Petition gegen Beschneidung

الخِتان

al-ḫitān

Beschneidung

Edward von Roy

Mönchengladbach

An den

Deutschen Bundestag

Petitionsausschuss

Berlin

20. Juli 2012

Pet 4-17-07-451-040847

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, Personensorgeberechtigten jede rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung eines Jungen (Zirkumzision) oder eines Mädchens (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) im Hinblick auf die Verwirklichung der körperlichen Unversehrtheit des Kindes oder Jugendlichen bis zu dessen Volljährigkeit zu untersagen. Um dem Individuum die Option auf ein Leben mit unversehrten Genitalien und mit der Option auf eine selbstgeschriebene Biographie zu ermöglichen, insbesondere im Hinblick auf die Entscheidung, ob eine lebenslange Sexualität mit oder ohne Präputium (Junge) oder Klitorisvorhaut (Mädchen) verwirklicht wird, möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen:

§ 1631d

Verbot der rituellen Genitalmutilation

Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.

Begründung

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR, Paris 10.12.1948) und das auf ihr beruhende Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (23.05.1949) richten sich zuallererst an den Menschen als Individuum und nicht, wie in der von Stammesreligion, Rechtspluralismus und Initiationsriten geprägten kulturellen Vormoderne, an den Menschen als Angehörigen eines ethnoreligiösen Kollektivs, in welchem Schamanen oder Theologen juristisch folgenreich definierten oder immer noch definieren, was menschliche Wesensnatur (islamisch fiṭra)[1] oder rituelle Reinheit (ṭahāra)[2] ist.

Die Europäische Union hat sich im Jahr 2000 in ihrer Charta der Grundrechte deutlich zur Umsetzung der Kinderrechte bekannt, Artikel 24 Rechte des Kindes lautet:

(1) Kinder haben Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge, die für ihr Wohlergehen notwendig sind. Sie können ihre Meinung frei äußern. Ihre Meinung wird in den Angelegenheiten, die sie betreffen, in einer ihrem Alter und ihrem Reifegrad entsprechenden Weise berücksichtigt. (2) Bei allen Kinder betreffenden Maßnahmen öffentlicher oder privater Einrichtungen muss das Wohl des Kindes eine vorrangige Erwägung sein.

Da wir körperliche Unversehrtheit und genitale Integrität für wichtig halten, insbesondere auch im Wissen darum, dass im freiheitlich demokratischen Rechtsstaat jeder Jugendliche (Religionsmündigkeit) oder Erwachsene seine Religion jederzeit wechseln kann oder auch ohne Religion leben kann, stellen wir fest, dass es Eltern oder anderen Erziehungsberechtigten nicht zusteht, eine Entscheidung über Vorhandensein, Funktionsfähigkeit und ästhetische Umgestaltung der Genitalien ihres Kindes zu treffen und in ein Ritual einzuwilligen, das lebenslange Spuren der Markierung als Zugehöriger zu einem traditionellen, so genannten kulturkreisbedingten oder religiösen Kollektiv hinterlässt. Auch das ebenfalls in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union genannte „Recht der Eltern, die Erziehung und den Unterricht ihrer Kinder entsprechend ihren eigenen religiösen, weltanschaulichen und erzieherischen Überzeugungen sicherzustellen“, so steht es in Artikel 14 Recht auf Bildung, kann kein Freibrief für eine Beschneidungspraxis sein.

Bereits im März 2006 hat der Europarat den Mitgliedsstaaten nahegelegt, allen Kindern Chancengleichheit zu geben, unabhängig von ihrem Milieu oder familiären Hintergrund.[3] Eine nicht auf eigenen Entschluss, sondern durch den Elternwillen erworbene Genitalmutilation, nicht selten verbunden mit einer seelischen Traumatisierung, trägt eher zur gefühlten Andersartigkeit und zu einer dogmatische Reinheit herstellenden Segregation zu den Milieus der Unbeschnittenen bei und gerade nicht zu Integration und „Chancengleichheit.“

Rituelle Beschneidung (mindestens) der Klitorisvorhaut gilt der schafiitischen Rechtsschule des sunnitischen Islam als religiös verpflichtend (wadschib)[4] und wird im bevölkerungsreichsten muslimischen Land, in Indonesien, von Wohltätigkeitsorganisationen bei nur zu vermutendem hohem Konformitätsdruck öffentlich angeboten und durchgeführt.[5] Auf diese Form der Beschneidung, nach den WHO-Kriterien ist sie eine Female genital mutilation (genauer: eine FGM vom Typ I),[6] kann, ebenso wie Jungenbeschneidung, StGB § 228 angewendet werden: „Wer eine Körperverletzung mit Einwilligung der verletzten Person vornimmt, handelt nur dann rechtswidrig, wenn die Tat trotz der Einwilligung gegen die guten Sitten verstößt.“ Nach dem Rechtsverständnis eines säkularen Rechtsstaats, der sich an den allgemeinen Menschenrechten orientiert, sind weder FGM noch MGM „gute Sitte“, sondern § 223 StGB Körperverletzung.

Was die oft bagatellisierte männliche Beschneidung (Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Wir machen uns ja sonst zur Komikernation“)[7] betrifft, können 14-jährige Jungen nicht als einwilligungsfähig gelten und vermutlich noch nicht einmal 16 jährige, weshalb keine jugendlichen Religionsmündigen, sondern erst Erwachsene ihrer eigenen MGM zustimmen könnten (was sozialpädagogisch, psychologisch oder medizinisch begründet keineswegs pauschal zu empfehlen ist).

Ein Kind, also einen nicht einwilligungsfähigen Menschen ohne medizinischen Grund, sondern lediglich zur Abwehr vermeintlicher böser Geister und Dschinnen oder zur Erlangung des Wohlwollens der elterlich vermuteten Gottheit am Genital zu operieren, finden wir, um Frau Merkels Wort aufzugreifen, tatsächlich nicht „komisch“.

Heute treffen wir auf säkulare Muslime oder auf Ex-Muslime, die das im gegenmodernen und aufklärungsverweigernden[8] Islam von Scharia und Fiqh selbstverständliche Recht der Eltern, den Körper des Kindes im Genitalbereich mit einer kultischen Operation zu verändern, in Frage stellen: „Ich verstehe deshalb die Aufregung um dieses Verbot nicht. Wir, die Muslime in Deutschland, sollten diese jetzige Diskussion als Chance begreifen, endlich bestimmte religiöse Rituale und Traditionen auf den Prüfstand der Demokratie zu stellen“, das sagt Ahmad Mansour, Diplom-Psychologe und Mitglied der Arbeitsgruppe „Präventionsarbeit mit Jugendlichen“ der Deutschen Islam Konferenz (DIK).

Mansour stellt ein auch sozialpädagogisch überzeugendes Qualitätskriterium für eltern- und kinderfreundliche Spiritualität auf: „Die Rechte der Kinder auf individuelle Freiheit zu ignorieren ist bei muslimischen Familien sehr verbreitet, Kinder werden als Mitglieder der Gemeinschaft erzogen und nicht als Individuen. Persönliche Bedürfnisse und Selbstentfaltungsversuche, die der kulturellen und religiösen Vorstellung der Eltern widersprechen, werden systematisch unterdrückt. Ein Verbot der Beschneidung dagegen wäre der wahre Ausdruck der Religionsfreiheit – die man seinen Kindern lässt!“[9]

Auch unter Juden wird das Beschneidungsritual seit und mit Sigmund Freud und Bruno Bettelheim kritisiert. Sehr plausibel argumentiert die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman: „Ich bin zuversichtlich, dass mein Volk so viele lebensbejahende, lebensfreudige und erkenntnisbringende Traditionen hat, dass unsere Identität und kulturelle Selbstachtung ohne Probleme überleben wird, wenn wir über die Beschneidung hinauswachsen, die ein grausames Relikt ist, das ich immer als eine Abweichung vom Herzen meiner Religion empfunden habe.“[10]

Die ohne medizinischen triftigen Grund vorgenommene rein rituelle orthodox-jüdische oder orthodox-islamische Zirkumzision und ebenso die schafiitische Mädchenbeschneidung sind Taten der Gewalt am Kind, gleichzeitig sind sie islamisch verpflichtend als wadschib (wāǧib) oder fard (farḍ). Schafiitische FGM und jüdische sowie gesamtislamische MGM gehören deshalb, auch unter Bezug auf BGB § 1631 (2), wo feststellt wird: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung“, nicht in Deutschlands Kinderzimmer, Festsäle, Krankenhäuser oder Arztpraxen. Die gottgegebenen Gesetze von Halacha oder Scharia missachten das Kindeswohl.

Dass traditionsverliebte oder besonders gottesfürchtige Eltern beteuern, nur das Beste ihres Kindes im Sinne zu haben kann uns eine genitale Mutilation am Kinderkörper nicht billigen lassen, noch weniger die Vermutung der religiösen Wortführer, die Beschneidungsgegner würden wertvolles Kulturerbe vernichten (entsprechend kann aufklärungshumanistische Beschneidungskritik nicht ihrerseits stammeskulturelles Erbe verteidigen, etwa unter Beschwörung des famosen Europäischen oder Christlich-Abendländischen, was Xenophobie oder Antisemitismus ja auch nur sehr dürftig bedecken würde).

Jahrhunderte lang hätte es kaum jemand für möglich gehalten, aber die Sklaverei ist auch weltweit überwunden worden. Ebenso sollte und kann die Jahrtausende alte Kinderbeschneidung global überwunden werden, in Köln, Teheran, Mekka und Jerusalem, auch wenn der beharrliche Doron Rabinovici da anscheinend gar keine Chance sieht: „Die Brit Mila wurde bereits unter Antiochus IV. verboten und in der Sowjetunion erschwert. Aber die Juden hielten daran fest und eine Milliarde Moslems werden ebenfalls nicht davon lassen, bloß weil deutsche Richter es ihnen nicht gestatten.“[11]

Dass es mit dem beschneidungslosen neuen Ritual Brit Shalom (Covenant of Peace) und den Jews against Circumcision eine, zugegebenermaßen noch kleine, Bewegung bewusst jüdischer Zirkumzisionsgegner gibt, deutet Rabinovici, der die Jungenbeschneidung nicht etwa abschaffen will, sondern dem es darum geht, „Schmerzbehandlung und die medizinische Wundversorgung zu verbessern“, den Lesern der Süddeutschen immerhin an. Den MGM-Kritikern, die Rabinovici pauschal ein wenig in die Ecke von Rassismus und Antisemitismus rückt, unterstellt er hintergründig schwelende „Kastrationsangst“ und unter Kindeswohl versteht der Religionsfreund die grundsätzlich begrüßenswerte Frage: „Wäre es nicht sinnvoll, nicht nur an Biologie und Medizin zu denken, sondern auch an das politische Klima, in dem wir leben wollen?“ Ob hierzulande Grundgesetz oder himmlisches Gesetz gelten soll fragen wir uns ebenfalls, und wünschen uns eine Gesellschaft mit ganz vielen Ex-Muslimen, säkularen Juden und säkularen Muslimen und ohne blutige religiöse Riten.

Cahit Kaya, österreichischer Ex-Muslim, begrüßt ein Verbot der medizinisch nicht indizierten Beschneidungen an Kindern: „auf alle Fälle in der gesamten EU … Was die Gläubigen dann im Erwachsenenalter machen, soll in ihrer Entscheidungsfreiheit bleiben.“ Kaya kennt den Gruppenzwang und die Mauer des Schweigens ebenso wie den vielfachen Wunsch nach einer Abkehr vom Sünnet-Ritual: „Oft sieht es hinter den Kulissen ganz anders aus. Aber es wagt niemand, sich gegen seine Religionsgemeinschaft zu stellen. In Wahrheit wären nämlich viele muslimische Eltern sogar froh, wenn ein Beschneidungsverbot kommt. Sie hätten dann einen Vorwand, ihren männlichen Kindern diese Prozedur zu ersparen.“[12]

Seine heutigen gesundheitlichen Belastungen, nämlich Schlafstörungen führt Menschenrechtsaktivist Kaya auf seine als Kind erfahrene Zirkumzision zurück: „Ich wurde von meinen Eltern in ein Krankenhaus gebracht und dort alleingelassen, ohne zu wissen, was mit mir passiert. Das ist für ein Kind sehr belastend. Auch später in der Schule war ich immer der Markierte“[13] (Multikulturalisten könnten jetzt natürlich vorschlagen, gleich alle männlichen Kinder zu beschneiden, damit sich kein Junge mehr als Außenseiter bzw. markiert und stigmatisiert fühlt).

Fuat Sanac, Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft in Wien, fragt im selben Artikel vorwurfsvoll nach außerislamischer Mutilation wie Piercings und Brustvergrößerungen – eine sinnvolle Frage, aber was ist denn, wenn sich der junge Mann das Piercing in der Penisvorhaut anbringen möchte, er aber auf Elternwunsch als Kind religiös beschnitten wurde?

Die rituelle Beschneidung – auch die Jungenbeschneidung – ist Gewalt und zerstört die körperliche Unversehrtheit, und wenn sich die Bundesrepublik einerseits zum kindlichen „Recht auf gewaltfreie Erziehung“ (BGB § 1631 (2)) verpflichtet und andererseits jetzt vor den Forderungen der Vertreter der religiösen Gruppen einknickt, dann und erst dann, sehr geehrte Frau Dr. Merkel, macht sich Deutschland zur „Komikernation“ – und auch beim Verstoß gegen Artikel 24 (3) des Übereinkommen über die Rechte des Kindes, bei der sich die Vertragsstaaten verpflichten „überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind“ abzuschaffen. Die Beschneidung, noch so „fachgerecht“ (Drucksache 17/10331) vorgenommen, formt das Genital auf archaisch tabubefrachteten und angeblich heilssichernden Elternwunsch um, zerstört die genitale Integrität des Kindes und ist ein schädlicher Brauch – bei Mädchen und bei Jungen.

FGM, auch die immer noch bagatellisierte Klitorisvorhautbeschneidung (zu FGM Typ I) sowie MGM sind eine Form körperlicher und seelisch-geistiger Gewaltanwendung, deshalb verbieten sich beide blutige Rituale durch das auch von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnete Übereinkommen über die Rechte des Kindes (UN-Kinderrechtskonvention), wo es in Artikel 19 Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung (1) heißt:

Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenzufügung oder Misshandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Missbrauchs zu schützen, solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormunds oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut.[14]

Der Bundestag ist über die Aktivität der Pro-MGM-Lobby informiert, wie der kulturell gegenmoderne Inhalt der Drucksache 17/10331 beweist,[15] der den muslimischen Säkularen und den Ex-Muslimen in den Rücken fällt und sowieso allen angeblich auch im 21. Jahrhundert auf die Körperideologien und Reinheitsvorstellungen von Halacha oder Scharia zu verpflichtenden und am Genital entsprechend zurecht zu schnitzenden Jungen; wir zitieren den Skandal:

Rechtliche Regelung der Beschneidung minderjähriger Jungen

Der Bundestag wolle beschließen:

Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, im Herbst 2012 unter Berücksichtigung der grundgesetzlich geschützten Rechtsgüter des Kindeswohls, der körperlichen Unversehrtheit, der Religionsfreiheit und des Rechts der Eltern auf Erziehung einen Gesetzentwurf vorzulegen, der sicherstellt, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig ist.

Berlin, den 19. Juli 2012

Volker Kauder, Gerda Hasselfeldt und Fraktion

Dr. Frank-Walter Steinmeier und Fraktion

Rainer Brüderle und Fraktion

Ohne unnötige Schmerzen. Das steht da wirklich. Die integrierte Amputation der Vorhaut gelange ins deutsche Gesetz – für alle dem Ritual zu unterwerfenden Jungen ohne unnötige Schmerzen. Beschnittenes Kindeswohl – mit den auf himmlischen Befehl dazugehörigen nötigen Schmerzen. Wieviel Schmerzen sind jedem, Abrahams Beispiel treu bleibenden bzw. schariapflichtigen Kind denn bitteschön zuzumuten, Generation für Generation?

Womöglich um künftige illegale Hinterhofbeschneider oder schlechte medizinische Standards im Ausland und damit ganz viele medizinische Komplikationen verhindern zu lassen, ruft man also nach der von Ägyptens politischem Handhaben der FGM sattsam bekannten Medikalisierung.

Drucksache 17/10331 begründet so:

Jüdisches und muslimisches religiöses Leben muss weiterhin in Deutschland möglich sein. Die Beschneidung von Jungen hat für Juden und Muslime eine zentrale religiöse Bedeutung.

Herr Kauder, Frau Hasselfeldt, Herr Dr. Steinmeier und Herr Brüderle mit ihren Fraktionen verlangen jetzt nicht etwa von den Innehabern der Deutung dessen, was unter Islamisch oder Jüdisch zu verstehen ist, die Zirkumzision, dieses Fleischopfer im Tempel der elterlichen Selbstvergewisserung und Gewissensberuhigung für die nächsten Jahrtausende in den Bereich des religiös Dezentralen oder Überflüssigen zu verschieben.

Ob jüdisch oder islamisch, die männliche Beschneidung stammt aus der Sozialstruktur und dem Zeitalter der Steinigung der Ehebrecherin. Burka und Steinigung haben im Islam auch eine ziemlich „zentrale religiöse Bedeutung“, glaubt man Islamkennern wie Ayatollah Chomeini, den afghanischen Taliban oder Nigerias Boko Haram. Auch Zia-ul-Haq erklärte die Steinigung für islamisch.[16]

Das Mädchen steht genau so unter dem Schutz des Grundgesetzes wie der Junge, beide haben denselben Rechtsanspruch auf körperliche Unversehrtheit. Drucksache 17/10331 hingegen will den Jungen versehren und das Mädchen nicht.

Was ist mit der authentisch religiösen nämlich echt islamischen FGM, die zwischen Kuala Lumpur und Kurdistan zwar mindestens aus dem Entfernen der Klitorisvorhaut bestehen kann? Diese Form der FGM ist dort und andernorts leider immer noch „sozial akzeptiert“ (so verteidigt Drucksache 17/10331 die MGM). Sie gilt, wie uns der von Saudi-Arabien aus arbeitende Scheich al-Munajjid versichert, auch außerhalb der Rechtsschule der Schafiiten als ehrbare Glaubensfrömmigkeit, je nach elterlichem Wohlwollen mit der völlig islamischen Kappung der Klitoris; und Allah weiß es am besten: „Wenn der Kitzler groß ist, sollte ein Teil von ihm entfernt werden, if the clitoris is large, then part of it should be removed. And Allah knows best.“[17]

„Der Inhalt des Kindeswohls wird im Regelfall von den Eltern bestimmt“ (Drucksache 17/10331), hier könnte Scheich Yusuf al-Qaradawi zustimmen und hat die Mädchen noch nicht einmal vergessen: „Wer jetzt denkt, es sei im Interesse seiner Töchter, sollte es tun, whoever finds it serving the interest of his daughters should do it.“[18]

Mit der durch Kauder, Hasselfeldt, Steinmeier und Brüderle betriebenen Erweckung von Schuldgefühlen unter offensichtlichem Aufgreifen des grausamen und unbedingt zu verurteilenden Holocaust (auch die einzige Demokratie im nahen Osten, den Staat Israel verteidigen wir unbedingt) arbeitet die Andeutung „Jüdisches und muslimisches religiöses Leben muss weiterhin in Deutschland möglich sein“, so, als ob beschneidungskritische Atheisten, Traditionskritiker oder Säkulare, darunter selbstverständlich auch Muslime und Juden (auch in Israel),[19] einen Völkermord planen würden, der jetzt, im letzten Augenblick, nur mit dem deutschen Elternrecht auf jederzeitige Amputation des kindlichen Präputium abzuwenden wäre.

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung äußerte sich Dieter Graumann: „Wir beschneiden männliche Säuglinge seit 4000 Jahren, und wir wollen das auch noch mindestens weitere 4000 Jahre lang tun“.[20] Der Präsident des Zentralrats der Juden führte die Leserschaft gekonnt mit einem – seitdem in der Presse in unzähligen Varianten wiederholten – „Wir brauchen Rechtssicherheit“ in die Irre, in Wirklichkeit hat das Urteil des Kölner Landgerichts (151 Ns 169/11) genau diese eben hergestellt, die Rechtssicherheit nämlich.

Graumann hingegen erblickt einen: „beispiellosen und dramatischen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften.“ Einen „Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht“ des männlichen Kindes und späteren Erwachsenen sieht der Religionsfunktionär nicht. Ein unbeschnittener männlicher Jude ist für den biblischen Schöpfergott ja vielleicht gar kein schlimmer Gräuel, auf Erden und für Herrn Graumann aber sehr wohl.

Die Vorhautbeschneidung (der schafiitischen muslimischen Mädchen oder der muslimischen oder jüdischen Jungen) transportiert patriarchalische Frauen- und Männerbilder. Das Kind hat Schmerzen zu erdulden, der Stamm das Recht, des kindliche Genital zum Bluten zu bringen. Viele Eltern sind gezwungen, das Kind zu belügen mit einem sinngemäßen: Das ist nicht schlimm, oder: Das muss so sein.

Kein Mufti oder Scheich, kein Imam einer deutschen Moschee findet bislang den Mut, zu sagen, dass es ein gelingendes muslimisches Leben auch als männlicher Unbeschnittener geben könne. Drucksache 17/10331 unterstützt diese archaische Norm und will sie in die nächste und übernächste Generation tragen.

Mit der Jungenbeschneidung wird außerdem der heilige Ekel im Herabsehen auf die Kultur der Nichtbeschneider transportiert, die, wie die Unbeschnittenen selbst, im Islam von Scharia und Fiqh als sittlich minderwertig anzusehen sind. Die fromme Muslima soll sich vor dem Gedanken ekeln, mit einem Unbeschnittenen Sex zu haben – genau hier sollten modern denkende Pädagogen (und modern denkende Politiker) sehr wohl aufklärend dazwischenreden.

Die islamische MGM sexualisiert kleine Jungen wie Mädchen gleichermaßen, sie dramatisiert (wie es auch der Hidschab macht) das irdische Sexuelle als Schlachtfeld zwischen Licht und Finsternis, scheuen Engeln und versuchenden Satanen, Weg ins Paradies oder Weg ins Höllenfeuer.

Dieses Menschenbild der mit Koransuren und Hadithen begründeten Homophobie, Misogynie und Entwürdigung der Nichtmuslime will der am 19.07.2012 gestellte Antrag der Fraktionen der CDU/CSU, SPD und FDP (Rechtliche Regelung der Beschneidung minderjähriger Jungen) legalisieren und wird, wenn er nicht verhindert werden kann, auch der bekennende Islamische Religionsunterricht (IRU) demnächst in unsere Lehrer- und Klassenzimmer einbringen.

Kritik an der islamischen MGM darf nämlich auch im IRU offensichtlich nicht bekennend gelehrt werden und traut sich an einer deutschen staatlichen Schule schon seit vielen Jahren kein Lehrer mehr auszusprechen – aus Angst vor Gefährdung des schulischen Friedens. Man beschwört allerdings, gerade in kirchlichen Kreisen, auch lieber ein „friedliches Zusammenleben“,[21] auf Einhaltung der Standards der AEMR und auf ein Zurückweisen des immer noch allzu viele Verfassungen so genannter islamischer Länder prägenden Schariavorbehalts verzichtet man.

Die schariatreuen Islamverbände des Koordinierungsrats (KRM) dürfen den Bekenntnisinhalt des Islamischen Religionsunterricht bestimmen, und da wird es wohl bekennend und versetzungsrelevant heißen: Nach der Sunna (Hadith: Sahih Buchari Nr. 5891)[22] muss jeder Junge beschnitten sein, also auch du! Das ist der kulturelle Standard von Initiationsriten in den Jägerbund und erinnert an das von Nelson Mandela beschriebene Ukwaluka-Beschneidungsritual der Xhosa, bei dem der zum vollwertigen Mann und vollwertigen Menschen Gemachte auszurufen hat: „Ich bin ein Mann – Ndiyindoda!“ Manche der in der folgenden Nacht aufgeweckten Initiierten sollen ihre abgetrennte Vorhaut und damit ihre Jugend eigenhändig begraben; alle werden für einige Zeit als Zeichen ihrer neuen Reinheit am ganzen Körper weiß bemalt.[23]

Deutschlands Politik- und Religionslehrern ist zuzumuten, die Jungenbeschneidung der australischen Aboriginees, afrikanischen Xhosa, Juden oder Muslime nicht zu tolerieren oder gar pauschal zu „integrieren“, sondern unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht des Kindes oder Jugendlichen über den eigenen Körper und die Universalität der Menschenrechte zu kritisieren – aber wie soll das zeitnah funktionieren, wenn das 2012 noch nicht einmal der Deutsche Bundestag wagt?

Das Landgericht Köln beschreibt die lebenslangen Folgen der genitalen Mutilation genau: „Zudem wird der Körper des Kindes durch die Beschneidung dauerhaft und irreparabel verändert.“[24] Über die dauerhaften und vielleicht ebenfalls irreparablen seelischen Folgen der bei der Beschneidung erlittenen Traumatisierung endlich offen zu reden sollte unsere gemeinsame zukünftige Aufgabe sein.

Die gestern im Bundestag hastig thematisierte männliche Beschneidung ist mit nennenswert häufigen, teilweise schweren gesundheitlichen Risiken verbunden; die Quelle nennt und zeigt im Bild Hautbrücken (Skin-bridges), Vernarbungen (Scarring) und Krampfadern (Varicose veins). Die Zirkumzision ist immer eine Schädigung; bei Männern ist die noch so „fachmännisch“ durchgeführte Beschneidung mit einem Verlust von bis zu 75 % an peniler Sensitivität verbunden.[25]

Wir erinnern noch einmal Artikel 24 (3) der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen:

Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.

Eine poetische, aber wichtige Frage sicherlich auch zum Thema Zirkumzision finden wir beim Künstler Herbert Grönemeyer. Auch die Abgeordneten des Bundestags könnten sie sich stellen, wenn sie „im Herbst 2012 unter Berücksichtigung der grundgesetzlich geschützten Rechtsgüter des Kindeswohls, der körperlichen Unversehrtheit, der Religionsfreiheit und des Rechts der Eltern auf Erziehung“ (Drucksache 17/10331) über den gestern eingeforderten Gesetzentwurf und damit für oder gegen eine Legalisierung der Jungenbeschneidung abstimmen werden.

Wann ist ein Mann ein Mann?

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

[1] Muhammad said that there are five acts of fitra. (Editor’s note: The translated hadith collections say that following fitra means adhering to the tradition of the prophets, taking the right path or following Islam.) The five acts of fitra enumerated by Muhammad are: circumcision, shaving one’s pubic hair, plucking out the hair under one’s armpits, cutting one’s nails and clipping one’s moustache to keep it short. It was reported that the last four of these should not be neglected for more than forty nights.

In one hadith, there are ten acts of fitra listed: those above excluding circumcision and six more: letting one’s beard grow, using a tooth-stick, snuffing up water into one’s nose, washing the joints of one’s fingers, cleaning one’s private parts with water and rinsing one’s mouth.

Yomatari’s Laws of Religion

Laws of Islam Concerning Ritual Purity and Cleanliness

from the Holy Qur’an, major hadith collections

and Islamic jurisprudence

http://www.religiousrules.com/Islampurity09grooming.htm

Die Beschneidung im islamischen Rechtssystem (Fiqh)

Die Beschneidung ist eine Pflicht jedes Vaters. Er muss die Beschneidung durchführen (lassen).

Bei der Beschneidung gilt, dass mind. die Hälfte der Vorhaut entfernt werden muss.

Nach den vier Rechtsschulen des Islam (Ebu Hanifa, Safi-i, Malik-i, Hanbeli) gilt über hitan folgendes:

Bei Ebu Hanifa und Malik-i gilt die Beschneidung als Sünnet-i müekkede (ein auf der Sunna beruhender, über das Pflichtmaß hinausgehender Akt der Gottesverehrung, dessen Unterlassung ungehörig ist). Das bedeutet eine unbedingte Sunna.

Für Hanbeli hingegen ist es für die Männer ein Vacib [wadschib, farḍ]

Für Safi-i ist die Beschneidung ein Vacib.

ENFAL

http://www.enfal.de/hitan.htm

wadschib (farḍ)

http://www.eslam.de/begriffe/r/religioeses_verpflichtung.htm

Farḍ. In Indonesian, wajib also means obligatory, since the word is derived from Arabic.

http://en.wikipedia.org/wiki/Wajib

The point here is that the religion of Allaah is haneefiyyah (pure monotheism) which fills the heart with knowledge and love of Him and sincerity towards Him, and worship of Him alone with no partner or associate, and which marks the body with the characteristics of the fitrah, namely circumcision, removal of the pubic hair, trimming the moustache, cutting the nails, plucking the hair from the armpits, rinsing the mouth, rinsing the nose, using the siwaak (toothbrush made from twigs from a certain tree) and cleaning oneself after elimination of urine or faeces.

So the fitrah of Allaah is manifested in the hearts of the haneefs and on their bodies.

(Tuhfat al-Mawdood bi Ahkaam al-Mawlood by Ibn al-Qayyim, p. 351)

http://www.islam-qa.com/en/ref/7073

[2] TAHARA (Cleanliness or Purification)

Islam requires physical and spiritual cleanliness. On the physical side, Islam requires Muslims to clean their bodies, clothes, houses, and community, and they are rewarded by God for doing so. While people generally consider cleanliness desirable, Islam insists upon it and makes it an indispensable fundamental of religious life. In fact, books on Islamic jurisprudence often contain a whole chapter on this very requirement.

http://www.thewaytotruth.org/pillars/tahara.html

The Holy Qur’an does not impose an obligation on parents to circumcise their children, but the prophet Mohammed is reported to have stated that „Circumcision is a sunnah (customary or traditional) for the men. Most references to male circumcision occur in the examples and traditions of the Prophet (peace be upon him). Therefore the scholars strongly recommend circumcision for male.

From this point of view, traditionally, adult male converts to Islam are encouraged to undergo the operation.

Furthermore, besides submission to the Will of God, male circumcision is an important ritual aimed at improving cleanliness. Therefore, in Arabic, circumcision is also known as tahara, meaning purification or cleanliness.

Islam strongly emphasises cleanliness and purification both spiritual and physical. The mental and spiritual purification cleanses the heart while the social and physical purification cleanses the body as in circumcision. It also indicate that circumcised males are regarded as more pure (clean).

Although circumcision is not one of the Five Pillars of the Faith, which consist of: the profession of faith, daily prayer, fasting at Ramadan, giving money to the poor (charity), and the pilgrimage to Mecca. However, this ritual is an act of purification and connects the person to the Prophet Ibraheem (peace be upon him) and his religion, Islam.

The Qur’an says: „Allah does not want to place burden on you. Rather, He wants to purify you and to complete His favours to you so that you may be grateful.“ [The Holy Qur’an 5:7]

The Hadith, the acts and the approvals of the Prophet Muhammad (peace be upon him) together constitute the Sunnah. This is the second source of Islamic Law.

http://convertingtoislam.com/circum.html

[3] In March 2006, the European Council requested the Member States “to take necessary measures to rapidly and significantly reduce child poverty, giving all children equal opportunities, regardless of their social background”.

Towards an EU Strategy on the Rights of the Child

Brussels, 4.7.2006

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2006:0367:FIN:EN:PDF

[4] Circumcision is obligatory upon men and women according to us (i.e. the Shafi’is). (Majmu’ of Imam An-Nawawi 1:164) The circumcision is wajib upon men and women according to the rājih qawl of Shāfi’ī madhhab. Answered by: Sidi Abdullah Muḥammad al-Marbūqī al-Shāfi’ī. Checked by: Al-Ustāż Fauzi ibn Abd Rahman

Clarification: Shaykh Nuh Keller translates and comments in his Reliance of the Traveller:

“Circumcision is obligatory (Shaykh ‘Umar Barakat: for both men and women. For men it consists of removing the prepuce from the penis, and for women, removing the prepuce (Ar. bazr) of the clitoris (Shaykh Nuh Keller: not the clitoris itself, as some mistakenly assert).”

Shafi’i Institute

http://www.shafiifiqh.com/what-is-the-ruling-on-circumcision-for-women/

In the Shafi’i Scool, circumcision is necessary for both men and women. (Sharh al-Muhadhdhab v. 1, p. 300) It is recommended for a child’s guardian to circumcise it during infancy, while not obligatory. It is obligatory that one be circumcised after reaching puberty. (Ibid p. 302-03)

http://www.shafiifiqh.com/is-delaying-circumcision-past-puberty-a-sin/

[5] A Cutting Tradition. By SARA CORBETT. The New Yok Times. Published: January 20, 2008

http://www.nytimes.com/2008/01/20/magazine/20circumcision-t.html

Inside a Female-Circumcision Ceremony. Photo: Stephanie Sinclair

http://www.nytimes.com/slideshow/2008/01/20/magazine/20080120_CIRCUMCISION_SLIDESHOW_index.html

[6] Clitoridectomy: partial or total removal of the clitoris (a small, sensitive and erectile part of the female genitals) and, in very rare cases, only the prepuce (the fold of skin surrounding the clitoris).

http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs241/en/

FGM is classified in 4 types: type I involves excision of the prepuce with or without excision of part or all of the clitoris; Female genital mutilation is usually done without anesthesia and in poor conditions by elderly women specially designated for this task. This may lead to unintended additional damage, even after type I FGM, with the development of subsequent complications. Our study documents the occurrence of long-term sequelae after type I FGM. The long duration of symptoms reflects the amount of unnecessary anxiety, shame, and fear these girls and women felt before seeking medical care. Therefore, an increased awareness of long-term complications after type I FGM is necessary.

Epidermal clitoral inclusion cyst after type I female genital mutilation

Abdulrahim A. Rouzi, FRCSC, Othman Sindi, FRCSC, Bandar Radhan, Facharzt, and Hassan Ba’aqeel, FRCSC

Jeddah, Saudi Arabia

http://ipac.kacst.edu.sa/edoc/2004/142869.1-20040300096.pdf

[7] Merkel – „Wir machen uns zur Komikernation“

http://www.welt.de/politik/deutschland/article108304605/Merkel-Wir-machen-uns-zur-Komikernation.html

[8] Lamya Kaddor, die islamische Religion unterrichtet und bis vor kurzem die vakante Professur an der Universität Münster vertrat, empört eine solche Position. „Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“, sagt sie. Das Ergebnis sei das Gleiche: eine zeitgemäße Religionspraxis und ein friedvolles Miteinander mit anderen Gruppen. Als Muslima zweifele sie aber „nicht daran, dass stimmt, was im Koran steht“. Quelle: CIBEDO – Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz

http://www.cibedo.de/islamischer_religionsunterricht.html

[9] „Viel zu lang hat der Staat keine klare Position bezogen, viel zu lang haben die muslimischen Verbände diese Auseinandersetzung vermieden und nur emotional reagiert. Es ist für uns Muslime höchste Zeit, den Mut aufzubringen, diese Diskussion innerislamisch zu führen und dabei in Kauf zu nehmen, uns eventuell von dem einen oder anderen unserer Rituale zu verabschieden. Das Vorhaben der deutschen Regierung, kurzfristig eine gesetzliche Regelung zur Legalisierung religiöser Zwangsbeschneidungen von Kindern zu erlassen, setzt da leider genau das falsche Signal.“

Ahmad Mansour. WELT 18.07.2012

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article108321226/Muslime-muessen-endlich-offener-diskutieren.html

[10] Entschieden wehrte sich Schmidt-Salomon gegen die häufig anzutreffende Bagatellisierung der Vorhautbeschneidung: „Zwar ist die Vorhautbeschneidung bei Jungen in ihren Auswirkungen nicht vergleichbar mit der Klitorisverstümmelung bei Mädchen, dennoch handelt es sich, wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß, um eine höchst unangenehme, schmerzreiche Prozedur, selbst wenn sie unter besten medizinischen Bedingungen erfolgt. Kein Kind sollte dieses Leid erfahren müssen, es sei denn, es liegen eindeutige medizinische Gründe für den Eingriff vor.“ Erwachsene könnten für sich selbst die Entscheidung treffen, ob sie aus religiösen Gründen beschnitten werden möchten, sie dürften diese Entscheidung jedoch nicht für ihre Kinder treffen. „Wenn Bundeskanzlerin Merkel meint, Deutschland mache sich mit einem Beschneidungsverbot zu einer ‚Komikernation‘, zeigt dies nur, dass sie sich mit den Problemen der Zirkumzision nicht ernsthaft beschäftigt hat und religiösen Vorurteilen höheres Gewicht beimisst als dem Kindeswohl.“

http://hpd.de/node/13768

[11] Doron Rabinovici, Süddeutsche 11.07.2012

http://www.sueddeutsche.de/kultur/kritik-an-ritueller-beschneidung-im-hintergrund-schwelen-kastrationsaengste-1.1408075

„Eine Milliarde Moslems werden ebenfalls nicht davon lassen.“

http://www.sueddeutsche.de/kultur/kritik-an-ritueller-beschneidung-im-hintergrund-schwelen-kastrationsaengste-1.1408075-2

Doron Rabinovici, 1961 in Tel Aviv geboren, lebt seit 1964 in Wien. Er ist Schriftsteller, Essayist und Historiker. … 2007 Willy und Helga Verkauf-Verlon Preis des DÖW für österreichische antifaschistische Publizistik [DÖW = Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes]

http://www.rabinovici.at/bio.html

DÖW – Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

http://www.doew.at/

[12] Brigitte Warenski: „Viele Eltern für Beschneidungsverbot“. Tiroler Tageszeitung vom 16.07.2012

http://www.exmuslime.at/%E2%80%9Eviele-eltern-fur-beschneidungsverbot/

[13] Noch heute fühle er sich manchmal ausgeliefert – was ihm schlaflose Nächte bereitet. Kaya will helfen, anderen Kindern dieses Schicksal zu ersparen. Gemeinsam mit der Initiative gegen Kirchenprivilegien machte er Dienstag gegen die Beschneidung von Kindern mobil – womit die deutsche Debatte endgültig nach Österreich übergeschwappt ist.

Kurier vom 17.07.2012

http://kurier.at/nachrichten/4503967-beschneidung-was-ist-mit-piercing.php

[14] Übereinkommen über die Rechte des Kindes (UN-Kinderrechtskonvention)

http://www.auswaertiges-amt.de/cae/servlet/contentblob/358176/publicationFile/3609/UNkonvKinder1.pdf

[15] Drucksache 17/10331 vom 19.07.2012 (elektronische Vorab-Fassung)

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/103/1710331.pdf

[16] The Federal Sharia Bench declared rajm, or stoning, to be un-Islamic; Zia-ul-Haq reconstituted the court, which then declared rajm as Islamic. …

Pakistan. Zia-ul-Haq’s Islamization. Blasphemy Laws. Description, Penalty.

298A Use of derogatory remarks etc., in respect of holy personages 3 years imprisonment, or with fine, or with both

295B Defiling, etc., of Quran Imprisonment for life

295C Use of derogatory remarks, etc.; in respect of Muhammad Death and fine

http://en.wikipedia.org/wiki/Zia-ul-Haq%27s_Islamization

[17] Ibn Qudamah (may Allah have mercy on him) said, in his book al-Mughni:

Circumcision is obligatory for men, and it is an honour for women, but it is not obligatory for them. This is the opinion of many scholars. (Imam) Ahmad said: For men it is more strictly required, but for women it is less strictly required.“ (al-Mughni 1/70).

Circumcision of the female consists of the removal of a part of the clitoris, which is situated above the opening of the urethra. The Sunnah is not to remove all of it, but only a part. (al-Mawsu‘ah al-Fiqhiyyah 19/28).

In this matter, it is wise to follow the interests of the female: if the clitoris is large, then part of it should be removed, otherwise it should be left alone. This size of the clitoris will vary from woman to woman, and there may be differences between those from hot climates and those from cold climates.

A hadith on the topic of female circumcision has been attributed to the Prophet (Peace and Blessings of Allah be upon Him), according to which he said: „Circumcision is a Sunnah for men, and an honour for women,“ but there is some debate as to the authenticity of this hadith. See Silsilah al-Ahadith al-Da‘ifah by al-Albani, no. 1935.

How circumcision is to be performed is mentioned in the hadith narrated by Umm ‘Atiyah, may Allah be pleased with her, according to which a woman used to perform circumcisions in Madinah. The Prophet (Peace and Blessings of Allah be upon Him) told her: „[La tanhaki (ikhtafidna wa-la tanhikna)] Do not abuse (i.e. do not go to extremes in circumcising); that is better for the woman and more liked by her husband.“ (Reported by Abu Dawud in al-Sunan, Kitab al-Adab; he said this hadith is da’if [ḍaʿīf, weak, schwach]

Islam Q&A

Sheikh Muhammed Salih Al-Munajjid

http://islamqa.info/en/ref/427/circumcision

[18] Sheikh Yusuf al-Qaradawi is the Sunni Islamic world’s foremost Shariah scholar. He is the head of the International Association of Muslim Scholars and European Council for Fatwa and Research [ECFR]. … Qaradawi, who has been described as the Muslim Brotherhood’s spiritual and ideological leader, issued a fatwa asserting that “circumcision is better for a woman’s health and it enhances her conjugal relation with her husband” and that, “ whoever finds it serving the interest of his daughters should do it, and I personally support this under the current circumstances in the modern world.”

http://sheikyermami.com/2012/04/22/female-genital-mutilation-is-part-of-the-sunna-of-the-prophet-part-ii/

[19] Brit Shalom is a non-cutting naming ceremony which replaces Brit Milah (ritual circumcision) for newborn Jewish boys. It is not intended for boys who have previously been circumcised in a hospital. It can be similar to the naming ceremony traditionally used for baby girls. It may be performed by a Rabbi or other experienced lay leader. If desired, celebrants can aid parents in devising their own ceremony. It has also been termed Alternative Brit (or Bris), Brit B’li Milah (Covenant without cutting) and Brit Chayim (Covenant of Life).

Not all the celebrants listed are opposed to Brit Milah. However, they are all committed to providing service to families unwilling to circumcise their sons, by officiating at Brit Shalom ceremonies. This list is continually being updated.

http://www.circumstitions.com/Jewish-shalom.html

JAC, Jews Against Circumcision, is a diverse group of Jews from every english-speaking country on the planet. We range in observance from Secular Jews to Orthodox. We even have some Rabbis in our group. We also consist of people from every socio-economic class and education level.

We have come to realize that mutilating a male’s genitalia in the name of religion is not acceptable. We are not superstitious and uneducated people anymore. No loving God would demand this. It is ridiculous to think so.

As you read through this website, you will see the various arguments: medical, Jewish, sexual, etc. to not circumcise. Please read and think about the content of this website. You’ll be doing a mitzvah.

Brit Shalom, Covenant of Peace, is the only acceptable naming ceremony in the modern age.

http://www.jewsagainstcircumcision.org/

[20] Nach dem Bekanntwerden des Kölner Urteils am 26. Juni, wonach Beschneidung aus religiösen Gründen strafbar sei, handelte der Zentralrat der Juden schneller als die muslimischen Verbände. Noch am gleichen Tag teilte er mit, das Urteil stelle einen „beispiellosen und dramatischen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften“ dar. Der Koordinationsrat der Muslime hingegen war zunächst nicht sprachfähig.

FAZ vom 17.07.2012, Uta Rasche: Lobbyarbeit mit Kollateralnutzen

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/beschneidung-lobbyarbeit-mit-kollateralnutzen-11823361.html

[21] CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGEN FÜR EIN FRIEDLICHES ZUSAMMENLEBEN VON MUSLIMEN UND CHRISTEN IN INDONESIEN

Pfarrerin Ati Hildebrandt Rambe

http://www.bruecke-nuernberg.de/pdf/weltreise/Christen%20und%20Muslime%20in%20Indonesien.pdf

Angesichts wachsender gesellschaftlicher Spannungen in Nigeria unterstrich Zollitsch während der Begegnung seine Solidarität mit den Christen des afrikanischen Landes. „Ein friedliches Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen ist notwendig. Nigeria ist eine Nation, die zum Dialog aller gesellschaftlichen und religiösen Gruppen fähig ist. Der Alltag ist aber immer wieder gefährdet“, so Zollitsch.

http://www.katholisch.de/Nachricht.aspx?NId=5191

KNA 02.01.2012 — Vatikanstadt (KNA) Papst Benedikt XVI. hat in seiner Neujahrspredigt ein friedliches Zusammenleben der Völker, Kulturen und Religionen der Welt gefordert.

http://www.cibedo.de/sanktegidio119133786366013385620.html

[22] Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Zur Fitra gehören fünf Dinge: Die Beschneidung, das Abrasieren der Schamhaare, das Kurzschneiden des Schnurrbarts, das Schneiden der (Finger- und Fuß-) Nägel und das Auszupfen der Achselhaare.

http://islamische-datenbank.de/option,com_buchari/action,viewhadith/chapterno,70/min,20/show,10/

[23] Just after the surgeon, inchibi, cuts the foreskin, he says to the initiate, “Yithi uyindoda,” or “Say: you’re a man!” At which point the initiate shouts, “ Ndiyindoda!” or “I’m a man!” In addition to this verbal recognition of the boy’s status as a young man, the young man also receives a new name. … The first midnight following the circumcision, the abakwetha are woken and sent out of the hut into the dark of the night to bury their foreskin. In Mandela’s words, “The traditional reason for this practice was so that our foreskins would be hidden before wizards [Anm.: Zauberer, Hexenmeister] could use them for evil purposes, but, symbolically, we were also burying our youth.”

The next weeks or months are spent together as abakwetha secluded from regular society in the itonto. During this time of physical healing the young men are brought further into manhood by learning the histories and mysteries of the Xhosa men. During this time of seclusion, the young men are smeared with a white clay or chalk as a symbol of their new purity.

Samuel D. Giere, PhD: “This is my world!” Son of Man (Jezile) and Cross-Cultural Convergences of Bible and World

http://www.wartburgseminary.edu/uploadedfiles/Campus_Community/Faculty_Course_Materials/Giere/S%20D%20Giere%20-%20This%20is%20my%20world%20-%20Son%20of%20Man%20and%20Cross-Cultural%20Convergences%20of%20Bible%20and%20World%20-%20SBL%20-%20Nov%202010.pdf

[24] Kölner Landgericht Az. 151 Ns 169/11

http://adam1cor.files.wordpress.com/2012/06/151-ns-169-11-beschneidung.pdf

[25] Intact men enjoy four times more penile sensitivity than circumcised men, according to the „Fine-touch Pressure Thresholds in the Adult Penis“ article published today in the British Journal of Urology International.

http://www.nocirc.org/touch-test/touchtest.php

P H O T O G A L L E R Y – Introduction to the natural, intact penis

To fully appreciate the damage caused by circumcision, one must understand how the natural, intact penis should look and function. The photos on this page show the way that Nature/God intended the human penis to look and function.

Exterior Appearance of the Natural Penis (Flaccid)

Just as the female genitalia exhibit a wide variety of appearances of the labia and female foreskin (see the book „Femalia“), so too does the male foreskin reveal a wide variety of length, thickness and coloration. In the adult male, the foreskin accounts for 1/3 to 1/2 of the skin system of the penis, or about 15 square inches of erogenous inner and outer foreskin tissue.

http://www.circumcisionharm.org/gallery%20intact.htm

P H O T O G A L L E R Y O F D A M A G E – Page 1

Images here reveal both routine and extraordinary damage from circumcision in infancy or childhood (physical damage only).

It does not account for adverse sexual, emotional/psychological, spiritual or self-esteem outcomes from the physical damage.

While the extremes of male and female genital cutting may differ in the effects upon individuals, one common denominator is the fact that no matter how „serious“ or „minor“ the public may perceive the differences in harm to be, the damage is often an all-consuming issue to the individual who must live with the loss of their inherent genital integrity, especially when the genital loss and scars were imposed on them when they could not consent, refuse or escape.

http://www.circumcisionharm.org/gallery1.htm

http://www.circumcisionharm.org/gallery2.htm

http://www.circumcisionharm.org/gallery3.htm

http://www.circumcisionharm.org/gallery4.htm

http://www.circumcisionharm.org/gallery5.htm

A Gallery of Circumcisions

Hautbrücken 1. Skin-bridges

http://www.circumstitions.com/Restric/Botched1sb.html

Vernarbungen 3. Scarring

http://www.circumstitions.com/Restric/Botched3sc.html

Krampfadern 5. Varicose veins

http://www.circumstitions.com/Restric/Botched5va.html

Edward von Roy

Mönchengladbach

DEUTSCHER BUNDESTAG

Sekretariat des Petitionsausschusses

Berlin

17.09.2012

Pet 4-17-07-451-040847

Herr Kollege Beck, Sie wissen, dass das Bundesverfassungsgericht schon 1968 festgestellt hat, dass Kinder Grundrechtsträger sind, und zwar ohne Einschränkung

Marlene Rupprecht (SPD) am 19. Juli 2012, Plenarprotokoll 17/189

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die Vergabe des Aktenzeichens (Petitionsnummer) für meine Petition vom 20. Juli 2012. Sie schreiben:

Zu der von Ihnen vorgetragenen Thematik liegen dem Petitionsausschuss bereits Zuschriften anderer Bürgerinnen und Bürger vor. Ermittlungen hierzu sind eingeleitet worden. Ihre Ausführungen werden in diese Ermittlungen einbezogen und gemeinsam mit den anderen Petitionen beraten.

Der Deutsche Bundestag wird auf Empfehlung des Petitionsausschusses zu diesen Petitionen einen Beschluss fassen, der Ihnen mitgeteilt wird.

Bitte haben Sie Verständnis, dass in diesem Beschluss zu den Zuschriften vieler Bürgerinnen und Bürger nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im Einzelnen eingegangen werden kann.

Unzufrieden und sehr besorgt bin ich darüber, dass meine Eingabe unter Besonderer Teil des Strafgesetzbuches einsortiert worden ist; hier könnte (Mehrfachpetition bzw. sogar Massenpetition) eine mir unbekannte Leitpetition sozusagen das Gleis, den Kanal bestimmt haben.

Ich habe aber unmissverständlich vom BGB gesprochen, und gar nicht vom StGB:

möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen: § 1631d Verbot der rituellen Genitalmutilation

Ich bitte deshalb hiermit den Petitionsausschuss, meine Eingabe unter BGB / Familienrecht zu verbuchen – und bin da auch sehr gerne Leitpetition. Dann gibt es eben mehrere Leitpetitionen, eine im StGB und (m)eine im BGB und gerne noch weitere.

Ich bin weiterhin etwas verärgert und sehr besorgt, da, wie Sie selbst schreiben: “nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im Einzelnen eingegangen werden kann”, dass auf meine Argumente wie schafiitische FGM, Jungenbeschneidung bei Xhosa und Aboriginees sowie Scharia-Totalität nicht “eingegangen” werden wird oder dass Elterliche Fürsorge / Inhalt und Grenzen der Personensorge (§ 1631 BGB) zum bloßen “Aspekt” herabgestuft wird, auf den dann nicht “eingegangen werden kann.”

Eine pauschale Ungleichbehandlung von FGM Typ I und Zirkumzision wäre, da grundrechtswidrig, nicht zu akzeptieren; zumal bei einer legalisierten Jungenbeschneidung die “milde Sunna”, wie sie etwa die Assalaam Foundation in Indonesien öffentlich praktiziert, (mit Betäubung) auch in Deutschland statthaft sein müsste.

Der Ethikrat sendet leider auch bereits die grundgesetzwidrigen falschen Signale, nur Reinhard Merkel bleibt fast grundgesetzkonform:

Die frühkindliche Beschneidung ist ein massiver körperlicher Eingriff in die geschützte, verfassungsrechtlich geschützte physische Integrität des Kindes. … Lassen Sie mich ganz deutlich sagen, dass das Recht auf Religionsfreiheit auf gar keinen Fall ein Recht gewährt, unmittelbar in den Körper anderer Personen einzudringen. Es geht ganz primär um das elterliche Sorge- und Erziehungsrecht.

Genau, und über dieses Recht wacht die staatliche Gemeinschaft; und so richtet sich meine Petition auf § 1631 BGB.

Leider mogelt sich Rechtswissenschaftler Merkel im selben Interview dann doch zur umfassenden Betäubung des Kindes durch, dem dann die nur Sekunden eher noch zugestandene körperliche Unversehrtheit im Namen der elterlichen Frömmigkeit, Traditionspflege und (juristisch falsch verstandenen) Fürsorge geraubt werden dürfe.

Der Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie liegt da natürlich falsch und weiß das, und der Bundestag weiß das auch und wird in den nächsten Wochen einen Gesetzentwurf einbringen, der den Zirkumzisionsfreunden Angela Merkel und Volker Beck sowie dem Ethikrat argumentativ folgt. Das Parlament wird dann, so ist jetzt zu befürchten, dem Druck der global und gegenmodern aktiven religiösen Lobbygruppen nachgeben, nicht zuletzt den legalistischen Parteigängern der Scharia.

Dann hätte sich das angeblich vom Himmel herab gekommene, frauenfeindliche und kinderfeindliche Islamische Recht nicht bewegt und das Grundgesetz nachgegeben. Das ist im säkularen Staat zu verhindern.

Zur ebenfalls bleibend grundgesetzwidrigen jüdischen Zirkumzision (Brit Mila) an Neugeborenen möchte der Petitionsausschuss bitte die angefügten drei Quellen Dr. Paul D. Tinari; David B. Chamberlain Ph. D. und Mosheh ben Maimon genannt Moses Maimonides zur Kenntnis nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

Q u e l l e n

A neurologist who saw the results to postulated that the data indicated that circumcision affected most intensely the portions of the victim’s brain associated with reasoning, perception and emotions. Follow up tests on the infant one day, one week and one month after the surgery indicated that the child’s brain never returned to its baseline configuration. In other words, the evidence generated by this research indicated that the brain of the circumcised infant was permanently changed by the surgery.

Dr. Paul D. Tinari, Ph. D.

http://www.drmomma.org/2009/10/mri-studies-brain-permanently-altered.html

In a definitive study of the types and degrees of crying during circumcision, psychologists and physicians at Washington University in St. Louis measured cries in exhaustive detail (Porter, Miller, & Marshall, 1986). They discovered that crying correlated with the invasiveness of the surgery. For the thirty babies in the study the frequency of cries shot up from 224 in the ten minutes before restraint, to 1,817 cries during the three minutes of lysis. There were almost as many cries in the following two minutes of clamping, pulling, and cutting.

Detailed sound portraits (spectrograms) of cries at different stages of the operation were easily sorted into separate piles by strangers who did not know what they were looking at. The variation and urgency of cries was obvious to adult judges who were listening. The degree of urgency matched the stages of wsurgical invasiveness and unmistakably represented degrees of infant pain.

Babies Remember Pain

David B. Chamberlain Ph. D.

PRE- AND PERI-NATAL PSYCHOLOGY, Volume 3, Number 4: Pages 297-310, Summer 1989.

http://www.cirp.org/library/psych/chamberlain/

The bodily injury caused to that organ is exactly that which is desired; it does not interrupt any vital function, nor does it destroy the power of generation. Circumcision simply counteracts excessive lust; for there is no doubt that circumcision weakens the power of sexual excitement, and sometimes lessens the natural enjoyment: the organ necessarily becomes weak when it loses blood and is deprived of its covering from the beginning. Our Sages (Beresh. Rabba, c. 80) say distinctly: It is hard for a woman, with whom an uncircumcised had sexual intercourse, to separate from him. This is, as I believe, the best reason for the commandment concerning circumcision. And who was the first to perform this commandment? Abraham, our father! …

This law can only be kept and perpetuated in its perfection, if circumcision is performed when the child is very young, and this for three good reasons. First, if the operation were postponed till the boy had grown up, he would perhaps not submit to it. Secondly, the young child has not much pain, because the skin is tender, and the imagination weak; for grown-up persons are in dread and fear of things which they imagine as coming, some time before these actually occur. Thirdly, when a child is very young, the parents do not think much of him; because the image of the child, that leads the parents to love him, has not yet taken a firm root in their minds. That image becomes stronger by the continual sight; it grows with the development of the child, and later on the image begins again to decrease and to vanish. The parents’ love for a new-born child is not so great as it is when the child is one year old; and when one year old, it is less loved by them than when six years old. The feeling and love of the father for the child would have led him to neglect the law if he were allowed to wait two or three years, whilst shortly after birth the image is very weak in the mind of the parent, especially of the father who is responsible for the execution of this commandment. The circumcision must take place on the eighth day (Lev. xii. 3), because all living beings are after birth, within the first seven days, very weak and exceedingly tender, as if they were still in the womb of their mother; not until the eighth day can they be counted among those that enjoy the light of the world. That this is also the case with beasts may be inferred from the words of Scripture: “Seven days shall it be under the dam” (Lev. xxii. 27), as if it had no vitality before the end of that period. In the same manner man is circumcised after the completion of seven days. The period has been fixed, and has not been left to everybody’s judgment.

The Guide of the Perplexed, Teil III, Kapitel XLIX

Moses Maimonides

Dalālat al-ḥā`irīn, hebräisch als More nevuchim, Führer der Unschlüssigen. Maimonides Hauptwerk entstand ungefähr zwischen dem Jahr 1176 und 1190 oder 1200

http://www.sacred-texts.com/jud/gfp/gfp185.htm

The Guide of the Perplexed, Übersetzung M. Friedländer (1903)

http://www.sacred-texts.com/jud/gfp/gfp185.htm

DEUTSCHER BUNDESTAG

Petitionsausschuss

Pet 4-17-07-451-040847

(Bitte bei allen Zuschriften angeben)

Herrn

Edward von Roy

Mönchengladbach

27.09.2012

Betr.: Besonderer Teil des Strafgesetzbuches

Bezug: Ihre E-Mail vom 18.09.2012

Sehr geehrter Herr von Roy,

für Ihr Schreiben danke ich Ihnen.

Aus arbeitsorganisatorischen Gründen ist eine Änderung der Struktur in Ihrem Sinne leider nicht möglich.

Inhaltlich werden selbstverständlich alle von Ihnen eingebrachten Aspekte geprüft.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

( … )

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31 Antworten to “Petition gegen Beschneidung”

  1. Querverweis Says:

    Bei all meinen Besuchen in dem Salon, sei es um meine Haare von ihm schneiden zu lassen, oder um meinen Großvater dorthin zu begleiten, weil der Salon für ihn ein Treffpunkt war, hatte ich gemischte Gefühle. Einerseits ein angenehmes, andererseits ein beängstigendes Gefühl. Angenehm, weil ich es schön fand, dorthin zu gehen, um meine ersten Zuhörer zu begeistern. Denn die alten Leute, die dort zum Plaudern saßen, entdeckten früh meine Lust zu erzählen. Dorthin zu gehen, bedeutete für mich eine Gelegenheit, meine Erzählungskünste auszuprobieren, Geschichten zu erzählen, die in der Mehrzahl von mir erfunden wurden, was bei den Greisen erstaunlicherweise auf Aufmerksamkeit stieß, ja ihnen sogar Freude bereitete. Andererseits hatte ich immer Angst, dass mir passieren würde, was zwei meiner Onkel väterlicherseits passiert ist. Sie starben kurz nach ihrer Beschneidung. Und bei wem? Bei Qâsim. …

    Klar, weder meine Großeltern, noch jemand anderer sprach von Qâsims Schuld am Tod meiner Onkel. Man sagte, sie seien an Entzündungen gestorben, sie hätten Fieber gehabt und schließlich war dies der Wille Gottes und nicht etwa die unhygienischen Bedingungen ihrer Beschneidung, oder die nicht desinfizierten, ja primitiven Geräte. Ich war noch nicht beschnitten, als mein Großvater mich zum “Barbiersalon Qâsim” mitnahm und hatte Angst, dass ich zur Beschneidung bei ihm lande. Damals wusste ich nicht, dass er dies gar nicht mehr betreiben durfte. …

    Ich wusste, dass ich früher oder später beschnitten werden musste, aber trotzdem war ich überrascht und bedauerte den drohenden Verlust meiner Vorhaut, mit der ich vor meinen Freunden angegeben hatte. Ich fühlte mich anders, und auf dieses Privileg wollte ich nicht verzichten. Aber ich musste beschnitten werden. Es gab keinen Ausweg. An jenem Abend fragte ich meinen Vater, ob der Arzt mich betäuben würde, und er antwortete, dass dies selbstverständlich sei. Doch der Arzt betäubte mich nicht. Ich erinnerte mich noch heute an die Szene: Als ich auf dem Bett lag, ergriff mein Vater mich bei den Armen, ein Kumpel meines Vater bei den Beinen, und dann begann auch schon die Schere des Arztes an meiner Vorhaut herumzuschnippeln. Die Küsse meines Vaters waren der einzige Trost. Aber nein, es war keine Beschneidung, es war meine erste Begegnung mit der Folter. Ich habe geschrien, aber vergeblich. Mein Schrei ging in den Tränen unter, die mir über das Gesicht liefen.

    Und dann sah ich ihn: An der herabbaumelnden Kette des Arztes sah ich einen ans Kreuz genagelten Christus hängen. Mein Schmerz ließ nach, als ich an die Nägel dachte, die den gekreuzigten Körper vor mir durchbohrten, denn ich spürte nur einen einzigen Nagel, der meinen Penis zerfetzte. Plötzlich wurde mir bewusst, dass der Mann Sûrîn Salîbâ war, der bekannteste christliche Chirurg der Stadt. War Sûrîn ein Judas? Oder sah Sûrîn einen Judas in meiner Vorhaut?

    Ich fand viele Jahre keine Antwort auf diese Fragen, aber eine Gewissheit überwältigte mich an jenem Abend: Um Gott zu gefallen, musste ich gequält werden – auf der Liege in Doktor Sûrîns Praxis. Das war für mich der Moment, in dem die Religionen einander zu ähneln begannen, und es fiel mir ab da zunehmend schwerer, sie auseinanderzuhalten. Alles hatte sich unter meinen Schenkeln gesammelt und sie besudelt. In jenem Moment wurde mir bewusst, dass jede Macht auf Angst und Folter basiert, und als Sûrîn meine Vorhaut durchtrennte, kappte er meinen Bezug zu allen Religionen und zu jeder Art von Macht. …

    Ich kannte “K” seit meiner Jugend, seit der Universitätszeit in Bagdad. Er hatte zweimal geheiratet. Das erste Mal im Irak. Das zweite Mal in seinem Londoner Exil. Seine erste Frau, die Irakerin, blieb nicht lange bei ihm. Nach einem Jahr “glücklicher” Ehe nach außen, aber “der Hölle” in den vier Wänden, ließ sie sich scheiden. Seine zweite Frau, die Engländerin, lief ihm ebenfalls weg. Erst nach zwei Jahren – immerhin. Bei beiden Scheidungen war Sex der Grund. “K” hatte immer Probleme beim Sex. Er konnte mit keiner Frau richtig schlafen. Der Sexualakt verwandelte sich für ihn stets in ein Höllenszenario. Immer, wenn er es wieder versuchte, ist er gescheitert. Er ist noch später beschnitten worden als ich, erst mit 13 Jahren. Zwei Jahre musste er nachbehandelt werden. Ein Stück der Vorhaut ist zurückgeblieben. Er musste erneut beschnitten werden, zweimal. Danach war die Wunde entzündet. Er litt auch beim Urinieren, ein Brennen hat ihn sein Leben lang begleitet. Es ist diese Angst, die wie ein Graveur seine Marke hinterließ, in seiner verstümmelten Seele.

    Und es ist diese Angst, die bei ihm zu einer Art Kastration geführt hat. Dabei sprach “K” nie von sich selbst. Er sprach natürlich im Namen von vielen beschnittenen Männern. Viele, die spät beschnitten worden sind, leiden unter dem gleichen Gefühl. Sie fühlen sich wie kastriert, weil sie mit eigenen Augen sehen mussten, wie man ihre männliche Zone verletzt, ja verstümmelt. Es ist ein nicht zu überwindendes Trauma bei vielen, über das sie nicht offen reden wollen/können/dürfen/sollen.

    So diktiert es ihnen auf jeden Fall die herrschende Doppelmoral der Religion, seien sie Muslims, seien sie Juden. Deshalb reden sie weder über dieses Erlebnis noch über Sexualität. Früher musste man vier Frauen heiraten, um zu beweisen, dass man ein richtiger Mann ist. Heute entdeckte man die Waffe als Ersatz für seine kastrierte Sexualität. Gewalt und Sexualität gehören zusammen.

    Najem Wali

    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&dig=2012%2F07%2F04%2Fa0103&cHash=b471a65ca1

  2. Querverweis Says:

    :::

    Der Kinderschutzbund Baden-Württemberg hat das Urteil zur Strafbarkeit der Beschneidungen von Jungen begrüßt. «Der Richterspruch entspricht der UN-Kinderrechtskonvention», sagte die Landeschefin Iris Krämer der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch in Stuttgart.

    Das Landgericht Köln hatte die religiöse Beschneidung von Jungen als rechtswidrig und strafbar erachtet. Krämer sagte, Kinder hätten das Recht auf körperliche Unversehrtheit und auf Selbstbestimmung. Das Entfernen der Vorhaut bei Jungen verstoße dagegen, zumal die dafür vorgebrachten hygienischen Argumente heute keine Rolle mehr spielten. Das Urteil müsse dazu führen, dass die Kinderrechte rasch im Grundgesetz verankert würden.

    Die Jungen könnten bei Erreichen der Volljährigkeit selbst entscheiden, ob sie den Eingriff wünschten. Die Religionsfreiheit werde davon in keiner Weise beeinträchtigt: «In unserem Land kann jeder glauben, was er will.»

    Kinderschutzbund
    27.06.2012

    http://www.suedkurier.de/nachrichten/baden-wuerttemberg/badenwuerttemberg/Kinderschutzbund-begruesst-Urteil-zu-Beschneidungen;art330342,5569147

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    Offenbar wollen führende Politiker von CDU, FDP, SPD und Grünen mit einer schnellen Resolution und einer schnellen gesetzlichen Regelung einer Grundsatzdebatte aus dem Weg gehen, die für die Befürworter dieser rituellen Praxis höchst unwillkommen wäre. Immerhin spricht sich eine klare Mehrheit in Deutschland gegen die religiös begründete Beschneidung von Jungen aus, die Mehrheit der Bevölkerung ist also der Auffassung des Landgerichts Köln. Dies spricht leider Bände über die demokratische Kultur mancher Spitzenpolitiker, der Politikverdrossenheit wird auf diese Weise gewiss nicht vorgebeugt. …

    Die deutsche Geschichte und das schwer belastete und besondere Verhältnis zur jüdischen Religionsgemeinschaft verpflichtet uns zwar, sehr sorgsam und rücksichtsvoll diese Religionsgemeinschaft zu achten und zu schützen. Das darf aber nicht zur Folge haben, dass wichtige Grundrechte wie der Schutz der körperlichen Unversehrtheit von Kindern leichtfertig beiseite gewischt werden, wenn sie einzelnen Traditionen der Religionsgemeinschaft entgegenstehen. Es ist umso bedauerlicher (wenn auch leider erwartbar), wenn Kritiker der religiös motivierten Beschneidung sogleich in die antisemitische Ecke gestellt werden. Das tut der Sache selbst und vor allem dem Niveau der Auseinandersetzung keinen Gefallen. …

    Unser Bundessprecher Horst Isola hat für uns SPD-Laizisten am 28. Juni eine Presseerklärung abgegeben, die wir hier zur Vervollständigung der kleinen Dokumentation des Themas nochmals wiedergeben:

    „Die SPD-Laizisten begrüßen das Urteil des Landgerichts Köln, Beschneidungen aus religiösen Gründen für strafbar zu erklären.

    Endlich machen sich deutsche Gerichte daran, die Reichweite der Glaubensfreiheit neu zu vermessen. Die Empörung des Zentralrats der Juden verkennt, dass das Grundgesetz kein Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften anerkennt, sondern nur ein Selbstverwaltungsrecht „innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes“ (Artikel 140 Grundgesetz in Verbindung mit Artikel 137 Weimarer Verfassung). Das bedeutet, dass auch Religionsgemeinschaften die für jedermann geltenden Strafvorschriften zu beachten haben. Unsere Rechtsordnung gibt ihnen nicht das Recht, sich unter Berufung auf religiöse Vorschriften oder Rituale ein eigenes – göttliches – Recht zu schaffen und zugleich gegen fundamentale Grundrechtsvorschriften wie die körperliche Unversehrtheit zu verstoßen. Dies ist umso verwerflicher, als im vorliegenden Fall Opfer Kleinkinder sind, die sich nicht wehren können und womöglich für ihr ganzes Leben durch einen solche Eingriff, wie ihn die Penisbeschneidung darstellt, traumatisiert werden.“

    Im April 2012 hatte sich Manula Schwesig noch für die Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz ausgesprochen. Sie forderte, die Bundesregierung müsse „endlich den Weg freimachen, damit Kinderrechte in die Verfassung aufgenommen werden können. Kinder sollen ausdrücklich als Träger von Grundrechten benannt werden und nicht nur im Rahmen der Elternrechte.“ Konsequenterweise hätte man danach auch das Kölner Urteil begrüßen müssen, geht es doch hier um genau diesen Vorrang der Grundrechte der Kinder. Nun scheint das alles nicht mehr zu gelten und die Grundrechte von Kindern auf körperliche Unversehrheit werden archaischen religiösen Riten untergeordnet.

    Nachdem Aydan Özuguz (die für den Stellvertretenden Parteivorsitz der SPD kandidiert) sich für den Parteivorstand scharf von unserer Erklärung distanziert hat, haben wir auch hierauf reagiert. Dazu sei hier auf die Pressemitteilung von Nils Opitz-Leifheit und Oliver Lösch verwiesen.

    Nils Opitz-Leifheit und Amardeo Sarma

    http://www.laizistische-sozis.eu/inhalte-menu/dokumentation/97-schluss-beschneidung

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    17. Juli 2012
    Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit wiegt schwerer als Religionsfreiheit der Eltern!

    Zur Pressemitteilung der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Aydan Özuguz vom 16. Juli 2012 erklärt der BundessprecherInnenkreis der SPD-LaizistInnen:

    Wir halten die schnelle und eindeutige Festlegung der SPD-Spitze zu Gunsten einer umfassenden Legalisierung von Beschneidungen an männlichen Kindern aus religiösen Gründen für verfehlt. Anstatt Schnellschuss-Politik zu betreiben, wäre es bei diesem höchst sensiblen und ethisch wie juristisch höchst komplexen Thema angebracht, alle Argumente sauber abzuwägen und Vertreter der unterschiedlichen Positionen angemessen einzubeziehen.

    Es ist erschreckend, wie leichtfüßig viele Parteiführungen, und leider auch die SPD-Spitze, die Religionsfreiheit von Eltern über das fundamentale Recht von Kindern auf körperliche Unversehrtheit und auf religiöse Selbstbestimmung stellt und dabei die schwerwiegenden Bedenken zahlloser Fachmediziner, Juristen, Kinderschutzorganisationen und auch die Haltung einer Mehrheit der Bevölkerung beiseite wischt.

    Wir laizistischen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten achten das Grundrecht der Kinder höher als die Religionsfreiheit, die kein Persilschein für die Misshandlung von Kindern sein darf.

    Da die Parteispitze sich hier, wie auch in anderen Fragen mit Religionsbezug, in einer Minderheitenposition innerhalb der Partei und Gesellschaft befindet, sehen wir der inhaltlichen Auseinandersetzung zu diesem Thema in den kommenden Jahren gelassen entgegen.

    Oliver Lösch, Nils Opitz-Leifheit
    Bundessprecher

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  3. Kalevala Says:

    Warum kämpfen Sie gegen die Beschneidung?

    Weil sie ein Akt der Vergewaltigung ist. Sie wird einem wehrlosen Kind, ohne dass es selbst darüber entscheiden kann, aufgezwungen. Würde man die Jungen erst im Alter von 13 Jahren beschneiden, dann würden sich sicher viele dagegen wehren.

    Haben Sie einen Überblick darüber, wie viele israelische Familien ihre Kinder nicht beschneiden lassen?

    Als wir vor 20 Jahren anfingen, uns zu organisieren, waren es ein paar Dutzend Familien. Heute reden wir von zwei Prozent der jüdischen Bevölkerung. …

    Haben Sie schlechte Erfahrungen mit Kinderärzten oder Lehrern gemacht?

    Tatsache ist doch, dass sich ganz viele unwohl mit der Beschneidung ihrer Kinder fühlen. Sie wissen, dass Sie hier einen Pakt mit dem Teufel eingehen. Sie fahren am Sabbat mit dem Auto, essen Schweinefleisch, aber dafür geben sie ein kleines Opfer.

    Wie hat Ihre Familie damals reagiert?

    Meine Exfrau und ich sind regelrecht boykottiert worden von meinen Eltern. Ich habe von Familien gehört, wo die Großeltern drohten, das Kind zu entführen, um es beschneiden zu lassen. Die Familien üben großen Druck aus und beharren auf die Zeremonie.

    Was sagen Sie zu dem Argument, dass die Beschneidung gesundheitsfördernd ist?

    Das ist die größte Absurdität. Da wird ein gesundes Baby ohne jede Notwendigkeit operiert. Warum? Weil die Operation angeblich künftige Krankheiten verhindert. Nach derselben Logik müssten sich Frauen ihre Brüste amputieren lassen, um nicht an Krebs zu erkranken. Die Beschneidung ist das am häufigsten akzeptierte Verbrechen in der Geschichte der Welt.

    Jonathan Enosch
    taz 17.07.2012

    http://www.taz.de/!97492/

  4. Kalevala Says:

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    Vorschläge für eine gesetzliche Regelung

    Voraussichtlich bis zum Herbst soll die Bundesregierung den Entwurf für ein Gesetz vorlegen, das die Zulässigkeit von Beschneidungen sicherstellt. Welcher Weg dabei eingeschlagen werden soll, wird bereits diskutiert. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), deren Haus derzeit verschiedene Möglichkeiten prüft, mahnte jedoch zur Geduld – mit einem „Schnellschuss“ sei niemandem gedient, ein Gesetz bedürfe „intensiver Vorbereitung“.

    Das Justizministerium kündigte an, in seine Überlegungen einen Vorschlag von Serkan Tören einzubeziehen. Der FDP-Abgeordnete schlägt vor, die Zirkumzision im neuen Patientenrechtegesetz zu regeln, und stützt sich dabei auf das Argument, dass der Bundestag im Herbst ohnehin mit dem vom Kabinett beschlossenen Patientenrechtegesetz befasst sein wird. In einem Brief an die Ministerin wandte sich Tören dagegen, Beschneidungen im Strafgesetzbuch oder nach schwedischen Vorbild durch ein Spezialgesetz zu regeln. Im einen Fall würde die Beschneidung in die Nähe von Straftaten gerückt, im anderen Fall über das notwendige Maß hinaus reglementiert.

    Ein weiterer Vorschlag stammt vom Göttinger Staatskirchenrechtler Hans Michael Heinig, der die Sache im Unterschied zur Justizministerin für eine „vergleichbar einfache Frage“ hält, bei der auch „Schnellschüsse“ durchaus zum Ziel führen könnten. Es genüge die Einfügung eines Paragraphen 3a in das Gesetz über die religiöse Kindererziehung, das aus zwei Sätzen besteht: „Die elterliche Sorgeberechtigung in religiösen Angelegenheiten umfasst auch die Einwilligung in eine von medizinisch qualifiziertem Personal de lege artis durchgeführte Zirkumzision, wenn eine solche nach dem religiösen Selbstverständnis der Sorgeberechtigten zwingend geboten ist. Im Falle einer Vormundschaft oder Pflegschaft findet § 3 Abs. 2 Anwendung.“

    Damit, so Heinig, wäre gewährleistet, dass nicht nur, wie im Islam üblich, Ärzte den Eingriff ausführen dürfen, sondern auch ein jüdischer Beschneider. Denkbar sei, dass sich dieser sogenannte Mohel von einer Ärztekammer zertifizieren ließe. Heinig rät davon ab, sich im Gesetzestext mit der Frage der Betäubung zu beschäftigen, wie Familienministerin Kristina Schröder (CDU) gefordert hat. Man solle vielmehr darauf setzen, dass sich eine Lehrmeinung in der Medizin ausbilde, was „de lege artis“ bei einer Beschneidung meine. Über Gutachten könnte diese dann in die Rechtssprechung einfließen.

    Den Vorteil gegenüber der von Tören vorgeschlagenen Regelung im Patientenrechtegesetz erkennt Heinig darin, dass es bei der Beschneidung weniger um die Regelung des Verhältnisses zwischen Arzt und Patienten gehe, sondern vor allem um die Reichweite des elterlichen Sorgerechts. (bin.)

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/beschneidung-gesetzentwurf-bis-zum-herbst-11823355.html

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    Gesetz über die religiöse Kindererziehung
    KErzG

    Ausfertigungsdatum: 15.07.1921
    Vollzitat:

    „Gesetz über die religiöse Kindererziehung in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 404-9, veröffentlichten bereinigten Fassung, das zuletzt durch Artikel 63 des Gesetzes vom 17. Dezember 2008 (BGBl. I S. 2586) geändert worden ist“
    Stand: Zuletzt geändert durch Art. 63 G v. 17.12.2008 I 2586

    § 3
    (1) Steht dem Vater oder der Mutter das Recht und die Pflicht, für die Person des Kindes zu sorgen, neben einem dem Kind bestellten Vormund oder Pfleger zu, so geht bei einer Meinungsverschiedenheit über die Bestimmung des religiösen Bekenntnisses, in dem das Kind erzogen werden soll, die Meinung des Vaters oder der Mutter vor, es sei denn, daß dem Vater oder der Mutter das Recht der religiösen Erziehung auf Grund des § 1666 des Bürgerlichen Gesetzbuchs entzogen ist.
    (2) Steht die Sorge für die Person eines Kindes einem Vormund oder Pfleger allein zu, so hat dieser auch über die religiöse Erziehung des Kindes zu bestimmen. Er bedarf dazu der Genehmigung des Familiengerichts. Vor der Genehmigung sind die Eltern sowie erforderlichenfalls Verwandte, Verschwägerte und die Lehrer des Kindes zu hören, wenn es ohne erhebliche Verzögerung oder unverhältnismäßige Kosten geschehen kann. Der § 1779 Abs. 3 Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs findet entsprechende Anwendung. Auch ist das Kind zu hören, wenn es das zehnte Lebensjahr vollendet hat. Weder der Vormund noch der Pfleger können eine schon erfolgte Bestimmung über die religiöse Erziehung ändern.

    http://www.gesetze-im-internet.de/kerzg/BJNR009390921.html

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  5. Widderhorn Says:

    Vielen Dank, Deutschland! Demonstration, Vancouver

    In celebration of a recent court ruling in Germany that emphatically and clearly states that non-therapeutic infant/child circumcision is a gross violation of fundamental human rights and considered a criminal assault, human rights advocates will be convening outside the German consulate on Thursday July 26th 2012 from 3:00 – 4:00 pm to express our thanks on behalf of the children in Germany who cannot speak for themselves.

    http://www.intactnews.org/node/176/1342565329/vielen-dank-deutschland-demonstration-vancouver

    Das Kölner Gerichtsurteil gegen die Beschneidung von Jungen hat zu überraschender Unterstützung in New York geführt. Vor dem deutschen Generalkonsulat baute sich am Freitag ein Häufchen jüdischer Demonstranten auf – um Zustimmung zu dem Urteil zu signalisieren. Im Ausland hatte es bisher vor allem Kritik an dem Richterspruch gegeben, in dem viele Juden und Muslime eine Einschränkung der Religionsfreiheit sehen.

    „Wir sind für eine Genitalautonomie“, sagte Jonathan Friedman, der ein T-Shirt mit dem Aufdruck „I love my foreskin“ („Ich liebe meine Vorhaut“) trug. „Eine Beschneidung ist ein erheblicher Eingriff. Der wird millionenfach bei kleinen Kindern vorgenommen, die sich nicht wehren können, aber ihr ganzes Leben davon beeinflusst werden.“ Seine Gruppe habe gut 30 Mitglieder, sagte Friedman.

    New York: „Ich liebe meine Vorhaut“: US-Demonstranten finden Beschneidungs-Urteil gut – weiter lesen auf FOCUS Online:

    http://www.focus.de/politik/deutschland/beschneidungs-urteil-findet-in-new-york-befuerworter-demonstranten-fordern-autonomie-fuer-die-genitalien_aid_781814.html

  6. Kalevala Says:

    Lausanne (Schweiz) 1996. In ihrem Offenen Brief (Open Letter to Fourth International Symposium on Sexual Mutilations) kritisierte die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman rituelle Vorhautbeschneidung kleiner Jungen so:

    Ich bin zuversichtlich, dass mein Volk so viele lebensbejahende, lebensfreudige und erkenntnisbringende Traditionen hat, dass unsere Identität und kulturelle Selbstachtung ohne Probleme überleben wird, wenn wir über die Beschneidung hinauswachsen, die ein grausames Relikt ist, das ich immer als eine Abweichung vom Herzen meiner Religion empfunden habe.

    I am confident that my people have such an abundance of life-enhancing, life-affirming and mind-opening traditions, that our identity and sense of cultural self-heed will happily survive our outgrowing of circumcision, a cruel relic which has always felt to me like an aberration at the heart of my religion.

    http://www.cirp.org/pages/cultural/goodman.html

  7. Edward von Roy Says:

    Islam ist Saubermachen – Geschlechtsorgan, Nachbarschaft, Gesellschaft sind von Verunreinigung zu befreien und frei zu halten (Purify and Educate). Die am islamisch ideologisierten Schamgefühl und Körperverständnis ansetzenden Proislamisten und notorisch fremdenfeindlichen Antiislamisten können jeden Rechtsstaat so zerlegen, wie die beiden Pakistan (mit Bangladesch) aus Indien herausgerissen worden sind; ich schrieb darüber:

    „was Europa droht und was vor Jahrzehnten im südlichen Asien als Zwei-Nationen-Theorie (Two-Nation Theory) segregierend und sezessionistisch aktiv wurde“

    http://eifelginster.wordpress.com/2010/02/06/161/

    Fuat Sanaç bringt Fingernägelkürzung in Verbindung mit der islamischen Begründung der männlichen Beschneidung:

    „Für Muslime ist die Beschneidung seit 1.500 Jahren ein religiöser Akt und wie Fingernägel schneiden.“

    http://www.wallstreet-online.de/nachricht/4972088-beschneidungsverbot-geistige-vertreibung

    Das ist richtig, mit Fingernagel und Präputium hat Allah etwas vor; Hadithsammler Buchari (* 810; † 870) und IGGiÖ-Präsident Fuat Sanaç (* 1954) haben das vom Himmel herab gekommene Gesetz richtig verstanden.

    Die Scharia stellt fest, dass Fingernägel kurz zu schneiden (clipping the nails; Hadith Buchari Nr. 777, Quelle s. u.) und Penisvorhäute (circumcision, ebenfalls s. u.) abzuschneiden sind. Fitra ist Scharia:

    Shariah
    The Fitrah (Natural State Of Man) And Harmony With Human Nature

    Islamic sharee’ah is the sharee’ah of the fitrah (natural state of man) and it is in harmony with human nature

    http://www.esinislam.com/Articles201101/WritersArticles_IHRulingOnSexualFantasiesShariahTheFitrah_0119d.htm

    Den Tauhid kann jedermann als völlig wahr spüren, die Propheten sind insofern also nur zur zum Ermahnen und zu deinem erneuerten Erinnern des Tauhid gekommen. Die Scharia hingegen übersteigt das menschliche Verstehen.

    The Definition of Fitrah

    ‘Truly, the religion (dîn) in the sight of Allah is al-Islam.’ (Qur’ân 3:19)

    And, according to Lane, it means particularly the religion of al-Islam. The synonyms of ad-dîn are ash-Shariah (the law), tawhîd (Oneness of Allah) and wara‘ (caution [heilssichernde Meidung, vgl. Islamloyalität und das Zurückweisen alles Nichtislamischen: al-walā wal-barāa]). …

    The function of the prophets and Divine revelation is not only to remind man about that which he already knows (that is, tawhîd), but also to teach him that which he does not yet know (that is, Shariah). Man already knows tawhîd because of the pre-existent fitrah as well as his earthly unchanging fitrah. The prophets have come only to remind man of tawhîd; the choice is left to the individual

    http://www.missionislam.com/knowledge/DefinitionFitrah.htm

    OUR DIALOGUE
    By S.Abdullah Tariq
    Circumcision
    (Luqman ; Shillong)

    A. Circumcision (Khatna) is a Sunnah of all prophets. … The circumcision is known as the Sunnah of Ibrahim (A.S.) as he was the first prophet on record to have received the order thereof. …

    Fiq’h scholars differ in their opinion about the compulsion of circumcision in Shariah. According to Imam Abu Hanifa, Imam Malik and a majority of others it is a Sunnah while some scholars including Imam Shafa’i, it is Waajib. Looking at its necessity for cleanliness and hygiene and considering that Allah had ordained Hazrat Ibrahim (A.S.) to circumcise himself when he was 80, it seems that Waajib is more likely. Were it not at least next to Fardh (i.e.), prophet Ibrahim would have been spared at his old age. Circumcising his son Ismael would have been sufficient for the initiation or renewal of a Sunnah.

    A majority of Ulema [‚ulamā, Mz. v. ‚ālim, Scharia-Gelehrter; ihre Islaminterpretation zu verwerfen führt den Muslim höchstwahrscheinlich in die ewige Verdammnis] are of the opinion that the parents should get a male child circumcised before the age of 10.

    http://www.islamicvoice.com/may.2000/dialogue.htm#cir

    OUR DIALOGUE
    By S.Abdullah Tariq
    Islamic Rules for Circumcision
    By Mustafa A.Ahmed

    Five are the acts quite akin to fitra: circumcision, shaving the pubes, cutting the nails, plucking the hair under the armpits and clipping (or shaving) the moustache Recorded in “Sahih Muslim”, “Sahih Bukhari”, “Musnad Ahmed” and “Sunnah At-Tirmidhi”).

    The word fitra in relation to cleanliness can refer to the Sunnah of the Prophet (Pbuh) with regard to this matter, and fitra also “implies an inner sense of cleanliness in man which is proof of his moral convictions and mental health”. …

    the performance of circumcision and the practice of Sunan Al- Fitra as recommended in Islam is medically beneficial and reflects the wisdom of the Islamic statements.

    http://www.islamicvoice.com/may.2000/dialogue.htm#cir

    Auch nach diesem Hadith von Buchari fordert Allah die männliche Beschneidung (Zirkumzision), Band 7 Buch 72 Nummer 777

    Sahih Bukhari – Hadith No: 777
    Volume : 7
    Book : 72
    Narrator : Abu Huraira:

    Allah’s Apostle said, “Five practices are characteristics of the Fitra: circumcision, shaving the pubic region, clipping the nails and cutting the moustaches short.”

    http://www.nur.org/en/intro/nurlibrary/Sahih_Bukhari_Hadith_No_777_Volume_7_69616

    777 — Narrated Abu Huraira: Allah’s Apostle said, “Five practices are characteristics of the Fitra: circumcision, shaving the pubic region, clipping the nails and cutting the moustaches short.”

    http://www.searchtruth.com/book_display.php?book=72&translator=1&start=0&number=777

    Für den, der den Muslim hasst, ist jedes Mittel recht. Gestern Feminist, heute Jäger der verlorenen Vorhaut. … Die Beschneidung ist eine Prophetenvorgabe und damit nicht verhandelbar. Der Gläubige glaubt. Der Liberale biegt und beugt, bis die Gottesliebe zur bloßen Ideentapete verkommt. … Dem Gläubigen ist die Liebe des Herrn versprochen.

    Feridun Zaimoglu

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/feridun-zaimoglu-im-gespraech-deutschland-macht-sich-laecherlich-11832954.html

    Islam ist heilssichernde Ungleichbehandlung (Diskriminierung, zunächst und vor allem der Frau, die polygam geheiratet und verstoßen werden kann und nach dem Koran nur die Hälfte erbt).

    Die Dhimma-gemäße Aufteilung der Stadtbürger in Muslime und Nichtmuslime ist alles andere als selbstverständlich und entspricht der Apartheid oder Indiens Kasten-System. In Staaten wie Malaysia und Ägypten bilden die Muftis und Imame (trotz aller Islamverankerung in der Verfassung) eine immer erneuerte, provokante Gegenstaatlichkeit heraus, kristallisieren zu einer Alternativregierung; arbeitsteilig schickt man die so genannten Salafisten noch etwas weiter vor, um als kompromissbereiter Partner dazustehen.

    Der muslimbrudernahe Großmufti Ceric wird mit Friedenspreisen überschüttet und darf 2012 im Beisein der deutschen Bundesbildungsministerin Schavan in Tübingen den neuen Fachbereich Islamische Studien einweihen. Die Rechtsspaltung, zunächst im Familienrecht, will der ECFR-Scheich selbstverständlich, opening the way:

    Mustafa Ceric: DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS

    f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law;

    (Wege zu finden, wie muslimisches Recht für Personenstandsangelegen-heiten, wie z.B. Familienrecht, anerkannt werden kann)

    g) and the protection of European Muslims from islamophobia, ethnic cleansing, genocide and the like.

    (Schutz der europäischen Muslime vor Islamophobie, ethnischen Säuberungen, Völkermord und dergleichen)

    http://www.rijaset.ba/english/index.php/offices/9-documents/134-declaration-of-european-muslims

    Mustafa Ceric: The challenge of a single Muslim authority

    Statt Kalifat nennt Ceric den werdenden Kontraststaat Imamat:

    in Europe “In the sharı¯’’ah as their Weltanschauung, Muslims have their covenant with God” , “In fact, the question of the imamate as the ‘supreme leadership’ of the universal Muslim umma [21, p. 859] after the death of the Prophet is the central issue of the current situation not only in the Muslim centre, but also in the Muslim periphery, Europe included. I have designated the imamate as the third theological foundation of Islamic authority in civil life because it is a part of Islamic judicial theory as well. The imamate is a human product based on personal faith, established by collective moral commitments and maintained by political power.

    http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

    Deobandi will Jungenbeschneidung, die mehrfach mit dem el-Zayat-Clan verheiratete Millî Görüş will die Jungenbeschneidung, der von Fethullah-Gülen-Bewegung und Millî Görüş-Bewegung unterwanderte Diyanet-Staatsislam will die Jungenbeschneidung und die Bärtigen und Burkaträgerinnen der Salaf-Bewegung wollen sie auch. Es gibt nur einen Islam, ein Gesetz (Scharia), eine Umma, eine Khitan (Zirkumzision).

    „Überall, wo die inhumanen Werkzeuge von Scharia und Fiqh nicht abgelegt sind, gilt: Salafismus ist der heiße Mokka aus Mekka, alles andere ist Nichtislam oder kalter Kaffee.“

    http://eifelginster.wordpress.com/2011/05/09/235/

    Gerade auch bei der Beschneidungsdebatte dürfen wir jede islamverbandlich an uns herangetragene Kategoriebildung ‚Muslime – Nichtmuslime‘ zurückweisen. Muslime sind eben gerade nicht „anders“, sind keine Spezies, keine „Sorte Mensch“, sondern unterliegen dem gleich behandelnden Gesetz (genau das, werden Schariafreunde sagen, sei ungerecht).

    Zusammengestellt am 30. Juli 2012 von
    Edward von Roy

  8. Querverweis Says:

    Für die körperliche Unversehrtheit von Kindern
    Irmingard Schewe-Gerigk,
    TERRE DES FEMMES-Vorstandsvorsitzende

    Am 26. Juni hat das Landgericht Köln entschieden, dass religiöse Beschneidung bei Kindern eine Körperverletzung ist und dass sich Ärztinnen und Ärzte, die sie dennoch vornehmen, strafbar machen. Als Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES begrüße ich dieses Urteil, da es zeigt, dass die körperliche Unversehrtheit von Kindern auch nicht mit religiösen Argumenten verletzt werden darf.

    Das Gericht hat bei der Güterabwägung zwischen zwei Grundgesetzartikeln klargestellt: Das im Grundgesetz verankerte Recht auf ungestörte Religionsausübung und das Erziehungsrecht der Eltern haben keinen Vorrang gegenüber dem vom Grundgesetz verbrieften Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung. Hinzu kommt die Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention, mit der sich Deutschland verpflichtet hat, Bräuche, die für Kinder schädlich sind, abzuschaffen. Dass dieser irreversible Eingriff nicht dem Wohl des Kindes entsprechen kann, machen nicht nur die Narkoserisiken sondern auch Nachblutungen, Fistelbildung und z.T. lebenslange seelische Schäden deutlich.

    Das ist auch der Grund dafür, dass die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie Beschneidungen ohne medizinische Indikation wie z.B. eine massive Vorhautverengung, ablehnt und auch die Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen, wenn kein Heileingriff vorgenommen wird. Und welches Männerbild liegt dem nachgeschobenen Argument zugrunde, es sei hygienischer, die Vorhaut abzutrennen? Wasser ist bei uns kein Mangel und wie „Mann“ sich wäscht, sollten Jungen früh lernen. Auch das Argument, in den USA seien über 70% der Männer beschnitten, taugt nicht. Im 19. Jahrhundert als Mittel gegen Masturbation eingeführt, steht die Beschneidung als Symbol der Sexualfeindlichkeit.

    Als Menschenrechtsorganisation geht es TERRE DES FEMMES um etwas Grundlegenderes: die körperliche Unversehrtheit von Kindern ist ein Menschenrecht und muss für alle Kinder gleichermaßen gelten, egal welcher Herkunft, Religion und welchen Geschlechts sie sind. Wir machen uns stark dafür, dass irreversible Eingriffe in die Unversehrtheit von Kindern – mit Ausnahme medizinisch notwendiger Behandlungen – generell verboten werden. Sie dürfen weder mit Religion noch Tradition gerechtfertigt werden. Menschenrechte sind nicht teilbar – auch nicht zwischen Mädchen und Jungen. Dass dies in der Realität täglich dennoch geschieht, wissen wir als Mädchen- und Frauenrechtsorganisation nur zu gut. …

    TERRE DES FEMMES wird einen Beitrag dazu leisten, dass Eltern davon überzeugt werden, dass kleine Jungen ohne medizinische Notwendigkeit keinem riskanten Eingriff ausgesetzt werden dürfen. In der jüdischen Gemeinde gab es 2006 eine Umfrage, wonach 1/3 der Eltern die Beschneidung ablehnen, aber dem Druck der Gesellschaft nicht standgehalten haben. Dennoch wächst die Zahl derer, die sich gegen dieses Ritual entscheiden. Jungen sollen sich, wenn sie alt genug sind, selbst für oder gegen eine Beschneidung entscheiden können. …

    http://frauenrechte.de/online/images/downloads/fgm/tdf-stellungnahme-beschneidungsurteil.pdf

  9. Querverweis Says:

    Outlawing Circumcision
    Good for the Jews?
    By Eli Ungar-Sargon

    http://forward.com/articles/137577/outlawing-circumcision/

    Beyond the Bris: Questioning Jewish Circumcision

    Welcome to the web-based multimedia project that’s putting real faces and voices to the current Jewish movement opposing circumcision.

    http://www.beyondthebris.com/

    Questioning Circumcision: A Jewish Perspective
    8/7/2011

    By Ronald Goldman, Ph.D.
    review by J. Steven Svoboda

    Although many believe circumcision necessary for Jewish survival and identity, under Jewish law, any child born of a Jewish mother is a Jew, whether circumcised or not.

    http://arclaw.org/resources/book-reviews/questioning-circumcision-jewish-perspective

    Germany awarded political asylum to a Turkish man based on his fear of enforced circumcision: „There may be … no doubt that a circumcision which has taken place against the will of the person affected shows a violation of his physical and psychological integrity which is of significance to asylum.“

    http://arclaw.org/our-work/presentations/traditional-practices-affecting-health-women-and-girl-child

    We recognize the inherent right of all human beings to an intact body. Without religious or racial prejudice, we affirm this basic human right.

    We recognize that the foreskin, clitoris and labia are normal, functional body parts.

    Parents and/or guardians do not have the right to consent to the surgical removal or modification of their children’s normal genitalia.

    Declaration of the First International
    Symposium on Circumcision

    Adopted March 3, 1989
    Anaheim, California

    http://www.nocirc.org/declare.php

    Progressive Rabbis On Creating A Jewish Covenant Without Circumcision
    Article | January 27, 2012

    http://intactnews.org/node/142/1327690351/progressive-rabbis-creating-jewish-covenant-without-circumcision

  10. Kalevala Says:

    Thomas Heilmann (CDU) will für Berlin (wie zufällig ganz im Sinne der islamischen Scharia) die körperliche Unverletzlichkeit der männlichen Berliner Kinder „übergangsweise“ opfern und rituelle Genital-Beschneidungen straffrei stellen:

    Quelle: WELT 9. Aug. 2012, 22:48
    Justizsenator will Beschneidung einheitlich regeln

    Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) will in Berlin schnell Rechtsklarheit beim Umgang mit religiösen Beschneidungen schaffen. „Bis eine bundesweite Regelung getroffen ist, wollen wir eine Berliner Linie festlegen“, sagte Heilmann-Sprecherin Lisa Jani. Damit bestätigte sie Informationen des „Tagesspiegels“.

    Derzeit liefen Gespräche mit der Staatsanwaltschaft, jüdischen und islamischen Gemeinden sowie Verbänden und Ärzten. Es solle eine Übergangsregelung erarbeitet werden, betonte die Sprecherin. Die Überlegungen seien noch ganz am Anfang.

    Nach Angaben der Justizverwaltung liegen keine Strafanzeigen gegen Ärzte oder Beschneider vor. Betroffene Familien und Ärzte wollten aber wissen, was erlaubt sei und was nicht. …

    Das Landgericht Köln hatte Ende Juni eine religiös motivierte Beschneidung für rechtswidrig erklärt. Das erste Urteil dieser Art ist eine Einzelfallentscheidung und nicht bindend für andere Gerichte. Dennoch herrscht Verunsicherung. Viele Ärzte bieten diese Eingriffe seither nicht mehr an.

    Der Bundestag macht sich nun für ein Neuregelung stark, um medizinisch fachgerechte Beschneidungen aus religiösen Gründen zu erlauben. Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur vom Wochenende sind den deutschen Strafverfolgungsbehörden bislang keine weiteren Strafanzeigen wegen der Beschneidung von Kindern bekannt.

    Die meisten Staatsanwaltschaften haben sich noch nicht festgelegt, wie sie in solchen Fällen vorgehen wollen. Eine Ausnahme ist Baden-Württemberg. Dort soll die rituelle Beschneidung von Jungen weiter grundsätzlich straffrei bleiben, wenn sie medizinisch korrekt ausgeführt wird.

    http://www.welt.de/regionales/berlin/article108558332/Justizsenator-will-Beschneidung-einheitlich-regeln.html

    Quelle: dapd
    in: WELT 09.08.12

    „Wir hoffen, in den nächsten Wochen eine Regelung für Berliner Strafverfolgungsbehörden zu finden“

    Berlin (dapd-bln). Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) strebt für die Hauptstadt übergangsweise eine einheitliche Regelung im Umgang mit religiösen Beschneidungen an. „Wir hoffen, in den nächsten Wochen eine Regelung für die Berliner Strafverfolgungsbehörden zu finden“, sagte Heilmann dem „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe). Diese Lösung solle nur für den Zeitraum gelten, bis eine bundeseinheitliche Regelung gefunden sei, bestätigte eine Sprecherin der Justizverwaltung.

    Heilmann unterstrich gegenüber der Zeitung, dass die juristische Einordnung ein schwieriges Thema sei. Die Verwaltung sei derzeit in Gesprächen mit Verbänden und Interessengruppen. Mit einer Handlungsanweisung für Strafverfolger könnte sichergestellt werden, in welchen Fällen zu ermitteln oder aber ein mögliches Verfahren einzustellen ist.

    Das Kölner Landgericht hatte Ende Juni die Beschneidung von Jungen als strafbare Körperverletzung gewertet, selbst wenn die Eltern einwilligen.

    http://www.welt.de/newsticker/news3/article108558723/Justizsenator-will-Beschneidung-uebergangsweise-einheitlich-regeln.html

  11. Edward von Roy Says:

    Beschneidungen sorgen für Streit im Ethikrat

    Im Deutschen Ethikrat gibt es Streit wegen der religiösen Beschneidung von minderjährigen Jungen. Der jüdische Vertreter Leo Latasch kritisierte die Vorsitzende des Gremiums, Christiane Woopen, weil sie vor einer überstürzten Neuregelung gewarnt hatte.

    Berlin – Im Deutschen Ethikrat gibt es Streit wegen der religiösen Beschneidung von minderjährigen Jungen. Der jüdische Vertreter Leo Latasch kritisierte die Vorsitzende des Gremiums, Christiane Woopen, weil sie vor einer überstürzten Neuregelung gewarnt hatte. Der Ethikrat will sich am 23. August mit dem Thema befassen. Woopen hatte erklärt, wegen der schwierigen Materie halte sie Schnelligkeit für verfehlt. Die Bundesregierung peilt eine zügige gesetzliche Regelung an. Das Kölner Landgericht hatte die religiöse Beschneidungen von Jungen als Körperverletzung gewertet.

    http://www.stern.de/panorama/beschneidungen-sorgen-fuer-streit-im-ethikrat-1869672.html

  12. Edward von Roy Says:

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    Presseerklärung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH)

    4.7.2012 – Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) nimmt das Urteil des Landgerichts Köln begrüßend zur Kenntnis.

    Mit der prinzipiellen Feststellung der Rechtswidrigkeit medizinisch nicht indizierter Beschneidungen bei nicht einwilligungsfähigen Knaben bestätigt das Gericht die von der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) vertretene und viel diskutierte Meinung. In den letzten Jahren wurde von verschiedenen Autoren in mehreren Publikationen hierzu kritisch Stellung genommen, zuletzt 2008 im Deutschen Ärzteblatt (Dtsch Ärztebl 2008; 105(34–35); A 1778–80). Auf Anfrage des Vorstands der DGKCH wurde im gleichen Jahr vom Justitiar des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen e. V. (BDC) von der Durchführung medizinisch nicht indizierter Beschneidungen bei nicht einwilligungsfähigen Knaben abgeraten, da andernfalls ein erhebliches Risiko für den Operateur gegeben sei, sich strafbar zu machen, auch wenn der Eingriff lege artis und ohne Komplikationen durchgeführt werde.

    Das nun ergangene Urteil festigt diese Einschätzung und gibt gleichzeitig Rechtssicherheit. Zugleich wird mit dem Urteil das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes unterstrichen. Gerade Kinderchirurgen, die nicht einwilligungsfähige Kinder mit Einwilligung ihrer Eltern operativ behandeln, müssen hier strenge und klare Maßstäbe ansetzen. Nur die elterliche Einwilligung zu einer Operation, die dem Kind nach Abschätzen des Nutzen und des Risikos medizinisch zum Wohle gereicht, ist rechtswirksam. Dieser Sachverhalt ist aber bei der Beschneidung kleiner Knaben ohne Einwilligungsfähigkeit außerhalb der medizinischen Indikation nicht erfüllt.

    Dabei geht es in keinem Falle um die Diskriminierung von Religionsgemeinschaften, die die Zirkumzision bei nicht einwilligungsfähigen Knaben regelhaft praktizieren, sondern vielmehr um ärztliche Ethik.

    http://sozialnet.erzieherin.de/kinderchirurginnen-begruessen-beschneidungsurteil.php

    http://www.dgkic.de/index.php/presse/189-pressemitteilung-juli-2012

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    Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)
    17.07.2012

    Rituelle Beschneidungen bei Minderjährigen – Kinder- und Jugendärzte fordern: Allein das Recht eines Kindes auf körperliche Unversehrtheit zählt

    „Bei der aktuellen Diskussion über die rituelle Beschneidung minderjähriger Jungen müssen das Kindeswohl und das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit an erster Stelle stehen“, mahnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e.V.).

    Derzeit nimmt die Debatte über die rituelle Beschneidung fundamentalistische Züge an, die Befürworter der Beschneidung bagatellisieren diese Form der Körperverletzung, bei der es auch zu lebenslangen körperlichen und vor allem seelischen Verletzungen kommen kann. Und für die Politik scheint der Rechtsfrieden mehr zu zählen als das persönliche Trauma. Sie stellt mit dieser Haltung die körperliche Unversehrtheit von Kindern in Frage. „Dies zeigt erneut, wie notwendig eine Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz ist und wir in allen Parlamenten Kinderbeauftragte mit umfassenden Rechten benötigen, um staatliches Handeln gemäß Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention darauf zu überprüfen, ob bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, gleichviel ob sie von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen getroffen werden, das Wohl des Kindes vorrangig zu berücksichtigt wird“, so Dr. Wolfram Hartmann, der Präsident des BVKJ.

    „Uns ist bewusst, dass nach Art. 3 des Grundgesetzes „Niemand wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden darf“, so Hartmann. Darüber aber steht Art 2 des Grundgesetzes, wonach „jeder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit hat“. Dies ist nach Auffassung des BVKJ gerade bei minderjährigen Kindern das höhere Recht.

    Der BVKJ verweist in diesem Zusammenhang auf §24 der UN- Kinderrechtskonvention, die von allen Staaten außer Somalia und den USA ratifiziert wurde. Danach haben die Vertragsstaaten „alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen zu treffen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen“.

    Die Kinder- und Jugendärzte appellieren daher eindringlich an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, sich bei ihrer Abstimmung am Donnerstag, 19.07.2012, dieser Verantwortung für das Kindeswohl bewusst zu sein.

    http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/aktuelles1/show.php3?id=4277&nodeid=26

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  13. Edward von Roy Says:

    [Weil Justizsenator Heilmann für das Land Berlin eine „Übergangsregelung“ zur Straffreiheit der rituellen genitalen Beschneidung plant (tagesspiegel am 10.08.2012: „Der Berliner Justizsenator will eine Richtlinie erarbeiten lassen, mit der Beschneidungen wieder legal durchgeführt werden“), ging die Bundestagspetition vom 20. Juli – die Petitionsnummer steht noch aus – am 13. August auch jedem einzelnen Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (MdA) per E-Mail zu. Der Vorsitzende des Petitionsausschusses teilt am 15. August mit, dass hierzu ein Geschäftszeichen angelegt wurde. Notiz zum heutigen Posteingang.]

    Abgeordnetenhaus von Berlin
    Der Vorsitzende des Petitionsausschusses
    10111 Berlin-Mitte

    15.08.2012

    Geschäftszeichen 1584/17

    Ihre Eingabe vom 13.08.2012
    Verbot ritueller Beschneidungen

    Ihre Zuschrift ist beim Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin eingegangen und zuständigkeitshalber an den für die Behandlung von Eingaben eingesetzten Petitionsausschuss weitergeleitet worden. Bitte geben Sie das oben genannte Geschäftszeichen bei allen Rückfragen in dieser Angelegenheit an. (…)

    [Der Berliner Petitionsausschuss hat damit die Eingabe offiziell angenommen, das ist auch schon mal ein kleiner Erfolg. Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags hingegen scheint sich noch der Sommerpause hinzugeben und reagierte bislang, in drei Tagen einen ganzen Monat lang, gar nicht.]

  14. Edward von Roy Says:

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    Der stellvertretende Vorsitzende des Ethikrats, der evangelische Theologe Peter Dabrock, plädierte ebenfalls für “nachgewiesen wirksame schmerztherapeutische Maßnahmen”. Zugleich bemängelte er, dass die öffentliche Debatte “wenig bis kein Verständnis” für die “existenzielle Bedeutung von Religion” zeige. In einem dapd-Interview verlangte er, die vom Bundestag angestrebte gesetzliche Regelung müsse “einen Ausgleich zwischen medizinischen und rituellen Erfordernissen” schaffen. …

    Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sprach nach der Ethikratssitzung von einem Skandal. “Kindeswohl und das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit haben bei der heutigen Entscheidung offenbar keine Rolle gespielt”, sagte BVKJ-Präsident Wolfram Hartmann. Das erst im Januar in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetz schütze muslimische und jüdische Kinder nicht. “Ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit ist offenbar zweitrangig. Das ist ein Skandal”, sagte Hartmann weiter.

    Rheinische Post 23.08.2012
    Beschneidung nur unter Vorbehalt erlauben

    http://www.rp-online.de/politik/deutschland/beschneidung-nur-unter-vorbehalt-erlauben-1.2963158

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    Deutliche Bedenken äußerte der Hamburger Strafrechtler Reinhard Merkel. “Der Gesetzgeber ist in einer Art rechtspolitischem Notstand”, sagte er. Merkel warnte vor einem “jüdisch-muslimischen Sonderrecht” und einem “Sündenfall des Rechtsstaats”. Der Jurist hob das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Priorität des Kindeswohls hervor. Nur eine Art “Sonderrecht” könne die Beschneidung gegen alle strafrechtlichen Einwände für rechtmäßig erklären.

    Dem widersprach der Kölner Strafrechtsprofessor Wolfram Höfling. Er plädierte für “eine Anerkennung der Beschneidung als Elternrecht”, allerdings unter der Bedingung, dass diese “fachgerecht” und “schmerzvermeidend” vorgenommen werde. Latasch betonte, die Gabe von “Zäpfchen gegen Schmerzen”, betäubenden Salben sowie “Lokalanästhetika im Lendenbereich” seien in Deutschland bei Beschneidungen bereits heute üblich.

    SPIEGEL online 23.08.2012
    Anhörung Ethikrat spricht sich für Beschneidung aus

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    Im ZDF-„Morgenmagazin“ betonte Wolfgang Huber, ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, dass die Rückkehr jüdischen Lebens nach 1945 in Deutschland „eines der größten Geschenke unserer Geschichte“ sei. Damit dürfe man „nicht fahrlässig umgehen“. Das eigentliche Problem im Streit um die Zulässigkeit religiöser Beschneidungen sieht Huber in der Frage der Betäubung. „Das muss man in Ruhe diskutieren. Wenn der Gesetzentwurf da ist, muss man sich doch die Zeit nehmen, die Polarisierung aus dieser Diskussion herauszunehmen.“

    2001 war Huber vom Bundeskabinett zum Mitglied des Nationalen Ethikrates berufen worden; dieses Amt gab er zugunsten seiner Position als EKD-Vorsitzender auf. Seit Juni 2010 ist er erneut Mitglied des Ethikrates. Mit Blick auf das Kölner Beschneidungsurteil, das das Wohl des Kindes in den Vordergrund stellt, sagte Huber im „Morgenmagazin“: Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist auch nicht schrankenlos. Es geht darum, einen Weg zu finden, der das eine Grundrecht genauso berücksichtigt wie das andere.“ Huber, stets um Ausgleich bemüht, erhofft sich eine Verständigung zwischen Justiz und Religion. Das sei möglich, wenn „Argumente transparent“ gemacht würden und auch mehrere Lösungsmöglichkeiten denkbar seien.

    FOCUS Online 23.08.2012
    Debatte um Beschneidung: Ethikrat will Kompromiss – Israel ein Machtwort Merkels

    http://www.focus.de/politik/deutschland/debatte-um-beschneidung-ethikrat-will-kompromiss-israel-ein-machtwort-merkels_aid_805234.html

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  15. Jacques Auvergne Says:

    Tribal uvulectomy is here because of its similarities to genital cutting. It is practised in East Africa, including Kenya, Eritrea and Nigeria, and among Bedouins of the South Sinai.

    Soc Sci Med. 1994 Oct;39(8):1077-82.
    Traditional uvulectomy in Niger: a public health problem?
    Prual A, Gamatie Y, Djakounda M, Huguet D.
    Source

    Département de Santé Publique, Faculté des Sciences de la Santé, Niamey, République du Niger.
    Abstract

    Although traditional uvulectomy, a procedure which consists of cutting away a part of the uvula, has been reported in several sub-Saharan African countries, in Maghreb and in Israel, epidemiological and anthropological data on this practice are rare. Severe complications may require hospitalization. The goal of this study was to assess the prevalence of this traditional procedure in Niamey, capital of Niger, the incidence of its severe complications and the beliefs and practices related to it. By the age of 5, 19.6% of the children in our survey had undergone uvulectomy. Severe complications of uvulectomy represented 7.8/1000 cases of hospitalization for children under 15 years of age. Complications were infections (including tetanus), hemorrhage and passage of the cut piece of uvula further down the respiratory tract. The children who had undergone uvulectomy belonged significantly more often to the Hausa ethnic group (66.2%) than to the majority Zarma ethnic group (18.3%) or to the other ethnic groups (15.5%). This can be explained by the fact that, in some Hausa subgroups, uvulectomy is systematically performed on the 7th day after birth, during the naming ceremony, to prevent death due to a ’swelling of the uvula‘. In the other Hausa sub-groups and in the other ethnic groups, uvulectomy is solely a curative practice, both for children and adults, for vomiting, diarrhea, anorexia, the child’s rejection of the breast, growth retardation and fever. Uvulectomy is performed in Niger by the barbers, whose functions are also to perform specialized surgery. These traditional surgeons claim there is no risk to this practice.(ABSTRACT TRUNCATED AT 250 WORDS)

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7809661

    http://www.circumstitions.com/uvulectomy.html

  16. Chronist Says:

    3. Das Tabu des Kindermißbrauchs durch Beschneidung

    Am Gebot der Beschneidung halten jedoch fast alle Juden fest, und das ist in meinen Augen das größte Tabu des sexuellen Kindermißbrauchs im Judentum. Das Beschneidungsgebot ist im Judentum so tief tabuisiert, daß weder darüber gesprochen, noch es kritisiert wird.

    Die Beschneidung kommt zuerst in Genesis 17,10-13 vor, wo Gott den ersten Bund mit Abraham schließt: „Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt deinen Nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch, muß beschnitten werden. Am Fleisch eurer Vorhaut müßt ihr euch beschneiden lassen. Das soll geschehen zum Zeichen des Bundes zwischen mir und euch. Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt sind, beschnitten werden in jeder eurer Generationen…“

    Es gibt weltweit kaum einen Juden, der nicht beschnitten ist und kaum eine Beschneidung, die ohne religiöse Ritual durchgeführt wird. Es gibt kaum Jüdinnen und Juden, die sich trauen, die Beschneidung (öffentlich) in Frage zu stellen oder sie sexuellen Kindermißbrauch zu nennen. – Vom Akt der Beschneidung selbst rede ich gar nicht. Viele Menschen meinen, es sei gesünder und hygienischer die Vorhaut zu entfernen. Mag sein. Doch Beschneidung wegen Krankheiten kann zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden, wenn das Kind bereits Einsicht in die Notwendigkeit einer solchen Operation hat. In den wenigsten Fällen ist eine Beschneidung aus gesundheitlichen Gründen direkt nach der Geburt notwendig. Ich beziehe mich hier nicht auf den religiösen Akt, der an allen jüdischen Jungen im Alter von 8 Tagen vollzogen wird. Darüber, ob ein Säugling in diesem Alter ein sexuelles Empfinden hat, läßt sich vielleicht streiten, die Behauptung aber, daß er in diesem Alter nicht so schmerzempfindlich ist, wie ein älteres Kind, ist einfach falsch. Ein Baby kann einfach noch nicht sagen: „Es tut mir weh!“.

    Beschneidung ist ein gewalttätiges Eingreifen und eine Verletzung der Genitalien eines Kindes, was rein physisch ein sexueller Mißbrauch bzw. sexuelle Mißhandlung ist.

    Ja, vielen von uns fällt es schwer, das zu akzeptieren, denn es könnte bedeuten, daß alle Jüdinnen und Juden, die ihre Söhne beschneiden ließen oder lassen, sexuell Täter sind. – Wie gesagt ist es weder meine Absicht, jemanden zu beschuldigen noch alle Juden als Kindermißhandler darzustellen. Ich möchte lediglich jede Form der Tabuisierung von Kindermißbrauch brechen und zu Diskussionen und Auseinandersetzung anregen. Durch Aufmerksamkeit, durch Befragung und durch Lernen können wir es schaffen!

    Hadass Golandsky

    http://www.hagalil.com/bet-debora/journal/tabu.htm

  17. Jacques Auvergne Says:

    Reinhard Merkel
    Süddeutsche 30.08.2012

    (…) Am 19. Juli hat der Bundestag mit großer Mehrheit einen „Entschließungsantrag“ verabschiedet, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, „im Herbst 2012 einen Gesetzentwurf vorzulegen, der sicherstellt, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen straffrei ist“. Fast alle Abgeordnete, die sich an der parlamentarischen Debatte beteiligt, und wohl die meisten anderen, die dem Antrag zugestimmt haben, scheinen der Belehrung jenes Friedensrichters nicht weniger zu bedürfen als der wildwestliche Freiheitsfreund von ehedem. …

    Hier gibt es nichts abzuwägen. Das folgt aus dem rechtstheoretischen Fundament, dem Vernunftbegriff personaler Rechte, vor allem des Rechts am eigenen Körper. Einer Auskunft des Bundesverfassungsgerichts bedarf es dafür nicht. Man trete einmal aus der hitzigen Debatte um das Kölner Urteil einen Schritt der Besinnung zurück: Wäre es nicht grotesk, hätten Religionsgemeinschaften eine autonome Definitionsmacht, wann und wie sie in den Körper von Personen, die dazu keine Einwilligung gegeben haben, eindringen oder auch nur ein abwägendes Räsonnement darüber verlangen dürfen?

    Der gängige Einwand liegt auf der Hand: Für die Beschneidung werde ja eine Einwilligung vorausgesetzt – die der Eltern. Und diese seien als Sorgerechtsinhaber genau dazu berechtigt. Vielleicht. Aber nicht kraft ihrer Religionsfreiheit, sondern eben allenfalls kraft ihres Sorgerechts. Als Recht zur Erziehung erlaubt es selbstverständlich zahlreiche Eingriffe in Grundrechte der Kinder, auch – und freilich in engen Grenzen – in das der körperlichen Integrität. …

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/beschneidungs-debatte-die-haut-eines-anderen-1.1454055

    Aber das Sorgerecht ist, anders als das der Religionsausübung, kein Freiheitsrecht der Eltern. Es ist ein treuhänderisches Mandat, es ist Pflicht mindestens so sehr wie Recht. Seine verbindliche Maßgabe ist deshalb das Wohl der Kinder, nicht die Autonomie der Eltern. Darüber „wacht“, heißt es in Artikel 6 des Grundgesetzes, „die staatliche Gemeinschaft“. Das Elternrecht, sagt das Bundesverfassungsgericht, „ist wesentlich ein Recht im Interesse des Kindes“. An dessen Wohl findet es daher seine zwingende Grenze. …

    Nun könnte man natürlich eine ausreichende Anästhesie zur Voraussetzung jeder Beschneidung machen. …

    Aber so leicht ist das nicht zu verwirklichen. …

    Sicher für eine ausreichende Betäubung sei nur die Vollnarkose. Bei Neugeborenen schaffe diese freilich ein beträchtliches und für einen medizinisch nicht indizierten Eingriff daher unerlaubtes Todesrisiko. Hoffnungslos unzulänglich sei die verbreitete Anwendung lokalanästhetischer Cremes wie des „Lignocain-Prilocain“-Präparats „EMLA“. Allenfalls mit bestimmten Techniken der vollständigen Nervenblockade im Penisbereich könne eine effiziente Teilnarkose gelingen. Sie sei nur von speziell ausgebildeten Anästhesisten zuverlässig zu handhaben.

    Selbst dann bleibe in fünf bis zehn Prozent der Fälle eine ausreichende Narkosewirkung aus. Was das heißt, liegt auf der Hand: Vollständig lösen lässt sich das Problem überhaupt nicht. Auch weiterhin werden einzelne Neugeborene ihre Beschneidung , wie „fachgerecht“ immer, als Qual erleben.

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/beschneidungs-debatte-die-haut-eines-anderen-1.1454055-2

    Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2010 kommt in einer umfassend begründeten wissenschaftlichen Schätzung auf über hundert Todesfälle pro Jahr im Zusammenhang mit Beschneidungen von Knaben – nicht etwa weltweit oder unter den hygienischen Bedingungen der afrikanischen Savanne, sondern im medizinisch höchstentwickelten Land, den USA.

    Gewiss macht die Zahl bei über einer Million Beschneidungen pro Jahr in Amerika nur einen winzigen Anteil aus. Da der Eingriff medizinisch nicht indiziert ist, liegt gleichwohl auch die Todesgefahr jenseits dessen, was Juristen „erlaubtes Risiko“ nennen. Und selbstverständlich sterben diese Kinder nicht direkt am Messer des Beschneiders, sondern an postoperativen Komplikationen, die bei anderen medizinischen Eingriffen genauso auftreten könnten.

    Aber für eine Prozedur am gesunden Körper wirft das nicht den Schatten einer Rechtfertigung ab. Töricht ist der beliebte Hinweis, andere und fraglos erlaubte elterliche Handlungen seien statistisch weitaus gefährlicher – seinem Zehnjährigen ein Fahrrad zu kaufen etwa, und ihn damit in den Straßenverkehr zu lassen.

    Ja, aber solche Handlungen beruhen auf der Erlaubnis, seine Kinder sozialüblichen Risiken auszusetzen, nicht dagegen, sie absichtlich zu verletzen. Ein Vater, der seinen Sohn aufs Rad setzt und losfahren lässt, haftet nicht, wenn der Junge stürzt und sich verletzt. Aber er ist strafbar wegen Körperverletzung, wenn er den aufs Rad Gesetzten vorsätzlich umstößt. Risikoerlaubnisse sind keine Verletzungserlaubnisse. Die Beschneidung ist aber eine vorsätzliche Verletzungshandlung. …

    Aber die Beschneidung ist ein uralter konstitutiver Brauch des Judentums. Und damit erst ist das wirkliche Problem der Rechtspolitik benannt. Es zu maskieren, ist sinnlos; denn erst mit dieser Provenienz wird auch sein Gewicht deutlich. Die deutsche Politik hat wegen des hier organisierten scheußlichsten Massenmordes der Geschichte ganz gewiss eine weltweit singuläre Pflicht zur besonderen Sensibilität gegenüber allen jüdischen Belangen. Daran ist nicht zu rütteln. Die Beschneidung ist ersichtlich ein solcher Belang von besonderem Gewicht.

    Hier erst, nicht in der Sphäre von Grundrechten, liegt der normative Konflikt. Und er zwingt tatsächlich zu einer Abwägung. Niemand wird dem Gesetzgeber deren Schwierigkeit bestreiten. Man kann das Dilemma ohne falsches Pathos einen rechtspolitischen Notstand nennen. Wie er rundum befriedigend zu lösen wäre, ist nicht zu sehen. Denn die Pflichten, die hier kollidieren, sind in Wahrheit inkommensurabel. Nach welchen Kriterien welcher Vernunft ließe sich das politische Gebot der besonderen Sorge um jüdische Belange in Deutschland abwägen mit dem verfassungs- und menschenrechtlichen Gebot, alle Kleinkinder, auch die jüdischer Eltern, vor erheblichen Verletzungen zu schützen, die ihnen vorsätzlich beigebracht werden?

    Der Gesetzgeber freilich scheint das Ergebnis der Abwägung zu kennen, bevor er deren Schwierigkeit verstanden hat. Das kann er sich leisten. Denn selten dürfte es den Fall eines gesellschaftsweit umstrittenen Problems gegeben haben, in dem die primär Betroffenen so aussichtslos ohne öffentliche Lobby geblieben sind wie im Beschneidungsstreit die verletzten Kinder. Man mache sich trotzdem keine Illusionen.

    Dem schärferen Blick wird auf Dauer nicht verborgen bleiben, was die angekündigte Regelung trotz der Allgemeinheit ihrer äußeren Form ihrem Sinne nach ist: ein jüdisch-muslimisches Sonderrecht. Das bezeichnet einen Sündenfall des Rechtsstaats.

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/beschneidungs-debatte-die-haut-eines-anderen-1.1454055-3

    Reinhard Merkel ist Professor für Strafrecht an der Universität Hamburg und Mitglied des Deutschen Ethikrats, der sich am Freitag mit Einschränkungen für ein Recht auf Beschneidung aussprach.

  18. Edward von Roy Says:

    Liebe Anne,

    endlich reagierte der Petitionsausschuss des Bundestags (ohne Datum) und gibt meiner Petition vom 20. Juli ein Aktenzeichen:

    Pet 4-17-07-451-040847

    Die Behörde sagt:

    „Zu der von Ihnen vorgetragenen Thematik liegen dem Petitionsausschuss bereits Zuschriften anderer Bürgerinnen und Bürger vor. Ermittlungen hierzu sind eingeleitet worden. Ihre Ausführungen werden in diese Ermittlungen einbezogen und gemeinsam mit den anderen Petitionen beraten.

    Der Deutsche Bundestag wird auf Empfehlung des Petitionsausschusses zu diesen Petitionen einen Beschluss fassen, der Ihnen mitgeteilt wird.

    Bitte haben Sie Verständnis, dass in diesem Beschluss zu den Zuschriften vieler Bürgerinnen und Bürger nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im Einzelnen eingegangen werden kann.“

    Nicht zufrieden bin ich, dass meine Eingabe unter Besonderer Teil des Strafgesetzbuches einsortiert wird; hier könnte (Mehrfachpetition bzw. sogar Massenpetition) eine Leitpetition sozusagen das Gleis, den Kanal bestimmt haben; ich habe aber unmissverständlich gesagt BGB, und gar nicht StGB:

    „möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen: § 1631d Verbot der rituellen Genitalmutilation“

    Ich werde den Petitionsausschuss deshalb bitten, meine Eingabe unter BGB / Familienrecht zu verbuchen – und bin da auch sehr gerne Leitpetition. Dann gibt es eben mehrere Leitpetitionen, eine im StGB und (m)eine im BGB und gerne noch weitere.

    Zu befürchten ist, da angeblich „nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im Einzelnen eingegangen werden kann“, dass auf meine Argumente wie schafiitische FGM und Scharia-Totalität nicht „eingegangen“ werden wird oder dass sogar Elterliche Fürsorge / Inhalt und Grenzen der Personensorge zum bloßen „Aspekt“ herabgestuft wird, auf den dann ankündigungsgemäß nicht „eingegangen werden kann.“

    Eine pauschale Ungleichbehandlung von FGM Typ I und Zirkumzision wäre nicht zu akzeptieren da grundrechtswidrig; zumal bei einer legalisierten Jungenbeschneidung die „milde Sunna“, wie sie etwa die Assalaam Foundation in Indonesien öffentlich praktiziert, (mit Betäubung) auch in Deutschland statthaft sein müsste.

    Der Ethikrat sendet leider auch bereits die grundgesetzwidrigen falschen Signale. Nur Reinhard Merkel bleibt fast grundgesetzkonform: „Die frühkindliche Beschneidung ist ein massiver körperlicher Eingriff in die geschützte, verfassungsrechtlich geschützte physische Integrität des Kindes. … Lassen Sie mich ganz deutlich sagen, dass das Recht auf Religionsfreiheit auf gar keinen Fall ein Recht gewährt, unmittelbar in den Körper anderer Personen einzudringen. Es geht ganz primär um das elterliche Sorge- und Erziehungsrecht.“

    Genau, und über dieses Recht wacht die staatliche Gemeinschaft; und so richtet sich meine Petition auf § 1631 BGB.

    Leider mogelt sich Rechtswissenschaftler Merkel im selben Interview dann doch zur umfassenden Betäubung des Kindes durch, dem dann die nur Sekunden eher noch zugestandene körperliche Unversehrtheit im Namen der elterlichen Frömmigkeit und Traditionspflege geraubt werden dürfe.

    Mit solidarischen Grüßen
    Edward

  19. Kalevala Says:

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    (…) Für Juden und Muslime ist das ein besonderes Problem. So widmete sich jede israelische Tageszeitung dem Urteil des Landgerichts in Deutschland. Doch während ein Großteil des Establishments gegen das Urteil wetterte, oder sich selbst Schweigen auferlegte, begrüßte eine kleine Minderheit die Entscheidung: «Ich finde es toll und hoffe, dass es sich als wegweisend erweisen wird», sagt Eran Sadeh, ein 42 Jahre alter Rechtsanwalt aus Nordisrael, im Gespräch mit unserer Zeitung: «Endlich stellt ein Gericht die Rechte des Kindes auf körperliche Unversehrtheit über vermeintliche Religionsfreiheit. Die Grenze muss da verlaufen, wo dem Körper eines Kindes geschadet wird», sagt Sadeh.

    Sadeh hat sich vor sieben Jahren entschlossen, seinen Sohn nicht beschneiden zu lassen. Er richtete eine Website ein, die Israelis Informationen über medizinische und religiöse Konsequenzen einer Beschneidung bietet. Damit ist er nicht allein. Eine wachsende Zahl von Organisationen hat es sich zum Ziel gemacht, den jahrtausendealten Brauch zu beenden: «Endlich sagt ein Gericht die Wahrheit und zieht gegen diese barbarische und masochistische Tradition ins Feld», sagt Jonathan Enosch.Er ist Mitgründer des Vereins «Ben Schalem» – intakter Sohn. «Es ist schwer, dieses Tabu zu brechen. Aber ich erkenne einen Fortschritt», sagt Enosch. «Früher traute sich niemand in Israel, sein Kind nicht beschneiden zu lassen. Heute sind es bereits mindestens 2 Prozent, so Enosch. Er hofft, dass das Urteil in Deutschland das Tabu auch in Israel brechen wird: «Viele entscheiden sich für die Beschneidung, weil sie nicht wissen, dass es anders geht, oder weil sie Angst haben, dass ihr Kind ausgegrenzt werden könnte. Oder sie denken einfach nicht darüber nach. Vielleicht ändert sich das jetzt», hofft Enosch.

    Das Urteil eines Kölner Gerichts, das die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen grundsätzlich als strafbare Körperverletzung bezeichnet hat, wird inzwischen auch in den israelischen Medien verbreitet. «Das Urteil ist verfassungswidrig, weil es der Freiheit der Religionsausübung widerspricht », wurde Rabbiner Arie Goldberg, Vizegeneraldirektor des Rabbinical Centre of Europe, im israelischen Rundfunk zitiert.

    Bei dem Gerichtsverfahren in Köln ging es um einen vierjährigen muslimischen Jungen, der nach der ärztlichen Beschneidung unter Nachblutungen litt. In der Entscheidung verwiesen die Richter unter anderem darauf, dass «der Körper des Kindes durch die Beschneidung dauerhaft und irreparabel verändert» werde. «Diese Veränderung läuft dem Interesse des Kindes, später selbst über seine Religionszugehörigkeit entscheiden, zuwider.»

    Der Strafrechtler Holm Putzke von der Universität Passau sagte gegenüber der «Financial Times Deutschland»: «Das Gericht hat sich – anders als viele Politiker – nicht von der Sorge abschrecken lassen, als antisemitisch und religionsfeindlich kritisiert zu werden.» Weiter erklärte Putzke: «Diese Entscheidung könnte im besten Fall auch bei den betroffenen Religionen zu einem Bewusstseinswandel führen, Grundrechte von Kindern zu respektieren.» …

    UWS/GY
    Jüdische Zeitung, Juli 2012

    http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.2668.html

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    :::

    (…)
    Die Entfernung der Vorhaut am Penis von Neugeborenen könne erhebliche körperliche und psychische Schäden haben, sagte Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, am Mittwoch in Berlin. Der Schnitt sei mit erheblichen Schmerzen verbunden. Vorhautamputationen seien ein schwerwiegender Eingriff, sagte der Vorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann. …

    Ärzte warnen vor körperlichen Folgeschäden
    Rheinische Post
    zuletzt aktualisiert: 12.09.2012 – 14:42

    http://www.rp-online.de/gesundheit/news/aerzte-warnen-vor-koerperlichen-folgeschaeden-1.2991045

    :::

  20. Kalevala Says:

    B r i t m i l a ? ? ?
    Tradition, tradition! Tradition!

    Verweigerte Beschneidungskritik hört sich so an:

    [ Tevye ]
    Tradition, tradition! Tradition!
    Tradition, tradition! Tradition!

    [ Tevye & papas ]
    Who, day and night, must scramble for a living,
    Feed a wife and children, say his daily prayers?
    And who has the right, as master of the house,
    To have the final word at home?

    The Papa, the Papa! Tradition.
    The Papa, the Papa! Tradition.

    [ Golde & mamas ]
    Who must know the way to make a proper home,
    A quiet home, a kosher home?
    Who must raise the family and run the home,
    So Papa’s free to read the holy books?

    The Mama, the Mama! Tradition!
    The Mama, the Mama! Tradition!

    [ sons ]
    At three, I started Hebrew school. At ten, I learned a trade.
    I hear they’ve picked a bride for me. I hope she’s pretty.

    The son, the son! Tradition!
    The son, the son! Tradition!

    [ daughters ]
    And who does Mama teach to mend and tend and fix,
    Preparing me to marry whoever Papa picks?

    The daughter, the daughter! Tradition!
    The daughter, the daughter! Tradition!

    http://www.stlyrics.com/lyrics/fiddlerontheroof/tradition.htm

    Fiddler on the Roof is a musical with music by Jerry Bock, lyrics by Sheldon Harnick, and book by Joseph Stein, set in Tsarist Russia in 1905. It is based on Tevye and his Daughters (or Tevye the Milkman and Other Tales) by Sholem Aleichem.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Fiddler_on_the_Roof

  21. Chronist Says:

    دلالة الحائرين
    Dalālatu l-Ḥāʾirīn
    The guide of the perplexed
    Führer der Verwirrten

    Mosheh ben Maimon genannt Moses Maimonides oder Mūsā ibn Maymūn oder RaMBaM (Akronym für Rabbi Mosheh Ben Maimon) zur jüdischen Beschneidung

    Maimonides, Hauptwerk Teil drei Kapitel 49

    As regards circumcision, I think that one of its objects is to limit sexual intercourse, and to weaken the organ of generation as far as possible, and thus cause man to be moderate. Some people believe that circumcision is to remove a defect in man’s formation; but every one can easily reply: How can products of nature be deficient so as to require external completion, especially as the use of the fore-skin to that organ is evident. This commandment has not been enjoined as a complement to a deficient physical creation, but as a means for perfecting man’s moral shortcomings. The bodily injury caused to that organ is exactly that which is desired; it does not interrupt any vital function, nor does it destroy the power of generation. Circumcision simply counteracts excessive lust; for there is no doubt that circumcision weakens the power of sexual excitement, and sometimes lessens the natural enjoyment: the organ necessarily becomes weak when it loses blood and is deprived of its covering from the beginning. Our Sages (Beresh. Rabba, c. 80) say distinctly: It is hard for a woman, with whom an uncircumcised had sexual intercourse, to separate from him. This is, as I believe, the best reason for the commandment concerning circumcision. And who was the first to perform this commandment? Abraham, our father! of whom it is well known how he feared sin; it is described by our Sages in reference to the words, “Behold, now I know that thou art a fair woman to look upon” (Gen. xii. 11).

    There is, however, another important object in this commandment. It gives to all members of the same faith, i.e., to all believers in the Unity of God, a common bodily sign, so that it is impossible for any one that is a stranger, to say that he belongs to them. For sometimes people say so for the purpose of obtaining some advantage, or in order to make some attack upon the Jews. No one, however, should circumcise himself or his son for any other reason but pure faith; for circumcision is not like an incision on the leg, or a burning in the arm, but a very difficult operation. It is also a fact that there is much mutual love and assistance among people that are united by the same sign when they consider it as [the symbol of] a covenant. Circumcision is likewise the [symbol of the] covenant which Abraham made in connexion with the belief in God’s Unity. So also every one that is circumcised enters the covenant of Abraham to believe in the unity of God, in accordance with the words of the Law, “To be a God unto thee, and to thy seed after thee” (Gen. xvii. 7). This purpose of the circumcision is as important as the first, and perhaps more important.

    This law can only be kept and perpetuated in its perfection, if circumcision is performed when the child is very young, and this for three good reasons. First, if the operation were postponed till the boy had grown up, he would perhaps not submit to it. Secondly, the young child has not much pain, because the skin is tender, and the imagination weak; for grown-up persons are in dread and fear of things which they imagine as coming, some time before these actually occur. Thirdly, when a child is very young, the parents do not think much of him; because the image of the child, that leads the parents to love him, has not yet taken a firm root in their minds. That image becomes stronger by the continual sight; it grows with the development of the child, and later on the image begins again to decrease and to vanish. The parents’ love for a new-born child is not so great as it is when the child is one year old; and when one year old, it is less loved by them than when six years old. The feeling and love of the father for the child would have led him to neglect the law if he were allowed to wait two or three years, whilst shortly after birth the image is very weak in the mind of the parent, especially of the father who is responsible for the execution of this commandment. The circumcision must take place on the eighth day (Lev. xii. 3), because all living beings are after birth, within the first seven days, very weak and exceedingly tender, as if they were still in the womb of their mother; not until the eighth day can they be counted among those that enjoy the light of the world. That this is also the case with beasts may be inferred from the words of Scripture: “Seven days shall it be under the dam” (Lev. xxii. 27), as if it had no vitality before the end of that period. In the same manner man is circumcised after the completion of seven days. The period has been fixed, and has not been left to everybody’s judgment.

    Maimonides: Dalālat alḥāʾirīn (hebr. als More nevuchim, Führer der Unschlüssigen bzw. Lehrer der Beschämten / der Verwirrten). Das Werk entstand ungefähr 1176 bis 1190 oder 1200.

    http://www.sacred-texts.com/jud/gfp/gfp185.htm

    Maimonides, Moses; Pines, Schlomo (trans.) (1963). The Guide of the Perplexed. Part III. Chapter XLIX. The University of Chicago Press.

    http://www.sacred-texts.com/jud/gfp/gfp185.htm

  22. Edward von Roy Says:

    ::

    Die Beschneidungs-Regeln sollen nicht im Strafrecht stehen, sondern im Kindschaftsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs: An die Paragrafen 1631 bis 1631c BGB, die den „Inhalt und die Grenzen der Personensorge“ regeln, wird ein Paragraf 1631d angehängt, der klarstellt, dass Eltern unter bestimmten Voraussetzungen in die Beschneidung ihres Sohnes einwilligen können. Wenn diese Voraussetzungen vorliegen, kann die Beschneidung nicht als Körperverletzung bestraft werden und löst auch keine Schadenersatzpflicht aus.

    Die genaue Formulierung des geplanten Gesetzes lautet wie folgt: „Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt wird“. Die Ausnahme formuliert der Satz 2: „Dies gilt nicht, wenn durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet ist.“

    aus: Heribert Prantl: Beschneidung bleibt straffrei
    in: Süddeutsche 25.09.2012

    http://www.sueddeutsche.de/politik/gesetzentwurf-beschneidung-bleibt-koerperverletzung-und-straffrei-1.1478479

    ::
    ::

    An den
    Deutschen Bundestag
    Petitionsausschuss

    20. Juli 2012

    Pet 4-17-07-451-040847
    Petition gegen Beschneidung BGB § 1631d

    Text der Petition

    Der Deutsche Bundestag möge beschließen, Personensorgeberechtigten jede rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung eines Jungen (Zirkumzision) oder eines Mädchens (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) im Hinblick auf die Verwirklichung der körperlichen Unversehrtheit des Kindes oder Jugendlichen bis zu dessen Volljährigkeit zu untersagen. Um dem Individuum die Option auf ein Leben mit unversehrten Genitalien und mit der Option auf eine selbstgeschriebene Biographie zu ermöglichen, insbesondere im Hinblick auf die Entscheidung, ob eine lebenslange Sexualität mit oder ohne Präputium (Junge) oder Klitorisvorhaut (Mädchen) verwirklicht wird, möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen:

    § 1631d
    Verbot der rituellen Genitalmutilation

    Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.

    Begründung

    Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR, Paris 10.12.1948) und das auf ihr beruhende Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (23.05.1949) richten sich zuallererst an den Menschen als Individuum und nicht, wie in der von Stammesreligion, Rechtspluralismus und Initiationsriten geprägten kulturellen Vormoderne, an den Menschen als Angehörigen eines ethnoreligiösen Kollektivs,

    http://eifelginster.wordpress.com/2012/07/21/297/

    ::

  23. Edward von Roy Says:

    ::

    Sehr geehrte Frau Abgeordnete,
    sehr geehrter Herr Abgeordneter,

    die nicht medizinisch indizierte Jungenbeschneidung belastet und schädigt Körper und Sexualleben und traumatisiert nicht selten die Psyche. Auch bei noch so fachgerechter Durchführung sind teilweise schwere medizinische Komplikationen bekannt; der gelegentlich beschworene Nutzen zur Krankheitsprävention ist wissenschaftlich nicht haltbar.

    Beschneidungsbereite Eltern bieten ihrem – beim familiären Klatsch und Tratsch über den Kinderpenis gezielt beschämten – Kind die Option Zirkumzision blumig werbend, pseudowissenschaftlich überredend, patriarchalisch einschüchternd oder stolz bis elitär und dabei jeden Unbeschnittenen ein wenig herabsetzend an; der jüdische acht Tage alte Säugling wird gar nicht erst gefragt. Auch vor solchen Situationen der elterlicherseits noch so „gut gemeinten“ Überrumpelung ist das Kind durch uns alle zu schützen.

    Völlig altersgemäß, auch weil sie die nachteiligen Beschneidungsfolgen nicht überschauen und eine erwachsene Sexualität noch nicht aus eigenem Erleben kennen, können Jungen in ihre Zirkumzision nicht einwilligen. Die rituelle Beschneidung ist keine Heilbehandlung. Die staatliche Gemeinschaft hat dem Kind von heute die genitale Unversehrtheit von morgen zu bewahren, um dem selben Individuum in noch fernerer Zukunft die bestmögliche sexuelle Selbstbestimmung als Jugendlicher und Erwachsener zu ermöglichen. Ohne Einschränkung gilt: Kinder sind Grundrechtsträger.

    Oft stehen beschneidungswillige Eltern unter hohem Gruppenzwang der ethnoreligiösen Community und, soweit religiös, unter dem Druck eines angeblich das Seelenheil sichernden und Verdammnis abwehrenden Beschneidungsbefehls (Gen 17,10 sowie Lev 12,3; islamisch Sunna bzw. Hadith).

    Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will die medizinisch unnötige Zirkumzision in die Zukunft führen – das ist zutiefst kinderfeindlich und ein organisierter Angriff auf die körperliche Unversehrtheit eines Teils der Bevölkerung. Das Justizministerium verbreitet einen Gesetzentwurf, der auf BGB § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge zielt und die Zirkumzision straffrei ins elterliche Belieben stellen soll.

    Genau zu § 1631 BGB habe ich am 20. Juli 2012, also nur einen Tag nach der hastigen Bundestagsresolution (Drucksache 17/10331), eine Petition eingereicht:

    Pet 4-17-07-451-040847
    㤠1631d Verbot der rituellen Genitalmutilation

    Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.“

    Nur kurz zum angeblichen gesundheitlichen Nutzen (HIV- und HPV-Prävention), der gelegentlich von den Vereinigten Staaten aus gennannt wird und selbst dort eigentlich nur noch vom Verband AAP (American Academy of Pediatrics) – die notorisch beschneidungsfreundlichen Studien der AAP sind weltweit in der Fachwelt umstritten oder werden schlicht verworfen; das jüngste Statement ist von der US-Kinderrechtsorganisation Intact America noch am selben Tag (27. August 2012) abgelehnt worden (s. u., Quellen).

    Deutschland hat jedem Mohel die Durchführung von Metzitzah b’peh (oral sucking, Kind stirbt in Einzelfällen am übertragenen Herpesvirus oder überlebt eine Hirnhautentzündung und ist lebenslang geistig behindert) zu untersagen. Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung zwar begeistert über die Legalisierung der Beschneidung redet, aber die Metzitzah b’peh (oral-genitale Beschneidung, der Mohel nimmt zum Blutabsaugen den Penis des Säuglings in den Mund) nicht thematisiert.

    Auch der ästhetisch motivierte elterliche Umgestaltungswunsch des Kinderpenis ist nicht zu legalisieren. Anders als es die Bundesjustizministerin immer noch bewertet: Die medizinisch nicht indizierte elterliche Wunsch-Beschneidung des kleinen Sohnes, ob als patriarchalisch-traditionsreiche Initiation oder als postmodernes Genitaldesign, ist in den bundesdeutschen Begriff des Kindeswohls nicht integrierbar, ihre Gesundheitsvorteile bleiben Mythos.

    Ich bitte Sie, auch die Argumente meiner hier angehängten Petition zu BGB § 1631d und die dazugehörige ausführliche Begründung zur Kenntnis zu nehmen und in Ihr Abstimmungsverhalten zur Kinderbeschneidung einfließen zu lassen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Edward von Roy
    Diplom-Sozialpädagoge (FH)

    ::

    Q u e l l e n
    AAP – American Academy of Pediatrics:

    “We’re not pushing everybody to circumcise their babies,“ Dr. Douglas S. Diekema, a member of the academy’s task force on circumcision and an author of the new policy, said in an interview. “This is not really pro-circumcision. It falls in the middle. It’s pro-choice, for lack of a better word. Really, what we’re saying is, ‚This ought to be a choice that’s available to parents.‘ “

    But opponents of circumcision say no one — not even a well-meaning parent — has the right to make the decision to remove a healthy body part from another person.

    “The bottom line is it’s unethical,“ said Georganne Chapin, founding director of Intact America, a national group that advocates against circumcision. “A normal foreskin on a normal baby boy is no more threatening than the hymen or labia on your daughter.“

    THE NEW YORK TIMES
    Benefits of Circumcision Are Said to Outweigh Risks
    By RONI CARYN RABIN
    Published: August 27, 2012

    http://query.nytimes.com/gst/fullpage.html?res=9D03E2D8103DF934A1575BC0A9649D8B63&ref=americanacademyofpediatrics

    INTACT AMERICA’S RESPONSE TO THE AMERICAN ACADEMY OF PEDIATRICS
    2012 REPORT ON CIRCUMCISION

    Issued August 27, 2012

    The Policy Statement and Technical Report on Male Circumcision released today by the Task Force on Circumcision of the American Academy of Pediatrics (AAP) attempts to find justifications for recommending in favor of unnecessary surgery to remove healthy, functioning tissue from infant boys, but falls far short both in its ethical obligations to its members and their patients and in its presentation of the medical and scientific data.

    Even as the AAP purports to find that the benefits of non-medical neonatal male circumcision outweigh its risks, not even its own Task Force can unequivocally recommend this surgery, but instead states that the health benefits are not great enough to recommend routine circumcision for all male newborns. Instead, it focuses much of its argument on urging that health insurance plans and state Medicaid plans cover the costs of the surgery, which is currently not the case in many states.

    It appears that the AAP is acting more as a trade association for doctors who perform this unnecessary surgery more than 1 million times a year, instead of standing up for the human rights and bodily integrity of the only patient that counts—the baby boy.

    http://www.intactamerica.org/aap2012_response

    The controversy over metzitzah b’peh was reignited in March after it came to light that an unidentified infant died Sept. 28 at Brooklyn’s Maimonides Medical Center from “disseminated herpes simplex virus Type 1, complicating ritual circumcision with oral suction,“ according to the death certificate.

    Health Department investigations of newborns with the herpes virus from 2000 to 2011 have shown that 11 infants contracted the herpes virus when mohels, or ritual circumcisers, placed their mouths directly on the child’s circumcision wound to draw blood away from the circumcision cut, according to a statement from the department. Ten of the infants were hospitalized, at least two developed brain damage and two babies died.

    aus: N.Y. health chief calls for end to metzitzah b’peh rite in circumcisions
    U.S. Health Department investigations show that 11 infants contracted the herpes virus between 2000 to 2011 as a result of the rite.
    HAARETZ Jun. 08, 2012

    http://www.haaretz.com/jewish-world/jewish-world-news/n-y-health-chief-calls-for-end-to-metzitzah-b-peh-rite-in-circumcisions-1.435227

    Ungefähr 200 Rabbiner haben eine Petition unterschrieben … Eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde wollte sich zur Petition der Rabbiner nicht äußern. Sie meinte aber: »Es ist wichtig, dass Eltern die Risiken kennen, die mit dieser Praxis, also der Metzitzah B’peh, verknüpft sind.«

    Hannes Stein in: Jüdische Allgemeine 06.09.2012

    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/13952

    Some 200 rabbis have signed a statement alleging that the department “printed and spread lies … in order to justify their evil decree. It is clear to us that there is not even an iota of blame or danger in this ancient and holy custom,” the New York Post reported.

    The Forward
    JTA 03.09.2012

    http://forward.com/articles/162164/rabbis-organize-against-metzitzah-bpeh-forms/#ixzz27ryn1H4q

    ::

  24. Edward von Roy Says:

    Gestern war die Abstimmung!

    Am Abend des 12.12.2012 sind die Beschneider und Beschneidungsfreunde zufrieden, denn männliche Kinder dürfen wieder legal im Namen des elterlichem Beschneidungsoptimismus oder der elterlichen Gottesfurcht gequält und lebenslang ein bisschen geschädigt und in Sexualleben und Lebensqualität eingeschränkt werden. Was zu befürchten war, ist also eingetroffen:

    Regierungsentwurf, Zahl der Abgeordneten und Abstimmungsverhalten

    434 dafür
    100 dagegen
    46 Enthaltungen

    Oppositionsentwurf der 66 Abgeordneten

    584 abgegebene Stimmen
    91 dafür
    462 dagegen
    31 Enthaltungen

    http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/42042381_kw50_de_beschneidung/index.html

    Viele einzelne Befürworter des halbwegs beschneidungskritischen Gegenentwurfs argumentierten hervorragend, doch das Alter vierzehn hielt und halte ich menschenrechtlich für unzurureichend und strategisch für verfehlt, denn wo seit Jahrzehnten kein Jugendarbeiter oder Lehrer es wagt, muslimisch und jüdisch geprägte Eltern (oder alle anderen!) von der Beschneidung ihres Sohnes abzuhalten, da wird auch der vierzehn oder fünfzehnjährige Junge sich dem Druck von Clan und Peer Group sowie dem religiös erwünschten Ekel vor den „unreinen“ Unbeschnittenen nicht entziehen können.

    In den nächsten Jahren wird unsere mühselige Aufklärungsarbeit erst beginnen müssen und allmählich ein Bewusstsein dafür bilden, dass Eltern keine schmerzenden, blutenden Wunden im Genitalbereich des „eigenen“ Kindes hervorrufen dürfen, auch nicht auf Befehl der Götter Jahwe oder Allah oder aus ästhetischem Befinden oder aus reichlich legendärer Aidsprophylaxe.

    Eins zu null sagt man beim Fußball, die gestrige Debatte gewannen Scharia, Halacha und elterliche Allmacht gegen Wissenschaftlichkeit und Kindeswohl 1:0.

    Was für ein schwarzer Tag für die kulturelle Moderne und die Kinderrechte. Wer es jetzt in Jugendverbänden, Jugendämtern, Wohlfahrtsverbänden oder Fachhochschulen für Soziale Arbeit wagen sollte, wissenschaftlich begründet gegen die Zirkumzision zu argumentieren, wird es noch schwerer haben als bisher.

    Edward von Roy

  25. Kalevala Says:

    ::

    „Später, wenn man einmal dieses schändliche Gesetz, das mit der Mehrheit der Religionsvertreter in unserem Parlament zustande kam, als das erkennen wird, was es tatsächlich ist, nämlich ein Schlag gegen die Rechte und das Wohl von Kindern und ein Schritt zurück ins Mittelalter, wird man aber dennoch sagen können, dass es aufrechte Kämpfer gab, die sich mit menschenrechtlichen Argumenten, wenn auch vorerst vergeblich, für die Rechte der Kinder einsetzten.“

    Uwe Lehnert (zitiert von Frank Berghaus am 12. Dezember 2012 um 21:59)

    http://www.wissenbloggt.de/?p=14327

    ::

  26. Bragalou Says:

    ::

    A traumatic experience is defined in DSM-IV as the direct consequence of experiencing or witnessing of serious injury or threat to physical integrity that produces intense fear, helplessness or (in the case of children) agitation (American Psychiatric Association, 1994). The significant pain and distress described earlier is consistent with this definition. Moreover, the disturbance (e.g., physiological arousal, avoidant behaviour) qualifies for a diagnosis of acute stress disorder if it lasts at least two days or even a diagnosis of post-traumatic stress disorder (PTSD) if it lasts more than a month. Circumcision without anaesthesia constitutes a severely traumatic event in a child’s life (Lander, Brady-Freyer, Metcalfe, Nazerali, & Muttit, 1997; Ramos & Boyle, 2001; Taddio, Katz, Ilersich, & Koren, 1997). It is possible that the trauma of genital surgery might have long-lasting psychological effects (Bigelow, 1995; Levy, 1945; Jacobson & Bygdeman, 1998; Anand & Scalzo, 2000).

    Van Howe (1996, p. 431) reported that, “Newborn males respond to circumcision with a marked reduction in oxygenation during the procedure, a cortisol surge, decreased wakefulness, increased vagal tone, and less interactions with their environment following the procedure….“ Rhinehart (1999) in a report of clinical cases noted that the only response available to the infant is shock, wherein the central nervous system is overwhelmed by pain, followed by numbing, paralysis, and dissociation. Possibly, dissociation of the traumatic experience and emotional pain may be employed by the infant as a psychological defence (Chu & Dill, 1990; Noyes, 1977; Rhinehart, 1999). While some babies have been described as being „quiet“ after circumcision, Rhinehart concluded that the observed stillness most likely represents a state of dissociation or shock in response to the overwhelming pain.

    Consistent with the early reports of Anna Freud (1952), McFadyen (1998) observed psychological trauma in her son following circumcision. This is sometimes extreme enough to impede the maternal-infant bonding (Marshall et al., 1982; Van Howe, 1996). As reasoned by Herman (1992) and Rhinehart (1999) the common factor underlying circumcision trauma is an experience of violence and powerlessness–inflicted by other human beings. Such an event was described in a study of 12 Turkish boys circumcised in late childhood. Cansever (1965, p. 328) reported that „Circumcision is perceived by the child as an aggressive attack upon his body, which damaged, mutilated, and, in some cases, totally destroyed him.“ Ritual circumcision appeared to be associated with increased aggressiveness, weakening of the ego, withdrawal, reduced functioning and adaptation, and nightmares consistent with PTSD.

    Ramos and Boyle (2001) investigated the psychological effects associated with medical and ritual „operation tuli“ circumcision procedures in the Philippines. Some 1577 boys aged 11 to 16 years (1072 boys circumcised under medical procedures; 505 subjected to ritual circumcision) were surveyed to see if genital cutting led to the development of PTSD. Interestingly, Mezey and Robbins (2001) estimated the incidence of PTSD as 1.0% to 7.8% in the general British population where circumcision is not very prevalent. On the other hand, using the PTSD-I questionnaire (Watson et al., 1991) in a predominantly circumcised population, Ramos and Boyle observed an incidence of PTSD of almost 70% among boys subjected to ritual circumcision, and 51% among boys subjected to medical circumcision (with local anaesthetic). Long-term follow-up would be needed to gauge the extent to which PTSD persists over the lifespan of these circumcised boys.

    The outcome of painful childhood trauma includes long-lasting neurophysiological and neurochemical brain changes (Anand & Carr, 1989; Anand & Scalzo, 2000; Ciaranello, 1983; Taddio et al., 1997; van der Kolk & Saporta, 1991). Richards, Bernal, and Brackbill (1976) found that circumcision may impact adversely on the developing brain, and that reported “gender differences” may actually arise from behavioural changes induced by infant or childhood circumcision.

    Rhinehart (1999) in a report of adult clinical cases concluded that a man circumcised as a child is more likely to react with terror, rage and/or dissociation when confronted with situations interpreted as threatening. As in any situation of post-traumatic stress, an event resembling any aspect of the original traumatic experience is more likely to provoke negative emotions such as panic, rage, violence, or dissociation.

    It is therefore not surprising that PTSD may result from childhood circumcision (Goldman, 1997, 1999, Menage, 1999; Ramos & Boyle, 2001), just as it does from childhood sexual abuse and rape (Bownes, O’Gorman, & Sayers, 1991; Deblinger, McLeer, & Henry, 1990; Duddle, 1991). Several researchers have concluded that PTSD may result from circumcision and/or from circumcisionrelated sequelae in later life. For example, Rhinehart (1999) reported finding PTSD in middle-aged men who had been subjected to infant circumcision. Circumcision involves an imbalance of power between perpetrator and victim, contains both aggressive and libidinal elements, and threatens a child’s sexual integrity by amputating part of the genitalia. Some men circumcised in infancy or childhood without their consent have described their present feelings in the language of violation, torture, mutilation, and sexual assault (Bigelow, 1995; Hammond, 1997, 1999).

    5-1-2002
    Male circumcision: pain, trauma, and psychosexual
    sequelae
    Gregory J. Boyle
    Bond University, Greg_Boyle@bond.edu.au
    Ronald Goldman
    J. Steven Svoboda
    Attorneys for the Rights of the Child, Berkeley, USA
    Ephrem Fernandez

    http://works.bepress.com/greg_boyle/10/

    http://epublications.bond.edu.au/cgi/viewcontent.cgi?article=1036&context=hss_pubs&sei-redir=1&referer=http%3A%2F%2Fwww.google.de%2Furl%3Fsa%3Dt%26rct%3Dj%26q%3Dcircumcision%2B%2522turkish%2Bboys%2522%2Bage%2Byears%26source%3Dweb%26cd%3D10%26ved%3D0CIMBEBYwCQ%26url%3Dhttp%253A%252F%252Fepublications.bond.edu.au%252Fcgi%252Fviewcontent.cgi%253Farticle%253D1036%2526context%253Dhss_pubs%26ei%3DlOokUY6yL9DDtAaYo4HYBg%26usg%3DAFQjCNGNNx6BD_kMJ9uw8q_fOzDF6N5A4w#search=%22circumcision%20turkish%20boys%20age%20years%22

    ::
    ::

    Gregory J. Boyle. „Circumcision in adults: Effect on sexual function“ Humanities & Social Sciences papers (2004).
    Available at: http://works.bepress.com/greg_boyle/18

    http://works.bepress.com/greg_boyle/18/

    Boyle, G. J. (2003) Effects of male circumcision on female arousal and orgasm. The New Zealand Medical Journal, Vol 116, No 1181.

    http://epublications.bond.edu.au/hss_pubs/69/

    ::

  27. Dwarslöper Says:

    Es hat mindestens drei Petitionen gegen die Beschneidung von Jungen gegeben, eine zum BGB, eine sehr frühe zum StGB sowie eine weder zu BGB noch StGB:

    • Sozialpädagoge Edward von Roy im Juli 2012 in Bezug auf das elterliche Sorgerecht und zur Schaffung eines die MGM verbietenden BGB § 1631d, damit den Ort (nämlich den Paragraphen 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge) des gegenteilig formulierten Beschneidungserlaubnis-Paragraphen genau vorwegnehmend,

    • Werner Holtfreter bewundernswert früh nämlich bereits im Mai 2010 bei kluger Bezugnahme auf die FGM, die erheblichen Komplikationen sowie die umzusetzende geschlechtsneutrale Ausgestaltung des entsprechenden StGB-Paragraphen, sowie

    • Christian Bahls (MOGiS) im Jahr 2012, der ein zweijähriges Herumreden im elitären Hinterzimmer („runder Tisch“) bei einem genau so kurz befristeten Beschneidungsstopp forderte.

    Hier die drei Petitionen:

    ::

    20.07.2012
    Edward von Roy
    Pet 4-17-07-451-040847

    § 1631d Verbot der rituellen Genitalmutilation Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.

    http://jacquesauvergne.wordpress.com/2012/07/21/297/

    http://www.gam-online.de/text-Beschneidung-petition.html

    http://www.aerzteblatt.de/forum/109729

    http://www.aerzteblatt.de/forum/109962

    ::

    18.05.2010
    Werner Holtfreter
    Pet 4-17-07-451-008772

    Mit der Drucksache 867/09 wird eine Strafrechtsänderung vorgeschlagen, mit der klargestellt wird, dass die Verstümmelung weiblicher Genitalien eine Straftat darstellt. Vorgesehen ist auch eine Verfolgung im Ausland. So richtig und wichtig diese Initiative ist, so falsch ist es, Knaben den Schutz ihrer körperlichen Unversehrtheit zu verweigern. …

    Beschneidung (weibliche wie männliche!) berührt die Religionsfreiheit. Gerade wer die Beschneidung als wichtiges religiöses Zeichen sieht, muss Kinder vor diesem irreversiblen Eingriff bewahren, um auch ihre negative Religionsfreiheit im späteren Erwachsenenleben zu sichern.

    Menschenrechte sind unteilbar, das Gesetz muss geschlechtsneutral gestaltet werden!

    http://www.forum-maennerrechte.de/index.php?id=2293

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/?id=118

    ::

    Christian Bahls

    Ein zweijähriges Moratorium und die Einrichtung eines Runden Tisches zum Thema „Körperliche Unversehrtheit von Kindern“ soll dazu dienen die Diskussion zu demokratisieren und einen Ausgleich in der Debatte herzustellen.

    http://www.change.org/de/Petitionen/zwangsbeschneidung-ist-unrecht-auch-bei-jungen

    http://mogis-und-freunde.de/blog/petition-gegen-beschneidung-und-fuer-kinderrechte-online/

    ::

  28. Dwarslöper Says:

    Fehler bei der OP: Eltern klagen gegen Arzt

    Wegen eines angeblichen Fehlers bei der rituellen Beschneidung eines zehnjährigen Jungen soll ein Urologe und Chirurg jetzt rund 200 000 Euro Schmerzensgeld an das Kind zahlen. So lautet die Zivilklage der Eltern vor dem Landgericht.
    Von Wulf Kannegiesser

    Es sollte ein kleiner, chirurgischer Routine-Eingriff sein, dem sich der damals zehnjährige Sohn eines Libanesen und einer deutschen Mutter im Juli unterzogen hat. Ein Urologe, der zugleich Chirurg ist, sollte bei dem minderjährigen Schüler in ambulanter Behandlung eine rituelle Beschneidung durchführen.

    Aber dabei unterlief dem Operateur ein folgenschwerer Fehlschnitt, durch den der Junge rund ein Drittel des Organs eingebüßt hat. Das behaupten jetzt die Eltern des Kindes und reichten beim Landgericht Mönchengladbach eine Schmerzensgeldklage gegen den Arzt ein. …

    Erst viel später stellte sich dann heraus: Der Arzt hatte nicht nur die Vorhaut gekappt, sondern hatte sich wesentlich vertan. Als der Vater das Kind Tage später in einer anderen Klinik vorstellte, kamen die dortigen Ärzte zu dem Ergebnis: Das gesamte Untergewebe des Organs war betroffen, ein Drittel des Körperteils ist inzwischen abgestorben, die Harnröhre beschädigt. Die Folgen sind nicht zu beheben.

    „Der Junge wird zeitlebens unter diesen Folgen zu leiden haben, eine echte Katastrophe“, klagt die Düsseldorfer Rechtsanwältin Danielle Hartweck, die nun das Opfer und dessen Eltern im Zivilprozess vor dem Landgericht vertritt. Konkret werfen die Kläger dem Mediziner neben dem angeblichen Fehlschnitt jetzt außerdem vor, er habe über die Risiken des Eingriffs nicht ausreichend aufgeklärt, habe besonders über Infektionsgefahr und mögliche Durchblutungsstörungen nicht umfassend genug informiert.

    Das Organ sei nur noch bedingt funktionstüchtig, die psychischen Folgen für das Kind seien unabsehbar. Ob die Zeugungsfähigkeit des Opfers durch die Folgen des Eingriffs künftig stark beeinträchtigt oder sogar vollkommen aufgehoben ist, soll ebenfalls im Prozess geklärt werden.

    Rheinische Post am 13. Oktober 2010

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/fehler-bei-der-op-eltern-klagen-gegen-arzt-aid-1.720656

  29. Dwarslöper Says:

    Foreskin Facecream

    And it’s not the only body part on the chopping block for vanity. Ethical?

    By Amanda Euringer, 30 Jan 2007, TheTyee.ca

    http://thetyee.ca/Views/2007/01/30/Foreskin/

    BC Health Pays to Restore Man’s Foreskin

    Landmark patient calls circumcision ‚human rights abuse.‘

    By Amanda Euringer, 25 Jul 2006, TheTyee.ca

    This past April, Vancouver resident Dr. Paul Tinari became the first Canadian man to have a heath-care-funded foreskin restoration. When he was eight years old, doctors at his school performed an operation without his consent. …

    Dr. Tinari, an engineer …, describes being held down and circumcised as a young boy in what he says was „a routine form of punishment“ for masturbation at residential schools. He claims that thousands of young native and Metis boys were circumcised during their stays in the residential school system. …

    The history of circumcision in North America is tied to attitudes towards masturbation. In the late 1800s, for example, Dr. John Harvey Kellogg (who invented Kellogg’s Corn Flakes and believed that bland foods curb passions) was considered the leading circumcision authority.

    „A remedy for masturbation which is almost always successful in small boys is circumcision,“ Kellogg wrote in his 1888 book, Treatment for Self Abuse and its Effects. „The operation should be performed by a surgeon without administering an anesthetic as the pain attending the operation will have a salutary effect upon the mind, especially if it be connected with the idea of punishment.“

    Many doctors followed his advice, performing circumcisions without anesthetic on male and female babies.

    At the time, doctors performed female circumcision by dripping carbolic acid on the genitalia. Unlike male circumcision, this practice did not endure to the present day. …

    The sexual revolution may have brought a greater acceptance of masturbation, but by 1970, 90 per cent of all North American boys were being routinely circumcised. Now, many parents who opt to have their sons circumcised say they do so for reasons of cleanliness.

    Dennis Harrison, another Vancouver resident, is one of the main spokespeople for the Association for Genital Integrity, a Canadian group committed to raising public awareness of the issues surrounding infant male circumcision. …

    The medical profession has undergone a radical change of opinion regarding circumcision over the past few years. The College of Physicians and Surgeons of British Columbia published a paper in 2004 stating that due to insufficient proof of its benefits, „routine infant male circumcision, i.e. routine removal of normal tissue in a healthy infant, is not recommended.“ …

    Dr. Tinari estimates that between the surgery and the foreskin’s resale value, each foreskin is worth approximately $100,000. …

    http://thetyee.ca/News/2006/07/25/Circumcision/

  30. Dwarslöper Says:

    Niemand hat Angst vorm Weißen Mann … Rohstoff Säuglingsvorhaut.

    Afrikas Kinder lebenslang schädigen für die US-geführte globale Pharma- und Kosmetikinduistrie. Biokolonialismus in Südafrika.

    Doctors and ethicists are embroiled in a dispute with Health Minister Aaron Motsoaledi over fears that babies‘ foreskins will be sold illicitly to the global cosmetics industry.

    South African Ethics Watchdog: Babies‘ foreskins could be sold

    … But Mary de Haas, who is co-chairman of the bioethics forum and a research fellow at the University of KwaZulu-Natal’s school of law, said: „There have been cases in the US where people steal them from the bins because of the commercial value. …

    De Haas said the increasing global trade in human tissues was a type of „bio-colonialism“. …

    IntactNews 08.08.2011

    http://www.intactnews.org/node/108/1312814305/south-african-ethics-watchdog-babies039-foreskins-could-be-sold

  31. Edward von Roy Says:

    What we know about human genital anatomy:

    „What we call „male circumcision“ amputates the mobile portion of the penis and thousands of the most specialized pressure-sensitive cells in the human body; Meissner’s corpuscles for light touch and fast touch, Merkel’s disc cells for light pressure and texture, Ruffini’s corpuscles for slow sustained pressure, skin tension, stretch, and slip, and Pacinian corpuscles for deep touch and vibration are found only in the tongue, lips, palms, nipples, fingertips, the clitoris, and the Ridged Band of the male foreskin. These remarkable cells process tens of thousands of information impulses per second. These are the cells that allow blind people to „see“ Braille with their fingertips. Cut them off and it’s like trying to read Braille with your elbow. Information from tactile sensitivity gives humans environmental awareness and control. With lack of awareness comes lack of control. Luckily, for those who have them, Nature has mandated that these four types of mechanoreceptors do not age-degrade like the rest of the body’s cells. To say that amputation of the clitoris or the mobile roller-bearing portion of the natural penis and consequently thousands of these specialized nerve cell interfaces does not permanently sub-normalize one’s natural capabilities and partially devitalize one’s innate capacity for tactile pleasure is grossly illogical denial of the bio-mechanical and the somatosensory facts of human genital anatomy.“

    (Gary Harryman)

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