Eltern gegen Kinderbeschneidung Teil I Erziehung und Menschenbild

Kindlich unversehrt statt beschnitten auf Elternwunsch

Auch im Namen der Familienfreundlichkeit oder kulturellen Vielfalt kann der säkulare Rechtsstaat die medizinisch unbegründete Beschneidung an einem Jungen nicht legalisieren. Ein Beitrag zum heutigen Kölner Protest Eltern gegen Kinderbeschneidung. Von Edward von Roy am 21. September 2012.

Zwei Zitate vorab, Graumann und Beck:

Wir haben in dieser Frage doch gar kein Verhandlungsmandat. In den fünf Büchern Mose steht nun einmal, dass jüdische Jungen, sofern sie gesund sind, am achten Tag beschnitten werden müssen. Nicht sieben Tage, nicht neun Tage, sondern acht Tage nach der Geburt. Wir selbst können da keine Zugeständnisse machen, da muss man schon mit dem lieben Gott verhandeln.

Dieter Graumann am 03. Juli 2012 zum Kölner Stadt-Anzeiger. „Die ganze jüdische Welt ist betroffen“[1]

Sie dürfen nicht übersehen, dass der Beschneidungsbefehl in der jüdischen Religion und im islamischen Glauben fundamental ist. Die Begründung des Bundes Gottes mit dem Volk Israel und Abraham in Genesis 17 beginnt mit dem Befehl an Abraham, die Kinder des Volkes Israel zu beschneiden, sobald sie acht Tage alt sind. – Da brauchen Sie nicht den Kopf zu schütteln, Frau Kollegin Rupprecht.

Es ist im Rahmen des Grundrechtsausgleichs mit zu erörtern, welchen Stellenwert der Beschneidungsbefehl für diese Religion hat. Und da kommen wir zu dem Ergebnis: Es handelt sich um den ersten Befehl Gottes, der für diese Religion gilt, und er ist das Fundament des Glaubens aller abrahamitischen Religionen. Damit hat er einen sehr hohen Stellenwert. Ein Verbot der Beschneidung jüdischer und muslimischer Kinder würde faktisch bedeuten: Jüdisches Leben und islamisches Leben sind in Deutschland auf Dauer legal so nicht möglich.

Volker Beck am 19. Juli 2912 vor dem Deutschen Bundestag, Plenarprotokoll 17/189[2]

Soweit die beiden für die deutsche Beschneidungsdebatte wichtig gewordenen Meinungen. Wer jetzt die Worte des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden im Zeitungstext sucht, liest, ein bisschen anders als in der Überschrift, nicht: „Die ganze jüdische Welt ist betroffen“, sondern: „Die ganze jüdische Welt fühlt sich im Moment betroffen“.

Betroffen, das heißt in der deutschen Sprache zweierlei, einmal und ganz einfach: etwas ist gemeint, etwas ist jetzt Gegenstand der Betrachtung oder Debatte, und zum anderen kann es heißen: jemand ist traurig, jemand ist schmerzlich gerührt.

Graumann sagt: „fühlt sich … betroffen“, der Religionsfunktionär meint also ausdrücklich auch die Ebene des Emotionalen.

Beides könnte man unterstützen, denn auch wir meinen tatsächlich – als Betrachtungsgegenstand – die beschneidungswilligen Erwachsenen und kritisieren genau sie und niemanden sonst, und auch wir wünschen uns – emotional und einfühlsam – Rührung und Traurigkeit bei den Zirkumzisionsfreunden, allerdings meinen wir nicht Empörung über die Einmischung und Kritik von außen, sondern Trauer über die unnötige Körperverletzung an Kindern, die manche Gottesfürchtige, einer Jahrhunderte oder vielmehr Jahrtausende alten Tradition folgend, auch im 21. Jahrhundert immer noch praktizieren möchten.

Anfang Juli habe Herr Graumann, der sich gerade in Israel aufhielt, „besorgte Anrufe und Mails aus den USA und vielen anderen Ländern der Welt“ erhalten:

Alle fragen mich: Sollen Juden in Deutschland nun nicht mehr leben können?

Natürlich sollen kleine jüdische Jungen überall auf der Welt und auch in Deutschland leben können, aber eben körperlich unversehrt – und das heißt unbeschnitten.

Der Zentralratsvorsitzende unterstellt Beschneidungsgegnern Kaltherzigkeit. Wir beurteilen kindliche Genitalien als unbedingt schützenswert und nicht zu versehren:

Hinter dieser Beurteilung verbirgt sich eine kalte Gefühl- und Respektlosigkeit gegenüber Religion.

Religion ist auch mal Steinigung, insofern respektieren wir Religion tatsächlich nicht pauschal. Ansonsten kann man doch wohl auch Herrn Graumann einen Mangel an Empathie attestieren, der sich auf einen angeblich vom Himmel herab gekommenen Befehl beruft und den die Schreie des beschnittenen Säuglings kalt lassen und gar nicht rühren.

Dieter Graumann, der gerne verschweigt, dass die Mehrheit der männlichen deutschen Juden gar nicht beschnitten ist und wahrscheinlich auch noch glücklich damit, erweist sich als gehorsamer Diener der literalistischen, der wortwörtlichen Lesart heiliger Texte:

Wir haben in dieser Frage doch gar kein Verhandlungsmandat. In den fünf Büchern Mose steht nun einmal, dass jüdische Jungen, sofern sie gesund sind, am achten Tag beschnitten werden müssen. … Wir selbst können da keine Zugeständnisse machen, da muss man schon mit dem lieben Gott verhandeln.

Das Heil der Seele stehe also aus dem Spiel, und Heilsverlust spüren die globalen Fundamentalisten, auch die Christen unter ihnen, als ewige Verdammnis und, mindestens im Islam, als ewigen Aufenthalt im schrecklichen Nār, d. h. im Feuer von al-Dschahannam, der Hölle.

Mit Billigung von Schulministerin Sylvia Löhrmann ist in Nordrhein-Westfalen ab 2012 die Angst vor dem, was satanisch (heilsgefährdend) oder nadschis (rituell unrein) ist, offensichtlich pädagogisch wertvoll, ins Schulleben zu integrieren und versetzungsrelevanter Lernstoff im Islamischen Religionsunterricht.

Im Judentum wie auch im Islam ist die Frau, die gerade ihre Tage hat, rituell verunreinigt und darf als Muslima beispielsweise den Koran nicht berühren. Der männliche jüdische Neugeborene ist durch seine Geburt und den Kontakt mit dem mütterlichen Blut oder bereits den Kontakt mit dem mütterlichen Körper weiblich verunreinigt – für die Dauer von genau sieben Tagen. Erst nach Ablauf dieser Frist, am achten Tag, macht ihn das Beschneidungsritual vor dem Schöpfergott rein und nimmt ihn in den Männerbund auf.

Seit Jahrtausenden wird das Heilige maskulin verwaltet – aus keinem anderen Grund dürfen bis heute bei allzu vielen katholischen Kirchengemeinden Mädchen nicht Messdiener werden. Auch der unbeschnittene jüdische oder muslimische Mann ist rituell nicht rein und setzt, wer weiß, die Reinheit der Ehefrau und das Seelenheil der Kinder aufs Spiel.

Die Beschneidung des Jungen hat also äußerst viel mit der bei Frauen angeblich stets besonders prekären rituellen Reinheit bzw. Tahara (arab. ṭahāra, Adjektiv ṭāhir, hebr. Tahara, Adjektiv tahor) zu tun. Unreinheit ist im Islam Nadschasa (naǧāsa, Adjektiv naǧis), hebräisch Tumah (Adjektiv tame).

Die Muslima ist permanent von naǧāsa bedroht, das liegt doktrinär vor allem bereits an ihrer Monatsregel. Die Menstruation der Frau wird im öffentlich zu kontrollierenden Islam, wie ihr Kopftuch oder vielmehr Schleier (ḥiǧāb, parda), ein Politikum allerersten Ranges. Der Frau wird damit ihre Weiblichkeit zum Vorwurf gemacht, ihr bloßes Frausein grenzt an das Ekelhafte und Teuflische und könnte den Ehemann und den heiligen Text beschmutzen. Das ist beides, echte monotheistische Religion und extremer Patriarchalismus und Sexismus. Und das ist ein Frauenbild und Männerbild (und auch ein Gottesbild), das in der kulturellen Moderne nichts zu suchen hat.

Denn auch den Mann bedrohe das rituell Unreine, meinen manche Gelehrte, und noch die feinsten Partikel von selbst dem molekularen Bereich zuzurechnenden Verunreinigungen (ǧanabāt) nach vollzogenem Geschlechtsverkehr oder aber Atome des eigenen Urins könnten unter der Vorhaut haften bleiben und von dort aus, weiß Gott, das Gebet des Muslim ungültig machen.[3] Sicherheitshalber ist daher im Islam die Vorhaut zu entfernen, prophetisches Vorbild ist die Beschneidung sowieso.

Andere geistliche Autoritäten befinden, dass das rituelle siebenmalige Umkreisen (Ṭawāf) der Kaaba in Mekka nur für den Beschnittenen Gültigkeit habe. Auch das spreche für die Notwendigkeit der Zirkumzision.[4]

Sauber ist nicht rein. Der Gottlose mag sauber sein, doch nur der seinen Glauben Praktizierende ist mit sorgsam eingehaltener großer ritueller Waschung, Ghusl (ġusl) oder kleiner ritueller Waschung, Wudu (wuḍūʾ, persisch ābdast) zusätzlich für eine gewisse Zeit rein.

Wer im 21. Jahrhundert immer noch seine Söhne ohne medizinischen Grund beschneidet, will, dass alle Kinder lernen, das Reine und Heilige angestrengt zu suchen sich vor dem Unreinen und Nichtreligiösen zu ekeln. Kinder sollen aus Sicht der Fundamentalisten lernen, dass man vor Gottes Strafe im Diesseits und im Jenseits große Angst haben muss.

Zwar ist die Hölle kein Thema im Tanach, in der Hebräischen Bibel (mit ihren Hauptteilen Tora / Weisung, Nevi’im / Propheten und Ketuvim / Schriften), doch versichert uns beispielsweise das (zwischen 130 und 68 v. Chr. entstandene) Buch Henoch die Existenz der Hölle.

Aufenthaltsort der Verstorbenen sind demnach vier tiefe Hohlräume, drei dunkel, einer hell; in den Dunkelkammern leiden die Sünder, die helle Abteilung ist den Gerechten vorbehalten. Engel führen die Ungerechten dem Richtplatz zu und der grausame Rest ist allen Katholiken oder Koranlesern inhaltlich bestens bekannt:[5]

Entsprechend der Taten der Bösen werden sie in lodernden Flammen brennen, schlimmer als Feuer (100.9).

niemand wird ihnen helfen (100.4).

Und sei dir bewusst, dass sie [die Engel] eure Seelen in den Sheol bringen werden und sie [die Seelen] werden Böses erleiden und eine schwere Prüfung durchzustehen haben, in Dunkelheit, Fesseln und brennenden Flammen (103.7).

Zwar verzichtete der angesehene mittelalterliche jüdische Denker Moses Maimonides auf das Höllenmotiv und gab unumwunden zu, das männliche Geschlechtsorgan ein bisschen zerstören und schwächen zu wollen, versteckte sich aber ebenfalls hinter dem – von Volker Beck in die Bundestagsdebatte eingebrachten – himmlischen Beschneidungsbefehl.

Es stimmt aus Sicht der Literalisten, der Freunde der Wortwörtlichkeit: Moses hat seine Gesetzestafeln vom Himmel erhalten und auch der Koran ist dem Propheten von Allah oder Dschibril diktiert oder jedenfalls eingeflüstert worden. Und es stimmt wirklich, auch wenn Herr Volker Beck es anscheinend manchmal vergisst: unsere demokratischen Gesetze und die ihnen zugrunde liegenden Vorstellungen vom Menschen, also auch vom Menschen im Kindesalter, sind nicht vom Himmel gefallen.

Die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman warb schon vor sechzehn Jahren dafür, die Beschneidung aufzugeben:[6]

Ich bin zuversichtlich, dass mein Volk so viele lebensbejahende, lebensfreudige und erkenntnisbringende Traditionen hat, dass unsere Identität und kulturelle Selbstachtung ohne Probleme überleben wird, wenn wir über die Beschneidung hinauswachsen, die ein grausames Relikt ist, das ich immer als eine Abweichung vom Herzen meiner Religion empfunden habe.

Volker Beck fällt den jüdischen und muslimischen Säkularen in den Rücken und bekundet im Plenarsaal sein Interesse an himmlischen juristischen Vorgaben:

Es ist im Rahmen des Grundrechtsausgleichs mit zu erörtern, welchen Stellenwert der Beschneidungsbefehl für diese Religion hat. Und da kommen wir zu dem Ergebnis: Es handelt sich um den ersten Befehl Gottes, der für diese Religion gilt, und er ist das Fundament des Glaubens aller abrahamitischen Religionen.

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen und menschenrechtspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion versteht es offensichtlich als seine Aufgabe, Koran und Hadith zu lesen beziehungsweise Genesis und Maimonides. In einem säkularen Staat jedoch hat ein Politiker theologische Dogmen gar nicht mit dem Grundgesetz abzugleichen, jedenfalls nicht auf Kosten des Grundgesetzes.

Auch besondere Gottesfurcht entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Das Urteil des Kölner Landgerichts hat endlich für Klarheit gesorgt und die Beschneidung als eine Körperverletzung definiert, in die auch die Eltern nicht einwilligen können.

Jetzt versuchen die Beschneidungslobbyisten diese gründliche – und mutige – Arbeit der Kölner Richter in Frage zu stellen und behaupten unbegründet, das Kölner Urteil würde Rechtssicherheit gerade verhindern.

Bereits im Juni sagte Volker Beck:[7]

Wir müssen uns darüber Gedanken machen, ob wir die Religionsfreiheit der jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaft besser schützen müssen.

Da fragt man sich doch: Vor wem oder vor was soll die so genannte Religionsfreiheit geschützt werden – vor den Demokraten oder vor dem Grundgesetz?

Im selben Bericht (Der Spiegel) wurde glücklicherweise auch die Vorstandsvorsitzende der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes zitiert. Irmingard Schewe-Gerigk lobte das Gerichtsurteil aus Köln, das deutlich mache:

dass die körperliche Unversehrtheit von Kindern nicht mit religiösen Argumenten verletzt werden darf

Danke an Terre des Femmes für diese eindeutige Positionierung. Es ist sehr bezeichnend, dass eine Bewegung für die Rechte von Frauen und Mädchen 2012 die Arbeit leistet, an die sich Deutschlands Lehrer, Erzieher, Jugendverbände und vor allem Jungenarbeiter immer noch nicht herantrauen. Hochschulen für Soziale Arbeit, Städtische Jugendämter, Wohlfahrtsverbände wie Arbeiterwohlfahrt oder Der Paritätische, sie alle schweigen seit Jahren feige zum Tabuthema Nummer eins Jungenbeschneidung. Das muss sich ändern, in die Ausbildung von Erziehern, Lehrern und Sozialarbeitern muss eine ebenso höflich wie eindeutig beschneidungsablehnende Beratungsarbeit integriert werden, denn nur so kann die körperliche Gesundheit des männlichen Kindes integriert werden. Die gegenmodernen Traditionalisten und die religiösen Freunde der Wortwörtlichkeit werden selbstverständlich Widerstand leisten im Namen des gefährdeten friedlichen Zusammenlebens der Kulturen oder des Elternrechts auf religiöse Prägung des Kindes.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der heutigen zweistündigen Protestveranstaltung Eltern gegen Kinderbeschneidung haben nicht geschwiegen und lassen von kulturrelativistischen oder orthodox-religiösen Argumenten nicht beeindrucken, und dafür danke ich allen Anwesenden. Dutzende Kölner Passanten traten heran und ließen sich gerne informieren, nur drei oder vier Vertreter der Spezies entgrenzter Fremdenfreund schrien: ihr seid Nazis, oder: ihr seid Antisemiten und waren nicht bereit, die Aufklärungsbroschüren entgegenzunehmen. Diese Verteidiger offensichtlich irgendwie exotischer Initiationsrituale würden einem rheinischen Katholiken die Kinderbeschneidung verbieten und einem Menschen aus dem Nahen Osten erlauben – das ist Ungleichbehandlung.

Terre des Femmes kurz genannt TdF hat seit zwei Jahrzehnten in der deutschen Öffentlichkeit eine ganz bewundernswerte Aufklärungsarbeit zur grausamen weiblichen Genitalverstümmelung geleistet, zur so genannten FGM (female genital mutilation). In dieser Stunde werden weltweit 300 Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt, am heuten Tag sind das 8000 Mädchen.[8]

Kein Kind kann etwas dafür, dass es als Mädchen oder Junge geboren wird. Jedes Kind hat das Recht auf ein Leben mit unversehrten Genitalien und, zwei oder drei oder vier Jahrzehnte später, auf eine uneingeschränkte Sexualität als Erwachsener.

Grundsätzlich können wir die Leistungen der weltweiten Arbeit gegen FGM also auch auf die rituelle Jungenbeschneidung übertragen; man denke nur an die erfolgreiche TdF-Kampagne „Kein Schnitt ins Leben“[9] – auch übertragen auf die 2012 von Dieter Graumann, Volker Beck, Guido Westerwelle oder Angela Merkel verteidigte Zirkumzision oder Jungenbeschneidung wäre das ein guter Kampagnentitel: „Kein Schnitt ins Leben.“

Islamische Beschneidung, Chitān (Chatna) oder türkisch Sünnet genannt, ist Pflicht oder jedenfalls Allahs nachzuahmende Sunna. Beschneidung ist damit Teil der Scharia.

Unsere Politiker in den Landtagen und im Bundestag trauen sich an das Thema Scharia nicht heran. Wenn sie es endlich einmal tun werden, müssen wir verhindern, dass das Islamische Recht mit Juristen wie Mathias Rohe oder Abdullahi an-Na’im erfolgreich und tatsachenwidrig als irgendwie menschenfreundlich und pauschal demokratieverträglich dargestellt wird.

Die Scharia ist totalitär und nicht reformierbar, weil sie – ihrer seit Imam al-Ghazali und wohl schon seit Mohammed verewigten Doktrin nach – erstens das menschliche Verstehen übersteigt und zweitens gar nicht von einem Menschen geschaffen worden ist. Allah selbst habe die Scharia geschaffen.

Die Chefideologen und Aktivisten der Islamischen Wiedergeburt, des Islamic Revival – die Parteigänger der Scharia, von Ali Schariati bis Naquib al-Attas – sagen zwar „westlich“ und „der Westen“, doch was sie meinen und angreifen, sind die Standards der allgemeinen Menschenrechte vom 10. Dezember 1948, denen die OIC seit 1990 bekanntlich ihr Menschenrechtskonzept entgegenstellt, die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam.[10]

Unsere Menschenrechte, auf denen das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland beruht, sind gar nicht „westlich“ oder „östlich, sondern sind, wie der Name schon sagt, allgemein oder universell. Boko Haram in Nigeria kämpft politisch bewusst und spirituell begeistert gegen die Gleichberechtigung der Nichtmuslime und Frauen – ab 1979 machte im Iran Ayatollah Chomeini nichts anderes. Was später auch die afghanischen Taliban auslebten, ist kein Kampf gegen den „Westen“, sondern der Dschihad für die Herrschaft Allahs – gegen die Meinungsfreiheit, gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau und nicht zuletzt gegen die Wissenschaft.

Wer gegen die rituelle Jungenbeschneidung ist, hat die Wissenschaft auf seiner Seite. Und auch Wissenschaft gibt es nur im Singular und ist unteilbar. Es gibt keine „westliche Wissenschaft“ oder „islamische Wissenschaft.“

Auch Menschheit oder Menschlichkeit gibt es nicht im Plural. Viele Traditionen oder Völker Afrikas oder Australiens haben die MGM (male genital mutilation) oder Jungenbeschneidung im Programm, und auch diesen nach Deutschland einwandernden Eltern aus den Ethnien der Xhosa oder Aboriginees hat der Rechtsstaat die Kinderbeschneidung zu untersagen – durchaus gar nicht kultursensibel, und gar nicht tolerant.

Auch im Rahmen der Beschneidungsdebatte wird – wir kennen das seit dem Kopftuchstreit oder Karikaturenstreit – immer wieder das friedliche Zusammenleben der Kulturen beschworen, gemeint ist die Erlaubnis des Kopftuchs und das Verbot der Islamkritik. Im säkularen Staat leben aber gar keine „Kulturen“ zusammen, sondern Staatsbürger bzw. Bürger. Den Einwanderer – oder den deutschen Juden oder deutschen Muslimen – juristisch folgenreich in eine angeblich fremde, angeblich ganz andersartige „Kultur“ einzusperren ist letzten Endes reinster Rassismus! Gerade wir als – global vernetzte – Beschneidungsgegner wollen und fördern die wirklich ernst gemeinte Integration.

Wer 2012 die rituelle Zirkumzision an Minderjährigen fordert, will ein Menschenbild verankern und politisch durchsetzen, das auf Reinigung und Verunreinigung beruht, auf der heilssichernden Ṭahāra und der ekelhaften und zur Hölle führenden Naǧāsa. Das ist ein Angriff auf das mühsam gegen die Macht der Religion errungene Menschenbild kultureller Moderne, gegen das Bild des Menschen, wie es von Renaissance, Aufklärungshumanismus und Psychoanalyse gefunden worden ist und die Wirkmacht der bösen Geister aus Stadtkultur und Gesetzgebung verdrängte.

Gegner der rituellen Jungenbeschneidung gibt es überall auf der Welt, unter Atheisten, Christen, Juden, Muslimen und Ex-Muslimen. Gegner der rituellen Jungenbeschneidung gibt es erfreulich oft unter Frauen und – man staune – sogar unter Männern (meistens lassen die Männer ihre Schwestern und Mütter die emotionale Arbeit erledigen oder die männlichen Missetaten in Ordnung bringen; allzu oft gilt daher der freche Satz: Das Patriarchat bauen die Frauen – die Männer sind auch dazu zu faul).

Leider sind viele Frauen auch auf der gegnerischen Seite aktiv – für die Legalisierung der Jungenbeschneidung. Eine davon ist offensichtlich Alice Schwarzer, die die Beschneidung für eine „sehr, sehr geringe“ Verletzung hält und „hygienische Gründe“ für die Routinebeschneidung an Jungen anführt. Beides ist wissenschaftlich ausreichend widerlegt.

Ich komme zum Schluss.

Es geht nicht um einen Kampf der Kulturen und schon gar nicht um einen Krieg Orient gegen Okzident, sondern es geht um den Widerspruch zwischen Kollektivismus und individueller Freiheit.

Es geht um den Kampf zwischen Gottesstaat und Aufklärungshumanismus, zwischen dem erneuerten Mittelalter und der kulturellen Moderne. Diese Grenze verläuft nicht zwischen den traditionsreichen Religionen, sondern mitten durch sie hindurch, sie trennt also nicht die Juden von allen Nichtjuden oder die Muslime von allen Nichtmuslimen, sondern sie trennt die monotheistischen Säkularen von den Anhängern der Wortwörtlichkeit.

Und sie trennt den säkularen Rechtsstaat von Halacha und Scharia.

Edward von Roy

Q u e l l e n

[1] Dieter Graumann am 03. Juli 2012 zum Kölner Stadt-Anzeiger. „Die ganze jüdische Welt ist betroffen“

http://www.ksta.de/politik/dieter-graumann–ganze-juedische-welt-ist-betroffen-,15187246,16539572.html

http://www.zentralratdjuden.de/de/article/3729.html

[2] Volker Beck am 19. Juli 2912 vor dem Deutschen Bundestag, Plenarprotokoll 17/189

http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17189.pdf

[3] 24. If a drop of urine or pre-coital fluid comes out from the urinary passage, but remains within the foreskin, even then wudu will break. In order for wudu to break, it is not necessary for any liquid to come out from the foreskin.

25. If a man’s organ touches the private part of a woman and there is no cloth or any such barrier between them, wudu will break. Similarly, if the private parts of two women touch each other, wudu will break. But to indulge in such acts is a very serious sin. In both instances, whether any fluid comes out or not, wudu will break.

28. That substance whose discharge causes wudu to break is regarded as najis (impure) …

32. It is not permissible to touch the Quran without wudu. But if it is touched with a cloth which the person is not wearing, then it will be permissible.

ZEWAR BAHISHTI: HEAVENLY ORNAMENTS, BY MOULANA ASHRAF ALI THANWI

http://www.muslimkids.8m.net/TAHAARAH.htm

HAKIM-UL-UMMAT HAZRAT MOULANA ASHRAF ALI THANWI WAS THE RENOWNED PHILOSOPHER AND SCHOLAR OF ISLAMIC JURISPRUDENCE

http://www.muslimkids.8m.net/bahishti.html

[4] Article 121- Ihram of a person who has not been circumcised is correct but his Tawafs and prayers of Tawafs has problem and remains in the state of Ihram, except that he performs circumcision and then performs Tawaf and prayer of Tawaf.

Article 122- If an uncircumcised child is forced to perform Ihram or become Muhrim then his Ihram is correct; but all of his Tawafs has problem. Therefore, this person remains in the state of Ihram and exiting from the state of Ihram becomes hard for him; except that he circumcises and then performs Tawaf or others carry him for performing Tawaf.

The Rites of Umrah al-Mufradah. Rulings of Ihram

http://makarem.ir/websites/english/compilation/book.php?bcc=5003&itg=12&bi=21&s=ct

Ayatollah Makarem Shirazi

http://makarem.ir/websites/english/

[5] Hölle im Judentum, Buch Henoch

http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6lle#Judentum

[6] Lausanne (Schweiz) 1996. In ihrem Offenen Brief (Open Letter to Fourth International Symposium on Sexual Mutilations) kritisierte die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman rituelle Vorhautbeschneidung kleiner Jungen so:

I am confident that my people have such an abundance of life-enhancing, life-affirming and mind-opening traditions, that our identity and sense of cultural self-heed will happily survive our outgrowing of circumcision, a cruel relic which has always felt to me like an aberration at the heart of my religion.

http://www.cirp.org/pages/cultural/goodman.html

[7] Der Zentralrat der Juden hatte das Urteil bereits am Dienstag als beispiellosen und dramatischen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften kritisiert. Zentralratspräsident Dieter Graumann sagte: „Diese Rechtsprechung ist ein unerhörter und unsensibler Akt.“ …

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) äußerte sich ähnlich. Man sehe in dem Urteil „einen eklatanten und unzulässigen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften und in das Elternrecht“, teilte der Verband mit. Religionsfreiheit sei ein sehr hohes Gut und dürfe nicht Spielball einer eindimensionalen Rechtsprechung sein, die bestehende Vorurteile und Klischees weiter verfestige, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek. …

Muslime fühlen sich kriminalisiert

Der Spiegel 27.06.2012

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/islamische-religionsgemeinschaft-kritisiert-beschneidungsurteil-a-841234.html

[8] Terre des Femmes

http://frauenrechte.de/online/index.php/themen/weibliche-genitalverstuemmelung.html

[9] Kein Schnitt ins Leben

http://www.anjaroehl.de/kein-schnitt-ins-leben/

[10] Universal Human Rights and „Human Rights in Islam“, By David Littman

http://www.dhimmitude.org/archive/universal_islam.html

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9 Antworten to “Eltern gegen Kinderbeschneidung Teil I Erziehung und Menschenbild”

  1. Pfadfinder gegen Beschneidung Says:

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    AAP – unseriös, kinderfeindlich, schariakonform und gewinnorientert vulgo geldgeil:

    ::

    Although health benefits are not great enough to recommend routine circumcision for all male newborns, the benefits of circumcision are sufficient to justify access to this procedure for families choosing it and to warrant third-party payment for circumcision of male newborns. It is important that clinicians routinely inform parents of the health benefits and risks of male newborn circumcision in an unbiased and accurate manner.

    Parents ultimately should decide whether circumcision is in the best interests of their male child. They will need to weigh medical information in the context of their own religious, ethical, and cultural beliefs and practices. The medical benefits alone may not outweigh these other considerations for individual families.

    Task Force on Circumcision

    Susan Blank, MD, MPH, Chairperson

    Michael Brady, MD, Representing the AAP Committee on Pediatrics AIDS

    Ellen Buerk, MD, Representing the AAP Board of Directors

    Waldemar Carlo, MD, Representing the AAP Committee on Fetus and Newborn

    Douglas Diekema, MD, MPH, Representing the AAP Committee on Bioethics

    Andrew Freedman, MD, Representing the AAP Section on Urology

    Lynne Maxwell, MD, Representing the AAP Section on Anesthesiology

    Steven Wegner, MD, JD, Representing the AAP Committee on Child Health Financing

    From the American Academy of Pediatrics

    Policy Statement
    Circumcision Policy Statement

    TASK FORCE ON CIRCUMCISION

    Published online August 27, 2012
    Pediatrics Vol. 130 No. 3 September 1, 2012
    pp. 585 -586

    http://pediatrics.aappublications.org/content/130/3/585.full

    ::
    ::

    Parents should weigh the health benefits and risks in light of their own religious, cultural, and personal preferences, as the medical benefits alone may not outweigh these other considerations for individual families.

    From the American Academy of Pediatrics

    Technical Report
    Male Circumcision

    TASK FORCE ON CIRCUMCISION

    Abstract

    Published online August 27, 2012
    Pediatrics Vol. 130 No. 3 September 1, 2012
    pp. e756 -e785

    http://pediatrics.aappublications.org/content/130/3/e756

    ::
    ::

    hier die einzig passende Antwort:

    The Policy Statement and Technical Report on Male Circumcision released today by the Task Force on Circumcision of the American Academy of Pediatrics (AAP) attempts to find justifications for recommending in favor of unnecessary surgery to remove healthy, functioning tissue from infant boys, but falls far short both in its ethical obligations to its members and their patients and in its presentation of the medical and scientific data.

    Even as the AAP purports to find that the benefits of non-medical neonatal male circumcision outweigh its risks, not even its own Task Force can unequivocally recommend this surgery, but instead states that the health benefits are not great enough to recommend routine circumcision for all male newborns. Instead, it focuses much of its argument on urging that health insurance plans and state Medicaid plans cover the costs of the surgery, which is currently not the case in many states.

    It appears that the AAP is acting more as a trade association for doctors who perform this unnecessary surgery more than 1 million times a year, instead of standing up for the human rights and bodily integrity of the only patient that counts—the baby boy.

    INTACT AMERICA’S RESPONSE TO THE AMERICAN ACADEMY OF PEDIATRICS
    2012 REPORT ON CIRCUMCISION

    Issued August 27, 2012

    http://www.intactamerica.org/aap2012_response

    ::
    ::

    TELL THE AMERICAN ACADEMY OF
    PEDIATRICS: SHAME ON YOU!

    The American Academy of Pediatrics (AAP) has just released a new Technical Report by its Task Force on Circumcision, claiming that the “benefits” of routine infant circumcision outweigh the risks. Hard to see how they might draw such a conclusion, because they acknowledge—over and over in the Report—that no good studies have been done on those risks! And the Report IGNORES the growing accounts in medical literature, in the mainstream press and on the internet, of botched circumcisions, sexual dysfunction, psychological impact, and—in at least 100 instances a year—death.

    Shame on the American Academy of Pediatrics! This group, which describes itself as “dedicated to the health and wellbeing of infants, children, adolescents and young adults,” has put its own interests before those of its members and their patients, and has turned a blind eye to global trends and hard evidence proving that infant circumcision is medically unnecessary, unethical, and causes serious harm. There’s more—the AAP is asking all insurers and government health care programs to step up and pay doctors for mutilating our sons! How is THAT for self-interest?

    We can’t afford to allow the AAP’s bias and self-interest to destroy the progress we’ve made by speaking up for baby boys’ rights. We must act quickly. Write to the AAP today to demand that it retract its new Circumcision Task Force Report. How dare the AAP put the health and wellbeing of America’s baby boys at such enormous risk!

    Intact America
    Published: August 29, 2012

    http://org2.democracyinaction.org/o/5922/p/dia/action/public/?action_KEY=11529

    ::

  2. Edward von Roy Says:

    ::

    Hamburg 2006, Kind (männlich, 4) verstirbt in hochmodernem Kinderkrankenhaus – aufgrund einer auch in diesem Fall sicherlich völlig unnötigen Operation, der Zirkumzision auf Elternwunsch.

    Sie kann einfach nicht begreifen, dass ihr kleiner Junge nie wieder aufwachen wird. Die Ärzte hatten ihr doch gesagt, dass es eine völlig ungefährliche Operation ist. Gestern entschied Jessi S.: Die Geräte, die Franjo am Leben halten, werden nicht abgeschaltet. Es ist das letzte bisschen Hoffnung, an das sich die Mutter noch klammert. Obwohl feststeht: Franjo ist bereits klinisch tot – weil ihm eine Ärztin aus dem Kinderkrankenhaus Wilhelmstift (Rahlstedt) eine überdosierte Infusion gegeben haben soll (MOPO berichtete gestern exklusiv).

    Der Vierjährige war Montagmittag wegen einer Phimose (Vorhautverengung) operiert worden. Der Junge war noch nicht ganz aus der Narkose erwacht, da bekam er nach Darstellung des Kinderkrankenhauses hohes Fieber und übergab sich. Die Anästhesistin (48) soll dem Kind dann eine Infusion mit hochprozentiger Glukose angelegt haben. Bevor sie zu einem Notfall in den OP eilte, hätte die Narkoseärztin einer Gruppe von Schwestern zugerufen, dass die Glukose nur kurz gegeben werden dürfe. Doch niemand kümmerte sich um den kleinen Jungen. Er bekam eine Hirnschwellung, das Stammhirn wurde eingeklemmt. Es reguliert die Körperfunktion, Atmung und Herztätigkeit. Eine spätere Verlegung auf die Intensivstation konnte den Kleinen nicht mehr retten – Franjo ist hirntot.

    http://www.mopo.de/news/drama-in-hamburger-klinik-keine-hoffnung-fuer-franjo–4-,5066732,5683978.html

    Hamburger Morgenpost 10.8.2006

    http://www.mopo.de/news/drama-in-hamburger-klinik-keine-hoffnung-fuer-franjo–4-,5066732,5683978.html

    ::
    ::

    Das ist richtig und wichtig:

    Spätere Studien zur Vorhautentwicklung von Øster (1968) [6], Kayaba et al.(1996) [7], Morales Concepción et al. (2002) [8], Agarwal et al (2005) [9], und Ko et al. (2007) [10] haben allesamt Gairdners Werte widerlegt und gezeigt, dass die Entwicklung der Zurückziehbarkeit der Vorhaut ein sehr allmählicher und individuell von Kind zu Kind sehr unterschiedlicher Vorgang ist, der irgendwann zwischen der Geburt und der Vollendung der Pubertät stattfindet.

    Darüber hinaus fanden Thorwaldsen und Meyhoff in ihrer Studie in Dänemark heraus, dass das Durchschnittsalter, ab dem die Vorhaut das erste Mal vollständig zurückgezogen werden kann, 10,4 Jahre beträgt.[11] …

    Braucht mein Sohn eine zurückziehbare Vorhaut?

    Nein. Die Vorhaut soll mindestens die gesamte Kindheit hindurch nicht zurückziehbar sein. Die Verklebung der Vorhaut mit der Eichel und die Verengung der Vorhaut ist keine Krankheit sondern ein Zustand, der dem Schutz des sich noch entwickelnden Penis dient.

    Je länger dieser Schutzzustand andauert, desto besser für den Jungen.

    aus: Beschneidung von Jungen: Der Gairdner’sche Fehler

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/infos-fuer-eltern/ab-wann-muss-sich-die-vorhaut-zurueckziehen-lassen.html

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    Leider legt dieser Artikel, der dem Thema angemessenen Überschrift zum Trotz, dem Leser nahe, die Vorhaut des Sechsjährigen müsse ganz zurückziehbar sein oder es bestehe eine ausreichende medizinische Indikation für eine Zirkumzision:

    … Muslime und Juden verteidigen die Beschneidung vehement. „Doch in Mitteleuropa gibt es keinen Grund für einen Arzt, eine Beschneidung durchzuführen, wenn keine medizinische Indikation vorliegt“, sagt Wolfgang Bühmann, Pressesprecher des Berufsverbands Deutscher Urologen. …

    aus: Monika Preuk: Keine Beschneidung ohne medizinische Indikation
    in: FOCUS 13.07.2012

    http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/maenner/news/tid-26514/beschneidung-ist-koerperverletzung-ohne-medizinische-indikation-keine-beschneidung_aid_781114.html

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    Spätere Studien (6, 13, 14, 16) haben gezeigt, dass im Alter von 10 Jahren nur ungefähr 40-50% der Jungen eine vollständig zurückziehbare Vorhaut besitzen.

    Wir erkennen, dass bis zum Alter von 10-11 Jahren die Mehrheit der Jungen eine nichtzurückziehbare Vorhaut besitzt. Ein so weit verbreiteter Normalzustand erfordert folglich auch keine Behandlung.

    aus: Die normale Entwicklung der Vorhaut: Von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/infos-fuer-eltern/entwicklung-der-vorhaut.html

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    Der Penis entwickelt sich auf natürliche Weise im Laufe der Kindheit. Irgendwann, wird das Kind selbst die wundersame Entdeckung machen, das sich seine Vorhaut zurückstreifen lässt. Es gibt keinen Anlass für Eltern oder Ärzte den Penis des Kindes zu manipulieren. Die einzige Person, die die Vorhaut eines Kindes zurückstreifen soll, sollte das Kind selbst sein, und nur dann, wenn es entdeckt hat, dass seine Vorhaut dazu bereit ist.

    Eltern müssen ihr Kind vor Ärzten beschützen, die versuchen die Vorhaut des Kindes zurückzuziehen. Viele Ärzte bekamen nie irgendetwas über die normale Entwicklung und Pflege des Penis beigebracht und sind sich nicht bewusst darüber, dass die Vorhaut niemals von irgendjemand anderem als ihrem Besitzer zurückgezogen werden soll, und auch nur dann wenn sein Penis genug entwickelt ist dass eine freies und einfaches Zurückziehen der Vorhaut möglich ist.

    Es gibt keinen Grund, weshalb die Vorhaut vor der Pubertät zurückziehbar sein sollte. …

    aus: Dr. med. Paul M. Fleiss und Dr. phil. Frederick Hodges: Was ist die Vorhaut? Anatomische und physiologische Fakten

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/infos-fuer-eltern/was-ist-die-vorhaut/was-ist-die-vorhaut-anatomische-und-physiologische-fakten.html

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    Babys werden perfekt geboren. Jeder Teil des Körpers ihres Babys ist aus einem bestimmten Grund da. Jeder Körperteil ihres Babys hilft ihm dabei zu wachsen, sich zu entwickeln, zu lernen und unsere wundersame Welt zu erleben. Die Vorhaut ist eine dieser speziellen Körperteile. Tatsächlich ist die Vorhaut das gesamte Leben des Jungen hindurch ein bedeutsames Körperteil.

    Die Vorhaut trägt mehr zum Penis bei als nur eine erhöhte Sexualfunktion und größeres sexuelles Vergnügen. Sie hält den Penis des Babys geschützt, warm sauber und feucht. Sie sorgt dafür, dass die Eichel des Babys sich normal zu Ende entwickeln kann. Die Eichel ist dafür vorgesehen ein inneres Organ zu sein, das gegen die äußere Welt geschützt ist.

    Niemals darf versucht werden, die Vorhaut zurückzuziehen, bevor der Penis sich voll entwickelt hat. Die vorzeitige Retraktion der Vorhaut sorgt dafür, dass die Eichel trocken hart und narbig wird. Die Vorhaut schützt die Eichel vor Verletzungen einfach, indem sie sie bedeckt. Die erste Person, die die Vorhaut zurückzieht und die Eichel aufdeckt, sollte das Kind selbst sein und nur dann, wenn das Kind bereit dazu ist. Es ist das Beste, wenn Eltern es meiden sich mit diesem natürlichen Prozess zu beschäftigen. Ganz von allein werden kleine Jungen die Entdeckung machen, dass ihre Vorhaut zurückgezogen werden kann. (Reinige nur, was du von Außen sehen kannst)

    übersetzt aus: Fleiss, Paul M; Hodges, Frederick. What Your Doctor May Not Tell You About Circumcision. New York: Warner Books; c2002. Chapter 2, The functions of the foreskin

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/infos-fuer-eltern/was-ist-die-vorhaut/funktionen-der-vorhaut.html

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    Commentary on American Academy of Pediatrics
    2012 Circumcision Policy Statement

    By the staff of
    Doctors Opposing Circumcision

    http://www.doctorsopposingcircumcision.org/pdf/2012-08-26A_Commentary.pdf

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    Doctors Opposing Circumcision (D.O.C.)

    http://www.doctorsopposingcircumcision.org/

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  3. 10 Thesen und Antithesen Says:

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    Die Beschneidung von Jungen aus religiösen Motiven ist eine Straftat!

    Religionen sind zu schonen – um jeden Preis?
    10 Thesen und Antithesen
    Von Dr. Meike Beier & Mario Lichtenheldt

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/erklaerung-zum-koelner-beschneidungsurteil.html

    als pdf-Datei

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/fileadmin/beschneidung-von-knaben/erkl%C3%A4rung_zum_K%C3%B6lner_Urteil/koelner_beschneidungsurteil.pdf

    hier sogar beim stets lesenswerten Me-Ti Blog der Wendungen

    Religionen sind zu schonen – um jeden Preis?
    10 Thesen und Antithesen
    Von Dr. Meike Beier & Mario Lichtenheldt

    http://blog-der-wendungen.blogspot.de/2012/07/erklarung-zum-kolner.html

    hier bei Pro Kinderrechte

    Religionen sind zu schonen – um jeden Preis?
    10 Thesen und Antithesen

    Die Beschneidung von Jungen aus religiösen Motiven ist eine Straftat!

    http://pro-kinderrechte.de/religionen-sind-zu-schonen-um-jeden-preis-10-thesen-und-antithesen/

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  4. Machandelboom Says:

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    DEUTSCHER ETHIKRAT

    8-day old Jacob Chai, son of Avigdor & Batsheva Eskin

    http://shelby.tv/video/youtube/xTxD6l-8ppw/-the-circumcision-of-jacob-chai-uncut-cut-version

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    Einzig der Hamburger Rechtsphilosoph Reinhard Merkel befand, solche Beschneidung seien nach geltendem Gesetz „rechtswidrig.“ Vor allem die Beschneidung ohne Betäubung sei „schmerzhaft und qualvoll“ für den Jungen, so Merkel, und deshalb „rechtlich wie ethisch inakzeptabel“.

    Er warnte vor einem „jüdisch-muslimischen Sonderrecht“ und einem „Sündenfall des Rechtsstaates“

    Die Mehrheit der Experten sprach sich am Ende für die jüdische und muslimische Tradition aus und forderte eine rasche gesetzliche Regelung, die sie straffrei stellt. Sie knüpften sie aber auch an bestimmte Auflagen: Notwendig sei eine umfassende Aufklärung und die fachgerechte medizinische Ausführung. Die Zustimmung beider Erziehungsberechtigten sollte erforderlich sein, der Einsatz von schmerzmindernden Mitteln erlaubt werden.

    aus: Ohnmacht im Diskussionssaal
    von: Elisabeth Gamperl / Raphael Sartorius
    in: taz 23.08.2012

    http://www.taz.de/!100243/

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    „The Circumcision of Jacob Chai“ –
    Was Leo Latasch vor dem ETHIKRAT nicht zeigte

    http://www.ethikrat.org/ueber-uns/mitglieder/leo-latasch

    EXCLUSIVE INTERVIEW: Circumcision! Baby’s Father Speaks Out (Uncut Version)
    [Interview reacts to controversial video „The Circumcision of Jacob Chai“ @ youtu.be Avigdor Eskin, Jacob’s father, speaks out on circumcision anti-semitism – using logic, emotions, Biblical sources. „It’s a waste of time even to refer to such statements of sick people. What’s important is that this [circumcision] was the 1st commandment God gave Abraham. Everyone who has a Bible can open it and read.” (From interview, Avigdor Eskin, former Soviet refusenik, living in Israel over 30 years.)

    http://www.jewishheritagemonth.com/anti-semitism/exclusive-interview-circumcision-babys-father-speaks-out-uncut-version-video.php

    http://www.jewishheritagemonth.com/tag/avigdor

    Video über die orthodoxe Beschneidung von Jacob Chai (Israel)
    Prof. Dr. Leo Latasch zeigte dem Ethikrat am 23.8.2012 eine kurze Sequenz aus dem folgenden Video. Die Metzitzah b’peh bei 3:40 hat er dem Ethikrat allerdings erspart. Der Vater des Jungen ist ein konservativer Journalist in Israel: Avigdor Eskin.

    Bei 3:40 des Videos „Circumcision of Jacob Chai“ nimmt der Beschneider (Mohel) einen Schluck Wein in seinen Mund. Zwischen 3:43 und 3:45 saugt er die Beschneidungswunde aus, das ist die sog. Metzitzah b’peh (das Aussaugen mit dem Mund).

    http://www.beschneidungsforum.de/index.php?page=Thread&postID=767

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    Ewiggestrig und rechtsrevolutionär, Eskin will die völkische Sezession nach dem Beispiel der südafrikanischen Apartheid, Mohammed in Medina machte es ähnlich:

    Avigdor Eskin

    http://en.wikipedia.org/wiki/Avigdor_Eskin

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    Fifteen years after casting a death curse on Yitzhak Rabin, Avigdor Eskin is satisfied with the way his views are spreading. Now, to further his ideological and business interests, he is allying with white segregationists in South Africa

    After a year of joint activity, disagreements arose between Eskin and Kahane, however. People who belonged to Kach then say Eskin tried to promote a more elitist line and to use the movement’s racist ideology to appeal to more educated populations, whereas Kahane preferred the support of the masses. …

    Eskin insists that „even the blacks would now prefer the apartheid regime to the present anarchy.“ His support of the whites‘ cause is for humanitarian reasons, he claims, and stems from their longstanding sympathy for Israel: They are natural partners to the struggle of the Jewish people, he says, citing Israel’s close ties with the apartheid regime in the 1970s and ’80s.

    aus: „We won“
    von: Shay Fogelman
    in: haAaretz 05.11.2010

    http://www.haaretz.com/weekend/magazine/we-won-1.323092

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    Leo Latasch, Mitglied des Ethikrates/der Ethikkommission, und in Verbindung mit dem Zentralrat hat das Video des Beschneidung des jaob chai bei der Vorführung so gestoppt, dass die Meziza nicht zu sehen war (obwohl Leute, die das Video angesehen haben, davon berichtet haben, dass es zur Meziza gekommen sei.A ls ich es mir ansehen wollte, war es nur noch ein privates Video).

    http://blasphemieblog2.wordpress.com/2013/04/16/metzitzah-be-peh-wir-befurworten-dies-nicht/

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    Herr Leo Latasch hat doch im deutschen Ethikrat ein Video gezeigt, das eine Metzitzah B’peh zeigt. Damit sich aber keiner empört, zeigte er nur eine gekürzte Version, bei dem das „Nuckeln“ nicht mehr gezeigt wurde.

    http://www.freitag.de/autoren/ebertus/april-april-nix-mit-religion

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    Frankfurter Allgemeiner
    September 3, 2012
    Ethikrat
    Jacobs Beschneidung
    Von Friederike Haupt

    Auch Jacobs Beschneidung ist nach wie vor im Internet zu sehen. Das Video, aus dem Latasch fünfzig Sekunden zeigte, dauert im Original allerdings acht Minuten und acht Sekunden.

    Frankfurter Allgemeiner (edited Google translation)
    September 3, 2012
    Ethics Council
    Jacob’s circumcision
    By Frederike Haupt

    Jacob’s circumcision may still be seen on the Internet. The video Latasch showed lasts fifty seconds, but in the original eight minutes and eight seconds.

    Foreskin torn from the glans at 3:09, sliced off at 3:24, metzitzah b’pen at 3:40.

    http://circumstitionsnews.blogspot.de/2012/09/frankfurt-doctors-circumcision-video.html

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    BT (Denmark)
    20. januar, 2014
    Danske læger: Omskæring af drenge er lemlæstelse
    Af Jens Anton Havskov
    Nu tager lægerne bladet fra munden: Omskæring er et overgreb og bør forbydes
    De alment praktiserende læger slår nu en tyk streg i sandet på et i mere end én forstand følsomt område: Omskæring af drenge er det samme som lemlæstelse, med mindre der er særlige medicinske grunde til det.

    Det fastslår Dansk Selskab for Almen Medicin, DSAM, i et høringssvar til Sundhedsstyrelsen, som har fastsat en sidste frist til tirsdag 21. januar til at komme med indvendinger og kommentarer til et nyt revideret udkast til styrelsens »Vejledning om omskæring af drenge«. …

    Morten Frisch, overlæge, dr.med, ph.d. og professor, er en af de markante fortalere mod omskæring. Han har forsket i emnet og har bl.a. udgivet en artikel i 2011, der vakte international opsigt. I artiklen gør han rede for de mange negative følger, omskæring har eller kan have. Ikke blot fysisk men også psykisk.

    Morten Frisch siger til BT:
    – Det er epokegørende, at de praktiserende læger nu for første gang går ud og fastslår, at omskæring som udgangspunkt er det samme som lemlæstelse. Det er et meget vigtigt signal, og det kan meget vel være begyndelsen til enden for rituel drengeomskæring i Danmark.

    Cand.jur. Hans Jørgen Lassen har gennem sit speciale blotlagt, at Danmark bevæger sig på kanten af både dansk lov og internationale konventioner ved at tillade omskæring. Sammen med Morten Frisch har han – i lighed med DSAM – sendt et høringssvar til Sundhedsstyrelsen. De to skriver bl.a.:
    – Omskæring af raske drenge, der ikke kan sige fra, er en krænkelse af deres kropslige og seksuelle integritet. Der er ingen principiel forskel på at skære i kønsorganerne på en lille pige og på en lille dreng. Begge dele krænker barnets ret til selv at bestemme over egen krop. Dette var også konklusionen i to resolutioner fra efteråret 2013 fra henholdsvis de nordiske børneombudsmænd og Europarådets parlamentariske forsamling. Ved en gennemgang af danske lovregler på området, som var emnet for Hans Jørgen Lassens speciale på jurastudiet i 2013, blev det klart, at det juridiske grundlag for, at drengeomskæring uden medicinsk indikation ustraffet kan finde sted i Danmark, er tyndt, ja nærmest ikke-eksisterende. …

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    BT (Microsoft translation)
    January 20, 2014
    Danish doctors: Circumcision of boys is mutilation
    by Jens Anton Havskov
    Doctors are now speaking out: circumcision is a violation and should be banned

    General practitioners have drawn a thick line in the sand on a – in more than one sense – sensitive area: Circumcision of boys is the same as mutilation, unless there are specific medical reasons for it.

    The Danish Society of General Medicine, DSAM, has laid this out in a consultation response to the Health Protection Agency, which has set a deadline for Tuesday 21st January to come up with objections and comments to a new revised draft Board „Guidance on Circumcision of Boys“. …

    Chief Medical Officer Professor Morten Frisch, MD PhD, is one of the most notable [op]ponents of circumcision. He has researched the topic and has, among other things. published an article in 2011, which aroused international attention. In the article he [went over] the many negative consequences, circumcision has or can have, not only physically but also psychologically.

    Morten Frisch says to BT:
    „It’s earth-shattering that the practitioners now, for the first time, [have come] out and found at the outset that circumcision is the same as mutilation. This is a very important signal, and it may very well be the beginning of the end for boys‘ ritual circumcision in Denmark.“

    Master of Laws Hans Jørgen Lassen has through his specialty exposed that Denmark is moving on the edge of both the Danish law and international conventions by allowing circumcision. Together with Morten Frisch, he has – like DSAM – sent a consultation response to the health protection agency. The two write, inter alia:
    „Circumcision of boys who cannot [demur] is a violation of their bodily and sexual integrity. There is no difference in principle between cutting the genitals of a little girl and a little boy. Both violate the child’s right to decide over their own body. This was also the conclusion of the two resolutions in the autumn of 2013 from the Nordic Children’s Ombudsmen and the Parliamentary Assembly of the Council of Europe. Through an examination of Danish legislation in this area, which was the subject of Hans Jørgen Lassen’s thesis at law school in 2013, it became clear that the legal basis for boys‘ circumcision without medical indication being able to take place with impunity in Denmark, is thin, almost non-existent.“ …

    http://circumstitionsnews.blogspot.de/search?updated-min=2014-01-01T00:00:00-08:00&updated-max=2015-01-01T00:00:00-08:00&max-results=24

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    BT
    20. januar 2014
    Danskerne: Forbyd omskæring
    Af Jens Anton Havskov
    Syv ud af ti danskere vil have indført forbud mod omskæring af drengebørn. Fuldstændig som det siden 2003 har været ulovligt at omskære piger.

    Det klare svar fremgår af en spørgeundersøgelse, som YouGov har udført for MetroXpress i juli 2013.

    I undersøgelsen svarer 71 procent ja til, at der bliver indført forbud, mens 17 procent svarer nej. 12 procent ved ikke.

    Målingen er lavet i kølvandet på, at sundhedsminister Astrid Krag (SF) slog fast, at regeringen ikke ønsker et forbud mod de omdiskuterede omskæringer, men i stedet lovede at øge tilsynet med dem.

    Lena Nyhus, forkvinde for Intact Denmark, der kæmper for at få forbudt omskæring, sagde i forbindelse med undersøgelsen til MetroXpress, at svarene viser, politikerne er ude af trit med befolkningen og virkeligheden:
    – Danmark er et land, som normalt går forrest, når det kommer til at beskytte børn. Nu må politikerne på Christiansborg komme med. Der må ikke skæres i piger, der må ikke skæres i hunde eller heste, men der må gerne skæres i drenge. Det strider jo mod enhver fornuft, når vi ved, at man fjerner 10.000-40.000 føleorganer fra penis, når man skærer forhuden af, sagde Lena Nyhus.

    BT (Microsoft translation)
    January 20, 2014
    Danes: prohibit circumcision
    by Jens Anton Havskov
    Seven out of ten Danes want there to be a ban on the circumcision of baby boys, completing [the law] as it has since 2003 been illegal to circumcise girls.

    The clear answer is shown by a survey carried out by YouGov for MetroXpress in July 2013.
    In the study 71 percent [attach] Yes to [the question] that there will be a ban, while 17 percent match no. 12 percent do not [take a stand].

    The measurement is made in the wake of that health minister Astrid Krag (SF) stated that the Government did not want a ban on the controversial circumcision, but instead promised to increase supervision of them.

    Lena Nyhus, chairwoman of Intact Denmark, which is struggling to get circumcision banned, said in connection with the investigation to the MetroXpress, the answers show that politicians are out of touch with the people and reality:

    „Denmark is a country which normally takes the lead when it comes to protecting children. Now, the politicians at Christiansborg [Parliament building] come with ‚Do not cut into girls [and] don’t cut into dogs or horses, but there boys may be cut into‘. It is, after all, against all common sense, when we know that [you are] removing 10,000-40,000 sensory nerves from the penis when you cut the foreskin off,“ said Lena Nyhus.

    http://circumstitionsnews.blogspot.de/search?updated-min=2014-01-01T00:00:00-08:00&updated-max=2015-01-01T00:00:00-08:00&max-results=24

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  5. Dwarslöper Says:

    Hier ein von Tatsachen unbelastet gebliebenes, kulturell gegenmodernes Beispiel von verbissener Verteidigung der Genitalverstümmelung an Jungen, die Autorin heißt Alice Schwarzer und hat die kinderfeindliche Sache inzwischen kommentarlos von ihrer Homepage gelöscht:

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    02.07.2012
    Soll die Beschneidung verboten werden?

    Das Kölner Landgericht sprach vor zwei Monaten in zweiter Instanz ein Urteil, das seither international kontrovers diskutiert wird: Das Gericht sprach den Arzt, der von der Kölner Universitätsklinik angezeigt worden war, zwar frei, verurteilte jedoch grundsätzlich die Beschneidung Unmündiger auf Wunsch der Eltern. Der Arzt habe sich in einem „Verbotsirrtum“ befunden, also nicht gewusst, dass er Verbotenes tut. Für die Zukunft jedoch soll in Deutschland klar sein: Die Beschneidung von Kindern ist Unrecht. Denn Kindeswohl gehe vor Elternrecht und Religionsfreiheit. Das Urteil wurde weltweit kritisiert, doch Organisationen wie die Deutsche Kinderhilfe, der Internationale Bund der Atheisten und Terre des Femmes begrüßten es. Und die Feministinnen? Auch ich meine, dass Kindeswohl vor Religionsfreiheit geht und das Elternrecht hierzulande oft eher zu unbeschränkt als zu beschränkt ist. Dennoch finde ich das Kölner Urteil falsch. Warum?

    Etwa jeder dritte männliche Mensch weltweit ist beschnitten. Und das nicht nur aus religiösen oder kulturellen Gründen, sondern auch aus hygienischen. Bereits 2007 rieten sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die UN dringend zur Beschneidung von Männern: als Prävention gegen Aids, Peniskrebs und Gebärmutterhalskrebs. Denn letzterer wird verursacht von einem verunreinigten männlichen Penis.

    Schon vor Jahrzehnten haben Studien belegt, dass Frauen von beschnittenen Männern bedeutend seltener an Gebärmutterhalskrebs erkranken. Und die WHO erhofft sich allein im südlichen Afrika innerhalb von 20 Jahren rund drei Millionen weniger Aidstote dank der Zirkumzision, wie die männliche Beschneidung heißt. Wie also konnte es zu so einem Urteil kommen?

    Ich bin überzeugt, dass die eigentliche Ursache der geschlechternivellierende Kulturrelativismus ist. Denn vor gar nicht allzu langer Zeit – in den 1970er bis 1990er Jahren – wurde die lebensgefährliche und Lust-zerstörende Genitalverstümmelung von Mädchen ebenfalls noch als „Beschneidung“ bezeichnet. Und als die feministische Kritik an dieser verbrecherischen Praxis dann endlich ernst genommen – und nicht länger als „eurozentristisches Missverständnis weißer, privilegierter Frauenrechtlerinnen“ verspottet – wurde, da meldeten sich sogleich „Männerrechtler“, die erklärten: Männer würden schließlich auch beschnitten, das müsse also ebenso bekämpft werden. Was eine unerhörte Verharmlosung der Klitorisverstümmelung und eine Verschleierung der Beschneidungspraxis für Jungen ist.

    Worum geht es genau bei diesem Eingriff? Die Vorhaut der Eichel wird teilweise oder ganz gekappt. Gesundheitsorganisationen wie die WHO begrüßen das, weil sie unter dieser Vorhaut leicht Schmutz und Viren sammeln, die bei Männern wie Frauen (beim heterosexuellen Geschlechtsverkehr) zu Krankheit führen können.

    Diese MedizinerInnen und GesundheitspolitikerInnen sind für die Beschneidung, ganz und gar unabhängig von religiösen oder kulturellen Einstellungen. Es handelt sich außerdem um einen sehr kleinen Eingriff, der innerhalb einer Viertelstunde durchgeführt ist und innerhalb weniger Tage verheilt. Bei Männern mit Phimose, einer Verengung der Vorhaut, ist der Eingriff sogar zwingend, weil Voraussetzung für eine schmerzfreie Ejakulation.

    Die Verurteilung der männlichen Beschneidung halte ich für eine realitätsferne politische Correctness. Auch ich bin, wie Terre des Femmes, der Auffassung, dass religiöse Argumente kein Grund sein dürfen für die Verletzung der körperlichen Unversehrtheit eines Kindes. Und die Beschneidung ist zweifellos eine solche Verletzung. Aber: Sie ist eine sehr, sehr geringe – und es sprechen für mich vor allem hygienische Gründe dafür, unabhängig von Religion und Kultur.

    Es ist also wirklich befremdlich, dass die Kölner Universitätsklinik Anlass sah zur Anzeige des Arztes, der den Eingriff medizinisch korrekt durchgeführt hatte. Und es ist noch bizarrer, dass das Kölner Landgericht dieses Urteil gesprochen hat. Doch jetzt ist sie da: die Rechtsunsicherheit.

    Das Jüdische Krankenhaus in Berlin hat bereits erklärt, es werde bis zur Klärung keine Beschneidung von kleinen Jungen mehr durchführen – wie sie im Judentum für Gläubige bis zum achten Lebenstag vorgeschrieben ist. Der Koran schreibt die Beschneidung zwar nicht vor, aber sie ist bei Muslimen zwischen dem dritten und achten Lebensjahr üblich. In dem Fall in Köln handelte es sich übrigens um einen vierjährigen Jungen muslimischer Eltern.

    Krankenhäuser bekommen viel zu sehen, auch die Folgen seelischer und körperlicher Gewalt gegen Kinder und Frauen. Aber sie zeigen sehr selten an. Und auch Gerichte haben oft zu entscheiden, auch über die Folgen seelischer und körperlicher Gewalt gegen Kinder und Frauen. Aber sie sprechen sehr selten klare oder gar strenge Urteile. Warum also dieses so ganz und gar realitätsferne und überflüssige Urteil zur Beschneidung von Jungen?

    Alice Schwarzer

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    Quellen

    http://www.klabautermaenneken.de/t2385f75-Gericht-stellt-religioese-Beschneidung-unter-Strafe-1.html

    http://www.winniewacker.de/schwarzer.htm

    http://grundgesetzaktiv.de/phpBB3/viewtopic.php?f=66&t=936&hilit=Beschneidung&start=0

    http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/

    http://www.treffpunkteltern.de/foren/viewtopic.php?p=234616&sid=3893bcfdd87267cc8981806b85b30b5b

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  6. Eldoret Says:

    2014, Eldoret (Kenia) – Einer der sogenannten Dschua Kali (jua kali, wörtl. „hot sun“, brennende Sonne), der um ihr Überleben kämpfenden holz- oder metallbearbeitenden, typisch kenianischen Kunsthandwerker, wurde von vorbeikommenden Männern für penil intakt (unbeschnitten) eingeschätzt, ergriffen, in ein Auto gestoßen und unter Drogen gesetzt. Anschließend wurde der Verschleppte in einer Privatklinik zwangsbeschnitten.

    Zwar hatte er versucht sich mit Bissen zu wehren, war den Angreifern aber rasch unterlegen. Jetzt sucht die Polizei die sechs Männer und den Chirurgen. Das Opfer dieser Zwangsbeschneidung (forced circumcision) weiß, dass sein Schicksal in diesem Landesteil kein Einzelfall ist.



    Man in hospital after FORCED circumcision goes wrong in Eldoret

    http://www.unahata.com/moto/ox9p9

    manhunt for six suspects and a medical practitioner who forcefully circumcised a 21 year old man on Sunday at a private clinic in Peris area

    http://www.kenyan-post.com/2014/01/man-in-hospital-after-forced.html

    He added that the act has been going on for a long time in the region. Men suspected to have not undergone the cut were forcefully circumcised. He tried to defend himself by biting the men but they overpowered him.

    http://trendingnewsroom.com/readfeed/18617/qa/man-in-hospital-after-forced-circumcision-goes-wrong-in-eldoret



    Die sogenannten Dschua Kali (Jua Kali, wörtlich sengende Sonne oder grimmige Sonne) sind die autodidaktischen Kunsthandwerker, meistens mit Holz oder Metall arbeitende Straßenkünstler. Der Begriff ist ferner eine Chiffre für die kenianische Schattenwirtschaft.

    They are jua kalis. … ‚Jua kali‘ means literally ‚hot sun‘ and is the local name given to people who work metal and wood for a living.

    http://practicalaction.org/manufacturing_peoplestories

    Jua Kali, a Swahili term meaning fierce sun, which has been taken to refer to Kenya’s informal sector of the economy.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Jua_Cali



    Brutale Angriffe auf die intakten männlichen Genitalien an Männern und Jungen selbst im Alter von elf oder fünf jahren sind im Westen Kenias nicht unbekannt. In der bürgerkriegsähnlichen Situation um 2008 (nach den Wahlen von Dezember 2007) kamen Zwangsbeschneidungen vielfach vor, teilweise auf offener Straße und mit Glasscherben vorgenommen. Bereits früher waren an einem kenianischen Gymnasium männliche Schüler zwangsbeschnitten worden.

    Der traditionelle Hass der beschnittenen Kikuyu gegen die unbeschnittenen Luo spielte 2008 ebenso eine Rolle wie die Beschneidungspropaganda einer (ziemlich unwissenschaftlichen und US-amerikanisch inspirierten) kenianischen Staatskampagne gegen AIDS.

    Stories of men being forcibly circumcised and even castrated peppered news accounts of the madness that overtook Kenya in the aftermath of the December 2007 elections. According to the Waki commission that investigated the Post Election Violence (PEV), by January 2008 the ethnic militia of the Kikuyu ethnic group, Mungiki, used blunt objects such as broken glass to forcibly circumcise at least eight men, some as young as eleven and five years old. While exact numbers are hard to come by, one can deduce that tens of men endured genital mutilation during the first three months of 2008. Forced circumcisions were not new in Kenya. There had been previous reports of high school boys being forcibly circumcised at school and the now infamous Mungiki sect had made their mark on the Kenyan psyche by forcibly circumcising Kikuyu women. But this seemed the first time that forced circumcision was being used as a political tool. It was being deployed as a weapon of inter-ethnic war.

    aus: Watu Wazima: A gender analysis of forced male circumcisions during Kenya’s post-election violence.
    von: Wanjiru Kamau-Rutenberg
    in: african arguments 17.07.2009

    http://africanarguments.org/2009/07/17/watu-wazima-a-gender-analysis-of-forced-male-circumcisions-during-kenya%E2%80%99s-post-election-violence/

  7. Bragalou Says:

    Bragalou
    March 24, 2014 at 5:38 pm

    Indeed, Naser Khader talks a lot about circumcision. That has a certain entertainment value. Something missing? Wait a minute … YES: unfortunately, he is not against circumcision!

    He is not at all fighting against any ritual mutilation on minors (17 and younger … “which would allow the adult to make the decision for himself at age 18+”).

    He does NOT say: “My dear Danish Muslim citizens, please stop khitân now, please don’t circumcise your boys any more!”

    He does NOT say: “Dear fellow politicians, let us declare circumcision on a boy below the age of eighteen years is illegal!”

    NO, Naser Khader just TALKS ABOUT Danish nice religions and Danish nice foreskins. Meanwhile, day for day, Danish circumcizers circumcize.

    He has a homepage, a facebook account – Khader writes NOTHING about a strong personal burning desire immediately to stop circumcision.

    What a fine, circumcision-related hot-air artism. Danish Mister Talkabout. Very bad for the boy’s right of an intact genital.

    “Lad os stå sammen om et forbud mod ikke-medicinsk begrundet omskæring af alle børn under 18 år.”

    http://justasnip.wordpress.com/2014/03/24/circumcision-denmarks-most-prominent-muslim-says-no/

  8. Eldoret Says:

    Eldoret (Uasin Gishu) 2015, Zwangbeschneidung an Jungen in Kenia durch die Nichtregierungsorganisation IRDO (Impact Research Development Organization). Uasin Gishu County liegt in der einstigen Rift Valley Province. IRDO bietet u. a. die parawissenschaftliche VMMC an, voluntary medical male circumcision.

    Die Opfer der aufgezwungenen MGM sind Flüchtlingskinder aus dem Sudan, Angehörige der (ethnisch und sprachlich eng verwandten wiewohl untereinander seit alters her verfeindeten) Volksgruppen der Nuer und Dinka. Traditionell kennen weder Nuer noch Dinka die männliche Beschneidung (männliche Genitalverstümmelung).

    Die Täter:

    Male Sexual Health Promotion Program (MSHPP)

    https://impactrdonyanza.wordpress.com/about/

    Impact Research and Development Organization currently provides voluntary medical male circumcision (VMMC) services in Kisumu East, Nyando, Rongo, Migori, Nyatike, Homa Bay, Ndhiwa and Suba districts. It has previously provided VMMC services in Bondo and Nairobi’s Langata and Kasarani districts.

    http://www.csokenya.or.ke/site/index.php/cso/cso_index/107

    ::

    Anxiety has gripped Eldoret in Uasin Gishu after an estimated 30 children were forcefully circumcised by a non-governmental organisation [NGO: Impact Research Development Organization – IRDO] based in Kisumu and which has a clinic in Eldoret.

    The organisation is alleged to have performed the circumcision on the school-going children last week in various parts of Eldoret, when learners came home for the April recess.

    The mood was tense Wednesday evening at Kapsoya Estate as mothers wailed uncontrollably after realising that their sons, some as young as six years old, were circumcised by the organisation without their consent. …

    LURED WITH SWEETS

    “The younger one said they were offered sweets and taken to a clinic in Langas, where many boys were circumcised,” the bitter mother said. …

    Anxiety in Eldoret After NGO ‚Forcefully‘ Circumcises 30 Boys, by: Mwakilishi | 22.04.2015

    http://www.mwakilishi.com/content/articles/2015/04/22/anxiety-in-eldoret-after-ngo-forcefully-circumcises-30-boys.html

    ::

    Some of the children were from the South Sudan Nuer community, which does not perform circumcision on their boys. The community regards the act of circumcision as a taboo and anyone conducting it is banished.

    Only two children, who were from the Islamic Centre, were Kalenjins while close to 30 others are from South Sudan. A Sudanese national, Madol Anyief, said: “Our Dinka Bor community does not perform circumcision. Anyone who is circumcised is banished and disowned. … It is said these people were going around saying the government has directed circumcision but we have later been assured that the county has no such programme,” Anyief said, adding that she did not question much because she was a foreigner and feared for her life.

    According to reports corroborated by the circumcised boys, sweets were used by people who were in cars to lure them.

    MORE THAN A HUNDRED

    One of them said there were more than a 100 boys and that some were hiding in their homes.

    Uasin Gishu County’s Chief Officer for Health, Mr Silas Boit, said the revelation came during a normal inspection at Kapsoya Health Centre on Tuesday when they met a young boy who was walking in pain.“We asked further and we were told that there was a forceful circumcision that the NGO had conducted. The boy had a urinal retention complication due to the surgery,” Mr Boit said.

    The health officer said they went around the estate and found over 30 other boys in pain in their various homes.Some who were suspected to be developing infections were referred to Moi Teaching and Referral Hospital for treatment.

    Mr Boit said police arrested three officers from the NGO and booked then at Kapsoya Police Post.Mr Boit said: “We were shocked after realising that the car in which the suspects had been arrested was released and was going around collecting the boys to ferry them to hospital,” Boit said.

    He added that the OCS had promised to take the suspects to court.

    Meanwhile, parents have been urged to keep a close watch on their children.

    nation.co.ke

    http://pwanikenya.com/index.php?page=news&gid=1241

    ::
    ::

    NATIONAL AIDS/STD CONTROL PROGRAMME MINISTRY OF HEALTH, KENYA AND MINISTRY OF MEDICAL SERVICES, KENYA PILOT STUDY OF THE SHANG RING: A NOVEL MALE CIRCUMCISION.

    by: Jaylon-Swalley
    30.03.2015

    National AIDS/STD Control Programme Ministry of Health, Kenya and Ministry of Medical Services, Kenya Pilot Study of the Shang Ring: A Novel Male Circumcision Device for HIV Prevention Mark A. Barone, DVM, MS Senior Medical Associate EngenderHealth Eastern and Southern Africa Region: Country Update Meeting Arusha, Tanzania June 2010

    http://docslide.us/documents/national-aidsstd-control-programme-ministry-of-health-kenya-and-ministry-of-medical-services-kenya-pilot-study-of-the-shang-ring-a-novel-male-circumcision.html

    ::

    KENYA VISION 2030

    http://docslide.us/business/kenya-vision-2030-sessional-paper-2012-office-of-prime-minister-ministry-of-state-for-planning-national-development-and-vision-2030.html

    ::
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    Eldoret Circumcision Mystery NGO forces County Government

    24.04.2015

    News that some children from the Sudannese community had been circumcised illegally allegedly by an Eldoret based NGO, continues to generate debate and now the Sudannese community wants the county government of Uasin Gishu to take action.

  9. Edward von Roy Says:

    Die Fakten beispielsweise zur physiologischen Phimose (Jakob ØSTER (1968); Hiroyuki KAYABA (1996)) sind weithin offenbar immer noch ebenso ungenau bekannt wie die sensorische Bedeutung der Vorhaut, die durchaus Klitoris oder kleinen Labien entspricht mithin das Zentrum des männlichen sexuellen Erregungssystems darstellt (vgl. Sorrells et al.: Fine-touch pressure thresholds in the adult penis).

    Die richtigerweisene verbotene weibliche Genitalverstümmelung nach WHO-Klassifikation FGM Typ Ia ist weniger invasiv als die Jungenbeschneidung. Tastkörperchen (Meissner-, Vater-Pacini-, Ruffini-Körperchen, Merkel-Zellen) und bis zu 20000 Nervenenden gehen bei der Zirkumzision für immer verloren, die ihr Äquivalent beim Mädchen nicht in der Klitorisvorhaut haben, sondern in der Klitoris, weshalb die MGM nicht mit FGM Typ Ia gleichzusetzen ist, sondern mit Typ Ib.

    Dass die Beschneidung auch Partnerschaft und Ehe negativ beeinträchtigt, zeigt die Untersuchung von Morten Frisch et al. (Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark).

    Auch die geringst invasive Form der weiblichen Genitalverstümmelung ist in bereits vielen Staaten auf der Welt – richtigerweise! – verboten. Jungen dürfen nicht schlechter gestellt sein als Mädchen.

    Q u e l l e n

    Fine-touch pressure thresholds in the adult penis: Sorrells et al.

    http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1464-410X.2006.06685.x/abstract

    Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark. Morten Frisch, Morten Lindholm, Morten Grønbæk.

    http://ije.oxfordjournals.org/content/early/2011/06/13/ije.dyr104.abstract

    Innervation: Die dorsale Seite und die lateralen Seiten der Vorhaut werden durch den Nervus dorsalis penis (Penisrückennerv) innerviert. Die ventrale Seite der Vorhaut und des Frenulum werden durch den Nervus perineales (Dammnerv) innerviert. Nervus dorsalis penis und die Nervi perinales sind Äste des Nervus pudendus (Schamnervs), der aus dem zweiten, dritten und vierten Kreuzgeflecht entspringt.

    Nervenendigungen. Zahlreiche Arten von spezialisierten Nervenendigungen wurden in der Vorhaut gefunden. Unter ihnen sind: Vater-Pacini-Körperchen (zuständig für die Wahrnehmung von Druckreizen), Ruffini-Körperchen (Mechanorezeptoren), Krause-Körperchen (zuständig für die Wahrnehmung von Vibrationen), freie Nervenendigungen (Schmerzrezeptoren), und – was für das erogene Empfindungsvermögen vielleicht am wichtigsten ist – Meissner-Körperchen, die empfindlich auf leichte Berührungen reagieren.

    Zitierweise des englischen Originalartikels:

    Scott S. The anatomy and physiology of the human prepuce. In: Denniston GC, Hodges FM, Milos MF, editors.; Male and Female Circumcision. New York: Kluwer/Plenum, 1999; pp. 9-18.

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/medizinisches-grundwissen/anatomie-und-funktion-der-vorhaut/allgemein/scott.html

    Innervation

    Die Vorhaut ist reich an spezialisierten Nervenendigungen und spezialisiertem erogenem Gewebe. Diese spezialisierten Nervenendigungen umfassen (Meissner-Körperchen, Vater-Pacini-Körperchen, Ruffini-Körperchen und Merkel-Zellen), die bereits leichteste Berührungs- und Temperaturreize detektieren können.

    Im Gegensatz zur Vorhaut besitzt die Glans penis fast ausschließlich nicht-spezialisierte, freie Nervenendigungen (sogenannte Nozizeptoren), die nur grobe Reize wie etwa starken Druck oder hohe Temperatureize detektieren können, die vom Gehirn als Schmerzen wahrgenommenen werden.

    Cold und Taylor, welche die Innervation des Präputiums des Penis ausführlich untersuchten, erklärten:

    „Die Glans penis ist vorwiegend durch freie Nervenendigungen innerviert und besitzt hauptsächlich nur protopathische Sensibilität. Protopathische Sensibilität bezieht sich auf gröbere, schlecht lokalisierte Empfindungen (einschließlich Schmerz, einige Temperaturempfindungen und bestimmte Wahrnehmungen von mechanischem Kontakt). In der Glans penis sind nur wenig [spezialisierte Nervenendigungen] vorhanden, und diese finden sich hauptsächlich entlang der Eichelkranzes und des Frenulums. Im Gegensatz dazu hat das gefurchte Band der männlichen Vorhaut an der mukokutanen Grenze eine hohe Konzentration an [spezialisierten Nervenendigungen].“

    http://flexikon.doccheck.com/de/Pr%C3%A4putium

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