Flüchtlingsstreik Hessen

BFHBündnis Flüchtlingsstreik Hessen

28.10.2012

Erste Pressemitteilung seitens iranischer Asylbewerber/innen des Bundeslands Hessen

Wir sind einige der in Hessen ansässigen iranischen Asylbewerber/innen, die nach Deutschland flüchten mussten, um ihr Leben zu retten. Unser Vorbild sind die verschiedenen Flüchtlingsproteste in anderen deutschen Städten. Besonders mit der Gruppe aus Würzburg stehen wir im engen Austausch. Dort hatten Flüchtlinge seit März diesen Jahres mehrere Monate für ihre Rechte demonstriert und bundesweit Aufmerksamkeit für ihre Situation erzielt.

Seit dem 20. Oktober streiken wir an der Hauptwache in Frankfurt (Main) Stadtmitte für ein menschliches Asylrecht, bessere Bedingungen für alle Asylbewerber/innen und die sofortige Anerkennung als politische Flüchtlinge.

Wir kommen aus einem Land, in dem Menschenrechte täglich mit Füßen getreten werden. Menschen werden misshandelt, gefoltert, vergewaltigt, gesteinigt und hingerichtet. Frauen sind Bürgerinnen dritter Klasse. Es herrscht Geschlechterapartheid und weder Religions- noch Meinungsfreiheit sind gegeben.Uns war und ist es dort nicht möglich ein sicheres Leben zu führen. Wir mussten fliehen um unser Leben zu retten und suchten daraufhin Asyl in einem „sicheren“ Land. Doch in diesem hoch entwickelten Land, welches sich tagtäglich über Menschenrechtsverletzungen in anderen Staaten empört, sind wir immer noch mit einer unmenschlichen Behandlung konfrontiert.

Heute ist der siebte Tag an dem wir rund um die Uhr streiken.

Trotz des Kälteeinbruchs und obwohl wir bisher immer noch keine Stromversorgung haben kämpfen wir weiter. Dem kalten Wetter steht die warme Solidarität zahlreicher Passant/innen und Unterstützer/innen entgegen.

Eine gute Nachricht ist, dass einer der Streikenden, Behnam, nach fast einem Jahr warten vor 3 Tagen vom Verwaltungsgericht Frankfurt endlich als politischer Flüchtling anerkannt wurde.

Unsere Forderungen nach Anerkennung von uns und allen als politische Flüchtlinge, einer Erteilung von Arbeitserlaubnis für alle Asylbewerber/innen, der Abschaffung der Residenzpflicht und von Gemeinschaftsunterkünften, das Anbieten von Dolmetscher/innen und vor allem Sprachkursen, wurden bereits von mehr als 500 Menschen unterschrieben. Wir wollen nicht isoliert werden und von jeglichem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden, sondern die Möglichkeit bekommen, ein menschenwürdiges, normales Leben zu führen. Das was so viele Politiker/innen so gerne von Migrant/innen fordern, nämlich „Integration“, wird uns zum Beispiel durch Residenzpflicht und Arbeitsverbot massiv verwehrt.

Nach dem ersten Bericht der Frankfurter Rundschau am 26. Oktober kamen viele Menschen zu uns und zeigten sich solidarisch. Wir laden weiterhin jede/n, die/der sich mit unserer Protestaktion solidarisiert, schlicht interessiert ist oder berichten will herzlich dazu ein, ab sofort an die Hauptwache in Frankfurt (Main) zu kommen, um sich über unsere verzweifelte Lage zu informieren und uns bei unserem Vorhaben zu unterstützen.

Wir rufen alle zuständigen Behörden auf, unsere Schreie zu hören, auf diese zu reagieren und unsere Forderungen umgehend umzusetzen. Wir werden unseren Streik fortführen, bis die Verantwortlichen für die hessische Asylpolitik mit uns verhandeln und wir die Anerkennung unseres Asylantrags sowie eine Verbesserung der Situation all der Schutzsuchenden in Deutschland erreichen.

Wir bedanken uns bei allen Menschen die uns bisher unterstützt haben und Tag und Nacht solidarisch mit uns sind und uns unterstützen.

Kontaktpersonen: Fariba Abolhoseini und Shahnaz Morattab

E-Mail: streikinhessen@gmail.com

Tel: 015774650186

Pressemitteilung auf Facebook:

http://www.facebook.com/photo.php?fbid=4814089115494&set=o.191885530921148&type=1&theater

Zum Thema:

Hessische Flüchtlinge und ihre Unterstützer demonstrieren ab Samstag, den 20. Oktober, um 14 Uhr mit einem Protestcamp an der Hauptwache für ein menschlicheres Asylrecht und bessere Bedingungen für Flüchtlinge.

Dazu haben sie sich im Bündnis Flüchtlingsstreik Hessen zusammengeschlossen. Sprecherin Fariba Abolhosseini erklärt: „Wir haben keine Geduld mehr! Viele von uns sind seit acht, zehn, zwölf Jahren in Deutschland und bekommen keine Aufenthaltsgenehmigung. Unsere Kinder sind isoliert, können nicht an Klassenfahrten teilnehmen und schämen sich, dass ihre Eltern nicht arbeiten. Es wird Zeit, dass wir für unsere Menschenrechte streiten, damit sich unsere Situation und vor allem die unserer Kinder endlich ändert.“

Dafür will das Bündnis mehrere Wochen an der Hauptwache ausharren – trotz des nahenden Winters. …

Fariba Abolhosseini fasst die Forderungen zusammen: „Es kann nicht sein, dass Menschen jahrelang auf ihren Bescheid warten müssen oder geduldet werden, in der ständigen Angst vor der Abschiebung. Vor allem für Flüchtlinge aus Krisenländern und -gebieten wie Afghanistan, Iran oder Syrien fordern wir, dass politisches Asyl leichter gewährt wird.“

aus: Protestcamp des Bündnis Flüchtlingsstreik Hessen beginnt am 20. 10. an der Hauptwache, Frankfurt

beim Blog: We Will Rise: Berlin Refugee Strike 20.10.2012

http://asylstrikeberlin.wordpress.com/2012/10/20/protestcamp-des-bundnis-fluchtlingsstreik-hessen-beginnt-am-20-10-an-der-hauptwache-frankfurt/

Viele der streikenden Flüchtlinge sind seit über zehn Jahren in Deutschland und bekommen keine Aufenthaltsgenehmigung oder Arbeitserlaubnis. Die jungen Flüchtlinge dürfen keine Universität besuchen und keine Ausbildung beginnen. Shahnaz Morattab: “So wird durch die unmenschliche Asylpolitik, jungen Menschen die Zukunft verbaut. Wie das zu der aktuellen politischen Debatte passen soll, das wir junge, motivierte, gut ausgebildete Menschen in Deutschland brauchen, um dem derzeitigen demografischen Wandel zu begegnen, ist nicht verständlich.” Die Protestierenden konnten bisher zahlreiche positive Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern führen und erfuhren viel Unterstützung. Schlafsäcke, Iso-Matten, Decken und andere Sachspenden werden jedoch weiterhin dringend benötigt und können jederzeit an der Hauptwache abgegeben werden.

Zu den Unterstützern des Bündnisses zählen bisher die Internationale Föderation Iranischer Flüchtlinge, der Arbeitskreis Asyl und Flucht der hessischen Piraten und die Grüne Jugend Hessen. Das Bündnis ist offen für alle Gruppen, die sich für Asyl und Flüchtlingsrechte einsetzen.

BFHBündnis Flüchtlingsstreik Hessen, aus der Pressemeldung vom 22.10.2012

http://fluechtlingsprotest-hessen.de/pressemeldungen/

Die Forderungen der Flüchtlinge:

Die Flüchtlinge möchten, dass endlich ihr Status als politische Flüchtlinge anerkannt wird. Erst das würde ihre unsichere Situation beenden. Sie hoffen, „Dass sich die hessische Regierung an ihre Versprechen hält und den leidvollen und anstrengenden Asyl-Prozess verkürzt. Es kann nicht sein, dass Menschen jahrelang auf ihren Bescheid warten müssen oder geduldet werden, in der ständigen Angst vor der Abschiebung. In unserer Heimat warten Folter, Vergewaltigung und Haft auf uns – wir fordern die Einsicht des deutschen Staates, dass für uns in der „Islamischen Republik“ Iran kein lebenswertes Leben mehr möglich ist.“ (…)

BFH – Bündnis Flüchtlingsstreik Hessen 29.10.2012

http://fluechtlingsprotest-hessen.de/2012/10/die-forderungen-der-fluchtlinge/

BFHBündnis Flüchtlingsstreik Hessen

http://fluechtlingsprotest-hessen.de/

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