Was tun? Rettung naht aus dem deutschen Südwesten, und das ist die Stunde der Islamverharmloserin Sevim Çağrı:

„Diese sogenannten Friedensrichter sind in erster Linie Privatleute ohne juristische Ausbildung. Zum einen sind es Imame, die diese Schlichtung praktizieren und diese Lehren weitergeben.“

Das sieht Allah aber ganz anders, der Mufti oder Kadi ist das Original, der BRD-Richter der unsittliche bis satanische Abklatsch. Çağrı übergeht, dass nur das Befolgen der Befehle von Koranbuch, Gelehrtenschaft (‚Ulama) und Imamen die Seele vor der ewigen Verdammnis (vielleicht, inschallah) rettet.

„Zum anderen sind das lediglich Familienälteste oder Clanchefs“,

na, dann wird es doch Zeit, dass wir die Muftis von ECFR (European Council for Fatwa and Research, Gründer Chef ist Scheich Yusuf al-Qaradawi) und RIGD an unseren Gerichten installieren, damit endlich ordentlich Recht gesprochen wird?! Çağrı schweigt geschickt – und bewusst – zu den europäischen Scharialehrstätten wie v.a. Château-Chinon (FIOE / Muslimbruderschaft) und spielt beim längst proislamisch eingenordeten deutschen Kirchenvolk ein bisschen die Kultursensible.

Eine grob skizzierende Türkenkennerin erspart einem Christenmenschen die Auseinandersetzung mit dem Thema Integration, zum Kirchentag oder zur Sant’Egidio-Friedenskonferenz lädt man dann die theologisch geschulten Muslimbrüder, die Herren übernehmen die Feineinstellung.

Islam als Weltanschauung und Lebensstil (Islamic Shari’a Council focusing on „shari’a ‘a way of life'“) heißt es am The Islamic Shari’a Council (34 Francis Road, London), wo man die einzig von Gott angenommene Eheschließung (nikah) anbietet und die dazugehörige männerfreundliche islamische Verstoßung (talaq) gleich mit.

Die deutsche Variante, demnächst den staatlichen Islamischen Religionsunterricht mitgestaltend, ist der Rat der Imame und Gelehrten Deutschlands (RIGD). RIGD-Vorsitzender ist Dr. Khaled Hanafy, ein Hochschullehrer der Azhar-Universität (Islamisches Recht) sowie Imam und Rechtsberater des Islamischen Informationszentrums in Frankfurt am Main (Islamische Informations- und Serviceleistungen e.V.).

Islamfreundin Sevim Çağrı beschwert sich nicht über die Schariapraxis von ECFR oder RIGD, sondern über namenlos bleibende Hinterhofrichter. Deren Justiz:

„basiert auf drei Prinzipien: Schlichtung, Strafverzicht gegen finanzielle Wiedergutmachung und Selbstjustiz“,

so`n Kappes, das wichtigste Prinzip ist der bewahrte Gnadenstand mit dem Schöpfer und sekündlichen Erhalter des Weltalls, sprich das unbeschädigte Heil im Diesseits und im Jenseits. Nicht der Mensch ist Souverän, Allah ist schließlich Chef. Das ist keine „Selbstjustiz“ (Çağrı), das ist ‚Die wahre Religion‘ (Abou-Nagie), das ist Justiz.

„Der Einfluss der Schariarichter ist umfassend“,

orakelt Çağrı nun alarmistisch, ohne irgendeinen Beweis zu liefern (wie stets übrigens; auch die ‚Qualität‘ sprich Förderungswürdigkeit von Pınar ist über einen schnöden Nachweis erhaben). Werden die Praktiker der Islamjustiz von der selbsternannten Frauenrechtlerin nicht bereits als ganzheitlich („umfassend“) verharmlost und sogar ein wenig legitimiert?

Zwischen Stammesrat (fallweise ja auch mal nichtislamisch) und koranbasierter Rechtssprechung hätte man genauer unterscheiden müssen, mit:

„die hochgefährlichen Folgen der Selbstjustiz durch Schariarichter“

sind offensichtlich die Freunde der wortwörtlichen Lesart des Korans gemeint. Wie aber kommt Çağrı auf „hochgefährlich“, die Parteigänger von Yusuf al-Qaradawi wollen in den Himmel kommen und kämpfen für die islamisch prekäre Würde der Frau und für das gelingende Soziale (im Sinne des Kalifats). Aus ihrer Sicht ist das säkulare Gericht hochgefährlich (man frage die Salafisten Mustafa Cerić oder Tariq Ramadan). Allahs Justiz anzuwenden ist zudem keine Selbstjustiz, sondern praktizierter Gottgehorsam.

Keine Silbe des Bekenntnisses zur vorbehaltlosen Geltung der AEMR (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte), statt dessen deutet Menschenrechtlerin Çağrı an, die Schariarichter wären irgendwie noch nicht religiös genug und hätten den Islam überhaupt völlig falsch verstanden.

„Es kommt auch vor, dass die Tat gerne einem Familienmitglied zugeschoben wird, das die geringste oder gar keine Strafe zu erwarten hat.“

Na klar, das ist leider überall so, wo der Stamm sehr viel gilt und das Individuum sehr wenig. Das ist Stammeskultur/Parallelkultur pur und damit nicht bloß islamisch, sondern kann auch mal zigeunerisch, kurdisch-jesidisch, christlich-albanisch sein oder in einem schwarzafrikanischen Straßenzug stattfinden oder einer China Town.

„Das Resultat ist dann bei genauerer Betrachtung das Ergebnis von Druck und Erpressung anstatt Gerechtigkeit.“

Allah ist nie ungerecht und die Scharia auch nicht (sagt Pierre Vogel). Frau Çağrı ist zu feige, zu sagen, dass auch die echt islamischen Familiengesetze Pakistans, Saudi-Arabiens oder des Iran „das Ergebnis von Druck und Erpressung anstatt Gerechtigkeit“ sind, wie überhaupt seit Bestehen des Islam die den Teufel abwehrende und die Seele rettende Justiz „das Ergebnis von Druck und Erpressung“ ist und im Sinne der Wissenschaftlichkeit oder der am 10. Dezember 1948 bekundeten AEMR nie zu „Gerechtigkeit“ führen kann.

Pınar Verein für Menschenrechte und Integration weicht dieser Problematik elegant aus und redet, bereits im ausführlichen Vereinsnamen, nicht von allgemeinen Menschenrechten, sondern vage von „Menschenrechten“, also nicht anders, als es die islamrevolutionäre Organisation of Islamic Cooperation (OIC) mit ihrer Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam (1990) macht. Auch ein Wohlgefallen verspürender Allah kennt „kein anderes Recht als die Scharia“:

„In solchen unkontrollierbaren, islamischen Parallelstrukturen, in denen eine Schlichtungskultur herrscht, kennen die Menschen kein anderes Recht als die Scharia. Vor allem bei Straftaten gegenüber Frauen führen solche Parallelstrukturen im Bereich der Strafrechtspflege zu enormem Leid bei einer unüberschaubaren Anzahl von Opfern.“

Das Schaffen von Tätern und Opfern im Islam ist leider richtig und hier halbwegs vernünftig gesagt. Nur „unkontrollierbar“ ist Unsinn, Allah hat alles unter Kontrolle, und „Leid“ stimmt nicht, Islam ist LIEBE und führt zur Glückseligkeit (demnächst per Imam al-Ghazali in unseren Uni-Hörsälen).

Jetzt aber kaufmännisch gedacht und auf zur Produktplatzierung, der Verein braucht etwas Geld:

„Die Ermittlungsbehörden und die Gerichte sollten speziell geschultes Personal einsetzen, um die Vorgänge im Hintergrund besser einschätzen zu können. Selbstverständlich können sie hierbei auf die langjährige Erfahrung einiger Krisen- und Hilfseinrichtung, wie meinem Verein, Pınar e.V., zurückgreifen.“

Will Frauenretterin Çağrı einen Job als Kulturdolmetscherin am deutschen Familiengericht? Pınar-Beratung in jeder Stadt („juristisch, medizinisch“, s.u.), tägliche Pınar-Islamerklärung, ein Pınar-Ministerium, und überhaupt, das Amt der/des BundespräsidentIn ist gerade vakant?

„Mein Verein und ich betreuten in erster Linie junge Frauen und Mädchen, aber auch junge Männer in jeglichen Notlagen. Wir unterstützen sie juristisch, medizinisch, aber vor allem menschlich.“

Rauschender Applaus, Nachweis null, wie immer. Dafür geht es per Durchklick zum Spendenkonto (nun, „menschlich“). Der Deutsche will sich so gerne gütig und ‚gut‘ fühlen. Wie einst beim Ablass-Handel.

Mit einer solchen Frauenrechts- und Menschenrechtsarbeit können Administration und globalisierter Lehrbetrieb des Islamischen Rechts ungehindert Form annehmen.

Edward von Roy

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2 Antworten to “Frauenrechtsarbeit braucht Schariakritik”

  1. Jacques Auvergne Says:

    Scharia: Körper und Keuschheit, Zusammensein und Bedeckung (Hidschab). Wali und Wali Mudschbir (Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang). Über das Schlagen der rebellischen Ehefrau. Das Vergeltungsrecht. Sich Allah ganz ausliefern (wirf dich mitten in Sein Königreich)

    Einige Ausschnitte aus dem schafiitischen Scharia-Handbuch Reliance of the Traveller, dessen Normen des verpflichtenden islamischen Wohlverhaltens denen der anderen drei sunnitischen Rechtsschulen nicht fern stehen:
    ::

    Reliance of the Traveller and Tools for the Worshipper. A CLASSIC MANUAL OF ISLAMIC SACRED LAW
    by AHMAD IBN NAQIB AL-MISRI (Died 1368 AD)
    Edited and Translated by Sheik Nuh Ha Mim Keller

    http://www.shafiifiqh.com/maktabah/relianceoftraveller.pdf

    LOOKING AT MEMBERS OF THE OPPOSITE SEX

    m2.3 It is unlawful for a man to look at a woman who is not his wife or one of his unmarriageable kin (def: m6.1) (O: there being no difference in this between the face and hands or some other part of a woman (N: if it is uncovered), though part excludes her voice, which is not unlawful to listen to as long as temptation is unlikely. Allah Most High says, „Tell believers to lower their gaze“ (Koran 24:30).

    A majority of scholars (n: with the exception of some Hanafis, as at m2.8 below) have been recorded as holding that it is unlawful for women to leave the house with faces unveiled, whether or not there is likelihood of temptation. When there is likelihood of temptation, scholars unanimously concur that it is unlawful, temptation meaning anything that leads to sexual intercourse or its usual preliminaries. As for when there is real need (dis: m2.11), looking is not unlawful, provided temptation is unlikely).

    (A: Being alone with a woman who is not one’s wife or unmarriageable kin is absolutely unlawful, though if there are two women and a man, the man and the woman are no longer considered alone.)

    m2.4 A man may look at his wife (N: or vice versa) including her nakedness (def: f5.3), though it is offensive for either husband or wife to look at the other’s genitals.

    m2.5 A man may look at his unmarriageable female relatives (def: m6.1), and a woman look at her unmarriageable male relatives (m6.2), viewing any part of the body (n: that shows e.g. while they are working) except what is between the naval and knees.

    m2.6 As for a woman looking at (O: a man) other than her husband or unmarriageable male relatives, it is unlawful, just as a man’s looking at her is.

    m2.7 It is unlawful for a woman to show any part of her body to an adolescent boy or a non-Muslim woman (n: unless the latter is her kinswoman (def: m6.1 (1-12)), in which case it is permissible (Mughni al-muhtaj ila ma`rifa ma`ani alfazal-Minhaj (y73), 3.132)).

    m2.8 (n: The following rulings from the Hanafi school have been added here as a dispensation (dis: c6.3).)(Ahmad Quduri:)

    (1) It is not permissible for a man to look at a woman who is not his wife or unmarriageable relative except for her face and hands ((Maydani:) because of the necessity of her need to deal with men in giving and taking and the like). If a man is not safe from lust, he may not look at her face except when it is demanded by necessity.

    (2) A man may look at the whole body of another man except for what is between the navel and (A: including) the knees (A: as the knees are considered nakedness by Hanafis, though not by Shafi`is).

    (3) A woman may look at the parts of a man that another man is permitted to look at.

    (…)

    THE ORDER OF LAWFUL GUARDIANSHIP AMONG THE BRIDE’S RELATIVES

    m3.7 The male relatives of a free woman are the ones who may marry her to another, and the order (O: as to who has the right to be her guardian) is her:

    (1) father;
    (2) father’s father (O: and on up);
    (3) brother;
    (4) brother’s son;
    (5) father’s brother;
    (6) her father’s brother’s son (O: and so on, in the same order as the universal heirs in estate division
    (def: l10.6(12-14));

    (7) and then the Islamic magistrate (A: i.e. the judge (qadi)). None of the above may marry her to someone when a family member higher on the list exists. If there are two of equal standing (A: two brothers, for example) and one is related to her through two parents while the other is related to her through the father alone, then the one related to her through both parents is the guardian. If both are equal in this respect, precedence is given to the oldest, most learned in Sacred Law, and most god-fearing. But if the other (A: less deserving of two would-be guardians who are of equal affiliation to her) marries her to the groom, the marriage is valid. If both insist on being the one, they draw lots to see who will do it, though if the loser marries her to the groom, the marriage is also legally valid.

    m3.8 If a guardian does not have the right to be a guardian because of the existence of one of the abovementioned preventives (dis: m3.4 (1-5)), the guardianship devolves to the next family member in the m3.7 order of lawful guardians.

    (…)

    GUARDIANS WHO MAY MARRY A VIRGIN TO A MAN WITHOUT HER CONSENT

    m3.13 Guardians are of two types, those who may compel their female charges to marry someone, and those who may not.

    (1) The only guardians who may compel their charge to marry are a virgin bride’s father or father’s father, compel meaning to marry her to a suitable match (def: m4) without her consent.

    (2) Those who may not compel her are not entitled to marry her to someone unless she accepts and gives her permission. Whenever the bride is a virgin, the father or father’s father may marry her to someone without her permission, though it is recommended to ask her permission if she has reached puberty. A virgin’s silence is considered as permission. As for the nonvirgin of sound mind, no one may marry her to another after she has reached puberty without her express permission, no matter whether the guardian is the father, father’s father, or someone else.

    (…)

    DEALING WITH A REBELLIOUS WIFE

    m10.11 When a husband notices signs of rebelliousness in his wife (nushuz, dis: p42) (O: whether in words, as when she answers him coldly when she used to do so politely, or he asks her to come to bed and she refuses, contrary to her usual habit; or whether in acts, as when he finds her averse to him when she was previously kind and cheerful), he warns her in words (O: without keeping from her or hitting her, for it may be that she has an excuse. The warning could be to tell her, „Fear Allah concerning the rights you owe to me,“ or it could be to explain that rebelliousness nullifies his obligation to support her and give her a turn amongst other wives, or it could be to inform her, „Your obeying me [def: (3) below] is religiously obligatory“). If she commits rebelliousness, he keeps from sleeping (O: and having sex) with her without words, and may hit her, but not in a way that injures her, meaning he may not (A: bruise her,) break bones, wound her, or cause blood to flow. (O: It is unlawful to strike another’s face).

    He may hit her wether she is rebellious only once or whether more than once, though a weaker opinion holds that he may not hit her unless there is repeated rebelliousness.

    (N: To clarify this paragraph, we mention the following rulings:

    (1) Both man and wife are obliged to treat each other kindly and graciously.

    (2) It is not lawful for a wife to leave the house except by the permission of her husband, though she may do so without permission when there is a pressing necessity. Nor may a wife permit anyone to enter her husband’s home unless he agrees, even their unmarriageable kin. Nor may she be alone with a nonfamily-member male, under any circumstances.

    (3) It is obligatory for a wife to obey her husband as is customary in allowing him full lawful sexual enjoyment of her person. It is obligatory for the husband to enable her to remain chaste and free of want for sex if he is able. It is not obligatory for the wife to serve her husband (dis: w45.1); if she does so, it is voluntary charity.

    (4) If the wife does not fulfill one of the above-mentioned obligations, she is termed „rebellious“ (nashiz), and the husband takes the following steps to correct matters:

    (a) admonition and advice, by explaining the unlawfulness of rebellion, its harmful effect on married life, and by listening to her viewpoint on the matter;

    (b) if admonition is ineffectual, he keeps from her by not sleeping in bed with her, by which both learn the degree to which they need each other;

    (c) if keeping from her is ineffectual, it is permissible for him to hit her he believes that hitting her will bring her back to the right path, though if he does not think so, it is not permissible. His hitting her may not be in a way that injures her, and is his last recourse to save the family;

    (d) if the disagreement does not end after all this, each partner chooses an arbitrator to solve the dispute by settlement, or divorce.)

    (…)

    o3.0 RETALIATION FOR BODILY INJURY OR DEATH (QISAS)

    (…)

    SURRENDER TO ALLAH

    t2.2 Surrender to Him gives you relief in the present life from having to plan while He does, triumph in the next life through the supreme favor, and safety from the idolatry of contention, for how should you contend with Him for something you do not own with Him? Cast yourself amidst His kingdom …

    ::

  2. Machandelboom Says:

    GOTTGEWOLLTE GEWALT – Die Vergewaltiger von Kairo pflegen eine Kultur der Verachtung. Wo Frauen als minderwertig gelten, darf man sie angeblich auch malträtieren. Ein Gespräch mit der Juristin Seyran Ateș
    ::

    ZEIT: Was hat Vergewaltigung denn mit Religion zu tun?

    Ateş: Die Geschlechterapartheid ist ein wesentlicher Bestandteil des Weltbildes der Muslimbrüder. Sie glauben, Frauen sind nicht gleichberechtigt, also müssen sie kleingehalten und erniedrigt werden.

    ZEIT: Selbsthilfeorganisationen richten nun Internetseiten ein wie harassmap.org, dort kann man per Mail, SMS oder Tweet Alarm schlagen, wenn Übergriffe drohen. Warum tut die Polizei nichts?

    Ateş: Weil sie Teil des frauenverachtenden Systems ist. Die ägyptische Bloggerin Mona el-Tahawy wurde während der Revolution von Sicherheitskräften Mubaraks festgenommen und zwölf Stunden misshandelt. Sie beschrieb später die grausamen Methoden in ihrem Blog, der aber seit einigen Wochen nicht mehr existiert. Sie hat sich zurückgezogen. Das ist es, was diese Gewalttäter erreichen wollen.

    ZEIT: Aber die ägyptische Revolution galt auch als ein Aufbegehren der Frauen.

    Ateş: Eine Freundin aus Kairo schrieb mir Ende Januar 2011, dass sie sich jetzt zum ersten Mal als gleichberechtigter Mensch wertgeschätzt fühle. Plötzlich hielten alle zusammen: Männer mit oder ohne Bart, Frauen mit oder ohne Kopftuch. Sie hoffte, dass die Geschlechtertrennung aufhört. Doch diese Hoffnung währte nicht lange. Als Menschenrechtlerin weiß ich von vielen politisch aktiven Frauen, die auf Polizeiwachen und von Soldaten sexuell erniedrigt wurden.

    ZEIT: Mona el-Tahawy schrieb einen Aufsatz mit dem Titel Warum sie uns hassen. Mit „sie“ meinte sie die Männer. Warum also der Hass?

    Ateş: Weil Verachtung Hass erzeugt.

    ZEIT: Hass ist aber noch keine Vergewaltigung.

    Ateş: Aber das eine folgt aus dem anderen. Wenn Männer nicht akzeptieren, dass Frauen gleichberechtigt sind, dann müssen sie alle Frauen bekämpfen, die gegen ihre unterwürfige Rolle aufbegehren. El-Tahawy sagt, solche gewalttätigen Männer haben nicht einfach Angst vor Machtverlust, sondern vor dem Verlust einer gottgegebenen Sonderstellung. Für strenggläubige Muslime ist die Revolution der Frauen Blasphemie.

    ZEIT: Und Blasphemie rechtfertigt Gewalt?

    Ateş: Das religiöse Argument der fundamentalistischen Muslime geht so: Gott will, dass ich ein Mann bin und du eine Frau bist. Wenn du Gott widersprichst, dann darf ich Gewalt anwenden.

    ZEIT: Es heißt, die Situation auf dem Tahrir-Platz sei nach dem Freitagsgebet am gefährlichsten.

    Ateş: Absurd, aber wahr. In den Moscheen wird das frauenverachtende Denken legitimiert durch die höchste Autorität. Allah wolle die patriarchale Ordnung. Das schlägt uns feministischen Musliminnen dauernd entgegen. Und wenn wir sagen, dass wir auch gottgewollt sind, geraten die Fanatiker in Rage. Eine Frauenrechtlerin schrieb: Hätte Gott das Kopftuch gewollt, wäre ich damit zur Welt gekommen.

    ZEIT: Vergewaltigungen sind nun kein Privileg von Islamisten. Vergewaltigt wurde in jeder Kultur, zu allen Zeiten.

    Ateş: Ja, weil es eine ultimative Machtgeste ist. Aber ob sie gesellschaftlich akzeptiert und religiös gerechtfertigt wird, macht einen Unterschied. Das gilt natürlich keineswegs nur für den Islam. Aber in Ägypten sind Religion und Politik jetzt eng verbunden. Der Koran soll Gesetz werden. Daraus folgt: Frauen sollen nicht Politik machen, denn das ist gegen ihre Natur. Wenn sie sich widernatürlich verhalten, darf man sie bekämpfen.

    ZEIT: Menschenrechtsorganisationen berichten von einem wiederkehrenden Tatmuster: Die Banden der Vergewaltiger kreisen einzelne Frauen ein, isolieren sie und drängen sie in Seitenstraßen, wo sie sie ausziehen und im Pulk schänden.

    Ateş: Die Vergewaltiger wollen die politischen Aktivistinnen dort treffen, wo sie am empfindlichsten sind, im Intimbereich. Sie fügen ihren Opfern Schmerzen zu, die lebenslang bleiben. Das brennt sich in die Seele. Den Frauen wird gezeigt, wo ihr Platz ist: zu Hause, nicht in der Politik, nicht auf der Straße.

    ZEIT: Glauben Sie, dass die regierenden Muslimbrüder solche Exzesse billigen?

    Ateş: Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie es billigen, aber so tun, als ob sie es verurteilen. Um international bestehen zu können, müssen sie sich distanzieren. Sie unterbinden die Gewalt aber nicht. Die Macht dazu hätten sie. Sie könnten Frauenblocks mit Polizeikräften schützen. Ich war den Muslimbrüdern gegenüber immer misstrauisch, weil sie elementare demokratische Prinzipien ablehnen wie eben Gleichberechtigung oder Freiheit Andersdenkender. Ihr eingeschränkter Freiheitsbegriff speist sich aus der Scharia. Frauen haben dort kein Recht auf Selbstbestimmung, sie haben nur eine Bestimmung im Bezug auf den Mann. Zum Beispiel ist die Zeugenaussage einer Frau nur halb so viel wert.

    ZEIT: Verstehen Sie, dass die Bundesregierung den ägyptischen Präsidenten Mursi empfangen hat?

    Ateş: Nein. Der Westen hat sich wieder einmal als unfähig erwiesen, seine demokratische Position zu verteidigen gegen eine religiöse Partei, die niemals demokratisch sein wird.

    ZEIT:Mursi wurde demokratisch gewählt.

    Ateş: Demokratie bemisst sich nicht allein in Wählerstimmen. Putin wurde gewählt und ist doch ein Diktator. Die Muslimbrüder wurden gewählt und sind doch Fundamentalisten. Warum geben wir das nicht zu? Auch Hitler wurde ja gewählt, um Gottes willen! Wenn wir Mursi ehrenvoll empfangen, verleihen wir ihm Ansehen. Diese Art Diplomatie macht uns im Westen zu Mittätern. Bei Ben Ali und Mubarak war es nicht anders.

    ZEIT: Viele der Kairoer Demonstrantinnen sind selbst muslimisch…

    Ateş: …aber nicht in den Augen der Vergewaltiger! Da sind sie unislamisch, abtrünnig, kriminell.

    ZEIT: Warum hängen auch Frauen dem Islam an, wenn er doch so frauenfeindlich ist, wie Sie sagen?

    Ateş: Sie meinen, warum ich selber Muslima bin?

    ZEIT: Ja.

    Ateş: Weil das Problem nicht der Islam ist, sondern die Unfähigkeit vieler muslimischer Männer, einen zeitgemäßen Glauben zu leben. Zu den Vergewaltigern in Kairo zählen bestimmt auch solche, die nie einen Schritt in die Moschee tun. Aber ihr mangelndes Schuldbewusstsein und ihr Chauvinismus speisen sich aus Kultur und Religion ihres Landes. Ich habe als Anwältin muslimischer Frauen in Deutschland immer wieder den türkischen Spruch gehört: „Der Mann liebt und schlägt.“ Also: Er darf das. Dazu passt die Sure 4 Vers 34: „Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah sie von Natur ausgezeichnet hat.“ Außerdem sagt der Koran: „Und wenn ihr (Männer) fürchtet, dass sie (die Frau) sich auflehnt, dann ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!“ Ein hässlicher Dreischritt: Ermahnung, Liebesentzug, Gewalt. Auf diesen Vers berufen sich nicht nur Fundamentalisten, er prägt die ganze muslimische Welt. (…)

    aus: Evelyn Finger: Gottgewollte Gewalt
    in: DIE ZEIT 16.02.2013

    http://www.zeit.de/2013/07/Islam-Frauen/komplettansicht

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