Abschlusserklärung der Kritischen Islamkonferenz 2013

„Selbstbestimmung statt Gruppenzwang“

In der Islam- und Integrationsdebatte haben sich die Fronten verhärtet: Während die einen jegliche Kritik an der patriarchalen Herrschaftskultur des orthodoxen Islam ablehnen, schüren die anderen eine gefährliche Muslim-Feindlichkeit, die die beträchtlichen Differenzen innerhalb des „muslimischen Spektrums“ unzulässig ausblendet. Die Kritische Islamkonferenz widersetzt sich solchen Fehlwahrnehmungen und den daraus resultierenden Feindbildern: Einerseits hält sie den Propagandisten und Verteidigern des politischen Islam entgegen, dass die Religionsfreiheit kein Freibrief ist, sich über die grundlegenden Werte des säkularen Rechtsstaates hinwegzusetzen, andererseits grenzt sie sich von jenen ab, die die notwendige Kritik an freiheitsfeindlichen Entwicklungen innerhalb der „muslimischen Communities” missbrauchen, um fremdenfeindliche Ressentiments zu schüren.

Der Grundfehler der deutschen Islam- und Integrationsdebatte besteht darin – und hier arbeiten Islamisten und antimuslimische Rechtspopulisten seltsamerweise Hand in Hand! –, dass die Individuen allzu oft auf religiöse oder ethnische Gruppenidentitäten reduziert werden, was die Emanzipation des Einzelnen behindert und die Entwicklung von Parallelgesellschaften fördert. Entgegen solcher Stereotypisierungen setzt die Kritische Islamkonferenz auf das Leitbild der „transkulturellen Gesellschaft“, in der jeder Einzelne die Chance erhält, sein Leben im Rahmen einer menschenrechtlich normierten Gesellschaftsordnung autonom zu gestalten, und in der kulturelle Vielfalt tatsächlich als Bereicherung, statt als Bedrohung, erlebt werden kann.

Bei allen Unterschieden in den jeweiligen Zielvorstellungen weisen Islamisten und Muslimfeinde in ihren zugrundeliegenden Denkmustern große Gemeinsamkeiten auf: Beide halten zwanghaft an der „Scholle“ ihrer jeweiligen Tradition fest und verteidigen ihr angestammtes kulturelles Getto reflexartig gegen das vermeintlich Feindliche des „Fremden“ („die Ungläubigen“ hier – „die Muslime“ dort). Transkulturalisten hingegen akzeptieren, dass Kulturen einem steten Wandel unterliegen, weshalb es unsinnig wäre, Menschen auf eine bestimmte kulturelle Norm festzulegen, die sie nicht überschreiten dürften. Daher sollte es in der politischen Debatte nicht darum gehen, zwischen den vermeintlich homogenen Kulturen der „Einheimischen“ und der „Zuwanderer“ zu vermitteln. Stattdessen sollten wir es als gemeinsame kulturelle Aufgabe aller hier lebenden Menschen begreifen, diese Gesellschaft im Sinne der universellen Menschenrechte weiterzuentwickeln.

Die Kritische Islamkonferenz hält dabei die Beachtung der folgenden Gesichtspunkte und Forderungen für wesentlich:

Enttabuisierung der Kritik: Die Freiheit der Meinungsäußerung, der Kunst und Wissenschaft ist die unverzichtbare Grundlage einer modernen, offenen Gesellschaft und darf nicht aus Rücksicht auf religiöse Denkverbote beschnitten werden. Auch sollte sachlich begründete Kritik am Islam/Islamismus nicht als „rassistisch“, „fremdenfeindlich“ oder „islamophob“ diffamiert werden. Zwischen einer humanistischen Islamkritik, die sich für die Stärkung der Menschenrechte einsetzt, und chauvinistischer Muslimfeindlichkeit, die die Menschenrechte untergräbt, bestehen grundsätzliche Unterschiede, die nicht übersehen werden dürfen.

Bekämpfung der Fremdenfeindlichkeit: Fremdenfeindlichkeit ist ein gesellschaftliches Grundübel, das entschieden bekämpft werden muss. Entgegen dem hermetisch verriegelten Kulturverständnis, das Islamisten und Muslim-Feinde pflegen, sollte das transkulturelle Bewusstsein gefördert werden, dass wir allesamt „kulturelle Mischlinge” sind, die von der Erfahrung „der Anderen“ profitieren. Für die Vertreter des „christlichen Abendlandes“ besteht in diesem Zusammenhang kein Grund zur Überheblichkeit: Denn „Demokratie“ und „Menschenrechte“ sind keine exklusiven Errungenschaften des Westens, sondern Bestandteile eines universellen „Weltkulturerbes der Menschheit“, an der Menschen aller Zeiten und unterschiedlichster Herkunft mitgewirkt haben.

Integration heißt Emanzipation: „Integrationspolitik“ sollte heute vornehmlich als „Emanzipationspolitik“ verstanden werden. Schließlich geht es nicht darum, „fremde Kulturen“ in eine wie auch immer geartete „deutsche Kultur“ zu integrieren, sondern den einzelnen Individuen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Hierzu ist es notwendig, die Sprachkompetenz und Bildung der Betroffenen zu stärken, ihnen zu vermitteln, welche Rechte und Pflichten sie in einem modernen Verfassungsstaat besitzen, und alle Formen von Diskriminierung abzubauen, die in Deutschland noch immer existieren. Grundsätzlich verfehlt ist es, „kulturelle Identitäten“ zu stärken, die die individuelle Emanzipation und das verträgliche Zusammenleben der Menschen eher behindern als fördern.

Wahrnehmung von Unterschieden: Als „Muslim“ gilt nach traditioneller Auffassung, wer von einem muslimischen Vater abstammt oder zum Islam konvertiert ist. Aus dieser Zuschreibung lässt sich nicht ableiten, wie „Muslime“ denken oder handeln. Tatsächlich ist hier eine große Bandbreite unterschiedlichster Haltungen festzustellen: Während manche Muslime den Weisungen ihrer Religion in unkritischer und gesellschaftlich problematischer Weise folgen, sind andere völlig areligiös oder können ihren Glauben mit den Prinzipien des Rechtsstaats ebenso gut vereinbaren wie der durchschnittliche deutsche Katholik oder Protestant. Diese Unterschiede müssen stärker beachtet werden. Vor allem darf es in Politik und in Medien nicht mehr kritiklos hingenommen werden, wenn Islamverbände mit rückwärtsgewandten politischen Zielsetzungen im Namen von Menschen sprechen und handeln, die von ihnen gar nicht repräsentiert werden wollen.

Keine falsche Toleranz: Eine offene Gesellschaft lebt davon, dass ihre Mitglieder in der Lage sind, auch verstörend andere Lebensentwürfe zu tolerieren. Menschenrechtsverletzungen sind jedoch unter keinen Umständen zu dulden – auch dann nicht, wenn sie mit „heiligen Werten“ begründet werden. In diesem Zusammenhang muss dem Kulturrelativismus eine klare Absage erteilt werden: So sind Ehrenmorde und Zwangsheiraten nicht Ausdruck einer „anderen“ Kultur, sondern Verbrechen, die als solche benannt und unterbunden werden müssen. Homophobe, frauen- und fremdenfeindliche sowie antisemitische Vorstellungen und Verhaltensweisen müssen unabhängig davon, in welcher Gemeinschaft sie auftreten, zurückgedrängt werden. Antisemitismus ist auch in islamischen Communities nicht hinnehmbar.

Widerstand gegen islamistische Bestrebungen: Die „heiligen Texte“ des Islam entstammen (wie die Grundlagentexte des Christentums) einer früheren Zivilisationsstufe der Menschheit und müssen zeitgemäß interpretiert werden, um nicht im Widerspruch zu modernen Verfassungswerten zu stehen. Mit Personen oder Gruppierungen, die sich einer solchen Neu-Interpretation verweigern, darf der Rechtsstaat nicht zusammenarbeiten, sondern muss nach Mitteln und Wegen suchen, ihren Wirkungsgrad einzudämmen. Jedes Zugeständnis an ihre Adresse (etwa eine Akzeptanz von Scharia-Gerichten) wäre ein Verrat an den Idealen der Aufklärung, auf denen der moderne Rechtsstaat gründet.

Trennung von Staat und Religion. Deutschland ist ein säkulares Land. Der Staat hat nach unserem Grundgesetz weltanschaulich neutral zu sein. Die überkommenen und nach 1949 verstärkten Privilegierungen der beiden christlichen Kirchen sind nicht nur ein Anachronismus, diese Privilegien stehen auch einer Begegnung der Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften auf gleicher Augenhöhe entgegen. Deshalb ist ein neuer, weiterer und gleicher Abstand des Staates zu allen Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften notwendig und Bedingung für den inneren Zusammenhang in unserem Land.

Einsatz für Menschenrechte auf internationaler Ebene: Wir fordern die Vertreter des deutschen Staates dazu auf, sich auf internationaler Ebene für die Einführung und Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen und gegen Ehrenmorde, Genitalverstümmelung, Steinigungen, Hinrichtungen, Folterungen sowie andere unmenschliche Praktiken wirksam einzuschreiten. Politische und wirtschaftliche Abkommen müssen explizit die Einhaltung menschenrechtlicher Regelungen zur Voraussetzung haben. Statt Organisationen und Regime zu unterstützen, die sich an der Scharia orientieren, dem islamischen Terrorismus zuarbeiten oder die Vernichtung Israels anstreben, sollten verstärkt Kontakte zur demokratischen Opposition in den „muslimischen Ländern“ hergestellt und ausgebaut werden.

Schutz für islamkritische Oppositionelle: Die allerwenigsten „islamischen Länder“ garantieren Weltanschauungsfreiheit. Menschen, die sich von ihrem Glauben lösen oder ihn auf andere als die vorgegebene Weise interpretieren, sind vielfachen Repressionen und Gefährdungen ausgesetzt. Deshalb muss Oppositionellen, islamgeschädigten und glaubensabtrünnigen Zuwanderern, die in ihren Herkunftsländern (etwa dem Iran) im Falle einer Rückkehr von schweren Strafen, Folter und Hinrichtung bedroht sind, politisches Asyl gewährt werden.

Wahrung von Kinderrechten: Kinder haben ein Anrecht darauf, vorurteilsfrei in die Welt eingeführt zu werden und verschiedene Perspektiven kennenzulernen, mit deren Hilfe sie ihre eigene Sicht der Dinge entwickeln können, ohne von Vornherein ideologisch in eine bestimmte Richtung gedrängt zu werden. Obgleich Eltern das Recht haben, ihre Kinder auf der Basis ihrer jeweiligen Werte und Weltanschauungen zu erziehen, darf der weltanschaulich neutrale Staat derartige Perspektivverengungen nicht zusätzlich unterstützen. So kann er es nicht zulassen, dass Kinder aus religiösen Gründen vom Biologie-, Sexualkunde- oder Sportunterricht abgemeldet oder Schulen nach den Vorgaben der Religionsgemeinschaften organisiert werden. Insgesamt sollte die Politik größere Anstrengungen unternehmen, um die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken – auch gegenüber den Ansprüchen der eigenen Eltern. Dies gilt nicht zuletzt für ihre körperliche Integrität: Die Legitimierung der medizinisch nicht indizierten Knabenbeschneidung im vergangenen Jahr war ein Schritt in die falsche Richtung, der schnellstmöglich korrigiert werden sollte.

Förderung des transkulturellen Lernens: Eine zukunftsfähige Politik sollte nicht darauf abzielen, zwischen „den Kulturen“ zu vermitteln (wie es inter- und multikulturelle Ansätze vorsehen), sondern die Individuen aus dem Korsett starrer kultureller Normierungen zu befreien. Diese transkulturelle Kompetenz sollte vor allem in den Schulen gefördert werden. Schülerinnen und Schüler sollten in die Lage versetzt werden, ihre jeweiligen Vorstellungen von gutem Leben, Ethik und Moral kritisch zu hinterfragen. Statt als Gefangene vorgegebener kultureller Traditionen sollten sie sich als aktive Gestalter der eigenen Zukunft begreifen, die nicht auf eine bestimmte Sicht der Dinge festgelegt sind, sondern die Freiheit besitzen, den gesamten Kulturschatz der Menschheit zu nutzen, um tragfähige Konzepte für das eigene Leben zu entwickeln. Um eine solche transkulturelle Perspektive zu etablieren, wäre die Einführung eines allgemein verbindlichen, religions- und weltanschauungskundlichen Faches sinnvoll, in dem die Schülerinnen und Schüler nicht mehr nach ihren jeweiligen Herkunftsfamilien selektiert werden, sondern gemeinsam nach fairen Lösungen für Interessenskonflikte suchen können. Wir sind überzeugt, dass die Einübung einer solchen transkulturellen Sichtweise in einer Welt, in der der Wandel zum Dauerzustand geworden ist, von besonderer Wichtigkeit ist: Denn wer es nicht gelernt hat, seine eigenen traditionalen Zwänge zu überwinden, wird sich von dem riesigen Angebot alternativer Lebensstile schnell überrollt fühlen. Der aus dieser Überforderung resultierende Hass gegenüber dem „Fremden“ ist eines der gravierenden Probleme unserer Zeit. Mithilfe des transkulturellen Modells wäre es möglich, dem von Rechtsextremisten unterschiedlichster Couleur (Islamisten wie Anti-Muslimen) befeuerten „Kampf der Kulturen“ bereits im Ansatz entgegenzuwirken.

Berlin, 12. Mai 2013

http://kritische-islamkonferenz.de/

Programm der Kritischen Islamkonferenz 2008

Nicht die Migration, der Islam ist das Problem!“

Eröffnungsrede von Ralph Giordano

http://kritische-islamkonferenz.de/category/kritische-islamkonferenz-2008/

Aiman A. Mazyek … Ich traute meinen Augen und Ohren nicht, als er vom Bildschirm herab behauptete: „Scharia und Grundgesetz sind miteinander vereinbar.“ Eine Ungeheuerlichkeit, die er auf meine persönliche Frage an ihn während der Aschaffenburger Gespräche mit Guido Knopp 2007 bei Phoenix ungebremst wiederholte: „Ja, Scharia und Grundgesetz sind miteinander vereinbar.“ … Ich will auch weiterhin sagen dürfen, daß ich mich aufs tiefste abgestoßen fühle durch den Anblick verhüllter Frauen, und daß sich meine Abscheu nicht gegen sie richtet, sondern gegen ein religiöses Patriarchat, das ihre Vermummung erzwingt. Ich will auch fernerhin sagen dürfen, daß ich die „Scharia“, das islamische „Recht“, für notorisch grundgesetzwidrig halte, für das Fossil überholter Epochen und ein schweres Hindernis auf dem Wege zu einer etwaigen Reformierung und Modernisierung des Islam. Ich will ihn und seine Geschichte, den Koran und die Biographie Mohameds genau so in die kritische Methode einbeziehen, wie das Alte und das Neue Testament. Ich will die „Spinne im Netz“, Ibrahim El-Zayat, den „Herrn über die Moscheen“ in Deutschland, Generalsekretär des Islamischen Konzils und bekennenden Hamas-Sympathisanten, auch weiterhin löchern mit der Frage: „Was ist wahr an den Gerüchten über den Bau von 187 sakralen Megabauten, die Deutschland in eine Plantage von Großmoscheen verwandeln würde?“ Und ich will den Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan in der Köln-Arena vor einem dampfenden Auditorium von 18 000 Köpfen auch weiterhin das nennen, was er mit seiner Doppelforderung „Lernt Deutsch – aber bleibt Türken“, und „Bildet einen Staat im Staat – aber nennt es nicht so“ in Wahrheit war: eine Kriegserklärung an die Integration. All das will ich im Namen meiner kulturellen Selbstbehauptung sagen und schreiben dürfen, und zwar unter der Überschrift: „Nicht die Migration, nicht die Moschee – der Islam ist das Problem!“

Kritische Islamkonferenz, Köln-Lindenthal am 31. Mai 2008

Eröffnungsrede von Ralph Giordano

hier auf: hpd 02.06.2008 • Nr. 4706

http://hpd.de/node/4706

Der Schriftsteller Ralph Giordano hat die Integration der Muslime in Deutschland für gescheitert erklärt. Die Bundesregierung müsse ihre Zusammenarbeit mit den islamischen Verbänden in der „Deutschen Islamkonferenz“ beenden, forderte der Autor bei der „Kritischen Islamkonferenz“ in Köln. In Grundsatzfragen gebe es mit diesen Verbänden keinen Konsens, sagte Giordano. Die Werte einer freien und säkularen Gesellschaft seien nicht verhandelbar.

Der Publizist bezeichnete es als unhaltbar, dass einer der zentralen Ansprechpartner der Regierung, der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, die Scharia mit dem Grundgesetz für vereinbar hält. „Mazyek gehört im Namen der wehrhaften Demokratie sofort ausgewiesen“, forderte Giordano. … Den Vertretern der islamischen Verbände warf Giordano bloße Lippenbekenntnisse zum Grundgesetz vor. Sie dächten gar nicht daran, die Trennung von Staat und Religion vorzunehmen oder Frauen und Männer gleichzustellen.

aus: Heimo Schwilk: Giordano warnt vor schleichender Islamisierung

in: DIE WELT 31.05.2008

http://www.welt.de/politik/article2053580/Giordano-warnt-vor-schleichender-Islamisierung.html

Als Generalbevollmächtigter der „Europäischen Moscheebau- und Unterstützungsgesellschaft“ verwaltet El-Zayat mehr als 600 Moscheen in Europa. … El-Zayat sitze „wie eine Spinne im Netz“ zahlreicher Organisationen, sagt Hartwig Möller, Präsident des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes. Für deutsche Sicherheitsbehörden seien seine Aktivitäten insbesondere deshalb so brisant, weil in seinem Firmengeflecht „islamistische Bestrebungen mit massiven Wirtschaftstätigkeiten verbunden werden“. … Die CDU-Politikerin Köhler meint: „Inzwischen haben wir es mit Medienprofis zu tun, die in der Öffentlichkeit ihre radikalen Ansichten geschickt verbergen.“

aus: El-Zayat, der Herr der Moscheen

in: Kölner-Stadt-Anzeiger 20.12.2007

http://www.ksta.de/koeln-uebersicht/artikel-vom-20-12-2007-el-zayat–der-herr-der-moscheen,16341264,12973806.html

Drucksache 15/1820, Antwort der Bundesregierung vom 23.10.2003 auf die Kleine Anfrage zu: Islamistische Bestrebungen in Deutschland

aus der Anfrage:

Islamisten vertreten laut Verfassungsschutzbericht die Ansicht, dass sich staatliche Gesetzgebung und hoheitliches Handeln auch in Deutschland nicht auf den Willen des Volkes oder Mehrheitsentscheidungen gründen, sondern nur von Allah hergeleitet werden kann, dessen Wille sich im Koran als alleinige, für alle geltende Wahrheit offenbart habe. Die Weltherrschaft des Islam ist ein offen bekanntes Ziel. Nach dem Willen der Islamisten soll der Islam als Herrschaftsmittel eingesetzt werden und Machtansprüche begründen. Islamisten gehen davon aus, dass der Islam als von Allah gewolltes System nach dem Versagen des Kommunismus und dem sich aus Sicht der Islamisten abzeichnenden Scheitern des von Dekadenz und Unmoral gekennzeichneten Kapitalismus seinen Siegeszug fortsetzen werde. Zu den Zielsetzungen von Islamisten in Deutschland gehört mittlerweile auch die Zerstörung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland, um Freiräume für die Scharia, ein angeblich auf göttliche Sendung gegründetes Regelwerk für alle Lebensbereiche, zu schaffen.

aus der Antwort

Alle islamistischen Organisationen wenden sich letztlich gegen das westlichen Demokratievorstellungen zugrunde liegende Prinzip der Volkssouveränität. Die von diesen Organisationen angestrebte Einführung einer islamistisch interpretierten Scharia als umfassendes Gesellschafts- und Rechtssystem ist im Ergebnis zwingend verbunden mit der Abschaffung der bestehenden Verfassungsordnung.

[zu Frage 15] Die Ausführungen im Verfassungsschutzbericht 2002, S. 181, sind so zu verstehen, dass die Muslimbruderschaft (MB) in zurückliegenden Jahrzehnten als ideologische Mutterorganisation für die Herausbildung zahlreicher islamistischer Organisationen in den muslimischen Ländern anzusehen ist. Einige dieser islamistischen Organisationen, der Verfassungsschutzbericht nennt Beispiele, verfügen auch über Anhänger in Deutschland.

18. Inwieweit betrachtet die Bundesregierung die IGD heute als verfassungsfeindlich? [ IGD = Islamische Gemeinschaft in Deutschland, kann uns als deutscher Zweig der FIOE bzw. der global aktiven Muslimbruderschaft gelten ]

Es bestehen tatsächliche Anhaltspunkte für Bestrebungen, die durch Anwendung von Gewalt oder darauf gerichtete Vorbereitungshandlungen auswärtige Belange der Bundesrepublik Deutschland gefährden (vgl. §§ 3, 4 Bundesverfassungsschutzgesetz – BVerfSchG). Aus diesem Grund werden Informationen über die IGD gesammelt und ausgewertet; aus demselben Grund wird die Organisation im Verfassungsschutzbericht genannt.

Es trifft zu, dass Ibrahim El-Zayat Europa-Repräsentant der „World Assembly of Muslim Youth“ (WAMY) ist. Nach Berichten ausländischer Medien wurde WAMY bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA durch Abdallah Bin Laden, einen Bruder Usama Bin Ladens, geleitet. Auch Omar Bin Laden, ein weiterer Bruder, war danach in den USA für WAMY aktiv.

30. Sind der Bundesregierung Bestrebungen islamistischer Kreise in Berlin-Kreuzberg bekannt, die dort die Abschaffung des deutschen Rechtsstaates und die Einführung der Scharia fordern?

Den Verfassungsschutzbehörden sind Aktivitäten islamistischer Gruppierungen und Organisationen auch in Berlin-Kreuzberg bekannt. Dazu gehört auch ein Eintreten für die Einführung der Scharia.

41. Trifft es nach Kenntnis der Bundesregierung zu, dass mit Islam-Kolleg und Islamischer Föderation Berlin (IFB) Tarnorganisationen der Milli Görüs die Erlaubnis erhalten haben, in Berlin islamischen Religionsunterricht zu erteilen (WELT am SONNTAG vom 13. April 2003)?

Nach der Kompetenzverteilung des Grundgesetzes liegt die Zuständigkeit für schulischen Religionsunterricht bei den Ländern. Zu Angelegenheiten der Länder nimmt die Bundesregierung grundsätzlich nicht Stellung.

Eine besondere Rechtslage gilt in Berlin. Danach findet aufgrund von Artikel 141 GG (sog. Bremer Klausel) in Berlin Artikel 7 Abs. 3 GG keine Anwendung. Religion ist demnach in Berlin kein ordentliches Unterrichtsfach an öffentlichen Schulen, sondern „Sache der Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften“.

Das „Islamische Konzil Deutschland“ (IKD) mit Sitz in Frankfurt/Main wurde 1989 als islamischer Dachverband gegründet. Gründungsmitglieder des IKD waren unter anderem die „Vereinigung der neuen Weltsicht in Europa e. V.“ (AMGT) als Vorgänger der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs e. V.“ (IGMG), die „Föderation islamischer Organisationen in Europa“ (FIOE), die „Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V.“ (IGD) sowie die „Muslim Studenten Vereinigung in Deutschland e. V.“ (MSV).

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/15/018/1501820.pdf

1989 schufen die Saudis unter der Schirmherrschaft von Abdallah at-Turki, dem mächtigen Dekan der Bin Saud-Universität in Riyadh, das Islamische Konzil Deutschland. Turki übernahm die Präsidentschaft, weitere Spitzenpositionen hatten Ibrahim el-Zayat, Hassan Özdögan, hochrangiger Milli Görüs-Vertreter, und Ahmed Khalifa, Vorstandsmitglied des Islamischen Zentrums München, inne.

Der Trend hin zur Konsolidierung ging 1994 einen Schritt weiter, als die deutschen Islamisten erkannten, dass eine vereinigte Koalition sich in größere politische Bedeutung und Einfluss umsetzen ließ. Neunzehn Organisationen, darunter die IGD, das Islamische Zentrum München und das Islamische Zentrum Aachen schufen eine Dachorganisation, den Zentralrat der Muslime. Ein hochrangiger deutscher Verfassungsschützer sagt, dass mindestens neun dieser neunzehn Organisationen zur Muslim-Bruderschaft gehören.

Ganzcarski war nicht der einzige. Elyas gab zu Hunderte deutscher Muslime zum Studium an eine der radikalsten Universitäten in Saudi Arabien geschickt zu haben.

Der Zentralrat, der sich selbst als Dachorganisation deutscher muslimischer Organisationen darstellt, ist zusammen mit der IGD und Milli Görüs der de facto-Repräsentant von drei Millionen deutscher Muslime geworden. …

Ibrahim el-Zayat, der den Vorsitz hielt, bis seine Verpflichtungen in Deutschland ihn zum Rücktritt zwangen, nutzte den FEMYSO-Sitz sogar dazu vor dem Europaparlament zu sprechen. Weil die Muslimbruderschaft den größten Teil der die FEMYSO bildenden Organisationen ausmacht, bildet sie die „de facto-Stimme der muslimischen Jugend in Europa.“ Während die FEMYSO behauptet, dass sie „der Bekämpfung von Vorurteilen auf allen Ebenen verpflichtet ist, so dass die Zukunft Europas eine multikulturelle, allumfassend und respektvoll ist,“ klingen solche Stellungnahmen hohl angesichts der Position von Sponsoren wie der World Assembly of Muslim Youth, die glauben, dass „die Juden die Feinde der Gläubigen, Gottes und der Engels sind; die Juden sind die Feinde der Menschheit. … Jede den Muslimen zugefügte Tragödie ist von den Juden verursacht.“

aus: Lorenzo Vidino: Die Eroberung Europas durch die Muslim-Bruderschaft

in: Middle East Quarterly, Winter 2005

http://www.meforum.org/758/die-eroberung-europas-durch-die-muslim

Englischer Originaltext:

The Muslim Brotherhood’s Conquest of Europe

http://www.meforum.org/687/the-muslim-brotherhoods-conquest-of-europe

Warum die Deutsche Islamkonferenz ein so großes Problem darstellt, Konferenz vom Zentralrat der Ex-Muslime, Köln am 3. Mai 2013. Mehrheitlich wurde von den Konferenzteilnehmern die folgende Resolution verabschiedet:

Die Scharia ist keine Kultur!

http://schariagegner.wordpress.com/2013/05/07/die-scharia-ist-keine-kultur/

Nicht der Islamismus, der Islam ist das Problem

Vortrag von Edward von Roy, Köln am 3. Mai 2013

http://schariagegner.wordpress.com/2013/04/15/nicht-der-islamismus-der-islam-ist-das-problem/

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4 Antworten to “Abschlusserklärung der Kritischen Islamkonferenz 2013”

  1. Cees van der Duin Says:

    Ist es das, was die SPD-Politikerin uns nahelegen will, Staatsgründer und Allahs Liebling Mohammed war der erste Liberale? 13.05.2013, auch in Deutschland frisst die ziemlich muslimbrudernahe Schariafront Kreide und scheint allmählich damit zu beginnen, das Märchen vom modernisierbaren Islamischen Recht (himmelsgegeben Scharia, menschlich angewendet Fiqh) zu verbreiten:

    Für die Gründung einer Organisation liberaler Muslime in Deutschland hat sich die SPD-Politikerin Lale Akgün ausgesprochen. Im Gespräch mit „neues deutschland“ sagte die langjährige Bundestagsabgeordnete und jetzige Referatsleiterin der rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf, „natürlich brauchen wir eine Organisation, sonst werden wir nicht wahrgenommen“.

    Die nach Überzeugung von Akgün existierende Mehrheit liberaler Muslime in Deutschland empfinde eine Scheu vor den bereits organisierten Muslimen in den traditionellen, konservativen Verbänden, die für sich die alleinige Deutungshoheit beanspruchten. Alle muslimischen Verbände in Deutschland würden aus dem Ausland finanziert. „Das heißt, wir haben gar keinen deutschen Islam.“ [Sehr geehrte Frau Akgün: Allah denkt nicht begrenzt national, sondern global – und Sie wissen das!] Um zu verhindern, dass der Islam in Deutschland von außen geregelt und kontrolliert wird, „müssen wir das zarte Pflänzchen eines liberalen Islam etablieren“.

    Lale Akgün, die Teilnehmerin an der am Wochenende in Berlin stattfindenden Kritischen Islamkonferenz ist, kritisierte die vom Bundesinnenministerium regelmäßig veranstalteten Islamkonferenzen als „Totgeburt“. Diese hätten „von Anfang an ein falsches Bild in der Bevölkerung“ erzeugt, Muslime würden sich nicht an Gesetze halten. „Die Mehrheit der Muslime in Deutschland“ sei entsetzt gewesen, „dass ein paar obskure Verbände in ihrer aller Namen unterschreiben sollen, dass sie sich an die Gesetze halten“.

    aus: Lale Akgün: Wir haben keinen deutschen Islam
    SPD-Politikerin für die Gründung eines Verbandes liberaler Muslime
    in: neues deutschland 13.05.2013

    http://www.neues-deutschland.de/artikel/821253.lale-akguen-wir-haben-keinen-deutschen-islam.html

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    es mag ja Zufall sein, doch man beachte, wer seit drei Monaten das Wort liberale Muslime bzw. liberaler Islam verwendet hat: die Giordano Bruno Stiftung (gbs) unter Michael-Schmidt-Salomon, die nach fünf Jahren die gestern zu Ende gegangene zweite Kritische Islamkonfertenz (KIK) organisiert hatte:

    BERLIN. (hpd) Es war wohl das erste Mal, dass ausgewiesene Religions­kritiker mit liberalen Muslimen öffentlich diskutierten. Während es bei der ersten Kritischen Islam­konferenz vor allem darum ging, vor einer „falschen Toleranz“ zu warnen, versuchte die diesjährige Tagung, Gemeinsam­keiten zwischen Islam­kritikern und liberalen Muslimen herauszuarbeiten. Das war nicht immer einfach.

    nanana, liebe Lale Akgün, Kontext oder Verbindung schlechthin ist letztlich nur der Tauhid und kann nur von Allahgott hergestellt werden, allenfalls noch durch das angestrengt erneuerte Medina-Modell:

    „In den letzten Jahrzehnten wurde immer nur das Trennende, nie das Verbindende betont.”

    … wollen Sie, sehr geehrte Frau Akgün, „das Trennende“ zwischen Yusuf al-Qaradawi und Deutschem Grundgesetz glücklich überbrücken und „das Verbindende“ zwischen Muslimbruderschaft und AEMR (Allgemeiner Erklärung der Menschenrechte) betonen?

    http://hpd.de/node/15904

  2. Dwarslöper Says:

    Warum es keinen „politischen Islam“ gibt

    Das seltsam erregte Raunen vom „politischen Islam“ beschwört angestrengt einen doch irgendwo, irgendwo vorhandenen, durch und durch menschenfreundlichen „unpolitischen Islam“, den es tatsächlich (jedenfalls seit knapp 1.400 Jahren) einfach nicht gegeben hat.

    Allahs Befehl = der Koran und seine Himmelsgesetzlichkeit der Scharia sind die einzige Gebrauchsanleitung für ein gelingenes Leben; „orthodoxer Islam“ zu sagen ist völlig passend (es kürzer zu sagen, nämlich einfach Islam, dürfte leider die nächsten wenn nicht Jahrhunderte so doch Jahrzehnte reichen).

    Anders argumentiert und abgesehen davon, dass der Satz ‚das Private ist politisch‘ einst alternativkulturelles bzw. linkes Basiswissen war und dass Hidschab wie Jungenbeschneidung ein Politikum allerersten Ranges sind:

    Gottesliebling Mohammed stellte die Grundlagen des Staatswesens fest, er war also, obschon seelenrettend unterwegs und in erster Linie Allahzentriker, sozusagen Politiker – eine andere sittlich zu nennende Weise der Gesetzesschaffung und Staatslenkung als die „medinensische“ kann es nicht geben und das ist nicht „Islamismus“, sondern echter alter / ewig junger Islam.

    Lale Akgün weiß das natürlich auch und tritt dem rechtsspaltend aktiven Mustafa Ceric und seinem Umfeld (IGD / ECFR / IESH / RIGD, alle zu Yusuf al-Qaradawi, ISTAC, ISESCO, IRCICA / OIC) ganz bewusst nicht entgegen! Im Gegenteil, Politikerin Akgün ist eher so etwas wie die weibliche Ausführung von Tariq Ramadan.

    Schariafreundin Akgün, spätestens seit 2008, nämlich bereits bald nach nach der ersten Kritischen Islamkonferenz (KIK), arbeitet genüsslich mit dem Schreckgespenst des „politischen Islam“, dem ein menschenfreundlicher, unpolitischer oder eigentlicher Islam gegenüber zu setzen sei:

    Bei den Anhängern eines politischen Islam

    http://kultur-macht-europa.de/47.html?&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=274&tx_ttnews%5Bpointer%5D=38&cHash=d8366a1fec

    Panislamistin Akgüns jetziges Werben für einen „deutschen“ Liberalen Islamverband, MSS ist (wie schon früher auf die bekennende Gegenaufklärerin Lamya Kaddor) voll darauf reingefallen oder denkt selbstsüchtig nachhaltig, entsprich reinster Muslimbruderrhetorik und -strategie, denn der Koran kam gar nicht auf eine Ethnie oder Nation herab, sondern auf die Erde und Menschheit; Allahgott kennt gar keine Staatsgrenzen.

    Gemeinsam mit Ex-Diplomat und Kalifatstheoretiker Murad (Wilfried) Hofmann, dem Antisemiten Yusuf Islam ehemals Cat Stevens, Prediger und Islamrevolutionär Fethullah Gülen, der Milli Görüs, den französischen Muslimbrüdern von der UOIF sowie mit Scheich Yusuf al-Qaradawi höchstselbst unterzeichnete die bemerkenswert muslimbruderkompatible SPD-Politikerin Lale Akgün den Aufruf ‚Muslime gegen Terror‘, Deutschlands Muslim Brotherhood namens IGD, die Teherantreuen vom IZ Hamburg sowie die Erbakan-bewegte Schura Niedersachsen fehlte nicht, es ist immer dasselbe.

    http://www.muslime-gegen-terror.de/erklaerungen.php

    Auch die Sache mit dem pauschalen „kulturellen Mischling“ zurückzuweisen war wichtig, das hätte nicht in der KIK-Schlusserklärung 2013 landen dürfen. Spielen wir diesen gefährlichen gedanklichen Unsinn doch nur durch: „Haben wir nicht alle Kenntnis und Kunde vom kulturellen Nationalsozialismus … von der NS-Kultur … ist denn, in transversaler Vernunft erspürt, nicht tief in jedem von uns eine veritable Braunzone …“

    Sarkasmus aus.

    ‚Muslime gegen Terror‘ war von Belal El-Mogaddedi (EMN = Tariq Ramadan) mit organisiert worden

    http://www.muslime-gegen-terror.de/impressum.php?stopper=ja

    Das ist dieser Herr hier, bei IGD, umgeben vom ‚Ulamagremium RIGD, Aiman Mazyek, Hassprediger Ferid Heider, Nichtprediger Udo Steinbach usw. usw.:

    Der Vizepräsident des European Muslim Network EMN Belal El-Mogaddedi … Die Besucher der 32. IGD-Jahreskonferenz solidarisierten sich mit der notleidenden Bevölkerung in Syrien

    http://www.igd-online.de/

    EMN ist Tariq Ramadan (der wiederum war 2013 mit den Antiimps von attac & Co. auf dem Weltsozialforum Tunis)

    http://www.tariqramadan.com/spip.php?article11480&lang=fr

    http://www.euro-muslims.eu/

    https://www.facebook.com/RadicalMiddleWay

    Schlimm, diese DIK … auf Augenhöhe mit dem Islam zu reden bedeutet, eine Konferenz zwischen zwei Staatsführungen abzuhalten. Allah kann Außenpolitik (as-siyar).

    http://www.amazon.de/The-Islamic-Law-Nations-Shaybanis/dp/0801803349

    Noch zur IGD-Tagung: Die auf der KIK 2008 von Ralph Giordano angemessen gewürdigte „Spinne im Netz“ durfte nicht fehlen, der „Herr der Moscheen“, Ibrahim el-Zayat:

    „Das gemeinsame Podium auf der Jahreskonferenz der IGD, welches neben Prof. Dr.Tariq Ramadan auch mit weiteren Mitgliedern des EMN u.a. Belal Mogaddedi und Malika Hamidi (Autorin und Frauenrechtlerin, GenSec des EMN) besetzt ist und so Gott will von Ibrahim F El-Zayat, dem ehemaligen Präsidenten der IGD moderiert werden wird diskutiert die Frage nach der muslimischen Identität in Europa im Angesicht der aktuellen Diskussionen um die Rolle der Muslime in den jeweiligen europäischen Gesellschaften.“

    http://www.igd-online.de/

    Das alles sind echte global denkende Muslime voller Gottesfurcht (at-taqva; vgl. Name der Terror-Bank), denen kein Imam auf der Welt die Religion abspricht! Die wollen in den Himmel kommen.

  3. Carcinòl Says:

    In der Abschlusserklärung der diesjährigen „Kritischen Islamkonferenz 2013“ (KIK), die in Berlin stattfand, heißt es u.a., dass die Islam- und Integrationsdebatte sich zwischen den Fronten verhärtet hätte. Darin heißt es weiter, dass die „patriarchalen Herrschaftskultur des orthodoxen Islam“ nicht zu einer gefährlichen Muslim-Feindlichkeit führen dürfe. Man erkennt an dem einen Satz, der zwar zusammengesetzt ist, aber nicht aus dem Kontext gezogen, dass die Kritische Islamkonferenz an den üblichen Klischees weiterhin arbeitet, festhält und somit Feindbilder pflegt, die entgegen ihrer Präambel, doch zu Ressentiments führen und als Bedrohung verstanden werden. …

    Im inneren geht es um handfeste Forderungen, die sich in den Zielen dieser nicht unterscheiden. Desweiteren wird in der Abschlusserklärung eine schleichende Entmündigung konkret umrissen, die mit der Neubewertung der „muslimischen“ Beschneidungspraxis anfängt und mit religiösen Erziehungsmethoden aufhört, um so jedes Kind von einer „falschen Bewusstsein“sbildung zu bewahren. Man stelle sich vor, diese Konferenz wäre um die jüdische Gemeinde gegangen… Ein denkwürdiges Demokratieverständnis, angesichts der immer wieder angesprochenen Menschenrechte. Ausserdem wird immer wieder die Verfassungstreue in den Vordergrund gestellt, wird auch suggeriert, dass die muslimische Gemeinschaft, ob geschlossen oder in Gruppen, darüber belehrt, unterrichtet, aufgeklärt und erzogen werden muss. Vor allem die muslisch-„konservativen Verbände“ schneiden dabei schlecht ab und Lale Akgün hat bereits die Antwort parat: der liberale Muslimverein muss her.

    In der Formulierung unterscheidet sich die Abschlusserklärung im wesentlichen nicht von den Meinungen radikaler bis extremistischer Gruppierungen im Land, die Alltagsrassismus, Fremdenfeindlichkeit und Islamphobie schüren, weil die Ziele gleich sind; Entmündigung, infragestellen der Freiheit anderer, Infragestellen der Verfassungstreue, in einem freiheitlich demokratischen Land, dessen Verfassung maßgebend ist. An Glaubwürdigkeit gewinnt diese Konferenz auch dann nicht, wenn diesmal ausser den bekannten „Islamkritikern“ nun auch die Alevitische Gemeinde vertreten ist. Keine einzige muslimische Gemeinde nahm an dieser Konferenz teil, die sich selbst liberal schimpft und freiheitlich-demokratisch bekennt, darunter der Liberal-Islamische Bund, der zwar angefragt wurde, aber ablehnte.

    aus: Kritische Islamkonferenz unter dem Deckmantel des Dialogs
    in: turkishpress 13.05.2013 Beitrag von Redaktion

    http://www.turkishpress.de/de/news/13052013/kritische-islamkonferenz-unter-dem-deckmantel-des-dialogs/4957

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    Giordano schoß gegen die „falsche Toleranz“ der „unbelehrbaren Beschwichtigungsdogmatiker“ gegenüber dem Islam. Hauptgrund dieses überaus pessimistischen bis schwarzmalerischen Kaffeesatzlesens war Giordano zufolge ein „Schatten eines neuen, nach Hitler und Stalin, dritten Totalitarismus“, den die Islamkonferenz-Stifter sowie die Gesellschaft nicht zu erkennen gedenken würden.

    Die Kritische Islamkonferenz war bereits damals von Sklavenhaltern durchsetzt, die einmal die Freiheit gewonnen, anderen die Freiheit ausreden, absprechen wollen, um so die Zukunft zu gestalten. Noch immer ist man darauf erpicht, diesen Zustand herbeizuführen. …

    Hartmut Krauss, selbst Kritiker des Islam und Redner in Köln, konstatierte, dass der Islam „nicht einfach nur ein privates Glaubenssystem, sondern eine umfassende Weltanschauung, politische Doktrin und Herrschaftsideologie (ist). Als solche ist er aber – wie jede nach totalitärer Deutungs- und Normierungsmacht strebende Weltanschauung – nicht durch Artikel 4 GG 2geschützt.“. Die Angst, in die rechte Szene gerückt, als Rassisten beschimpft zu werden, führte anders als zunächst gedacht, genau zu dem Ergebnis, die man bisweilen als Freidenker und Humanisten zu schützen versuchte.

    Jetzt soll der Alptraum ein zweites Mal stattfinden. Die Kritische Islamkonferenz 2013, die zwischen dem 11. und 12. Mai in Berlin stattfinden soll, wird mit ausgewählten Rednern wie Hamed Abdel-Samad, Mina Ahadi, Lale Akgün, Necla Kelek, Hartmut Krauss, Michael Schmidt-Salomon, Arzu Toker und Ali Utlu bereichert. …

    Fest steht, dass die Geisteswissenschaft dieser Damen und Herren auf der Stufe derer zu verorten ist, die mit der gegenwärtigen Flut von Verschwörungstheorien, kryptischen Vorwürfen und Verächtlichmachung gegen alles andere was nicht in ihr Weltbild passt, auf Kriegsfuß stehen – den Muslimen. …

    Hat dieser humanistische Paternalismus, diese Selbstbeweiräucherung einen gewissen Charme? … Mitnichten, denn die Manipulation der Bürger und der damit einhergehende Versuch, die verfassungsrechtliche Religionsfreiheit anderer massiv einzuschränken, ist nicht tolerierbar. Dass dieser Tatbestand vernebelt wird, macht das Vergehen ausserdem perfide, denn Manipulation ist nur eine subtile Form von Zwang. Die Denunziation anderer muslimischer Verbände, die ständige Verklärung, die Verbreitung von Halbwahrheiten und Propaganda, die Unterstützung von verfassungsfeindlichen Organisationen im selben Atemzug, in der man andere der Verfassungsfeindlichkeit bezichtigt …

    aus: Nabi Yücel: Humanistischer Paternalismus – Die neue Gefahr
    in: turkishpress 10.04.2013

    http://www.turkishpress.de/de/news/10042013/humanistischer-paternalismus-die-neue-gefahr/4567

  4. Bragalou Says:

    Sie fragen: »Meinen Sie uns, Herr Giordano?« Ich antworte: Solange Sie wahrheitswidrig so tun, als sei Ihre gelungene Einordnung in die Gesellschaft exemplarisch für den Status quo der muslimischen Minderheit in Deutschland, und dabei wirklichkeitsferne Sätze fallen wie »die Frage nach Integration stelle sich gar nicht« – so lange meine ich Sie.

    Sollten Sie aber ebenso erschüttert sein wie ich über das, was türkische Kritikerinnen berichtet haben aus dem Alltag von Unterdrückung, Abschottung, Ausbeutung, Zwangsehe und Gefangenschaft muslimischer Frauen und Mädchen als Norm – dann meine ich Sie nicht. …

    Sollte … von Ihrer Seite eine klare, unmissverständliche Abkehr von der Scharia kommen, dem islamischen »Rechtssystem«, das mit Demokratie, Menschenrechten, Meinungsfreiheit, Gleichstellung der Geschlechter und Pluralismus unvereinbar ist – dann meine ich Sie nicht.

    Solange Sie bestreiten, dass es in den Parallelgesellschaften türkische Gewaltkultur gibt, überbordenden Nationalismus, offenen Fundamentalismus, ausgeprägten Antisemitismus und öffentliches Siegergebaren mit demographischer Drohung – so lange meine ich Sie. …

    Vor allem aber meine ich: Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem!

    aus: Giordano: „Der Islam ist das Problem“
    in: ksta 20.08.2007

    http://www.ksta.de/koeln-uebersicht/giordano—der-islam-ist-das-problem-,16341264,13379668.html

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    Mit einer ungewöhnlichen Aktion haben sich Jugendliche aus dem Umfeld der türkisch-islamischen Union, Ditib, gegen den „Fanatismus und die Diffamierung von Ralph Giordano“ gewehrt. Sie trafen sich auf dem Gelände der Ditib in Ehrenfeld und entrollten ein Banner mit der Aufschrift „Meinen Sie uns, Herr Giordano?“

    Giordano hatte den Islam grundsätzlich kritisiert und bezweifelt, ob jemand „dem der Koran, diese Stiftungsurkunde einer archaischen Hirtenkultur, heilig ist, auf dem Boden des Grundgesetzes stehen kann“. „Wie kann er mir so etwas sagen?“, fragt Unternehmer Tekbas. Der Islam sei eine friedliche Religion. „Christentum, Judentum und Islam haben gleiche Wurzeln.“

    aus: „Meinen Sie uns, Herr Giordano?“
    in: ksta 17.08.2007

    http://www.ksta.de/koeln-uebersicht/-meinen-sie-uns–herr-giordano–,16341264,13380914.html

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