Scharia an der Uni Heidelberg

جامعة هايدلبرغ

Ǧāmiʿa Heidelberg

Heidelberg University

An die

Universität Heidelberg

Rektor der Universität

Prof. Dr. Bernhard Eitel

Freitag, den 30. November 2012

Stoppen Sie islamistischen Auftritt an der Uni

Sehr geehrter Herr Dr. Eitel,

eine in die Standards universeller Menschenrechte (AEMR) oder ins beibehaltene deutsche Grundgesetz integrierbare Frömmigkeit darf nicht zur geheiligten Verachtung der Nichtmuslime, muslimischen Säkularen oder unverschleierten Frauen oder zur schariagemäßen familienrechtlichen sowie bereits koranisch vorgesehenen erbrechtlichen Ungleichbehandlung von Mann und Frau führen. Daran jedoch, das islamische Familienrecht und Erbrecht durchzusetzen, lassen die weltweit vernetzten muslimbrudernahen Islamaktivisten oder Revivalisten keinen Zweifel: „opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law“ (Mustafa Cerić).[1]

Wie Ihnen spätestens seit unserem Protest gegen den Auftritt des Yusuf al-Qaradawi treu ergebenen Islamaktivisten Wolfgang Borgfeldt genannt Muhammad Siddiq bekannt ist (unser Schreiben vom 26. November), veranstaltet die Muslimische Studierendengruppe (MSG) in den Räumen der Heidelberger Universität mit den »III. Heidelberger Islamwochen – Islam unverhüllt« seit Montag, dem 26. November 2012 eine Vortragsreihe zum Islam, die bis zum 12. Dezember 2012 andauern soll.

Heute protestieren wir gegen den Auftritt von Nadir Moubarrid, Bacem Dziri und Cefli Ademi in der Heidelberger Neuen Universität; Referent, Termine und Vortragstitel lauten:

Herr Moubarrid am Dienstag, den 27. November um 18:30 Uhr in HS 1 mit Der Prophet Muhammad – Ein Segen für die Menschheit?,

Herr Dziri am Montag, den 3. Dezember, 18:30 Uhr in HS 4 über Al-Andalus – Geschichte einer muslimischeuropäischen Tradition,

Herr Ademi am Freitag, 7. Dezember, HS 4 zum Thema Muslime im säkularen Rechtsstaat[2]

Sofern die drei Referenten wohlwollend oder sogar begeistert tolerieren, dass ECFR-Mitglied Borgfeldt die diesjährige Veranstaltungsreihe in der Heidelberger Uni beginnen durfte, schaffen sie ein gemeinsames islamisch-politisches Ganzes, das von der einladenden Muslimischen Studierendengruppe (MSG) gewollt ist und von der Universität beherbergt wird.

Nadir Moubarrid war 2001 Mitgründer der Islamischen Hochschulvereinigung Bonn. Seit 1995 bei der Muslimischen Jugend Deutschland (MJD) aktiv, übernahm Moubarrid Funktionen in der Jugendarbeit sowie als Schuramitglied und Kursbetreuer. Gegenwärtig engagiert er sich als Projektleiter am Haus des Islam (HDI, Lützelbach / Odenwald), jenem Zentrum, das vom erwähnten ECFR-Mitglied Siddiq bzw. Borgfeldt geführt wird und an dem sich die MJD gründete, deren erster Amir (Führer) Borgfeldt war.[3]

Borgfeldt (Sheikh Muhammed Siddique) arbeitete für das Islamische Zentrum in Genf, Le Centre Islamique de Genève (CIGE), das der hochrangige Muslimbruder Said Ramadan gründete und führte. Ramadan hatte Ägypten im Jahre 1954 verlassen, reaktivierte die Muslimbruderschaft in Jordanien, Syrien, Saudi-Arabien und im Libanon, wurde Schwiegersohn des Gründers der Muslim Brotherhood, Hassan al-Banna und ist Autor von Das Islamische Recht: Theorie und Praxis (The Islamic right. Theory and practice). Said Ramadans Söhne sind Scharialobbyist Tariq Ramadan und Steinigungsbefürworter Hani, beide im CIGE-Vorstand. Später wirkte Wolfgang Borgfeldt fast ein Jahrzehnt lang am Islamischen Zentrum Aachen (IZA), das dem syrischen Zweig der Muslimbrüder zuzurechnen ist.[4]

Der Verfassungsschutz Niedersachsen meint zum IZA:

Verschiedene Mitgliedsorganisationen des Zentralrates der Muslime sind in unterschiedlicher Abstufung der international agierenden Muslimbruderschaft zuzurechnen. Dabei ist dies an sich noch kein Ausschlusskriterium für den gesellschaftlichen Dialog, da nach Meinung einiger Experten die Muslimbrüder ihre Militanz weitestgehend verloren haben. Allerdings weicht die Ansicht der Sicherheitsbehörden von dieser Auffassung ab. Dies gilt besonders für die Islamischen Zentren Aachen und München sowie die Islamische Gemeinschaft in Deutschland.[5]

Borgfeldt und Mubarrid verbinden Muslimische Jugend in Deutschland (MJD) und Haus des Islam (HDI). Im hessischen Verfassungsschutzbericht 2010 lesen wir:

Die 1994 gegründete Muslimische Jugend in Deutschland e.V. (MJD) hat ihren Sitz in Berlin. Mitbegründet wurde der Verein von dem deutschen Konvertiten Mohammed Siddiq (Wolfgang Borgfeldt). Siddiq ist Mitglied des ECFR und trat in der Vergangenheit durch die Befürwortung einer demokratiefeindlichen ideologischen Ausrichtung in Erscheinung:

„Auch die von 90 Prozent der Bevolkerung gewahlte Regierung hat nie das Recht, auch nicht mit absoluter oder Zweidrittelmehrheit, etwas zu verbieten, was Gott erlaubt hat, bzw. etwas zu erlauben, was Gott verboten hat. Jeder Herrscher, jede Regierung jeder Einzelne ist immer nur ausführende Gewalt, denn Gesetz zu geben steht allein Gott zu.“

In ihrer Außendarstellung ist die MJD bemüht, das Bild einer dialog- und integrationsbereiten Organisation zu erzeugen. So finden sich in der Satzung die „Förderung Jugendlicher und ihre Integration in die Gesellschaft“ als angebliche Ziele der MJD. Tatsächlich jedoch steht das von der MJD u.a. im Rahmen ihrer zahlreichen Aktivitäten, wie dem Vertrieb von Medien, der Ausrichtung von Freizeitveranstaltungen und Vorträgen sowie Bildungsangeboten verbreitete Gedankengut im Widerspruch zu den tragenden Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.

So hatte die MJD durch ihren Buchverlag in der Vergangenheit Bücher von maßgeblichen Ideologen der MB vertrieben. Hierzu zählen Abul A’la al-Maududi und Sayyid Qutb. Beide Autoren propagierten den bewaffneten Kampf zur Errichtung eines islamischen Staates. Nach wie vor ist über den Verlag das Buch des türkischen Autors Mustafa Islamoglu mit dem Titel „Ratschläge an meine jungen Geschwister“ erhältlich. In dem Buch argumentiert der Autor:

„Wenn ihr Beamter in einem nicht-islamischen System werden wollt, dann werdet nicht Beamter dieses Systems, sondern dort ‚Beamter des Islam’. Und seid gewillt und in der Lage, wenn die Sache, für die ihr euch verbeamtet habt, keinen Nutzen mehr bringt, ‚Auf Wiedersehen’ sagen zu konnen. […] Betrachtet Situationen, die unislamisch sind, wie das Sitzen auf Nesseln! Neigt euch keiner Aufgabe zu, die einen Widerspruch zu euren Religionsgrundsatzen bildet – auch wenn ihr Schätze dafur erhalten würdet.“

Zumindest in der Vergangenheit hatte die MJD zur Beratung ihrer Mitglieder in Fragen der islamischen Rechtsauslegung den Rat des ECFR eingeholt. Geleitet wird der ECFR von al-Qaradawi, der u.a. islamistische Positionen vertritt und die Anwendung der Normen des islamischen Rechtssystems der Scharia befürwortet.[6]

Im November 2012 vertreibt ein der MJD zuzurechender Buchversand, Green Palace, die Schrift von Amir Zaidan: Al-‚Aqida, Einführung in die Iman-Inhalte. 1998 verfasste Theologe Zaidan in seiner Funktion als Vorsitzender des Fiqh-Rates der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) ein islamisches Rechtsgutachten, das die angeblich dem islamischen Recht unterworfenen (schariapflichtigen) Mädchen und Frauen gleichsam an das Haus des männlichen Aufpassers (Vater; Ehemann) kettet, die sogenannte Kamel-Fatwa:

Eine mehrtägige Reise mit Übernachtung außerhalb der elterlichen Wohnung ist für muslimische Frauen ohne die Begleitung eines Mahram (dieser ist ein naher Verwandter, also der Ehemann, Vater, oder Bruder), nicht erlaubt und verstößt gegen islamische Regeln. Der Gesandte Muhammad sagte im Hadith: ‚Eine Frau darf nicht die Entfernung einer Tages- und Nachtreise ohne Mahram zurücklegen.‘ Diese Entfernung schätzen die islamischen Gelehrten heutzutage auf ca. 81 km. Gemäß der im Grundgesetz und in der Verfassung des Landes Hessen verankerten Religionsfreiheit ist es deshalb angebracht, muslimische Schülerinnen von der Teilnahme an derartigen schulischen Veranstaltungen freizustellen.[7]

Hintergrund war, dass mehrere volljährige Oberstufenschülerinnen wissen wollten, ob es religiös erlaubt (ḥalāl) ist, zu einer zweiwöchigen Klassenfahrt nach Spanien aufzubrechen. Die IRH reichte das Rechtsgutachten dem zuständigen Schulamt ein. Bei Ahlu-Sunna wird Zaidans Fatwa noch zwölf Jahre später in Ehren gehalten und ermahnt ein um die Sicherung seines Seelenheils bemühter Kommentator:

wie es bei einer Studium-Teilnahme außerhalb von 81 km und ohne Mahram bzw. ohne dessen Zustimmung ausschaut, kann ich nichts sagen. Du darfst aber nicht die Zustimmung des Mahram vergessen, welches gewiss einen großen Einfluss darauf hat, ob es dann letztendlich halaal oder haraam ist.

Ebenfalls bei Green Palace im Angebot hat man das Der deutsche Mufti, Autor ist Muhammad Rassoul genannt Abū-r-Riḍāʾ (1997). In Das ‚Deutsche Kalifat‘ (1993) hatte uns Rassoul seine Visionen über eine islamgerecht transformierte Bundesrepublik vorgelegt:

Die vorliegende historische Bestandsaufnahme und sogleich Studie über das Kalifatsystem im islamischen Recht ist eine rein kritische und wissenschaftliche Untersuchung. Ob diese Schrift eines Tages die Geburt eines „deutschen Kalifats“ im Herzen Europas erleben wird, ist eine Angelegenheit des Verborgenen, das allein im Wissen Allāhs, unseres Erhabenen Schöpfers liegt. …

Das islamische Recht wiederspiegelt in allen seinen Bereichen die Gerechtigkeit und Barmherzigkeit für die schutzbedürftigen Staatsbürger. …

Der Untergang aller weltlichen Systeme ist garantiert. …

Die Staatsbildung. Der Islam verpflichtet die Muslime zur Errichtung eines Staates, der auf den Grundsätzen des Islam fußt. …

Während also z. B. die Demokratie und andere Systeme auf menschlichem und damit fehlerhaftem Gedankengut basieren, ist die Grundlage des islamischen Staatswesens von göttlicher und damit fehlerfreier Art. …

Es gibt keinen Zweifel daran, dass der oberste Souverän des islamischen Staates Allāh ist. Denn Er hat den Qurān offenbart, welcher als »Rahmengesetzgebung« im islamischen Staat zu gelten hat und dem die Gläubigen zu folgen haben.[8]

Basari Islam Shop verkauft das Buch des Revivalisten und Urgemeindlers (des „Salafisten“) Rassoul bereitwillig. Dass sich der Kölner Autor vom Traum des Deutschlandkalifats verabschiedet hat ist nicht bekannt.

Die Muslimische Jugend in Deutschland ist dem Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO) angeschlossen, dessen Mitgründer sie 1996 war. Das FEMYSO ist der Muslimbruderschaft zuzurechnen; Bundesverfassungsschutzbericht 2011:

Das FEMYSO ist eine Nebenorganisation der FIOE. …

In dem 1989 gegründeten europäischen Dachverband „Federation of Islamic Organizations in Europe“ (FIOE – „Föderation Islamischer Organisationen in Europa“) mit Sitz in Brüssel (Belgien) sind zahlreiche MB-nahe Verbände vertreten. Die europäischen Einrichtungen haben zumeist keine offen erkennbaren organisatorischen Verbindungen zur MB; offiziell werden diese auch dementiert.[9]

Bacem Dziri ist Sprecher im Rat der Muslime in Bonn (RMB, Adenauerallee 13), der vielleicht etwas übertrieben selbstbewusst beansprucht, die Mehrheit der Muslime der Stadt zu vertreten. Am 24.01.2012 lud der RMB Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen in die Al-Muhsinin-Moschee im Stadtteil Beuel und forderte von der Stadt, doch endlich „eine Fachkraft einzustellen, die aus öffentlichen Mitteln mitfinanziert wird“ und die im Sinne des RMB und vielleicht ja auch im Sinne der segregierenden Scharia „Betreuung“ und „Vernetzung“ der so genannten Bonner Muslime bewirken soll.[10]

In der Vergangenheit fiel der RMB durch Yahya Martin Heising auf. Der Schulbeauftragte des RMB trat 1996 zum Islam über und ist seit 2005 Rechtsanwalt. Im RMB leitet er die „Kommission für Erziehung und Schule“; daneben verantwortet er das Projekt Muslime an deutschen Schulen (ebenfalls Adenauerallee 13). Seit Jahren sucht Heising öffentlich nach einem muslimischen Jungen, den er erfolgreich vom Schwimmunterricht abmelden will:

Wir suchen einen mindestens 14-jährigen Jungen, vorzugsweise hanifitischer Bauart, der vom Schwimmunterricht befreit werden möchte und im Verlauf seiner Schullaufbahn mit mindestens einem weiteren Jahr Schwimmunterricht zu rechnen hat.

Abmeldung der schließlich zu irgendwie muslimisierenden Kinder vom Schulschwimmen ist dem Rechtsanwalt Herzenssache. Heising und der Rat der Muslime in Bonn bieten finanzschwachen aber gottesfürchtigen Eltern an, für die bei Beratung und Prozess entstehenden Kosten nötigenfalls aufzukommen:

Ob ihr einen Antrag stellt, einen Widerspruch einlegt oder Klage erhebt, hängt immer davon ab, in welchem Stadium ihr euch gerade befindet. Das System ist ganz einfach. Wir bewegen uns von unten nach oben, und zwar anhand eines Beispiels. Fatima ist 13 Jahre alt. Sie möchte vom Schwimmunterricht befreit werden. Ihre Mutter geht zu dem Klassenlehrer und teilt diesem mündlich mit, dass die Tochter zukünftig nicht mehr am Schwimmunterricht teilnehmen möchte. Der Lehrer teilt ihr mit, dass ihn das nicht interessiere. Wir seien hier ja in Deutschland. Fatima solle sich anpassen. Was ist hier nun in rechtlicher Hinsicht geschehen? …

Menschen mit nur geringem Einkommen haben die Möglichkeit Prozesskostenhilfe zu beantragen. Die Kosten des Verfahrens trägt im Falle der Abweisung der Klage dann die Staatskasse. In all den Fällen, welche für die Gemeinschaft der Muslime von erheblicher Bedeutung sind, und in denen wir keine Prozesskostenhilfe bekommen, wünschen wir aber, dass die Betroffenen trotzdem klagen. Allah (t) versorgt uns. Die Organisation Muslime an deutschen Schulen übernimmt in diesen Fällen die Kosten des Rechtsstreites.[11]

Den Jahreswechsel 2010 / 2011 durften die Missionare von Die wahre Religion um Schariaprediger Ibrahim Abou-Nagie nach vielen Protesten dann doch nicht in der RMB-nahen Al-Muhsinin-Moschee verbringen, aus Rücksicht vor der Sorge der Bonner Bürger, wie Bacem Dziri dem General-Anzeiger mitteilte.[12]

Vom 6. bis zum 8. August 2010 war Die wahre Religion allerdings noch Gast der Al-Muhsinin-Moschee gewesen, wie uns zwei YouTube-Kurzfilme zeigen; in Film eins bis Minute 0:52 im Bild: Ibrahim Abou-Nagie.[13]

Cefli Ademi mischte sich 2012 in die Beschneidungsdebatte ein: „Die Knabenbeschneidung – ein Jahrtausende alter und zugleich moderner Brauch“, über den beschneidungskritischen Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer Holm Putzke meint er abfällig: „Eine Kulturkampfrhetorik, die kelek´sche Züge aufweist“.Cefli Ademi habe, so die Islamische Zeitung, an der Universität Bielefeld Jura studiert und habe an der Bucerius Law School in Hamburg in Verfassungs- und Strafprozessrecht promoviert. Seit August 2011 sei der Volljurist „stellvertretender Leiter des Fachbereichs Recht der Stadt Gütersloh“, die städtische Homepage nennt seinen Namen nicht. Cefli Ademi sei Lehrbeauftragter an der Uni Münster (WWU) zu: „Einführung in die islamische Jurisprudenz“, die WWU führt ihn, mit Doktortitel, allerdings unter „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Zentrum für Islamische Theologie; Postdocs: Barmherzigkeit“. Das Westfalenblatt bezeichnet Ademi als dem „Bündnis Islamischer Gemeinden in Bielefeld“ zugehörig, auf der Seite des FDP-Politikers Heiner Kamp wird Ademi in einem Atemzug mit „Ahmadd El-Mahgary vom Islamischen Zentrum“ erwähnt: „Das Islamische Zentrum befindet sich in der August-Bebel-Straße“. Auf der dortigen Bücherliste Aqida und Fiqh- Literatur findet sich Handbuch der muslimischen Frau (Muhammad Ahmad Rassoul), Handbuch Islam (Reidegeld), Das Buch der Ehe [d. i. der Kitāb Ādābi n-Nikāh des mittelalterlichen Gelehrten al-Ġazālī) sowie Tauhid – Der Eingottglaube im Islam, was vom radikalen Hassprediger Abu Ameena Bilal Philips verfasst wurde.[14]

Die Murabitun-Bewegung um Abdalqadir as-Sufi (Ian Dallas) baut am Projekt Gold-Dinar und Silber-Dirham als einer finanztechnischen Gegenmoderne und betreibt im spanischen Granada ein Siedlungsprojekt einer Art von Neo-Andalus oder auch Euro-Kalifat. In der personell und inhaltlich den Murabitun verbundenen Islamischen Zeitung (Andreas Abu Bakr Rieger, Weimar) schwieg Ademi im Frühjahr 2012 in zwei langen Interviews zur nach Koran und Sunna unumgänglichen Frauenfeindlichkeit und Brutalität jeder juristisch angewendeten, angeblich von Allah geschaffenen und dem menschlichen Verstehen bleibend enthobenen Scharia – damit auch: jedes menschenmöglichen Fiqh – und zu ihrer jenseitszentrierten, auf ewigen Verbleib in Himmel oder Hölle gerichteten Totalität. Stattdessen empfahl er das schariaverharmlosende Buch Das Islamische Recht, in dem Mathias Rohe das Publikum mit den irgendwie nicht ganz falschen Aussagen: „Auch islamisches Recht ist Recht. … Streben nach Gerechtigkeit ist Leitmotiv aller Rechtsordnungen“ verstummen lässt.

Das in der BRD angebliche geltende Elternrecht auf Amputation von kindlichem Penisgewebe verteidigt der selbstbestimmte Ademi: „Trotz der fehlenden Vorhaut bleibt es nämlich jedem unbenommen, die Religion zu wechseln. Schließlich wird nicht die Selbstbestimmungsfreiheit auf Dauer entfernt, sondern die Penisvorhaut.“ Den Umstand, dass Apostaten im Realislam seit fast 1.400 Jahren nicht selten ermordet werden, übergeht der Beschneidungsfreund großzügig.[15]

Soviel zu den Referenten.

Die Universität Heidelberg sollte sich von dem angeblich die Seele vor der Hölle bewahrenden, tatsächlich aber Frauen und Nichtmuslime diskriminierenden schariabasierten Familienrecht und Erbrecht distanzieren und beispielsweise klarstellen, dass die authentisch islamische Praxis des halbierten Erbes für die muslimische Tochter im Vergleich zu ihrem Bruder oder das Verbot für einen Nichtmuslim oder Islamapostaten, von einem Muslim überhaupt etwas zu erben (Koran 4:11; Buchari),[16] kein Grundsatz ist, den es ins deutsche Erbrecht zu „integrieren“ gilt.

Im „multikulturellen“ griechischen Familienrecht ist die Scharia zugelassen (legal). Cemali Meço ist der Mufti von Komotiní. Meço verheiratet Mädchen der türkischen ethnischen Minderheit nach Koran und Sunna, von denen einige kurze Zeit später schwanger in Düsseldorf auftauchen und die manchmal erst elf Jahre alt sind. Der höchste Theologe Saudi-Arabiens, Scheich Abd al-Aziz Al asch-Scheich, kennt seine Religion und stellt fest, dass im Islam zehnjährige Mädchen verheiratet werden können:

Eine gute Erziehung wird das Mädchen befähigen, ihren Pflichten als Ehefrau nachzukommen, a good upbringing will make a girl capable of carrying out her duties as a wife … Wir sollten wissen, dass das Islamische Recht den Frauen keine Ungerechtigkeit gebracht hat, we should know that Islamic law has not brought injustice to women.[17]

AEMR und Grundgesetz vertragen sich nicht mit Zwang zum Schleier (ḥiǧāb), mit Zweit- bis Viertfrau, Frauenverstoßung (ṭalāq) oder Kindbraut. Die Scharia kann, wie wir gesehen haben, in die kulturelle Moderne noch nicht einmal im Familienrecht integriert werden. Fundamental anders als das auf Heilssicherung verzichtende Grundgesetz dienen die ihrer Doktrin nach außerirdische Scharia wie der menschengemachte Fiqh in erster Linie nicht dem vernünftigen menschlichen Zusammenleben, sondern dem zu erlangenden Wohlgefallen Allahs und der ewigen Rückkehr zum Schöpfergott. Im säkularen Rechtsstaat darf und muss „das Islamische Recht“, man vergleiche die Buchtitel bei Said Ramadan 1961 und Mathias Rohe 2009, illegal bleiben.

Das Religionsverständnis von Hassan al-Banna, Abul A’la Maududi oder Yusuf al-Qaradawi zu bewerben oder zu verharmlosen und die wesensgemäß ungleichbehandelnde (diskriminierende) Scharia legalisieren zu wollen ist einer dem Aufklärungshumanismus und dem wissenschaftlichen Denken verpflichteten Universität unwürdig.

Wir fordern Sie daher auf, alles in Ihren Möglichkeiten Stehende zu unternehmen, um die geplanten Auftritte von Nadir Moubarrid, Bacem Dziri und Cefli Ademi zu unterbinden, die offensichtlich Frauenbild und Rechtsverständnis von al-Banna, Maududi und al-Qaradawi teilen und damit nicht zur Integration, sondern zur Geschlechterapartheid und städtischen Segregation beitragen und zum Ausstieg aus dem für alle Bürger geltenden und Mann und Frau gleichbehandelnden Recht.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

Q u e l l e n

[1] Großmufti von Bosnien und Herzegowina und Scheich im von Yusuf al-Qaradawi geführten European Council for Fatwa and Research, Mustafa Cerić: DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS

http://www.rijaset.ba/english/index.php/offices/9-documents/134-declaration-of-european-muslims

[2] Muslimische Studierendengruppe (MSG) in den Räumen der Heidelberger Universität: III. Heidelberger Islamwochen – Islam unverhüllt

http://msg-heidelberg.de/wordpress/?p=858

http://msg-heidelberg.de/wordpress/http://www.msg-heidelberg.de/wordpress/wp-content/uploads//Flyer_IWO_2012-page-0011.jpg

Di, 27.11. Der Prophet Muhammad – Ein Segen für die Menschheit?

Nadir Moubarrid Neue Uni HS 1, 18.30 Uhr

Warum wird der Prophet Muhammad von vielen geliebt und von anderen gehasst? Warum haben Muslime eine so starke Beziehung zu ihrem Propheten? Und warum reagieren sie so empfindlich, wenn er verunglimpft wird?

Mo, 03.12. Al-Andalus – Geschichte einer muslimischeuropäischen Tradition

Bacem Dziri, MA Neue Uni HS 4, 18.30 Uhr

800 Jahre wirkten Muslime in Europa auf der iberischen Halbinsel und brachten eine einzigartige Kultur hervor. Die Geschichte dieses Islams ist jedoch relativ unbekannt. Dabei bietet ein Rückblick etliche Antworten auf Fragen der Gegenwart.

Fr, 07.12. Muslime im säkularen Rechtsstaat

Dr. Cefli Ademi Neue Uni HS 4, 18.30 Uhr

Steht der Islam grundsätzlich im Gegensatz zu den Zielen des säkularen demokratischen Rechtsstaats? Oder sind es die Menschen aus unterschiedlichem sozialen und historischen Kontext, die ein solches Bild vermitteln?

http://www.fsk.uni-heidelberg.de/nachrichten/archive/2012/november/article/islamwochen-der-msg.html?tx_ttnews[day]=21&cHash=b8adc30041b89ddda4fc32ab2a8ece1c

[3] Nadir Moubarrid, vorgestellt bei Ummah-Muslimische Jugend Schweiz

http://www.u-day.ch/de/referenten/79-nadir-moubarrid.html

[4] Said Ramadan: Das Islamische Recht: Theorie und Praxis

(The Islamic right. Theory and practice)

http://www.amana-buch.de/Das-Islamische-Recht-Theorie-und-Praxis

Der Geburtsname des in Berlin geborenen Scheich Muhammad Siddiq lautete Wolfgang Borgfeldt. Als Vollwaise wuchs er bei streng protestantischen Großeltern auf. Anfang der sechziger Jahre schloss er sich muslimischen Studenten in seiner Heimatstadt an. … Mit nur zwanzig Jahren unternahm er eine Pilgerfahrt nach Mekka. Nach seiner Rückkehr aus Saudi-Arabien engagierte er sich bei der internationalen ‘United Muslim Students Organisation’ und dem Islamischen Zentrum in Genf, das Said Ramadan leitete. … Nach langen Reisen durch die Arabische Welt, einem längeren Studienaufenthalt im Sudan und in Medina zog der deutsche Muslim nach Aachen. Hier arbeitete er nahezu zehn Jahre am Islamischen Zentrum. … Gemeinsam mit seinem Glaubensbruder Ahmad von Denffer verfolgte Muhammad Siddiq einen großen Plan: die Schaffung einer Gemeinschaft deutscher Muslime, die den Islam in die Bundesrepublik tragen sollte.

aus: Stefan Meining: Eine Moschee in Deutschland: Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen

Seite 218-219

http://books.google.de/books?id=NqU0gQCROpQC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Heidelberger Islamwoche 2011, Referent war u. a. Rüstü Aslandur, ein früher Spitzenfunktionär („Amir“) der MJD

http://de-de.facebook.com/photo.php?fbid=282907111753873&set=o.215216868504697&type=3&theater

Die MJD ist Mitglied des Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO), das sie 1996 mitgegründet hat.

MJD: Lokalkreis-Handbuch

http://www.lokalkreis-handbuch.de/Inhalt/5.0.Inhalt.html

http://www.lokalkreis-handbuch.de/download/5.7.1.muslim_sein.pdf

Nicht jede Art von Singen ist erlaubt. Das erlaubte Lied sollte mit den islamischen Lehren und der Ethik übereinstimmen. Somit sind Lieder, die Tyrannen oder korrupte Herrscher loben, nicht im Einklang mit islamischen Lehren. Vielmehr ist der Islam gegen Unheilstifter und deren Verbündete und jenen, denen ihre Verbrechen gleichgültig sind. … Das Singen sollte nicht von Dingen begleitet sein, die verboten sind, wie zum Beispiel Alkohol, Nacktheit, das Mischen von Frauen und Männern wie es üblich ist in Kneipen und Diskotheken, etc.

aus: Homepage der MJD: Singen & Musik: Die islamische Sichtweise

http://www.lokalkreis-handbuch.de/Inhalt/5.9.5.Singen_und_Musik.html

[5] Verfassungsschutz Niedersachsen

http://www.verfassungsschutz.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=12252&article_id=54179&_psmand=30

[6] Verfassungsschutzbericht Hessen 2010

http://starweb.hessen.de/cache/hessen/vsbericht201

[7] Kamelfatwa, bemüht heilssichernd kommentiert

http://ahlu-sunnah.de/foren/archive/index.php/t-4317.html?s=e4167ed915859b9542dd38c69504df4d

[8] Muhammad Ahmad Rassoul: Das ‚Deutsche Kalifat‘

http://www.basari.de/islamische-buecher/islam-allgemein/das-deutsche-kalifat.html

Rassoul: Der deutsche Mufti

http://www.amana-buch.de/Der-deutsche-Mufti

[9] Bundesverfassungsschutzbericht 2011 zu Muslimbruderschaft (MB) und Islamische Gemeinschaft in Deutschland (IGD)

Die IGD verfolgt eine an der MB-Ideologie ausgerichtete Strategie, die darauf abzielt, im gesellschaftlichen Umfeld Deutschlands mittel- bis langfristig eine auch intellektuell-ideologisch führende und im Sinne islamistischer Zielvorstellungen relevante Einflussgröße zu werden. Dies beinhaltet eine entsprechende Schulung und Unterweisung der Mitglieder, um weitere geeignete Mitarbeiter für die Organisation zu rekrutieren und auszubilden. Die Organisation strebt zielgerichtet und beharrlich die Schaffung von gesellschaftlichen Freiräumen an, in denen säkulare gesellschaftliche Konventionen und westlich geprägte pluralistische Normen nicht gelten. Stattdessen sollen die von der Organisation postulierten islamistischen Wertvorstellungen Anwendung finden.

http://www.verfassungsschutz.de/download/SHOW/vsbericht_2011_vorabfassung.pdf

[10] Pressemitteilung des Rats der Muslime in Bonn, 26.01.2012

http://muslimrat-bonn.de/index.php?id=9&tx_ttnews[tt_news]=32&tx_ttnews[backPid]=41&cHash=8188a3a7da

[11] Die Kosten des Verfahrens trägt im Falle der Abweisung der Klage dann die Staatskasse. In all den Fällen, welche für die Gemeinschaft der Muslime von erheblicher Bedeutung sind, und in denen wir keine Prozesskostenhilfe bekommen, wünschen wir aber, dass die Betroffenen trotzdem klagen. Allah (t) versorgt uns. Die Organisation Muslime an deutschen Schulen übernimmt in diesen Fällen die Kosten des Rechtsstreites. … Ein Erfolg hängt oft davon ab, dass wir konsequent den Islam praktizieren. Oft wird gerade Schülerinnen, welche aus Gründen der Bekleidung nicht am Unterricht teilnehmen wollen, unterstellt, dass es ihnen gar nicht um die Kleidung ginge, sondern dass sie aus irgendwelchen anderen Gründen nicht am Sportunterricht teilnehmen wollen. Ähnlich verhält es sich bei Klassenfahrten. Für uns ist in diesen Fällen wichtig, dass die betreffenden Schüler oder Schülerinnen den Islam konsequent umsetzen. Ein Mädchen, welches mit enger Jeans und Kopftuch in die Schule kommt, wird sich nur schwerer auf Gründe der Schamhaftigkeit berufen können, als ein Mädchen, welches mit weiter Kleidung in die Schule geht. Eure Glaubwürdigkeit als Muslime ist ohnehin von zentraler Bedeutung bei den die Schule betreffenden Belangen. …

Wir suchen einen mindestens 14-jährigen Jungen, vorzugsweise hanifitischer Bauart, der vom Schwimmunterricht befreit werden möchte und im Verlauf seiner Schullaufbahn mit mindestens einem weiteren Jahr Schwimmunterricht zu rechnen hat. …

Ein zentrales Thema ist auch die Befreiung von Mädchen von der Teilnahme an Klassenfahrten. Eine Befreiung aus religiösen Gründen ist nicht möglich. Eine Ausnahme wird aber dann gemacht, wenn aufgrund der religiösen Haltung und der daraus erwachsenden Lebensumstände eine psychische Belastung des betroffenen Mädchens entsteht, die so groß ist, dass hier ein im medizinischen Sinne verstandenes körperliches Unbehagen entsteht. Das bedeutet, wenn Fatima nachts nicht schlafen kann, insgesamt unruhig und niedergeschlagen ist, weil sie noch nie von den Eltern getrennt war, nicht weiß, wie sie bei der Klassenfahrt ihre Gebetswaschung machen soll, nicht weiß, wie sie sich ernähren soll, sie Angst hat zur Außenseiterin zu werden, weil sie vieles nicht mitmachen kann, und deshalb unter Angstzuständen leidet, dann kann sie unter Vorlage eines entsprechenden ärztlichen Attestes von der Klassenfahrt befreit werden. Wir halten es für eine gelungene Lösung, sofern sich das Ziel der Klassenfahrt irgendwo in der Nähe des Elternhauses befindet, dass die Eltern ihre Kinder morgens bringen und abends abholen.

Yahya Martin Heising, Muslime an deutschen Schulen

http://www.muslimeandeutschenschulen.de/recht_schwimmunterricht.php

[12] Die vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Prediger der muslimisch-salafistischen Gruppe „Die wahre Religion“ (DWR) werden nun doch nicht zu Silvester und Neujahr in der Beueler Al-Mushinin-Moschee bei einem Islam-Seminar predigen.

Das teilte am Montag der Sprecher des Bonner Rats der Muslime, Bacem Dziri, mit. Die Moschee habe nicht nur die Vertreter von DWR ausgeladen, sondern bis auf Weiteres sämtliche Veranstaltungen abgesagt. Man tue dies aus Rücksicht vor der Sorge der Bürger.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/Hassprediger-sind-ausgeladen-article33138.html

[13] DWR Seminarbeginn Bonn Beuel Muhsinin Moschee, bis Minute 0:52 im Bild: Ibrahim Abou-Nagie

http://www.youtube.com/watch?v=b52jj9DBajU

TRAILER – Seminar in Bonn 3 Tage Islam mit dem (www.DieWahreReligion.de) Team

http://www.DieWahreReligion.de präsentiert Abu Dujana, Abu Ubayda, Sheikh Al Araby, Abullatif, Sheikh Mohammad, Abu Abdullah, Ibrahim Abu Nagie

Thema: Und haltet alle fest am Seil Allahs …

am Freitag 06.08.10 bis zum 08.08.10, AL-MUHSININ MOSCHEE, SCHWARZER WEG 41, 53227 BONN

http://www.youtube.com/watch?v=hr1NUBiYoAA

[14] „Die Knabenbeschneidung – ein Jahrtausende alter und zugleich moderner Brauch … Eine Kulturkampfrhetorik, die kelek´sche Züge aufweist.“

aus: Kulturalisierung des Strafrechts

bei: ZMD 04.07.2012

http://islam.de/20640

IZB – Islamisches Zentrum Bielefeld Ausleihebibliothek: Aqida und Fiqh- Literatur

http://www.islambielefeld.de/izbib/Buecherliste_ZamZam_Juli2009.pdf

Islamischen Gemeinschaft in Deutschland IGD)… Islamisches Zentrum Nürnberg – Ahmad El-Mahgary

http://www.helmut-zenz.de/hzisla12.html

[15] Es gibt gute Gründe manche islamrechtliche Werke aus nichtmuslimischer Feder sogar als Primärliteratur anzuerkennen, so beispielsweise Mathias Rohes „Islamisches Recht – Geschichte und Gegenwart“. Auch Thomas Bauers Wirken, dessen beeindruckend aufschlussreichen Aufsatz über die „Normative Ambiguitätstoleranz im Islam“ ich kürzlich las, sollte hier nicht unerwähnt bleiben.

aus: Was ist das islamische Recht? (1) Interview mit dem Juristen Cefli Ademi zu den islamischen Grundlagen

in: Islamische Zeitung 26.04.2012

http://www.islamische-zeitung.de/?id=15731

Was ist das islamische Recht? (2)

in: Islamische Zeitung 30.05.2012

http://www.islamische-zeitung.de/?id=15800

[16] „Allah commands you regarding your children. For the male a share equivalent to that of two females. “ [Quran 4:11]

The Prophet (SAWS) said, „A Muslim cannot be the heir of a disbeliever, nor can a disbeliever be the heir of a Muslim.“ (Sahih al-Bukhari)

http://www.islam101.com/sociology/inheritance.htm

[17] Vor zwei Jahren tauchte der erste Fall auf: Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. Am Mitwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte. … An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet. Die Zwangsehen sind zwar selten. Da sie aber Griechenland als EU-Mitglied absegnet, sind sie auch in Deutschland gültig.

aus: Barbara Kirchner: Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby

in: Express 12.06.2008

http://www.express.de/duesseldorf/unglaublicher-fall-zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby,2858,705568.html

Es soll Liebe gewesen sein, sagen alle, die dazu geführt habe, daß im vergangenen Sommer der 22jährige Levent Metin* die damals elfjährige Nuray aus der armen nordgriechischen Provinz Thrakien heiratete und mit nach Düsseldorf brachte, wo er heute lebt. … Wie Nuray. Doch deren Reise endete nach vier Monaten, weil ihr Ehemann sich und seine damals elfjährige Ehefrau vergangenen August ordentlich anmelden wollte, wie es sich für EU-Ausländer in Deutschland gehört. Doch das Amt entdeckte entsetzt das junge Alter der Braut und verständigte Jugendfürsorge und Staatsanwaltschaft. … Der Mufti der Universitätsstadt Komotini, Meco Cemali, hat Nurays Hochzeit amtlich besiegelt. … Er selbst habe seine Imame aufgefordert, Mädchen unter 17 Jahren nicht zu verheiraten, sagt der Mufti. Wenn jedoch ein Mädchen selbst die Heirat unbedingt wolle, nehme er es persönlich psychologisch und physisch in Augenschein und entscheide, ob es reif genug sei. Wenn ja, spräche das islamische Recht nicht gegen die Ehe. Der Mufti sagt: „Daß Zwölfjährige verheiratet werden, kommt nur alle drei oder vier Jahre vor.“

aus: Uta Keseling: Das verheiratete Kind

in: Die Welt 25.02.2005

http://www.welt.de/print-welt/article495796/Das-verheiratete-Kind.html

Ten-year-old girls are ready for marriage, according to Saudi Arabia’s most senior cleric.

Sheikh Abdul-Aziz Al Sheikh, the country’s grand mufti, told Al Hayat newspaper that those saying ten or 12-year-old girls are too young to marry are being ‚unfair‘ to them.

Al Sheikh’s comments come at a time when Saudi human rights groups have been pushing the government to put an end to marriages involving the very young and to define a minimum age for marriage. …

Responding to a question about parents who force their underage daughters to marry, the mufti said: ‚We hear a lot about the marriage of underage girls in the media, and we should know that Islamic law has not brought injustice to women.‘

The mufti said a good upbringing will make a girl capable of carrying out her duties as a wife and that those who say women should not marry before the age of 25 are following a ‚bad path‘.

‚Our mothers and before them, our grandmothers, married when they were barely 12,‘ said Al Sheikh, according to the Al-Hayat newspaper.

aus: It’s an injustice to NOT marry girls aged 10, says Saudi cleric

in: Daily Mail UPDATED: 00:55 GMT, 15 January 2009

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1115624/Its-injustice-NOT-marry-girls-aged-10-says-Saudi-cleric.html

Ten-year-old girls are ready for marriage, according to Saudi Arabia’s most senior cleric.

Sheikh Abdul-Aziz Al Sheikh, the country’s grand mufti, told Al Hayat newspaper that those saying ten or 12-year-old girls are too young to marry are being ‚unfair‘ to them.

Al Sheikh’s comments come at a time when Saudi human rights groups have been pushing the government to put an end to marriages involving the very young and to define a minimum age for marriage. …

Responding to a question about parents who force their underage daughters to marry, the mufti said: ‚We hear a lot about the marriage of underage girls in the media, and we should know that Islamic law has not brought injustice to women.‘

The mufti said a good upbringing will make a girl capable of carrying out her duties as a wife and that those who say women should not marry before the age of 25 are following a ‚bad path‘.

‚Our mothers and before them, our grandmothers, married when they were barely 12,‘ said Al Sheikh, according to the Al-Hayat newspaper.

aus: It’s an injustice to NOT marry girls aged 10, says Saudi cleric

in: Daily Mail 15.01.2009

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1115624/Its-injustice-NOT-marry-girls-aged-10-says-Saudi-cleric.html

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5 Antworten to “Scharia an der Uni Heidelberg”

  1. Chronist Says:

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    Prof. em. Dr. Omaia Elwan (akad. Dir. i.R.)

    Prof. Elwan ist em. Mitglied der Juristischen Fakultät der Universität Kairo / Ägypten.

    Juristische Fakultät der Universität Heidelberg. Institut für ausländisches und internationales Privat- und Wirtschaftsrecht.

    Regelmäßige Lehrveranstaltungen zum islamischen Recht.

    http://www.ipr.uni-heidelberg.de/cms/index.php?action=mitarbeiter&task=detail&id=58&menuid=18

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    Prof. em. Dr. Elwan
    Vorlesung im SS 2010 – Einführung in das Islamische Recht

    Die Scharia ist ein göttliches Recht (ius divinum). Sie wurde dem Propheten mit dem Auftrag offenbart, es den Gläubigen zu vermitteln. Daher ist die Scharia mit der Beendigung der Offenbarung infolge des Todes des Propheten nach Ort und Zeit unabänderbar. Als göttliches Recht ist Gott der alleinige Gesetzgeber. Nach verbreiteter Auffassung ist Gott Inhaber der Souveränität. Sie steht also nach überwiegender Auffassung nicht wie in modernen Rechtsordnungen dem Volk zu.

    (…)

    Der Gläubige ist verpflichtet, die in den praktischen Normen der Scharia enthaltenen Gebote und Verbote zu befolgen. Die Regelungen der Scharia sind umfassend und erstrecken sich auf alle Lebensbereiche. Sie gilt als Richtschnur für den Gläubigen, nach der er sein Verhalten im Verhältnis zu Gott (’ibadat: kultische Pflichten), zu anderen Menschen (m’umalat: Rechtshandlungen des Alltags) und zum Staat (ahkam sultania) auszurichten hat.

    Von der Scharia ist die Jurisprudenz (…), also die Lehre vom Recht (fiqh), zu unterscheiden. Die Jurisprudenz ist ein Menschenswerk, wodurch sie sich von der Scharia unterscheidet. Denn die Scharia, deren erstrangige Quellen der Koran und die Sunna (Lebenspraxis des Propheten) sind, enthält vor allem im Koran zu einem beachtlichen Teil generell formulierte bzw. zweideutige Verse, die interpretations- und ergänzungsbedürftig sind. Diese Aufgabe wird von der Sunna teilweise wahrgenommen. Nach dem Tode des Propheten wurde dies durch die Gefährten des Propheten (as-sahawa) und später durch die Rechtsgelehrten übernommen. Die später erstellten erläuternden Werke zu den Normen der Scharia (fiqh-Bücher) sind somit ein Werk der Menschen, das von der Scharia zu unterscheiden ist, da sie lediglich die Interpretation und Konkretisierung der Scharia durch die Rechtsgelehrten wiedergeben. Die in den fiqh-Kompendien enthaltenen Auffassungen der Rechtsgelehrten zu den Scharia-Normen sind folglich – anders als die Scharia selbst – nicht bindend und dürfen den Änderungen der Lebensumstände angepasst werden, sofern dies nicht gegen die eindeutig lautenden Normen der Scharia verstößt.

    Ausgehend von den praktischen Normen hat der fiqh die in den Normen enthaltenen Werturteile in fünf Kategorien eingeteilt. Die Skala der Werturteile ist in steigender Reihenfolge: 1.) Verbotenes, 2.) Verpöntes, 3.) Erlaubtes, 4.) Empfehlenswertes und 5.) Gebotenes.

    (…)

    Gewohnheitsrecht (’urf) und Brauch (’ada)

    Arten von Gewohnheit Es gibt eine gültige und eine ungültige Gewohnheit. Unter eine gültigen Gewohnheit versteht man etwas, woran die Leute sich gewöhnt haben und was nicht gegen einen schariatsmäßigen Beleg verstößt. Eine ungültige Gewohnheit liegt vor, wenn die Leute sich an etwas gewöhnt haben, jedoch eine gegenteilige schariatsmäßige Norm vorliegt, z.B. Zinsnahme, Trinken von Alkohol. Die ungültige Gewohnheit kann nicht berücksichtigt werden, wegen Verstoßes gegen Scharia-Normen.

    Die gültige Gewohnheit teilt sich in zwei Gruppen: generelle und spezielle Gewohnheit. Bei der generellen Gewohnheit besteht eine Übereinstimmung unter den Leuten unabhängig von Ort und Zeit diese Gewohnheit zu beachten. Die spezielle Gewohnheit ist eine solche, die lediglich an einem bestimmten Ort oder unter einer bestimmten Personengruppe (z.B. Berufsgruppe) vorkommt.

    Die allgemeine Gewohnheit unterscheidet sich vom Konsens dadurch, dass sie durch Übereinstimmung der Leute hinsichtlich eines Verhaltens vorliegt, während der Konsens nur durch die Übereinstimmung der zum Igtihad befähigten Rechtsgelehrten zustande kommen kann. Die gültige Gewohnheit ist zu beachten. Sie wird von den Hanafiten, Schafiiten, Malikiten und den Hanbaliten anerkannt.

    (…)

    Die Gefährten des Propheten waren von den Muslimen diejenigen, die den engsten Kontakt zum Propheten gepflegt haben und somit am besten über die Scharia-Anweisungen unterrichtet waren. … Praxis der Prophetengenossen in jenseitigen Fragen ist verbindlich. Ebenso ist ein Konsens unter den Gefährten zu einer bestimmten Rechtsfrage bindend.

    http://www.ipr.uni-heidelberg.de/cms/content/elwan/Materialien%20zur%20Vorlesung%20-%20Einf%C3%BChrung%20in%20das%20Islamische%20Recht%20Sommersemester%202010.pdf

    ::

  2. Chronist Says:

    im Falle schuldhaften Verstoßens
    gegen die
    „islamische Normativität“ (Reinhard Schulze nach Baber Johansen)
    auf ewig
    im Höllenfeuer zu brennen

    Sägefisch

    ::
    ::

    Teilprojekt C9

    Religiöse Praxis und Ritualgemeinschaft bei sunnitischen Muslimen in Deutschland

    Fachgebiete und Arbeitsrichtung: Islamwissenschaft und Arabistik

    Teilprojektleiter/-in

    Prof. Dr. Susanne Enderwitz

    Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients / Islamwissenschaft / Arabistik
    Heidelberg

    Mitarbeiter/-innen
    Udo Simon
    Ausgeschieden seit 30.06.2009.
    Dr. Paula Schrode

    Das Projekt schließt an das Vorgängerprojekt „Rituelle Reinheit im Islam“ an: Während Reinheitspraktiken zwar soziale Dimensionen enthalten, sich aber in erster Linie auf den individuellen Körper beziehen, manifestiert sich die Strukturierung des Sozialen auf anderen Ebenen sunnitischer Ritualpraxis noch deutlicher. Der Fokus des Forschungsprojekts verschiebt sich nun von „Reinheit“ als einer rituellen Ordnungskategorie auf Ebene des individuellen Körpers auf solche Dimensionen religiöser Praktiken, die den sozialen Körper ordnen und differenzieren.

    Mit Fokus einerseits auf multiethnischen Islam in Deutschland und andererseits auf türkischen Islam soll das Opfer (dabh) als zentraler ritueller Komplex empirisch untersucht und in seinen Beziehungen zu Konzepten von Opfergabe (qurbān), Spende (sadaqa) und Solidarabgabe (zakāt als „Reinigung“ des Besitzes) hinsichtlich der Konstituierung von Ritualgemeinschaften und Solidargemeinschaften befragt werden. Dabei sind Differenzierungen innerhalb des muslimischen Spektrums ebenso von Interesse wie Differenzmarkierungen nach außen.

    http://www.ritualdynamik.de/index.php?id=59

    ::
    ::

    Dr. Paula Schrode

    2010
    Promotion am Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients (Islamwissenschaft) zum Thema „Islamische Diskurse zu Halal-Ernährung unter Sunniten in Deutschland (summa cum laude)

    Wichtigste Publikationen

    2012
    & Udo Simon (Hg.): Die Sunna leben. Zur Dynamik islamischer Religionspraxis in Deutschland. Würzburg: Ergon. (Muslimische Welten 5)

    2012
    Practices and Meanings of Purity and Worship among young Sunni Muslims in Germany„. In: Petra Rösch & Udo Simon (Hg.), How Purity is Made. Wiesbaden: Harrassowitz, 309-331. (im Druck)

    laufend
    Habilitationsprojekt zu „Religiöse Praktiken der Wohltätigkeit und Konstruktion solidarischer Gemeinschaften in transnationalen und lokalen muslimischen Kontexten

    2010
    Promotion am Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients (Islamwissenschaft) zum Thema „Islamische Diskurse zu Halal-Ernährung unter Sunniten in Deutschland“ (summa cum laude)

    seit 2009
    wissenschaftliche Mitarbeiterin des Teilprojekts C9 „Religiöse Praxis und Ritualgemeinschaft bei sunnitischen Muslimen in Deutschland“

    2006-2009
    wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB-Teilprojekt C9 zum Thema „Rituelle Reinheit im Islam“

    http://www.ritualdynamik.de/index.php?id=243

    ::
    ::
    Prof. Dr. Susanne Enderwitz

    stellvertr. Vorstandsmitglied und Projektbereichsleiterin C, Teilprojektleiterin C9

    Seminar für Sprachen und Kulturen des vorderen Orients
    Islamwissenschaft / Arabistik
    Heidelberg

    Forschungsschwerpunkte und laufende Projekte

    Literatur in Mittelalter und Moderne (Dichtung, Adab, Maqama, Kurzgeschichte, Autobiographie), Entstehung und Entwicklung des Islam (und Islamismus), Geschichte (und Sozialgeschichte)
    Schwerpunkte: Ägypten/Syrien/Libanon/Palästina/Irak, Geschichte der arabischen Länder in der Moderne

    seit 7/2005
    Leiterin des Teilprojekts C9 „Religiöse Praxis und Ritualgemeinschaft bei sunnitischen Muslimen in Deutschland“/strong>

    seit 2002
    Universitätsprofessorin C 3 für Islamwissenschaft/Arabistik, Universität Heidelberg
    Mitgliedschaften: DMG (Deutsche Morgenländische Gesellschaft) UEAI (Union européenne des arabisants et islamisants), EMTAR (European Meeting of Teachers of Arabic Literature)

    2001
    Habilitation mit Venia legendi für die Fächer Islamwissenschaft und Arabistik mit einer Arbeit zurpalästinensischen Autobiographie des 20. Jahrhunderts

    1990
    Promotion mit einer Dissertation zur arabischen Liebesdichtung des 8./9. Jahrhunderts (Erstgutachter: Prof. Dr. Baber Johansen)

    1979
    Magister artium mit einer Arbeit zu einem arabischen Universalgelehrten des 7./8. Jahrhunderts (Erstgutachter: Prof. Dr. Baber Johansen)

    1974
    Studienaufenthalt in Alexandria (Ägypten)

    1972-79
    Studium der Islamwissenschaft und Religionswissenschaft an der Freien Universität Berlin

    Wichtigste Publikationen

    2010
    Gender, Generation and the Public Sphere: Islamic Values and Literary Response“. In: Hüsken, Ute & Christiane Brosius (Hg.). Ritual Matters. Dynamic Dimensions in Practice. London, New York, New Delhi: Routledge.

    2008
    Selbstmord – Attentat – Opfer. Das palästinensische Beispiel„. In: Stavrianopoulou, Eftychia & Axel Michaels & Claus Ambos (Hg.). Transformations in Sacrificial Practices. Berlin, Münster, Wien, Zürich, London: LIT: 289-99.

    http://www.ritualdynamik.de/index.php?id=201&L=999999.9

    ::

  3. Kalevala Says:

    Interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft Tierethik (IAT) der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
    Eine Initiative von Studierenden der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

    http://www.ag-tierethik.de/tagungsband.htm

    ::

    Als Ergebnis können wir demnach festhalten, dass Tierquälerei in jeglicher Form eine hässliche und teuflische Tat ist, die göttliche Bestrafung nach sich zieht. …

    Der Umgang mit Tieren: Ursache für die Barmherzigkeit Gottes oder Anlass göttlicher Bestrafung

    Ein weiterer Aspekt ist aus der Perspektive der islamischen Überlieferungen die Tatsache, dass ein positiver Umgang mit Tieren die Barmherzigkeit Gottes bewirkt, während der negative Umgang die Bestrafung durch Gott verursacht. Letztlich wird damit ein richtiges und korrektes Verhalten gegenüber Tieren beabsichtigt. …

    Wie schlechter Umgang mit Tieren die Bestrafung durch Gott nach sich zieht, so bewirkt ein gutes Verhalten gegenüber Tieren gleichermaßen die Belohnung durch Gott. …

    Vom Propheten wurde der Ausspruch überliefert, dass ein guter Umgang mit Tieren die Vergebung von Sünden bewirkt. (Kanzu-l-o’mâl, Hadîth 24973). Aber Bestrafen und Quälen von Tieren bringt den Menschen ins Feuer.

    Es wurde deutlich, dass Gott im Qur’an und auf dieser Grundlage auch die herausragenden islamischen Persönlichkeiten bestrebt sind, zwischen Mensch und Tier Verständnis zu schaffen und zu bewahren. Auf die gleiche Weise, wie Menschen untereinander geduldig und tolerant sein sollen, wird auch im Hinblick auf Tiere ein solches Verhalten empfohlen und jede Art von Quälerei untersagt. Ebenso wie unser Verhalten gegenüber Menschen Ursache dafür ist, ob Gott uns belohnt oder bestraft, zeitigt auch unser Verhalten Tieren gegenüber dasselbe Ergebnis, denn auch die Tiere haben gleich den Menschen Verstand und beten Gott an, und es ist durchaus möglich, dass ein Tier bei Gott mehr Ehre und einen höheren Rang genießt als einige Menschen, die nachlässig sind und ihrer Verantwortung nicht gerecht werden.

    aus:
    Tierrechte im Islam
    Vortrag von Hojjatoleslam Dr. Seyyed Mohammad Nasser Taghavi
    Stellv. Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg
    im Hegelsaal des Philosophischen Seminars der Universität Heidelberg 05. Juli 2007

    http://www.ag-tierethik.de/vortraege/seyyed_mohammad_naser_taghavi/Tierrechte%20im%20Islam%20-%20Deutsch%20mit%20Arabisch.pdf

    Taghavi

    http://www.ag-tierethik.de/vortraege.htm

    ::
    ::

    Seyed Mohammad Nasser Taghavi (* 1970) ist islamischer Theologe und Philosoph.

    Nach dem Erwerb des Abiturs studierte er an der Universität Teheran und der Theologischen Hochschule in Qom Theologie. Im Fachbereich Politikwissenschaft erwarb er zunächst sein Diplom mit einer Arbeit über die Zweckmäßigkeit im politisch-islamischen Denken und promovierte danach zum Thema „Demokratischer Liberalismus und religiöse Volkssouveränität“. Während seines Studiums der Theologie in Qom erwarb er nicht nur in den Bereichen Recht (fiqh) und Grundlagen (usul) einen höheren Grad, sondern studierte gleichzeitig auch mehr als zehn Jahre lang Philosophie und islamische Mystik. …

    Nach Abschluss seiner Studien war er Mitglied wissenschaftlicher Kommissionen. Seit Anfang 2004 lebt er in Deutschland und wirkt dort als stellvertretender Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammad_Nasser_Taghavi

    ::

  4. Kalevala Says:

    ::

    Noch zur Islamischen Gemeinschaft Deutschlands (IGD), zum Islamischen Zentrum M… (IZM) und zur Muslimischen Jugend Deutschlands (MJD)

    Der Kläger sei nie Mitglied der IGD, sondern nur einige Monate – entweder im Jahr 2003 oder im Jahr 2004 – Mitglied im IZM gewesen, habe diese Mitgliedschaft allerdings nach einiger Zeit wieder aufgekündigt. …

    Der Kläger sei seit mehreren Jahren für eine muslimische Jugendorganisation (MJD) tätig, die der IGD zuzuordnen sei und dieser zur Nachwuchsgewinnung diene. Außerdem nehme er innerhalb des IZM, das der IGD nachgeordnet sei, eine besondere Vertrauensposition ein. Dies zeige sich daran, dass er unter anderem im Auftrag des IZM Halal-Zertifizierungen vornehme und im IZM bei Ausfall eines Übersetzers die Freitagspredigten übersetze. Im Übrigen sei der Kläger Gründungsmitglied und bis zu dessen Auflösung aktives Mitglied im Vorstand des DIBW (Deutsch-Islamischen Bildungswerk e.V.) gewesen, das das Landesamt für Verfassungsschutz als eine Tarnvereinigung der IGD eingeschätzt habe. …

    Die IGD sei eine extremistische Organisation aus dem Bereich des politischen Islamismus, die eine Doppelstrategie verfolge. Während sie sich nach außen offen, tolerant und dialogbereit gebe, verfolge sie das Ziel einer islamischen Parallelgesellschaft in Deutschland mit eigener Rechtskompetenz und unter allumfassendem Geltungsvorrang der Scharia. Dabei sei es für die Islamisten kein Widerspruch, sich vordergründig zum Grundgesetz zu bekennen, da sie über das Grundrecht auf Religionsfreiheit den Einstieg zur Umsetzung ihrer Pläne sähen.

    Ideologischer Hintergrund für die Tätigkeiten der IGD, des IZM und der MJD sei das Gedankengut der Muslimbruderschaft. Die sunnitische Muslimbruderschaft sei 1928 aus einer Gruppe von Männern um den Grundschullehrer Hassan al-Banna hervor gegangen. Für den Gründer al-Banna habe die Bruderschaft deutlich politische Züge getragen. Der Islam sei eine untrennbare Einheit zwischen Politik und Religion. Er repräsentiere ein umfassendes System, das sich auf jeden Lebensbereich beziehe und Lösungswege für alle politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Probleme anbiete. Grundlage einer solchen politischen und gesellschaftlichen Ordnung sei alleine die Scharia. Die Grenzen der Meinungsfreiheit setze in diesem System das islamische Recht. Das Prinzip der Volkssouveränität habe in diesem Statusmodell keinen Platz. Pauschal werde der westliche Lebensstil und die zugrunde liegende politische Ordnung als Ursprung allen Übels und als verabscheuenswert verurteilt. Der Großteil des dort vertretenen Gedankenguts sei mit den im Grundgesetz verankerten Prinzipien der Demokratie, des Rechtsstaats und einer auf der Menschenwürde basierenden Rechtsordnung nicht vereinbar. Die von der Muslimbruderschaft angestrebte Ordnung weise deutliche Züge eines diktatorischen bzw. totalitären Herrschaftssystems auf, das die Prinzipien von Freiheit und Gleichheit der Menschen in Frage stelle und auch die Trennung von Staat und Kirche ablehne. Die IGD sei die mitgliederstärkste Organisation von Anhängern der Muslimbruderschaft in Deutschland und habe einen ihrer Hauptsitze im IZM. Die ideologische Nähe der IGD zu den Ansichten der Muslimbruderschaft werde in ihren Veröffentlichungen offensichtlich.

    Zum anderen ist auch der Kontext des „ISB-Programms Training for Action“ eindeutig extremistischen Inhalts. In diesem nur teilweise ins Deutsche übersetzten Trainingsprogramm, dessen Urheberschaft vom Kläger bestritten wird, wird auf Seite 6 auf die Jugendorganisation Bezug genommen, deren Jugendgruppe der Kläger in M. leitet und für die er Intensivkurse anbietet.

    Dort heißt es:

    „Es wird erwartet, dass das Programm in seinen beiden Teilen, wissensvermittelnder und praktischer Teil, umgesetzt wird. Ein Kreis wird nicht als MJD-Intensivkreis betrachtet, wenn nicht beide Teile entsprechend den hier aufgestellten Regeln und Vorgaben umgesetzt werden“.

    In dem sich hieran anschließenden Trainingsprogramm finden sich Aussagen wie:

    „Die Teilnehmer sollen am Ende dieses Kurses erkennen, dass Allah die beste Anleitung zu den Prinzipien, eine Regierung zu führen, zur Verfügung gestellt hat, dass Säkularismus im Islam keinen Platz hat und die Muslime sich daher bemühen müssen, Allahs Anleitungen in allen Belangen umzusetzen“;

    „Die Teilnehmer sollen am Ende dieses Kurses die Weisheit der Scharia schätzen (…)„.

    Diese Umstände geben vorliegend Anlass zu der ernsten Besorgnis, dass der Kläger nicht nur eine mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung unvereinbare innere Einstellung vertritt, sondern auch bereit ist, diese im Rahmen seiner Tätigkeit als Leiter einer Jugendgruppe bzw. ggf. nach seiner Berufung in das Beamtenverhältnis als Lehrer an seine Schüler weiterzugeben. Denn der Kläger veranstaltet als Leiter der Jugendgruppe der MJD in M. Intensivkurse hinsichtlich einer am Islam ausgerichteten Lebensgestaltung.

    Da sich auf dem Laptop des Klägers das mit der verfassungsmäßigen Ordnung nicht in Einklang zu bringende ISB-Programm befindet, in das bereits der Name MJD eingefügt ist, für die der Kläger tätig ist, ist zu besorgen, dass der Kläger diesen Text in seinen Intensivkursen einsetzt.

    Dem kann nicht entgegengehalten werden, dass der Text nicht vom Kläger verfasst worden sei. Denn der Text befand sich jedenfalls einsatzbereit auf dem Laptop. Auch der Umstand, dass die dargestellten Texte gegenüber der Gesamtzahl der auf dem PC gespeicherten Dateien von über 3.000 nicht ins Gewicht fallen, führt zu keiner anderen Beurteilung. Denn für die ernste Besorgnis, dass der Kläger nicht die Gewähr dafür bietet, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung einzutreten, kommt es nicht darauf an, dass die Dokumente, aus denen sich eine solche Besorgnis ergibt, von einer Vielzahl von neutral zu beurteilenden Dokumenten umrahmt werden.

    aus:
    VG München · Urteil vom 11. Januar 2012 · Az. M 5 K 10.2856

    http://openjur.de/u/496081.html

    ::
    ::

    Die Muslimische Jugend in Deutschland e. V. (MJD) war mit einer Klage gegen das Bundesamt für Verfassungsschutz teilweise erfolgreich. Mit Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts (Az.: VG 1 K 237.10) muss der Verfassungsschutzbericht 2009, in dem die MJD erstmals auftaucht, korrigiert werden. …

    Eine weitere Passage darf hingegen stehen bleiben, weil die Verwendung belegbar war:

    „Die Teilnehmer sollten am Ende dieses Kurses erkennen, dass Allah die beste Anleitung zu den Prinzipien eine Regierung zu führen zur Verfügung gestellt hat, dass Säkularismus im Islam keinen Platz hat und dass die Muslime daher sich bemühen müssen, Allahs Anleitung in allen Belangen umzusetzen.“

    Quelle bei: ekd

    http://www.ekd.de/ezw/Publikationen_2677.php

    ::

  5. Querverweis Says:

    Das islamische Recht Scharia

    Berlin (dpa) – Die islamische Rechts- und Lebensordnung Scharia soll in der neuen ägyptischen Verfassung zentrale Bedeutung haben. Bei Scharia-Angelegenheiten soll dabei künftig die Meinung der obersten Religionsgelehrten des Al-Azhar-Instituts eingeholt werden.

    Kritiker werten das als Stärkung traditionalistischer islamischer Positionen in der künftigen Rechtsverfassung Ägyptens.

    Die Scharia gründet auf dem Koran und der überlieferten Lebenspraxis des Propheten Mohammed. Es gibt aber kein für alle Muslime allgemeingültiges Werk, sondern unterschiedliche Auslegungen, die auf verschiedene sunnitische und schiitische Rechtsschulen aus der Zeit zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert zurückgehen.

    In der islamischen Theologie gilt die Scharia als die Ordnung Gottes, die Frieden und Gerechtigkeit schafft. Der Islam betrachtet dabei Politik und Religion als eine untrennbare Einheit; die Scharia ist das politische und gesellschaftliche Ordnungsprinzip. Sie regelt nicht nur Rechtsnormen wie das Familien- und Strafrecht, sondern auch die religiösen Vorschriften für Muslime.

    In Ländern wie Saudi-Arabien und dem Iran ist die Auslegung der Scharia besonders extrem. Dort werden auch Strafen wie das Steinigen untreuer Ehefrauen, die gegen die UN-Menschenrechtskonvention verstoßen, mit den göttlichen Regeln gerechtfertigt.

    http://www.rnz.de/HPHeadtitles_Thema/00_20121202110048_103040870_Das_islamische_Recht_Scharia.php

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