KiKa: Tahsins Beschneidungsfest

Edward von Roy

Mönchengladbach

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)

Anstalt des Öffentlichen Rechts

Gesetzlicher Vertreter: Prof. Dr. Karola Wille

Leipzig

Michael Stumpf

Programmgeschäftsführer

Erfurt

Silvia Keil

Verantwortliche Redakteurin

Erfurt

17.01.2014

Offener Brief

Eine Beschneidung ist kein Fest

Sehr geehrte Frau Dr. Wille,

sehr geehrter Herr Stumpf,

Sehr geehrte Frau Keil,

mit Entsetzen nehmen wir die Ankündigung vom Kinderkanal von ARD und ZDF der Sendung „Schau in meine Welt – Tahsins Beschneidungsfest“ zur Kenntnis. Am 19.01.2014 um 13:30 Uhr beabsichtigen Sie, die irreparable rituelle Beschädigung eines Kindergenitals filmisch darzustellen.

Falls Sie als die Intendantin des MDR, als der Programmgeschäftsführer von KiKa und als die verantwortliche Redakteurin bei KiKa für Schau in meine Welt! wirklich konsequent multiperspektivisch und kulturrelativistisch denken, hätten Sie vielleicht, acht Jahrzehnte eher lebend, ungerührt über einen elfjährigen Jungen aus dem tiefsten Innern Deutschlands folgendermaßen kommentiert:

„Werner ist ganz aufgeregt und auch ein bisschen ängstlich. Der Junge lebt in einem besonderen Kulturkreis in Mitteleuropa, in Deutschland. Bräuche und Traditionen anderer Kulturen können aus heutiger Sicht befremdlich wirken und polarisieren. Werner muss morgen seine Pimpfenprobe ablegen. Nur wenn er die schweren sportlichen Leistungen besteht und den Text des Horst-Wessel-Liedes richtig vortragen kann, wird er zu seiner Uniform auch den Schulterriemen und das HJ-Fahrtenmesser tragen dürfen. KiKA wertet nicht die Traditionen anderer Kulturen, sondern zeigt diese auf, berichtet darüber. Wird es ihm gelingen, kann Werner endlich ein echter Pimpf sein oder wird er schändlich versagen und den Spott seiner Kameraden zu ertragen haben? Er lässt uns teilhaben an seinen Gedanken, an seiner Vorfreude, an seinen Bedenken, und bietet jedem Einzelnen an, einen unverstellten Blick in sein Leben zu erhalten.“

Wann wird KiKa über die beiden ihrer Initiation entgegenfiebernden Mädchen aus Somalia berichten, was sich so lesen könnte:

„Unser Anliegen ist es, die Möglichkeit zu bieten, einen Einblick in diese somalische Lebenswelt zu gewähren, denn erst diese erlaubt es dem Zuschauer, eine eigene Haltung zu diesem Thema zu entwickeln – Grundlage für eine sachliche Diskussion und kulturelle Toleranz gegenüber Afrikanern. Ayaan und Waris sind ziemlich nervös, denn für morgen früh hat man ihnen ein besonderes Ereignis versprochen, das mit ihrem Genitalbereich zu tun hat, den sie jetzt besonders gründlich waschen müssen. Bräuche und Traditionen anderer Kulturen können aus hiesiger Sicht befremdlich wirken und polarisieren. Ayaan und Waris wollen – und müssen – eine richtige Frau werden. KiKA wertet nicht die Traditionen anderer Kulturen, sondern zeigt diese auf, berichtet darüber.“

Nach dem Ritual kann Waris den neugierigen kleinen Zuschauern in Deutschland auch auf KiKa erzählen:

The prevailing wisdom in Somalia is that there are bad things between a girl’s legs. These ‚unclean‘ things need to be removed. The clitoris, labia minora and most of the labia majora are cut off.

… The sky was still dark – it was that time before dawn when the black has lightened imperceptibly to grey. She motioned for me to be silent and took my hand. I grabbed my little blanket and stumbled along after her, still half asleep. Now I know the reason they take the girls so early in the morning – they want to cut them before anybody wakes up, so nobody else will hear them scream. But at the time, even though I was confused, I simply did as I was told … Then, without my seeing her approach, the gypsy woman was right beside me. She motioned toward a flat rock and told me to sit over there. …

Mama grabbed a piece of root from an old tree, then positioned me on the rock. She sat behind me and pulled my head back against her chest, legs straddling my body. I circled my arms around her thighs. My mother placed the root between my teeth. ‚Bite on this,‘ said Mama … I peered between my legs and saw the gypsy woman getting ready. …

My eyes were fixed on her because I wanted to know what she was going to cut me with. I expected a big knife, but she pulled out a tiny cotton sack instead. She reached inside with her long fingers, and fished out a broken razor blade. …

There’s no way in the world I can explain what it feels like.

Desert Flower

Nein, der Kinderkanal von ARD und ZDF wird es nicht wagen, die FGM genau so neutral und aufgeschlossen zur Sprache zu bringen wie die MGM. Denn die weibliche Beschneidung ist in Deutschland geächtet und inzwischen richtigerweise verboten. In Somalia oder im Nordirak, in Ägypten oder Indonesien ist die weibliche Beschneidung nicht geächtet, sondern geachtet und wird von islamischen Gelehrten empfohlen bzw. gefordert. Wo aber das KiKa-Team derartig zwischen Mädchenbeschneidung und Jungenbeschneidung unterscheidet, diskriminiert es die Hälfte aller Kinder und verstößt gegen das Grundrecht auf Gleichbehandlung der Geschlechter.

Auch von der keineswegs geringen Komplikationsrate abgesehen ist die Jungenbeschneidung eine für das Kindeswohl sowie für die lebenslange Sexualität schädliche Tradition. Artikel 24 (3) der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verpflichtet die Vertragsstaaten:

States Parties shall take all effective and appropriate measures with a view to abolishing traditional practices prejudicial to the health of children. Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.

Es ist ein Skandal, dass KiKa als der Kinderkanal von ARD und ZDF mit der geplanten Ausstrahlung von „Schau in meine Welt – Tahsins Beschneidungsfest“ im Namen der kulturellen Vielfalt und der interreligiösen Toleranz ganz offensichtlich Artikel 24 (3) der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen ironisiert und verhöhnt, indem es den minderjährigen Zuschauern gegenüber die Jungenbeschneidung als akzeptable Lebenspraxis und kulturelle Tradition darstellt.

Als Sozialpädagogen fordern wir hiermit den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), den Programmdirektor des Kinderkanals KiKa sowie die verantwortliche Redakteurin für Schau in meine Welt! auf, den kinderfeindlichen Film Tahsins Beschneidungsfest nicht auszustrahlen und der Öffentlichkeit stattdessen zeitnah einen noch herzustellenden Film über einen Jungen zu zeigen, der mit seinen intaktivistischen Eltern in einer nordamerikanischen oder europäischen Innenstadt gegen die Beschneidung von Mädchen und Jungen protestiert. Denn ob das Kind weiblich ist oder männlich, es hat ein Recht auf ein unzerstörtes, auf ein intaktes Genital.

Bitte nehmen auch Sie die Bewertung von FGM und MGM künftig im Gesamtkontext als HGM wahr, wie es dieser Link zu ICGI veranschaulicht.

http://www.icgi.org/information/hgm-classification/

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy

Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt

Sozialpädagogin

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24 Antworten to “KiKa: Tahsins Beschneidungsfest”

  1. Machandelboom Says:

    Die Dokumentation “Tahsins Beschneidungsfest” wird am 19.01.2014 um 13:30 Uhr bei KiKA ausgestrahlt. Begleitend bieten wir unseren Zuschauern die Möglichkeit, sich zu diesem Thema auszutauschen: Wir laden Sie ein, am Sonntag ab 14:00 Uhr auf http://www.eltern.kika.de im Webtalk Ihre Fragen zu stellen und Ihre Meinung zu teilen.

    Unsere jungen Zuschauer haben die Möglichkeit, sich zeitgleich mit anderen Nutzern im Chat innerhalb unserer Community mein!KiKA austauschen.

    Wir wünschen Ihnen alles Gute!

    Ihr KiKA-Team

    http://intaktiv.de/kein-beschneidungsfest-auf-kika/

  2. Machandelboom Says:

    Κεσσάνη
    Кешан
    Keşan

    Europa, Türkischer Teil von Thrakien. Der Elfjährige und sein kleiner Bruder, die das schändlich ausgebeutete humane Rohmaterial nicht nur für Stamm und Umma, sondern für einen durch Spannerblick, Sexualmagie und vor allem Karrieregeilheit arg verzerrten deutschen Drehbuchautoren-, Produzenten- und Kamerablick darstellen, leben in Keşan, in Erfurt schreibt man Kesan. Von dort nach Péplos (Πέπλος) in Griechenland sind es weniger als 40 km. Die ihre Kinder zu Mann oder Frau initiierende Steinzeit oder Bronzezeit klopft also just an die Türe der Europäischen Union.

    „In Kesan leben die meisten Roma der Türkei. Daher kommen auch bekannte Roma-Musiker aus dieser Gegend. Es leben ungefähr 250 Roma-Musiker in der Region um Kesan.“

    http://wikitravel.org/de/Kesan

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    Der über das kirchennahe und islamverliebte Kinderprogramm KiKa arrangierte Beschneidungsdschihad dieses Wochenendes nutzt zum Legalisieren der Verstümmelung eine im Nationalsozialismus äußerst brutal verfolgte ethnische Minderheit, die der Roma (einst, gelegentlich aber nicht immer abwertend, Zigeuner genannt). Tahsin und sein kleiner Bruder Emir sind Roma, und es gibt auch muslimische „Zigeuner“.

    KiKa ist es völlig egal, dass viele erwachsene Roma die Ehen ihrer Töchter selbstherrlich arrangieren und ihnen Bildung und Berufsausbildung gezielt verunmöglichen – DAS anzusprechen wäre eines freiheitlich demokratischen Kinderprogramms würdig.

    Roma-Junge verhindert Zwangshochzeit

    „Er rief die Polizei, weil die für ihn vorgesehene Braut von ihren Eltern zu Hause mit einer Metallkette an ein Bett gefesselt worden war. … Der Fall trug sich im Dorf Valu lui Traian nahe der Schwarzmeer-Stadt Constanta zu. … Zwangshochzeiten zwischen Kindern, die kaum älter als zehn Jahre sind, gehören zum Alltag in traditionell lebenden, konservativen Roma-Gemeinschaften. Üblicherweise fließt dabei auch Geld. Fortschrittlichere Roma-Organisationen und internationale Menschenrechtsinstitutionen verurteilen den Brauch.“

    http://www.merkur-online.de/aktuelles/welt/junge-12-verhindert-seine-eigene-hochzeit-1339969.html

    Die Macht der Roma-Clans behindert ihre Integration

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article9347029/Die-Macht-der-Roma-Clans-behindert-ihre-Integration.html

    Nicht ungeschickt zudem von der kirchlich kräftig mitfinanzierten globalen Beschneidungslobby, einen geographisch in Europa liegenden Ort wie Keşan zu wählen. Damit ist die rituelle Zirkumzision eine sozusagen traditionell europäische Angelegenheit und wer jetzt noch weiter kritisiert, ist nicht nur „islamophob“ und „antimuslimischer Rassist“, sondern auch Antiziganist, ein aus dem „Diskurs“ (sprich aus dem Islambeschönigen) ausgrenzenswerter Zigeunerfeind.

    Der nur für kurze Zeit kulturell modern gewordene deutsche Staat will den Kinderkörper und insbesondere die kindlichen Genitalien nicht mehr schützen. Wie vor Jahrhunderten und Jahrtausenden kann Fortpflanzung wieder zur Stammesangelegenheit werden, Kindergenital wie Kind gehören nicht mehr der Republik sondern der uralten und schier unsterblichen Großfamilie.

    Das Gewaltmonopol des Staates muss ausdünnen angesichts der weltweiten Rückkehr der Stammesgesetze, ohne die sich der Islam schließlich nicht installieren (legalisieren) lässt. Im Islam aber muss (!) der Vater seinen Sohn beschneiden lassen und als Wali bzw. Wali mudschbir seine jungfräulich gebliebene Tochter verheiraten.
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    Man wage es, beim Lesen der Wüstenblume der mutigen Waris Dirie doch einmal auch den in immer noch viel zu vielen Landstrichen oder Milieus der Erde rituell beschnittenen Jungen als Opfer zu denken, denn die Mechaniken der Tradierung – das Einschüchtern, das Geheimnisvolle, das kindgemäße Nichtverstehen und heiße Dazugehörigenwollen, das Unausweichliche sowie nicht zuletzt die kulturelle Verachtung der Unbeschnittenen – ist bei FGM und MGM erstaunlich gleich:
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    »Weg mit euch, ihr unreinen Mädchen. Ihr seid schmutzig«, schimpfte er. »Ihr seid ja noch nicht beschnitten.« Diese Worte schleuderte er uns entgegen, als wären wir als Unbeschnittene etwas so Verachtenswertes, dass er unseren Anblick kaum ertragen konnte. (…)

    In Somalia ist man davon überzeugt, dass das, was sich zwischen den Beinen der Mädchen befindet, schlecht ist. Dass wir mit diesen Teilen unserer Körpers zwar geboren werden, dass sie aber etwas Unreines darstellen. Diese Teile müssen entfernt werden (…)

    Die Einzelheiten der rituellen Beschneidung sind ein Geheimnis – sie werden einem Mädchen nicht erklärt. Du weißt nur, dass mit dir etwas Besonderes geschieht, wenn du an der Reihe bist. So kommt es, daß die jungen Mädchen in Somalia begierig auf die Zeremonie warten, durch die sie von einem Kind zur Frau werden.

    Ursprünglich führte man den Eingriff durch, sobald sie in die Pubertät eintraten, sobald die Mädchen fruchtbar wurden und in der Lage waren, selbst Kinder zu bekommen. Doch im Laufe der Zeit beschnitt man die Mädchen in immer jüngerem Alter, zum Teil auch deshalb, weil sie selbst darauf drängten, ihren besonderen Augenblick herbeisehnten, wie ein Kind in den Industrienationen seinen Geburtstag oder das Weihnachtsfest.

    Als ich hörte, dass die alte Zigeunerin kam, um Aman zu beschneiden, bat ich mich gleich mit an die Reihe zu nehmen. Aman war meine schöne, große Schwester, mein Vorbild. Und alles, was sie wünschte oder besaß, wollte ich auch haben. Aman hingegen freute sich nicht besonders. (…)

    Die Zigeunerin erschien. Sie ist eine wichtige Persönlichkeit in unserer Gesellschaft. Nicht nur, weil sie über ein besonderes Wissen verfügt, sondern auch, weil sie mit den Beschneidungen viel Geld verdient. Die Kosten für eine Beschneidung zählen zu den größten Ausgaben, die ein Haushalt tragen muss. Dennoch gilt es als lohnender Einsatz, denn ohne den Eingriff haben die Töchter auf dem Heiratsmarkt keine guten Aussichten. Mit unversehrten Geschlechtsteilen gelten sie als ungeeignet für die Ehe, als „unreine Schlampen“, die kein Mann ernstlich als seine Frau in Betracht ziehen würde. Deshalb nimmt die Zigeunerin, wie sie bei uns genannt wird, so eine bedeutende Stellung ein. Ich jedoch, nenne sie die Mörderin. Wegen all der Mädchen, die durch ihre Hand gestorben sind. (…)

    Aufgeregt lag ich in jener Nacht wach, bis plötzlich Mama über mir stand. Es war noch dunkel; jener Zeitpunkt vor Morgengrauen, wenn das Schwarz des Himmels unmerklich in Grau übergeht. Mit einem Zeichen gab sie mir zu verstehen, leise zu sein, und nahm meine Hand. Ich griff mir meine kleine Decke und stolperte verschlafen hinter ihr her. Inzwischen weiß ich, warum sie die Mädchen am Morgen holen. Sie wollen sie beschneiden, ehe die anderen aufwachen, damit niemand die Schreie hört. Aber an jenem Tag tat ich einfach wie befohlen, obwohl ich mir auf all das keinen Reim machen konnte. Wir gingen von unserer Hütte in den Busch. “Wir warten hier”, sagte Mama, und wir setzten uns auf den kalten Boden. Die Nacht wurde ein wenig heller; ich erkannte allmählich die ersten Umrisse. Dann hörte ich das Klatschen von den Sandalen der Zigeunerin. Meine Mutter rief ihren Namen. “Bist du das?” fügte sie hinzu. … Schließlich steckte mir meine Mutter die Wurzel zwischen die Zähne. “Du musst daraufbeissen.”

    Ich war starr vor Angst. Plötzlich sah ich wieder Amans schmerzverzerrtes Gesicht vor mir. “Das wird weh tun” , murmelte ich mit der Wurzel in meinem Mund. Mama beugte sich vor. “Du weißt, dass ich dich nicht halten kann”, flüsterte sie. “Ich bin hier ganz allein mit dir. Also sei brav, meine Kleine. Sei tapfer, um meinetwillen, dann hast du es bald hinter dir.” Ich blickte zwischen meine Beine und sah, dass sich die Zigeunerin fertig machte. Mit dem bunten Schal, den sie um den Kopf geschlungen hatte, und dem farbigen Baumwollkleid sah sie aus wie jede andere Frau in Somalia auch, nur das sie nicht lächelte. Sie warf mir aus ihren toten Augen einen strengen Blick zu, dann wühlte sie in einer alten Tasche aus Teppichstoff. Ich sah ihr aufmerksam zu, denn ich wollte wissen, womit sie mich schneiden würde. Eigentlich hatte ich ein großes Messer erwartet, statt dessen zog sie einen kleinen Stoffbeutel aus der Tasche. Sie griff hinein und brachte eine zerbrochene Rasierklinge zum Vorschein, die sie von allen Seiten prüfend musterte. Die Sonne war gerade erst aufgegeangen, und man konnte zwar schon einzelnen Farben erkennen, jedoch noch keine Einzelheiten. (…)

    (…)

    Trotz meines Zornes darüber, was man mir angetan hat, gebe ich nicht meinen Eltern die Eltern die Schuld daran. Ich liebe meine Mutter und meinen Vater. Meine Mutter hatte über meine Beschneidung nicht zu bestimmen, denn als Frau verfügt sie über keinerlei Mitspracherecht. Sie machte mit mir einfach das gleiche, was man mit ihr gemacht hatte und was vorher schon ihrer Mutter und wiederum deren Mutter wiederfahren war. Und mein Vater hatte keinerlei Vorstellung von dem Leiden, das er mir damals zufügte; er wusste nur, daß in unserer somalischen Gesellschaft seine Tochter beschnitten sein musste, wenn sie heiraten wollte. Meine Eltern waren beide Opfer ihrer Erziehung, eingebunden in die Kultur, die diese Praktiken seit Tausenden von Jahren unverändert fortführt.

    Wüstenblume
    von Waris Dirie

    http://books.google.de/books?id=2ZxsAgAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

    ::

  3. Bragalou Says:

    Der humanistische pressedienst (hpd) weist auf die von KiKa gezielt unterschlagenen lebenslangen nachteiligen Folgen der rituellen Zirkumzision für Gesundheit und Sexualität hin und bringt die beiden pädagogisch (zumal jungenarbeiterisch) wichtigen Gedanken der super-maskulinen Vorbilder und der Kritik an dem bei Aboriginees, Xhosa und Papua, aber auch im Judentum und Islam anzutreffenden Ideologie eines Monopols auf Männlichkeit.

    Denn der Vorhautbesitzer ist gar kein Mann, so vermitteln und fordern es die totalitären Beschneidungskulte aller Welt, die altehrwürdige und (so lehrt man es leider immer noch im voraufklärerisch gebliebenen bzw. heutzutage gegenaufklärerisch-rechtsreaktionär wirksamen Teil von Judentum und Islam) heilssichernde Körperverletzung ist notwendig, sonst, ein grauenhafter Gedanke, sind richtige Männer gar nicht mehr vorhanden:

    … Nun könnte man erwarten, dass sich ein Sender, der der Bildung und Unterhaltung von Kindern im Alter von 3 bis 13 verpflichtet ist, sich auch kritisch zur Beschneidung äußert. Das ist jedoch kaum der Fall, wenn man lesen muss: „‚Wenn ich beschnitten bin, dann bin ich ein echter Mann‘ – freut sich Tahsin. Jeder muslimische Junge muss beschnitten werden, so verlangt es die religiöse Tradition.“

    Weder wird der Sinn der Beschneidung hinterfragt – und dieses Thema wurde ausführlich auch in deutschen Medien kontrovers diskutiert – noch überhaupt Distanz gewahrt zu Lehren, die aus religiösen Quellen herrühren.

    Wenn den zuschauenden Kindern erklärt wird, dass man erst dann zum Mann (und also erwachsen) wird, wenn man sich seine Penisvorhaut amputieren lässt, dann ist das nicht nur ein Skandal. Sondern Anstiftung zur Körperverletzung. Denn welcher Junge im Alter zwischen drei und dreizehn will nicht „ein Mann“ sein?

    Die berechtigte Angst des Jungen, dessen Beschneidung hier dokumentiert werden soll, wird mit dem fadenscheinigen Hinweis auf „viele, viele Geschenke“ hinweggefegt. Damit wird eine lebenslange Beeinträchtigung der Sexualität auf eine Stufe mit Weihnachten gestellt. …

    http://hpd.de/node/17602

  4. Jacques Auvergne Says:

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    KiKa und das Revival des Mittelalters

    Wer heute ab 14:00 Uhr gemeinsam mit KiKa-Redakteurin Silvia Keil die häufig von Komplikationen begleitete und stets gesundheitlich, sexuell und psychisch schädigende, angeblich vom Himmelsgott befohlene Vorhautamputation an Jungen schönlügen und derartig die im Chat nachfragenden Kinder aus der kulturellen Moderne herausführen darf, ist Kopftuchlehrerin Annett Abdel-Rahman von der Drei-Religionen-Schule in Osnabrück. Abdel-Rahman war 2011 Mitherausgeberin von Bismillah – wir entdecken den Islam.

    Noch vorgestern (17.01.2014) erwähnte die Neue Osnabrücker Zeitung (noz) den Namen der gottesfürchtig Verschleierten in einer Bildbeschreibung zu einem (eher informationsfreien) Lobgesang über die auf lange Sicht selbstredend von der Scharia zu beherrschende Schule für drei Religionen.
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    Ausstrahlung:
    19. Januar 2014

    „Tahsins Beschneidungsfest“

    Bald ist es so weit! Aufgeregt und voller Vorfreude blickt der elfjährige Tahsin auf das kommende Ereignis, das ihn und seinen kleinen Bruder Emir endlich zu Männern machen soll: Die Beschneidung.

    „Wenn ich beschnitten bin, dann bin ich ein echter Mann“, – freut sich Tahsin. Jeder muslimische Junge muss beschnitten werden, so verlangt es die religiöse Tradition. Häufig geschieht das im Alter von bis zu drei Jahren. Doch Tahsins Vater wollte, dass seine Söhne diesen Schritt im Leben bewusst miterleben. Und trotz aller Ängste vor dem Eingriff und vor allem vor der Betäubungsspritze, fiebert Tahsin diesem Tag entgegen.

    Für die Roma-Familien im türkischen Ort Kesan ist die Beschneidungsfeier eines der wichtigsten Feste überhaupt. Zwei Wochen nach Tahsins Beschneidung wird es ein großes Fest mit über 400 Gästen geben.
    Nach der Sendung kannst du chatten

    Ab 14:00 Uhr kannst du dich an KiKA wenden. In unserem Chat in der Community mein!KiKA stehen dir die Religionswissenschaftlerin Annett Abdel-Rahman und die KiKA-Redakteurin Silvia Keil zur Verfügung, die deine Fragen zum Thema beantworten.

    http://www.kika.de/fernsehen/a_z/s/schauinmeinewelt/home.shtml#140119
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    Annett Abdel-Rahman trägt ein dezentes, arabesk gemustertes Kopftuch aus Baumwolle und dazu Jeans und Slipper. In der Kulturgeschichte der Menschheit gilt das Haar als sexueller Lockreiz, und weil die Haare nach orthodox-islamischer Auslegung bekanntlich unter den Begriff »Reize« fallen, war es für Abdel-Rahman keine Frage, ein Tuch aufzuziehen. …

    Es folgte das Erste Staatsexamen als Realschullehrerin für Deutsch und Geschichte, ihr Traumberuf, dann kam die erste Tochter zur Welt. Und nun, auf einmal, hatte Abdel-Rahman das Gefühl, unehrlich zu sein, sich nicht wirklich zu etwas zu bekennen; zu nehmen und auszusuchen, was ihr gefällt, ja, aber der Verantwortung auszuweichen.

    Aus islamischer Sicht ist ein neugeborenes Kind von Gott anvertraut, also muss man sich dankbar zeigen. Abdel-Rahman zog das Kopftuch auf und wieder ab, auf, ab, auf, ab. Ein Jahr lang diskutieren, ein Jahr sich quälen: Muss ich das Tuch akzeptieren? Ihr ägyptischer Mann – der Verzweiflung nahe. Auf ihre gebetsmühlenhafte Fragen kam stets seine gebetsmühlenhafte Antwort: Das musst du selbst entscheiden. »Mit dem Tuch«, sagt sie heute, »da kann dir keiner helfen.«

    Eines Tages, als sie mit einer Freundin zu einem Ikea-Geschäft fuhr, zog sie das Tuch wieder einmal auf, um zu spüren, wie es sich anfühlt. Und auf einmal war Seelenfrieden. Ruhe. Es fühlte sich richtig an. Das Tuch blieb auf dem Kopf, der Frieden blieb, aber die Probleme begannen. Diskriminierende Äußerungen im Voltigierverein der Tochter, im Schwimmbad, und im Lehrerkollegium ihrer Schule strengte man eine Unterschriftenaktion gegen sie an. Vorreiter waren Kolleginnen um die 50, die jahrelang für einen Girls’ Day gekämpft hatten. …

    Müsste sie ihr Kopftuch ablegen, wäre ihr Innerstes angegriffen. Als angehende Lehrerin in niedersächsischen Schulen musste sie sich entscheiden. Annett zog das Kopftuch vor.

    aus: Mit erhobenem Haupt
    von: Christian Schüle
    in: 10.05.2010

    http://www.zeit.de/2010/19/DOS-Kopftuch/komplettansicht

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    UNI OSNABRÜCK

    Annett Abdel-Rahman

    http://www.islamische-religionspaedagogik.uni-osnabrueck.de/personen.php

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    Schule für drei Religionen
    Mindener Tageblatt 13.04.2012

    Bundesweit einmalig: In Osnabrück geht im Sommer eine Drei-Religionen-Schule für Christen, Moslems und Juden mit zunächst 18 Schülern an den Start. Für die erste Klasse der Grundschule wurden neun katholische und fünf muslimische Kinder sowie je ein evangelisches, ein jüdisches, ein serbisch-orthodoxes und ein konfessionsloses Kind angemeldet. Das teilte das katholische Bistum Osnabrück mit. Jede der drei Religionen wird von einem separaten Religionslehrer unterrichtet.

    Das bundesweit einmalige Projekt entsteht durch die Umwandlung einer städtischen Grundschule. Träger ist die Schulstiftung des Bistums, die mit der jüdischen Gemeinde Osnabrück, dem islamischen Landesverband Schura und dem Landesverband der Türkisch-Islamischen Union (DITIB) kooperiert.

    Bildbeschreibung

    Zeichen der Toleranz: Schulleiterin Birgit Jöring (von), Lehrerin Simone Vogelsang, Annett Abdel-Rahman, Lehrerin für den islamischen Religionsunterricht, und Sebastian Hobrack, jüdischer Religionslehrer, stellen das Logo der „Drei-Religionen-Schule“ vor.

    http://www.mt-online.de/lokales/regionales/6582685_Schule_fuer_drei_Religionen.html

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    Schüler interviewen Lehrer der Drei-Religionen-Schule Osnabrück
    noz 17.01.2014

    Osnabrück. Während des Comeniusprojektes hat sich die Klasse 8a mit dem Thema „Toleranz in unserer Stadt – Toleranz in unserer Schule“ auseinandergesetzt. Auch in der Drei-Religionen-Schule wird das Miteinander gefördert, und das klappt schon recht gut. …

    Bildbeschreibung

    Das Kollegium: v. l. Birgit Jöring (Leiterin), Simone Vogelsang (kath. Religion), Annett Abdel-Rahman (islam. Religion) und Sebastian Hobrack (jüd. Religion).

    http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/443570/schuler-interviewen-lehrer-der-drei-religionen-schule-osnabruck

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    UNI ERLANGEN
    DIRS
    Department Islamisch-Religiöse Studien

    Fahimah Ulfat
    Promovierende des Mercator Graduiertenkollegs Islamische Theologie
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin am IZIR

    Bismillah – wir entdecken den Islam
    Arbeitsheft für den Islamunterricht. Herausgegeben von Dr. Rauf Ceylan. Erarbeitet von Annett Abdel-Rahman und Fahimah Ulfat, Bildungshaus Schulbuchverlage 2011.

    http://dirs.phil.uni-erlangen.de/professuren/paedagogischer-schwerpunkt/fahimah-ulfat.shtml

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    „Es stimmt nicht, dass allen Migranten die Schulbildung ihrer Kinder gleichgültig ist“, ereiferte sich Annett Abdel-Rahman, Mitglied der Vahrenwalder Moscheegemeinde. …

    Abdel-Rahman glaubt nicht an den Erfolg der Familienzentren, aber das sagt sie erst, nachdem der OB die Moschee verlassen hat. „Für viele Migranten ist es schwierig, die Elternkurse zu besuchen, denn damit gestehen sie ja ein, dass sie es selbst nicht schaffen“, gibt die Konvertitin zu bedenken. Überzeugungsarbeit könnten die Imame leisten, die dann als Vermittler zwischen den Angeboten der Stadt und den Muslimen fungieren. Aber bis dahin müsse wohl noch so manche Barriere überwunden werden. Imam Jlek nickt heftig mit dem Kopf, während er sich Teile des Gesprächs mit Weil übersetzen lässt.

    aus: Bildungsdebatte: Weil besucht Hofmoschee in der Grabbestraße
    Hannoversche Allgemeine 28.08.2010

    http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Bildungsdebatte-Weil-besucht-Hofmoschee-in-der-Grabbestrasse

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  5. Tellux bevorzugt 404 päidschnottfaund Says:

    Aufgeregt und mit Vorfreude blickt Tahsin auf das kommende Ereignis, das ihn und seinen kleinen Bruder endlich zu Männern macht: Die Beschneidung.

    Aufnahmeleiter Türkei: Necmi Aydin
    Produktionsassistenz: Jessica Demirkaya
    Produktionsleitung: Andrea Haas-Blenske
    Producer: Melanie Weiß

    http://tellux-gruppe.de/ifage/index.php/in-produktion/in-produktion-eintrag/9-nonfiktional/373-schau-in-meine-welt-beschneidung?pos=2

  6. Edward von Roy Says:

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    Noch zur von Erfurt aus verbreiteten Desinformation zur Jungenbeschneidung über das religionsfreundliche und beschneidungsfreundliche sprich kinderfeindliche Fernsehprogramm KiKA. Gegenaufklärerische Triebkraft neben den kirchenchristlichen willigen Helfern (Dhimmis) der globalen Schariafront ist ein waschechter Medizinmann, Dr. Josef Schweiger.

    Mit dem gegenaufklärerischen Flyer BESCHNEIDUNG – kleiner Schnitt mit großer Wirkung verbreitet das Katholische Krankenhaus St. Johann Nepomuk (Akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Jena) auf seiner Homepage faktenferne, kinderfeindliche und gesundheitsschädliche und damit mindestens indirekt auch elternfeindliche Volksverdummung zum Thema Beschneidung:

    Herr Dr. Schweiger, welche Gründe gibt es für eine Beschneidung?

    Schweiger rät Gesundheitsgefährliches:

    Die Vorhaut sollte zu Hause dann stets nach dem Baden, wenn die Haut weich und elastisch ist, zurückgeschoben werden.

    Eher grundfalsch und gefährlich irreführend. Der Mann hat entweder immer noch keine Ahnung oder er will fehlinformieren, um an medizinisch nicht indizierten Beschneidungen schnelles Geld zu verdienen.

    Dr. Schweiger versteckt sich hinter der längst widerlegten Propaganda der amerikanischen AAP und unterschlägt die prinzipiellen Nachteile jeder Beschneidung für Gesundheit, Psyche und Sexualität und die hohe Komplikationsrate sowieso. Die Zirkumzision bagatellisiert er als unbedeutend („klein“) und leugnet den Sensitivitäts- und Funktionsverlust:

    Abgesehen davon, dass sie eine kleine Operation über sich ergehen lassen müssen, befinden sich die beschnittenen Jungen keinesfalls im Nachteil. Im Gegenteil: – Beschneidungen sind durchaus sinnvoll, z. B. beim Viren- und Aidsschutz.

    Ein unbeschnittener Penis überträgt leichter Viren als ein beschnittener.

    Wie wär’s mit Kondom??? Der Beschnittene hat genau so sehr auf Safer Sex zu achten wie der Unbeschnittene.

    Internationale Studien haben zudem gezeigt, dass bei beschnittenen Männern die Ansteckungsrate mit HI-Viren sinkt.

    Wann hat Schweiger zum letzten Mal einen Hörsaal von innen gesehen?

    Die gesundheitsgefährdende Fehlinformation geht immer weiter und Dr. Schweiger liefert die Jungen dem Risiko einer PFFR (Premature forcible foreskin retraction) sowie einer (erworbenen Phimose nach) Reinlichkeitsbalanitis aus, was die Zikumzision dann in der Tat in die Nähe der Erforderlichkeit rücken lassen kann.

    Und der heilkräftige Medizinmann tut Halbwahres kund:

    Generell ist eine vernünftige Hygiene die Voraussetzung für einen gesunden Körper. Für den Genitalbereich trifft das in ganz besonderem Maße zu. Die Talgdrüsen am Penis produzieren ein weißliches Sekret, das sogenannte Smegma. Dieses Sekret muss täglich entfernt werden. Ein Verbleiben des Smegma am Penis unter der Vorhaut führt zu Entzündungen.

    Jungen sollten frühzeitig zu einer gründlichen Genitalhygiene angeleitet werden. Das Zurückschieben der Vorhaut und Säubern der Eichel muss zu einer Selbstverständlichkeit werden.

    Aus dem Text lässt sich der Irrsinn herauslesen, das „Zurückschieben der Vorhaut“ solle beim Zweijährigen oder sogar Einjährigen getestet werden oder praktiziert werden. STOPP, nie gewaltsam zurückziehen, auch beim Elfjährigen nicht!!! Und (später) zum Reinigen nur warmes Wasser verwenden und keine Seife.

    Das KKH Erfurt geht in dieser zur Bevölkerungsinformation und Elternaufklärung schlicht ungeeigneten Broschüre immer so knapp an der Redlichkeit vorbei und in den gesundheitlich gefährlichen Bereich hinein. Was soll das? Und wer bezahlt so eine Volksverdummung?

    http://www.kkh-erfurt.de/kliniken/urologie/flyer/kleiner_schnitt.pdf

    http://www.kribbelbunt.de/artikel/ratgeber/ratgeber-medizin-gesundheit/beschneidung/
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    Drei Wochen vor Schaffung des BGB § 1631d boten die Erfurter Rotarier dem Beschneidungsverharmloser eine Bühne:

    Beschneidung – Eine Kontroverse aus juristischer und medizinischer Sicht

    20.11.2012 – 19.00 h
    Referent: Harald Dörig Josef Schweiger
    Protokollant: Constanze Kreuser
    Ort: Radisson Blu Hotel

    http://www.rotary1950.net/erfurt/01_termine/index.php?tid=11546&kat=3&thema=Beschneidung+-+Eine+Kontroverse+aus+juristischer+und+medizinischer+Sicht&mydesign=grau&client=erfurt&client_wID=5297&print=true&tid=11546&kat=3&thema=Beschneidung+-+Eine+Kontroverse+aus+juristischer+und+medizinischer+Sicht

    http://www.rotary1950.net/erfurt/01_termine/index.php?tid=11546&kat=3&thema=Beschneidung+-+Eine+Kontroverse+aus+juristischer+und+medizinischer+Sicht
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    Nachname Schweiger … man lese Petra statt Josef. In Österreich sagt man statt Junge Bursche. Empfehlenswert der Hinweis auf Schmidbauer. Die Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin in Salzburg erkennt:

    Sowohl die weibliche Genitalverstümmelung als auch die männliche Vorhautamputation sind massive Eingriffe in die körperliche und sexuelle Integrität von Menschen, die lebenslange Auswirkungen auf das sexuelle Erleben und auch das sexuelle Empfinden der Partnerin/des Partners haben. Dies im „Schutze“ der Religionsgemeinschaften willkürlich an Minderjährigen zu praktizieren ist eine Menschenrechtsverletzung, die das Recht auf Freiheit und Unversehrtheit missachtet und auch das Recht auf Schutz vor traditionellen gesundheitsschädlichen Praktiken.

    Die Vorhaut am Penis ist ein sehr empfindsames Organ, das die sexuelle Erregbarkeit und die Penetration erleichtert. Beschnittene Männer berichten in Sexualtherapien häufiger von Empfindsamkeitsproblemen und Orgasmus-Schwierigkeiten. Auch die Partnerinnen beschnittener Männer sind häufiger mit Schmerzen während des vaginalen Verkehrs konfrontiert und erleben geringere sexuelle Erfüllung. Das sind die intimen Folgen dieses Eingriffs, über die nachhaltig geschwiegen wird.

    Petra Schweiger

    http://diestandard.at/1342947707746/Beschneidung-Der-Kern-der-Sache-ist-die-Sexualitaet
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    Die „hygienischen“ Rechtfertigungen sind durchsichtige Vorwände. Sie sollen einen Brauch legitimieren, der sehr alt ist und ein angespanntes Verhältnis zur Sexualität formuliert, das gegenwärtig sogar manchmal als eine Art Penis-Verbesserung gehandelt wird.

    Routine infant circumcision (RIC) – routinemäßige Neugeborenenbeschneidung – nennt sich die Praxis, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde, um die in der prüden viktorianischen Gesellschaft verpönte Masturbation zu erschweren. …

    Die Entfernung der Vorhaut von Säuglingen ist buchstäblich einschneidender als die von Erwachsenen oder älteren Kindern. Da Vorhaut und Eichel bei fast allen Neugeborenen noch fest verwachsen sind, ähnlich wie Fingernägel mit dem Nagelbett, müssen diese beiden Strukturen zunächst einmal auseinandergerissen werden. Danach wird – je nach Methode – die Vorhaut längs abgeklemmt und eingeschnitten, mit einem Beschneidungsinstrument rundum für mehrere Minuten gequetscht und schließlich mit einem Skalpell amputiert.

    Die gesamte Operation dauert bis zu zwanzig Minuten. Obwohl in medizinischen Studien bewiesen wurde, dass die Neugeborenen extreme Schmerzen erleiden, ist eine adäquate Betäubung auch heute noch eher die Ausnahme als die Regel.

    Wolfgang Schmidbauer

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/nach-dem-koelner-urteil-beschneidung-ist-nicht-harmlos-1.1401049

    Zuerst erschienen in der Süddeutschen Zeitung am 3.7.2012

    Harmlos ist die Beschneidung nicht – sie wird nur von Interessengruppen so dargestellt
    Wolfgang Schmidbauer

    http://www.wolfgang-schmidbauer.de/harmlos-ist-die-beschneidung-nicht-2654/
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    Ritual, Trauma, Kindeswohl
    Professor Dr. Matthias Franz
    FAZ 08.07.2012

    … Im Gegensatz zur weiblichen Genitalbeschneidung besteht für psychotraumatische Aspekte und mögliche Langzeitfolgen weithin kein Problembewusstsein. Ähnlich wie bei anderen typisch männlichen Gesundheitsrisiken, wie der erhöhten Suizidrate, dem frühen Herztod oder der verringerten Lebenserwartung, fehlt auch in Bezug auf die leidvollen Aspekte der Genitalbeschneidung von Jungen eine entsprechende Sensibilität. Die Ausblendung des sexuellen Gewaltaspektes bei der rituellen Zirkumzision von Jungen wird erleichtert durch die, verglichen mit der Genitalbeschneidung von Mädchen, weitaus geringere Organschädigung. Darüber hinaus erscheint das klaglose Eingehen und Ertragen von Gesundheitsrisiken bis heute als ein konsensfähiger Kernaspekt männlichen Rollenverhaltens.

    Gleichwohl stellt die Entfernung der Vorhaut im Säuglings- oder Kindesalter ein Trauma dar und kann zu andauernden körperlichen, sexuellen oder psychischen Komplikationen und Leidenszuständen führen. Über diese Problematik wird aus Respekt vor religiösen oder kulturellen Tabus und aus Angst vor möglichen Konflikten bislang vorwiegend in Fachkreisen diskutiert. So kann es nicht bleiben. …

    Die Forschung zeigt, dass die Erfahrung elterlicher Gewalt während der Kindheit Brüche in der emotionalen Wahrnehmung und Empathiefähigkeit des später erwachsenen Kindes bewirken kann. Kindheitlich erfahrene Traumata können verinnerlicht und später auch selber wiederholt werden. Kollektiv rituell vermittelte traumatische kindliche Erfahrungen können daher zu Empathiebrüchen führen und zu gruppalen Überzeugungen mit Abwehrfunktion organisiert werden. Dadurch kann die Einfühlung in das Erleben der nächsten Opfer desselben Rituals beeinträchtigt werden: Es kann und darf nicht schlecht gewesen sein, was die Eltern damals mit mir gemacht haben. Deshalb tue ich es auch.

    Ein solcher traumatisch bedingter Empathiebruch kann aufgrund hoher Eigenbetroffenheit auch die Ängste der eigenen Kinder (zum Beispiel vor der Beschneidung) betreffen und so zu einer Fortsetzung der rituellen Praxis führen, insbesondere wenn diese für Kohäsion und Identität der sozialen Bezugsgruppe wichtig ist. Kollektive Überzeugungen und Rituale werden gruppal also besonders dann unreflektierbar tradiert, wenn der elterliche Gewaltaspekt des betreffenden Rituals aus eigenen Abwehrbedürfnissen heraus verleugnet werden muss. Dann kann das emotionale Erleben von Angst und Schmerz des kindlichen Opfers von den handelnden Erwachsenen nicht mehr empathisch erfasst werden, und eine Täter-Opfer-Kette kann sich transgenerational über lange Zeiträume hinweg etablieren. Eine deutsche Variante, noch gar nicht so lange her: Eine ordentliche Tracht Prügel hat noch niemandem geschadet.

    Ärztliches Handeln ist auf wissenschaftlicher Grundlage allein dem Wohl des individuellen Patienten verpflichtet und muss zuallererst Schaden von diesem abwenden. Rituell geforderte körperlich invasive Eingriffe, insbesondere gegenüber nicht einwilligungsfähigen Personen, und ärztliches Handeln schließen sich per se aus. …

    Eine höchstrichterliche Klärung der kontrovers diskutierten Rechtsfragen im Zusammenhang mit der rituellen Vorhautbeschneidung ist angesichts des erheblichen Konfliktpotenzials wahrscheinlich und wünschenswert. Hierbei sollten nicht nur die Bedürfnisse von Erwachsenen, sondern auch die körperlichen und seelischen Risiken für das Kind und dessen Erlebnisverarbeitung Berücksichtigung finden.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/beschneidung-ritual-trauma-kindeswohl-11813995-p4.html?printPagedArticle=true
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    What Is the Greatest Danger for an Uncircumcised Boy?
    A doctor’s visit can harm your boy.

    Darcia Narvaez, Ph.D. in Moral Landscapes

    http://www.psychologytoday.com/blog/moral-landscapes/201110/what-is-the-greatest-danger-uncircumcised-boy
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    If Your Son Is Not Circumcised… Beware the Well-Baby Check
    Christiane Northrup, MD

    http://www.huffingtonpost.com/christiane-northrup/circumcision_b_3443415.html
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    Oft entsteht sie durch übermäßiges Reinigen (Reinlichkeitsbalanitis), welches die Eichelhaut entfettet und stark beschädigt. Die Reinlichkeitsbalanitis begünstigt oft eine Phimose, da sich durch das viele Waschen die Vorhaut verhärten kann.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Eichelentz%C3%BCndung
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    Hallo Erwachsene auch aus dem Kreis der KiKA-Zuschauer und auch in Erfurt: Grundsätzlich keine Beschneidung veranlassen und grundsätzlich die Finger weg von der kindlichen Penisvorhaut, denn PFFR gilt es zu vermeiden:

    Answers To Your Questions About Premature (Forcible) Retraction of Your Young Son’s Foreskin

    National Organization of Circumcision Information Resource Centers (NOCIRC)

    http://www.nocirc.org/publish/pamphlet6.html
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    Forced and Premature Retraction of the Foreskin

    The intact foreskin of a young boy should NEVER be retracted …

    You must be very diligent in insisting that your Pediatrician respect your son’s development, and NOT forcibly retract. STAND THERE AND WATCH! They’ll do it as soon as you turn your back.


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  7. Machandelboom Says:

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    12.12.2013

    Ein Jahr nach der Verabschiedung des das Kindeswohl einschränkenden sowie (gegenüber den Mädchen) Jungen diskriminierenden und allein damit schlicht verfassungswidrigen Beschneidungsgesetzes BGB § 1631d ziehen Ärzteverbände und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) eine negative Bilanz.
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    Die Bundesregierung wollte mit dem Gesetz bestehende Rechtsunsicherheiten beseitigen. Aus Sicht von MOGiS e.V. – Eine Stimme für Betroffene, TERRE DES FEMMES, (I)NTACT, pro familia Niedersachen, dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie ist dieses Vorhaben jedoch gescheitert. Ihre Bilanz nach einem Jahr Beschneidungsgesetz ist negativ.

    Christian Bahls, 1. Vorsitzender von MOGiS e.V. – Eine Stimme für Betroffene, erklärte im Rahmen der Pressekonferenz:

    „Zur Behauptung, das Gesetz stelle alle Beteiligten zufrieden, kann ich Ihnen versichern, dass dies bei den Betroffenen bestimmt nicht der Fall ist.“ Er verwies zudem darauf, dass die Legalisierung nichttherapeutischer Vorhautamputation an Jungen aus jeglichem Grunde von verschiedenen namhaften Strafrechtlern als verfassungswidrig angesehen wird. …

    Christa Müller von (I)NTACT e.V. – Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen erklärte:

    „Die erzwungene männliche Beschneidung ist wie die weibliche Genitalverstümmelung ein Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Als Menschenrecht muss dieses für Jungen und Mädchen auf der ganzen Welt uneingeschränkt gelten. Weder religiöse, soziale, noch kulturelle Überzeugungen dürfen die Amputation der männlichen Vorhaut oder der weiblichen Klitoris und der Schamlippen rechtfertigen. Mit der gesetzlichen Erlaubnis der medizinisch nicht indizierten Beschneidung kleiner Jungen in Deutschland wurde ein Einfallstor für die Genitalverstümmelung von Mädchen geschaffen.“ Müller befürchtet, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis eine Familie nach dem Grundsatz der Gleichberechtigung der Geschlechter die Erlaubnis für die Beschneidung ihrer Tochter in Deutschland vor Gericht erstreitet.

    http://www.frauenrechte.de/online/images/downloads/presse/PM_Beschneidung-12-12-2013.pdf

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    Beschneidungsgesetz: Ärzte halten an ihrer Kritik fest
    Dtsch Arztebl 2013; 110(51-52): A-2460 / B-2171 / C-2091
    Osterloh, Falk

    … Die Politik reagierte mit dem „Gesetz über den Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männliches Kindes“, das der Bundestag am 12. Dezember 2012 beschloss.

    „In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und, ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind“, heißt es darin. Zudem darf bei einem „nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kind“ eine „medizinisch nicht erforderliche Beschneidung“ vorgenommen werden, wenn sie „nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll“.

    Ärzte- und Kinderschutzverbände haben ihre Kritik an dem Gesetz nun, ein Jahr nach dessen Verabschiedung, wiederholt. „Das Gesetz hat die Situation für die Neugeborenen, Säuglinge und Kleinkinder nicht verbessert“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin, Prof. Dr. med. Manfred Gahr, am 12. Dezember auf einer Pressekonferenz in Berlin. Denn ein nichtärztlicher Beschneider dürfe keine wirksame Anästhesie durchführen, weder eine Allgemeinnarkose noch eine örtliche Betäubung. Folglich würden in Deutschland bei Neugeborenen Beschneidungen ohne Schmerzausschaltung vorgenommen. „Das halten wir für grausam und nicht ethisch vertretbar“, so Gahr.

    Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, Prof. Dr. med. Bernd Tillig, wies in diesem Zusammenhang auf ein Dilemma hin: Auch eine Narkose sei für Neugeborene mit besonderen Risiken behaftet. Selbst ein Mediziner, der eine Narkose vornehmen dürfte, müsste sie also aus seinem Ethos heraus ablehnen. Und Emla-Creme, die bei Beschneidungen zur örtlichen Betäubung mitunter verwendet werde, sei ungeeignet und habe lediglich eine „Alibifunktion“. Tillig kritisierte zudem, dass vor der Verabschiedung des Gesetzes viel zu kurz über dessen Inhalte diskutiert worden sei: „Wir mussten erleben, dass die meisten seriösen Stellungnahmen zu dem Beschneidungsgesetz überhaupt nicht beachtet wurden.“ Rechtssicherheit sei deshalb lediglich für die Beschneider eingeführt worden, nicht aber für die beschnittenen Kinder.

    „Eine Zirkumzision aus rituellen oder religiösen Gründen lehnen wir ab“, bekräftigte der Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Dr. med. Ulrich Fegeler. Beschneidungen ohne therapeutischen Nutzen dürften frühestens nach Erreichen der notwendigen Einwilligungsfähigkeit der Betroffenen durchgeführt werden – nur so sei sichergestellt, dass der Betroffene sich der Tragweite dieser Entscheidung bewusst sei. …

    http://www.aerzteblatt.de/archiv/152542/Beschneidungsgesetz-Aerzte-halten-an-ihrer-Kritik-fest

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    Ein Jahr Beschneidungsgesetz – NGOs und Ärzte üben Kritik
    FOCUS 12.12.2013

    Wie die verbotene weibliche Genitalverstümmelung verstoße auch die Beschneidung bei Jungen gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit, sagte Irmingard Schewe-Gerigk von „Terre de Femmes“ am Donnerstag in Berlin. „Was bei Mädchen verboten ist, darf bei Jungen nicht erlaubt sein.“ …

    Bei zahlreichen Beschneidungen komme es zu Komplikationen. Dazu zählten Infektionen und Blutungen. Gahr fordert, dass Beschneidungen – wenn überhaupt – zumindest unter medizinischer Aufsicht geschehen.

    Außerdem müsse mehr dafür getan werden, ältere Kinder über Risiken und mögliche Spätfolgen aufzuklären, sagte Andreas Bergen von „pro familia“. Dabei müsse die mögliche Einschränkung der sexuellen Erlebnisfähigkeit zur Sprache kommen. Das Gesetz regele die Aufklärung und das Mitspracherecht von älteren Jungen aber nicht ausreichend. „Dieses Gesetz ist unglaublich schlampig formuliert.“

    Aus Sicht des Präsidenten der Gesellschaft für Kinderchirurgie, Bernd Tillig, sind die Kinderrechte per Gesetz beschnitten worden.

    http://www.focus.de/politik/deutschland/gesundheit-ein-jahr-beschneidungsgesetz-ngos-und-aerzte-ueben-kritik_id_3477928.html

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    Immerhin hat Andreas Bergen von pro familia erkannt, dass es Risiken und („mögliche“) Spätfolgen geben kann. Leider immer noch zu verharmlosend gedacht und gesagt: die Spätfolgen KANN es nicht geben, sie WIRD es geben!

    Die stets gegebene (und nicht nur irgendwie „mögliche“) Einschränkung der sexuellen Erlebnisfähigkeit muss auch nicht „zur Sprache kommen“, sondern das Gesetz BGB § 1631d muss jetzt vom Bundesverfassungsgericht als grundgesetzfeindlich eingestuft werden – die dazu notwendige Verfassungsbeschwerde ist vom Zentralrat der Ex-Muslime und befreundeten Kinderrechtsorganisationen schließlich im Dezember 2013 in Karlsruhe eingegangen.

    Die Lösung darf jetzt nicht sein, die Jungen möglichst früh zu beschneiden, in einem Alter also, in dem man ihnen noch nicht so viel erklären kann und muss. Nein, man hat den ganz Kleinen sexuelle Sensitivität und Funktion nicht zu rauben und sie dem nicht geringen Komplikationsrisiko nicht auszusetzen – und man hat die schon etwas größeren Jungen nicht mit Gerede zur prinzipiell schädigenden Kult-OP zu überlisten!

    Keine Beschneidung unter achtzehn!

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    Das auf der Mitgliederversammlung von pro familia NRW am 09.03.2013 verabschiedete Stellungnahme Papier (pro familia NRW zur Frage der Jungen-Beschneidung) nennt wichtige Grundlagen:

    „pro familia NRW hält die Zirkumzision für einen schwerwiegenden chirurgischen Eingriff mit irreversiblen Auswirkungen. Die Genitalbeschneidung verletzt das grundgesetzlich verbriefte Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit. Dieses Recht und die UNO-Kinderrechtskonvention schützen Jungen genauso wie Mädchen vor jeder Form körperlicher Gewaltanwendung.“

    Das ist richtig erkannt – und müsste jetzt allerdings allen Verantwortlichen in Kindergarten, Jugendverbandsarbeitarbeit, Jugendamt und Kultusministerium aktiv und kompromisslos vermittelt werden, ohne sich von den alsbald heranrauschenden Bärten, Turbanen, Kopftüchern oder großen runden schwarzen Hüten beeindrucken zu lassen. Achso. Großes Schweigen.

    Einigermaßen schön immerhin, dass pro familia das Beschneidungsgesetz eher ablehnt („für verfehlt“ hält) und stattdessen Dr. Ulrich Fegeler vom bvkj (s. u.) zustimmend zitiert.

    Das eingangs Genannte aber ist gleich an zwei Stellen zu seicht:

    „Seit 2008 kritisiert pro familia NRW die Beschneidung von Jungen als Eingriff in die körperliche Selbstbestimmung. Die Beschneidung von Mädchen wird von pro familia NRW bereits seit vielen Jahren als Genitalverstümmelung verurteilt.“

    … denn was bitteschön hat pro familia „seit 2008“ in unseren Innenstädten, Wohlfahrtsverbänden, Hochschulen für Soziale Arbeit oder städtischen Jugendzentren gegen die rituelle Zirkumzision getan? Gibt es irgendwo in NRW eine durch pro familia organisierte Demo, einen Flyer, eine Multiplikatorenschulung Null Toleranz zur Jungenbeschneidung? Und ist die richtig von FGM redende pro familia dazu willens und in der Lage, das religiöse (jenseitszentrierte; heilssichernde) Werk der Sünnetci oder Mohalim als MGM zu bezeichnen, männliche Genitalverstümmelung?

    http://www.profamilia.de/fileadmin/landesverband/lv_nordrhein-westfalen/Stellungnahme_Jungen-Beschneidung.pdf

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    Dr. Ulrich Fegeler
    Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinderund Jugendärzte (bvkj)

    „Die rituelle Beschneidung als Körperverletzung zu werten ist somit auch aus ärztlicher Sicht richtig. Sie verändert den Körper des Kindes irreversibel, ohne dass dafür eine medizinische Indikation vorliegt. Der Eingriff, soweit nicht kinderchirurgisch durchgeführt, ist robust und blutig. Er ist mit einer nicht zu vernachlässigenden Komplikationsrate von immerhin 6% belastet. Sofern dieser Eingriff nach mosaischem und nach klassischem muslimischem Ritus traditionell ohne Analgesie durchgeführt wird, ist diese Art der Beschneidung ein mit erheblichen Schmerzen verbundener Eingriff, der damit sogar in die Nähe der schweren Körperverletzung rückt.“

    Prof. Dr. Matthias Franz
    Stellv. Direktor des Klinischen Instituts für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Düsseldorf
    und
    Vorsitzender des Instituts für Seelische Gesundheit und Prävention Düsseldorf

    „Einem kleinen hilflosen Jungen das Trauma der Genitalbeschneidung trotzdem zuzufügen befriedigt ausschließlich Bedürfnisse von Erwachsenen. Diese sind aber häufig in ihrem Handeln befangen durch klerikale Machtansprüche, Gruppendruck, unreflektierte Traditionen und Schuldgefühle. Seine normative Kraft und transgenerationale Loyalität bezieht dieses archaische patriarchalische Ritual aus der Identifikation der Opfer mit dem Handeln ihrer Eltern. Dabei spüren viele Mütter und Väter intuitiv, dass sie ihren Sohn und die Beziehung zu ihm durch die Beschneidung beschädigen könnten. Die symbolisierende Transformation oder das zeitliche Aufschieben der Vorhautbeschneidung bis zur Einwilligungsfähigkeit der Betroffenen sollten deshalb auch in Deutschland weiter Gegenstand einer faktenbasierten, argumentativen und im gegenseitigen Respekt aller Beteiligten geführten Diskussion bleiben.“

    Das ist ok, solange das „zeitliche Aufschieben“ nicht diskutiert sondern eingefordert und gesetzlich (also ggf. auch per Strafverfolgung) sichergestellt wird und der Kindesbegriff nicht das deutsche gesetzliche Jugendalter ausblendet, sondern, ganz im Sinne der UN-Konvention für Kinderrechte, das vollendete achtzehnte Lebensjehr meint.

    Was aber soll das „Gegenstand einer faktenbasierten … Diskussion bleiben“, wer ins Paradies will benötigt keine Wissenschaft und im Bundestag sind 2012 Tatsachen („Fakten“) wie Metzitzah B’Peh, schafiitische FGM oder islamische Jungenbeschneidung als absolute Schariapflicht bzw. als die nahezu kein Entkommen duldende islamische Orthopraxie zielsicher und erfolgreich totgeschwiegen worden. Statt dessen durften GRÜNEN-Politiker um Volker Beck und Claudia Roth am 19.07.2012 mit „Der körperliche Eingriff bei einer Beschneidung ist ein irreversibler Eingriff mit niedriger Eingriffstiefe, soweit er medizinisch fachgerecht durchgeführt wird“ die Psyche und Sexualität regelmäßig stark schädigende Beschneidung verharmlosen – derartig sind die „Fakten“, die beim Thema Islam benötigt werden.

    http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/pressezentrum/show.php3?id=403&nodeid=105

    Nicht nur der Dreizehnjährige oder jüngere, sondern auch der 14- bis 17-jährige Junge kann die Folgen einer (medizinisch unnötigen, nur um diese geht es hier) Zirkumzision für seinen Körper und seine Sexualität nicht einschätzen und demzufolge in seine Beschneidung nicht einwilligen.

    Noch ein Beispiel für die durch elterliche Allmacht auf Kosten des Kindeswohls zu erzeugende Körperbeschädigung, wieder aus dem einst spaßkulturell-postmodernen und nun zunehmend schariatotalitär-postmodernen Milieu der GRÜNEN:

    Beschneidung bedeutet hier Beheimatung in der Religion der Eltern. Dies zu verhindern ist auch eine Art Verletzung
    Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckhardt
    16.09.2012

    http://www.bild.de/politik/inland/katrin-goering-eckardt/interview-buendnis-90-die-gruenen-teil-2-26217666.bild.html

    Die GRÜNE hält die Entscheidung für unausweichlich: Eines muss jetzt und künftig ein bisschen kaputt gehen dürfen, Jungenpenis oder elterliche Frömmigkeit. Katrin Göring-Eckhardt weist den Kurs: Besser den Kinderkörper beschädigen lassen als das elterliche Rundum-Wonnegefühl der Geborgenheit im Käfig der das Seelenheil sichernden Werte der heiligen Schriften.

    http://www.bild.de/politik/inland/katrin-goering-eckardt/interview-buendnis-90-die-gruenen-teil-2-26217666.bild.html

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    pro familia hat 2013 die kinderrechtlich – und damit menschenrechtlich – unakzeptable Idee der Einrichtung eines (lediglich auf Zeit spielenden) zweijährigen „Runden Tisches“ mitgetragen. Zwischenzeitlich sollten Kinder gelassen straffrei genitalverstümmelt werden, so der Plan unmoralische. Die Rabbiner und Imame hätten die Gutmenschen auf Kosten des Kindeswohls zwei Jahre lang an die Wand gequatscht und wer erst einmal eine Phase lang die Jungenbeschneidung mitverantwortet (!) und zwar bei irgendwie noch geltendem Grundgesetz, der wird politisch-strategisch (eben bei Berufung auf dasselbe GG) wie glaubwürdigkeitsbezogen-moralisch nie mehr sagen können: so Freunde, jetzt genug geredet, jetzt aber das Verbot der Jungenbeschneidung.

    http://www.giordano-bruno-stiftung.de/sites/default/files/download/flyer-druckversion-worldwide-day-genital-autonomy.pdf

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    Zwei Bemerkungen zur eingangs erwähnten Presseerklärung:

    Der Landesgeschäftsführer von pro familia Niedersachsen, Andreas Bergen, bezeichnete § 1631d BGB als „Eingriff in das Grundrecht von männlichen Kindern und Jugendlichen auf körperliche Unversehrtheit“. „Wir halten eine Evaluation dieser Gesetzgebung für unverzichtbar notwendig: Der Gesetzgeber muss zur Kenntnis nehmen, welche Auswirkungen seine Gesetzgebung hat“, so Bergen. [Zitatende]

    Was gibt es da zu evaluieren? Die schädlichen Auswirkungen der Beschneidung lassen sich in den USA und durch den weltweit verbreiteten Islam sogar weltweit studieren, 117 tote amerikanische Kinder jährlich und in etwa New York immer wieder mit Herpes simplex infizierte Säuglinge nach Metzitzah B’Peh (oral sucking) reichen doch wohl. Und das „zur Kenntnis nehmen“ hilft gar nichts, lieber Andreas Bergen: der Deutsche Ethikrat sowie alle (!) Bundestagsabgeordneten hatten 2012 alle Informationen – sorgten aber dafür, dass diese nicht zur Sprache kamen, auf dass der unbestechlich lauschende Parlamentsstenograph sie nur ja nicht verewige.

    Zitat:

    Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), sprach sich grundsätzlich gegen die Beschneidung bei Minderjährigen ohne medizinische Indikation aus [stimmt nicht,wie wir gleich sehen werden, er will das informierende Gespräch und die Beschneidung des Vierzehn- bis Siebzehnjährigen]. Er sagte: „Zirkumzisionen ohne therapeutischen Nutzen dürfen frühestens nach Erreichen der notwendigen Einwilligungs- und Zustimmungsfähigkeit durchgeführt werden. Nur so ist sichergestellt, dass der Betroffene sich der Tragweite dieser Entscheidung bewusst ist.“ Fegeler weiter: „Voraussetzung ist hier die umfassende Aufklärung des Jugendlichen (ohne Dabeisein der Eltern) über die Folgen der Vorhautentfernung.” [Zitatende]

    Der Junge von 14 Jahren weiß aus eigenem Körpererleben nicht, wie sich erwachsene Sexualität als Unbeschnittener anfühlt. Und wenn die Virhaut erst amputiert ist, ist es zu spät. Wir können ihn also nicht in die rituelle Verstümmelung einwilligen lassen.

    Und was wir in Good Old Germany unter der von Dr. Fegeler gewünschten „umfassende Aufklärung des Jugendlichen (ohne Dabeisein der Eltern) über die Folgen der Vorhautentfernung“ zu erwarten haben, hat uns gestern KiKA gezeigt, wo der Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie Dr. Josef Schweiger so derartig hochwertig und geduldig „umfassend aufklären“ konnte, dass sogar die Kopftuchträgerin und Islamische Religionslehrerin Annett Abdel-Rahman zufrieden war.

    Fordert für jeden schariapflichtigen Jungen die Vorhautamputation wie seit mehr als tausend Jahren jeder Scheich oder Imam:

    KiKA-Beschneidungsberaterin und Islamlehrerin Annett Abdel-Rahman

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  8. Machandelboom Says:

    Kinderrechtsbeschädigungskanal
    Kinderkörperverletzungskanal
    KiKA

    Philosophie
    … mal ganz (programm-)philosophisch!
    [gekürzt]

    Unser Auftrag
    … ein öffentlich-rechtliches Kinderprogramm soll informieren, bilden, beraten, unterhalten und dabei den spezifischen Bedürfnissen der jungen Zielgruppe Rechnung tragen. Kinder wollen aber vor allem lachen und ebenso wie Erwachsene spannend unterhalten werden, sie haben einen ganz natürlichen Wissensdurst und möchten auch emotional berührt werden.

    Wertevermittlung
    Das wertvollste Gut einer Gesellschaft sind die Kinder. Kinder bedeuten Zukunft und Kinder brauchen in ihrer Entwicklung Orientierung. Fernsehen ist nach wie vor das Leitmedium. Ein Fernsehprogramm kann und soll nicht erziehen, aber Kindern Denkanstöße liefern. KiKA ist sich dieser Verantwortung bewusst und fördert die soziale, emotionale und kognitive Entwicklung. Der Sender steht für Toleranz und Freundschaft, fördert somit die soziale Kompetenz und die Entwicklung eines vernünftigen Umgangs mit dem Medium Fernsehen.

    Keine unnötige Gewalt
    … KiKA verliert nie aus dem Blick, dass Kinder in einer sich ständig verändernden gesellschaftlichen Realität leben, Konflikte inklusive. Kinderfernsehen ist nicht Heile-Welt-Fernsehen und ist verpflichtet, die Lebenswirklichkeit der Kinder abzubilden. Und es muss Lösungen zur Konfliktbewältigung vorstellen. …

    Bildung
    Kinder sind neugierig. Sie wollen etwas wissen. Der Kinderkanal von ARD und ZDF vermittelt Wissen und liefert als einziger Sender täglich aktuelle Informationen für Kinder. In Nachrichtensendungen, in Magazinen, in interaktiven Live-Sendungen, aber auch in fiktionalen Programmen und Unterhaltungssendungen werden Themen kindgerecht aufbereitet und vermittelt. KiKA hat die Aufgabe, Kinder in ihrer Bildungsentwicklung zu begleiten. Er nimmt dadurch eine besondere gesellschaftliche Verantwortung wahr. Kinderfernsehen ist nicht die Fortsetzung des Schulunterrichts mit anderen Mitteln. KiKA leistet jedoch einen Beitrag, um Kinder auf die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten.

    (…)

    http://www.kika-presse.de/index.cfm?fuseaction=kika.page&page_id=84

  9. Çocukların Fiziksel Bütünlük Hakkı Says:

    Der Vorstoß gegen Körpermutilationen an Minderjährigen (bzw. nur an Minderjährigen unter 14?!?), von Piercing über Tätowierung bis Beschneidung oder Schönheitsoperationen (Kinderrechtlerin Marlene Rupprecht u. a., Europarat 01.10.2013), wird in der Türkei registriert.

    Modern Avrupa, sünnet hakkında tarihi bir karara imza attı.
    Das moderne Europa, hat eine historische Entscheidung über die Beschneidung unterzeichnet.

    Çocukların Fiziksel Bütünlük Hakkı
    Children’s right to physical integrity

    Avrupa Konseyi Parlamenter Meclisi (AKPM)
    Rat der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE)

    AKPM Sosyalist Grup üyesi Alman parlamenter Marlene Rupprecht

    http://www.g-magazin.com/haber/genel_1/avrupaya-gore-sunnet-gereksiz/236.html

    Strasbourg, 01.10.2013 – PACE has said it is “particularly worried” about certain violations of the physical integrity of children – including the circumcision of young boys for religious reasons, early childhood interventions in the case of intersexual children, and the coercion of children into piercings, tattoos or plastic surgery – which supporters tend to present as beneficial to the children themselves, despite clear evidence to the contrary.

    http://assembly.coe.int/nw/xml/News/News-View-EN.asp?newsid=4663&lang=2&cat=8

    Der Stellvertretende Ministerpräsident Bekir Bozdağ ist gelernter Theologe (!) und zusätzlich beinahe Jurist. An der Theologischen Fakultät der Universität Uludağ in Bursa erwarb er einen Master in Geschichte der Religionen, an der Selçuk Üniversitesi in Konya studerte er dann noch ein bisschen Rechtswissenschaft.

    Die europäischen Werte der Freiheit und der Religion sieht Bozdağ mit Füßen getreten, falls das elterlich gewünschte Kindergenitalbeschneiden auch nur ein wenig eingeschränkt wird:

    „Bu açık bir şekilde din ve vicdan özgürlüğüne müdahaledir. Hukuki değildir, kabul edilemez bir yaklaşımdır. Dies ist eindeutig ein Eingriff in die Freiheit der Religion und des Gewissens. Das ist nicht legal, ist eine inakzeptable Vorgehensweise.“

    Das stimmt, nicht beschnitten zu sein ist koran-juristisch nicht halal und nicht beschneiden zu dürfen sogar ganz schlimm haram.

    Dann das zu befürchtende Heranschleichen der genitalverstümmelnden Scharia ins absolut unantastbare Jugendalter. Der deutsche alternative Gesetzesvorschlag vom 12.12.2012, ungehemmtes Beschneiden der Vierzehnjährigen sei erlaubt, wird von der zunehmend islamradikal orientierten türkischen Regierung genau wahrgenommen:

    erkek çocuklarının ise 14 yaşına
    wenn Jungen mit 14 Jahren

    http://www.hurriyet.com.tr/avrupa/24842146.asp

    Marlene Rupprecht, so jedenfalls scheint es an vielen Stellen im Ausland eingeschätzt zu werden, verhält sich auf europäischer Ebene nicht anders als im Deutschen Bundestag, wo sie im Dezember – trotz aller ausgezeichneter Argumente der vergangenen Monate – den Alternativentwurf unterstützte, der den Vierzehnjährigen selbst entscheiden lassen will, ob er den familiär ersehnten Vorhautverlust doof oder prima findet.

    Das ist ganz schlecht, denn der Vierzehnjährige aus einem fundamentalistischen oder sonstwie denkfeindlichen Milieu wird wahrscheinlich nicht in der Lage sein, zu der ihm durch seine Familie angebotenen Beschnittenwerden Nein zu sagen. Die eigenen Eltern zum (angeblichen) Herzschmerz und Wehklagen wegen schariawidrigen Vorhautbesitzes zu bringen oder von allen Brüdern und Nachbarsmädchen eben dafür verachtet zu werden ist nämlich keine einfache Option.

    a child means every human being below the age of eighteen years

    Beschneidungs“fest“ ist nämlich ein wenig wie beim Prinzip Mafia … sie machten ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte.

    Nein, WIR müssen das Kind oder den Jugendlichen vor den an allerlei Teufel und Engel glaubenden beschneidungsgeilen Tantchen und Onkelchen bewahren. Ender Çetin (s. u.), Erziehungswissenschaftler und Turkologe, Vertreter der muslimischen Dachverbände im Berliner Beirat für Familienfragen sowie Vorsitzender der Şehitlik-Moschee (DİTİB) in Neukölln, der gestern bei KiKA im Erwachsenen-Chat zum Beschönigen der rituellen Beschneidung im Einsatz war, wird das nicht tun, sondern zum Schariagehorsam locken.

    Rupprecht is one of a group of parliamentarians in Germany who believe that boys should not be circumcised until they reach the age of 14 and only if he has given his consent. In addition, Rupprecht asserts that the circumcision should always be carried out by a paediatric surgeon or urologist.

    Das reicht auch nicht, wie uns das gestrige real-schlimme sprich beschneidungswütige Beispiel KiKA und Dr. Josef Schweiger zeigt. Minderjährige müssen durch den Souverän (immerhin noch das Volk) vor jeder unnötigen Operation geschützt werden, d. h. Piercing, Tattoo, Beschneidung, Schönheitsoperationen wie Silikonbrustimplantate – alles NIE UNTER ACHTZEHN. Wie Autofahren und Whisky-Kaufen sozusagen. Dann können wir loslegen und GEGEN diesen Unsinn argumentieren und aufklären, was Sinn nur ergibt, wenn der Körper noch heil ist.

    http://equality4men.com/2013/10/02/10-reasons-german-socialist-wants-europe-to-ban-male-circumcision/



    Sommer 2012, das kinderfreundliche Kölner Landgerichtsurteil machte gerade die Kleriker wild und die Politiker nervös. Ender Çetin von der DİTİB-geführten Berliner Şehitlik-Moschee verschweigt, dass vielerorts zum Glück überwundenen Praktiken wie Sklaverei, Hexenverbrennung oder Steinigung auch „kultureller Akt“ waren:

    „Bei uns ist die Beschneidung nicht nur ein religiöser, auch ein kultureller Akt“, sagte am Mittwoch der Vorsitzende der Neuköllner Sehitlik Moschee, Ender Cetin. „Jede Woche gibt es große Beschneidungsfeste, das gehört zu unserem Alltag.“ Weitaus heftiger reagierte Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin: „Das ist eine Kriegserklärung an das Judentum!“ Auch die christlichen Kirchen kritisierten eine Einschränkung der Religionsfreiheit. …

    Die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg sieht in dem Urteil ein weiteres Zeichen für die Entfremdung gegenüber religiösen Riten. Die Katholische Bischofskonferenz kritisierte es als „schwerwiegenden Eingriff in die Religionsfreiheit und das Erziehungsrecht der Eltern“. Mitglieder der islamischen und jüdischen Gemeinschaften müssten sich mit Sorge fragen, ob sie in Deutschland ungehindert ihren religiösen Pflichten nachkommen könnten.

    aus: Beschneidungs-Urteil empört Religionsvertreter
    von: Andrea Beyerlein
    in: Berliner Zeitung 28.06.2012

    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/streit-um-religionsfreiheit-auch-in-berlin-beschneidungs-urteil-empoert-religionsvertreter,10809148,16493300.html

    Convention on the Rights of the Child

    Article 24

    a child means every human being below the age of eighteen years

    3. States Parties shall take all effective and appropriate measures with a view to abolishing traditional practices prejudicial to the health of children.

    http://www.unicef.org/turkey/crc/cr23c.html

    Übereinkommen über die Rechte des Kindes

    Im Sinne dieses Übereinkommens ist ein Kind jeder Mensch, der das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat

    (3) Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Massnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.

    http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19983207/index.html

  10. MGM-Boykott = KiKA-Boykott Says:

    TV-Tipp: Tahsins Beschneidungsfest
    Heute um 13:30 im Kinderkanal, anschließend Diskussion mit:

    Michael Stumpf KiKA, Programmgeschäftsführer
    Prof. Dr. Sandra Fleischer Uni Leipzig, Medienpädagogin
    Prof. Dr. Jörg Rüpke Uni Erfurt, Max-Weber-Kolleg, Religionswissenschaftler

    Am Sonntag um 13:30 Uhr können Sie hier an dieser Stelle am Webtalk teilnehmen. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Ab 14:00 Uhr wird die Gesprächsrunde der Experten im Webtalk live übertragen. Sie können zuvor und währenddessen ihre Fragen ans Expertenteam stellen.

    https://blasphemieblog2.wordpress.com/2014/01/19/tv-tipp-tahsins-beschneidungsfest/comment-page-1/

    *

    Nach der Sendung konnten Kinder chatten

    Ab 14:00 Uhr konnten sich auch die Zuschauerkinder an KiKA wenden. Im Chat in der KiKA-Community mein!KiKA standen die Religionswissenschaftlerin Annett Abdel-Rahman und die KiKA-Redakteurin Silvia Keil zur Verfügung, um den Kindern die Fragen zum Thema zu beantworten.

    http://www.kika.de/kika/eltern/aktuelles/index.shtml
    *
    *
    Aus dem gnädigerweise zugelassenen Chat für letzte etwaige zaghafte „Anliegen“ oder geboten kriecherisch gestellte „Fragen“.

    Zum Glück redeten viele Klartext und sind eigentlich alle gegen die uralte rituelle Penisvorhaut-Abschneidung:

    Christiane[KiKA]:
    Willkommen zum KiKA-Webtalk zum Doku-Format „Schau in meine Welt!“. Hier sehen Sie ab 13.30 Uhr die Folge „Tahsins Beschneidungsfest“ im Livestream. Anschließend ist Zeit für Ihre Fragen, die Sie ab jetzt direkt hier im Chat stellen können. Im Webtalk haben wir fünf Experten zu Gast, die ab 14 Uhr Ihre Anliegen beantworten werden.

    Andreas:
    Was für mögliche physische und psychische Folgen/Risiken hat eine Beschneidung?

    wollepelz:
    Wie sehen die Konsequenzen bezüglich der späteren Sexualität aus?

    Anja:
    Wie kann es sein, dass die Beschneidung von Mädchen berechtigterweise als das Grauen dargestellt wird, das es ist, während die ebenso schreckliche Beschneidung von Jungen weiterhin verharmlost und romantisiert wird?

    Bernd Kammermeier:
    Sagt eigentlich jemand den Kindern innerhalb dieser Kulturen, dass man auch ohne Genitalverstümmelung ein ganz normaler Mann wird?

    wollepelz:
    Ich bin beschnitten. Jetzt mit 40 ist meine Sexualität dadurch vollkommen zerstört. Wie kann man die Beschneidung derartig mit einem guten Gewissen im TV präsentieren?

    Michael:
    Werden Mädchen in Afrika durch eine Beschneidung erst zu einer richtigen Frau? Warum die Unterscheidung nach Geschlechtern?

    Michael:
    Warum werden die Kinder belogen, alle Muslime müssten beschnitten werden? Eine solche Pflicht gibt es, anders als im Judentum, im Islam gerade eben nicht. Tradition ja, Pflicht nein.

    [ Anmerkung: Michael irrt leider, die (auch weibliche) Beschneidung ist der schafiitischen Rechtsschule eine islamische Pflicht und selbst den Hanafiten derartig verbindlich, dass dem Gruppenzwang niemand entrinnen kann – kein Imam lehrt, dass es für einen muslimischen Mann ein im islamischen Sinne gelingendes Leben als unbeschnittener Erwachsener geben könne. „Tradition“ – arab. sunna daher türk sünnet f. d. Beschneidung – dient der Heilssicherung. Die Beschneidung ist – wie der Hidschab – Teil der Scharia und einen Islam ohne Scharia gibt es seit 1400 Jahren (noch) nicht. ]

    Kay:
    Produktionsfirma katholisch, Herr Rüpke Religionswissenschaftler, Herr Schweiger von einem kath. Krankenhaus, Herr Cetin Vorsteher einer Moschee, alles schön in religiöser Hand. Atheisten wurden wohl bewusst nicht eingeladen.

    Bela2012:
    Die Beschneidung entfernt den empfindsamsten Teil des männlichen Penis. Die fünf sensitivsten Stellen des Penis befinden sich auf der Vorhaut. Die Übergangsregion von der äußeren zur inneren Vorhaut ist die empfindsamste Stelle des intakten Penis und ist sensitiver als die empfindlichste Stelle, die der beschnittene Penis noch besitzt.*
    *Sorrells ML, Snyder JL, Reiss MD et al. Fine-touch pressure thresholds in the adult penis. BJU Int 2007;99:864-9.

    Katharina:
    Warum wird nicht erwähnt, dass sich ALLE europäischen Kinderaztverbände GEGEN Beschneidung ohne medizinische Indikation aussprechen?

    Steffen:
    Warum wird diese Tradition nicht hinterfragt?

    Jörg:
    Ich wurde mit 7 Jahren beschnitten und habe dies Zeit meines Lebens gehasst. Wie Sie das Thema hier romantisierend präsentiert haben, entsetzt mich. Sie haben so vieles aus der Wahrheit ausgeblendet, was man den Kindern eigentlich erklären müsste.

    FWisne:
    traurig, religionsstaat BRD

    Hannes Moser:
    Warum wird nicht über die möglichen Spätfolgen gesprochen? Ich bin beschnitten und habe große Probleme damit, seelische, körperliche, sexuelle. Und Männer wie mich gibt es viele. Kein Wort davon? Ist das Ihre Definition von Objektivität?
    an Moderator versendet

    wollepelz:
    Wieso darf ein Arzt öffentlich sagen, dass es sich bei der Beschneidung von Jungs NICHT um eine Verstümmelung handelt?

    Katharina:
    Falsch! Die Beschneidung ist im Islam KEIN wichtiges religiöses Gebot (steht NICHT im Koran!), sondern lediglich Tradition!

    [ Anm.: das ist leider nicht richtig, Katharina, siehe Anmerkung oben – kein Islam ohne Hadith und Fatwa. Das Beschnittensein jedes muslimischen Mannes ist Teil der Fitra (angeborenes Orientiertsein auf Allah hin) und Tahara (rituelle Reinheit), gehört zur Scharia (Allahs Himmels- und heilssichernde und Weltordnung). Die Scharia muss weg (illegal bleiben bzw. werden), sonst bekommen wir die Beschneidung nicht weg. ]

    wollepelz:
    Warum geht die Diskussionsrunde so komplett an den Fragen und Stellungnahmen hier vorbei?

    Dieter:
    Die Argumente die ich für die Beschneidung aus dem Film und hier im Chat herauslese, sind: Es ist eine Tradition, die Religion schreibt es vor, die Gesellschaft erwartet es („ich bin der einzige der es noch nicht hinter sich hat) usw. Die Risiken und Nachfolgen werden nicht thematisiert. Die Vorhaut ist eine sehr empfindsame Stelle und spielt eine wichtige Rolle für die Sexualität des Mannes – In späteren Jahren kann es zu Orgasmusunfähigkeit führen. Die Vorhautamputation ist auch nicht ohne Risiken, es kommt zu „Unfällen“ bei denen die Eichel verletzt wird und auch zu Todesfällen.
    An Moderator versendet

    Anja:
    Der Arzt stellt den Zusammenhang von HIV und Beschneidung falsch dar. Er hat sehr offensichtlich das entsprechende Paper nicht gelesen. Das ist sehr tragisch.

    Michael:
    Der Chefarzt redet von angeblichen Vorteilen (HIV, HPV) – wie oft haben kleine Kinder Sex? Und die Empfehlungen der WHO für Afrika sind in höchstem Maße umstritten und wissenschaftlich kaum haltbar.

    Bianca:
    Wann wird endlich auf die Nachteile eingegangen?

    Katharina:
    Herr Dr. Schweiger, warum stimmen Sie sich nicht mit Ihren Arztkollegen ab? Auch der Verband der Kinderchirurgen legt nichtmedizinische Beschneidung ab?

    Daniela Kühnau:
    Warum erzählt Dr. Schweiger nicht, dass die USA-Kinderärzte die einzigen sind, die noch präventive „Vorteile“ für Kinderbeschneidung sehen? Die Amerikaner haben da eine völlige Einzelmeinung und keine der „Vorteile“ der Beschneidung wirkt bevor der Betroffene sexuell aktiv wird.

    Robert:
    Gegen HIV sollte man Kondome benutzen und sich nicht auf ein verringertes Risiko durch Beschneidung einlullen…

    Anneliese:
    Die weibliche Genitalverstümmelung ist ebenfalls Tradition und eine „Notwendigkeit“ in vielen Ländern, das rechtfertigt aber die Durchführung nicht.
    an Moderator versendet

    Melanie:
    Bitte erwähnen Sie doch einmal, dass Kinder in Deutschland ein Vetorecht haben! Dann dürfen die Eltern ihr Kind nach geltendem Recht nicht beschneiden.

    Christiane[KiKA]:
    Liebe Chatteilnehmer, vielen Dank für Ihr Interesse und die vielen gestellten Fragen. Leider konnten wir aufgrund der Vielzahl der Anfragen nicht alle beantworten. Den Webtalk können Sie später hier noch einmal in Ruhe nachsehen. Wir verabschieden uns für heute aus unserem KiKA-Webstudio und wünschen noch einen schönen Sonntag.

    http://www.mdr-interaktiv.de/clients/kika/2014/01/19/de/

    http://www.nuklearsprengkopf.de/wp-content/uploads/2014/01/KiKa_Webtalk_log_14019.txt

  11. Bragalou Says:

    Ausschnitte aus:

    Beschneidung ist ein genitales Trauma
    Vortrag von Prof. Matthias Franz beim Bundesforum Männer

    Berlin am 24.06.2013

    (…)

    Wenn man von Befürwortern der rituellen Jungenbeschneidung hört, die Amputation der Vorhaut sei ein harmloser kleiner Eingriff, der auch hygienischen Zwecken dienlich sei oder sogar – wie auf dieser Tagung von Edna Brocke geäußert- bei der Beschneidung werde überhaupt kein Gewebe entfernt, hat dies mit den Fakten nichts zu tun und man fragt sich, welchem Zweck derartig offensichtlich falsche Äußerungen dienen sollen.

    Die Evolution bringt keine überflüssigen Körperteile hervor. Alles hat seinen tiefen Sinn. Das gilt auch für das biologisch hochfunktionale Gewebe der Vorhaut des Jungen. Die Vorhaut ist von Geburt an mit der Eichel verklebt, um die Eichel und das kindliche Genitale zu schützen. Diese Verklebung macht eine Entfernung der Vorhaut bei der Beschneidung besonders schmerzhaft. Nach ihrer natürlichen Ablösung von der Eichel spätestens in der Pubertät verstärken ihre dicht gepackten Tastzellen das Lusterleben während des Geschlechtsverkehrs und tragen so zu einer Vertiefung der Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau bei. Darüber hinaus schützt die Vorhaut die Eichel vor Sensibilitätsverlust, weil die nach der Beschneidung frei liegende Eichel durch Verhornung ihre Lustempfindlichkeit nach und nach verliert. In Bevölkerungsstudien wird deutlich, dass beschnittene Männer und ihre Partnerinnen häufiger unter sexuellen Einschränkungen leiden als unbeschnittene Männer. Schließlich kann die Beschneidung schwere Komplikationen nach sich ziehen, auch wenn sie unter chirurgischen Bedingungen ausgeführt wird.

    Möglich sind abgesehen von seelischen Langzeitfolgen: Schmerzen, Nachblutungen, narbige Verwachsungsstränge an der Eichel mit Erektionsbehinderung, Entzündungsgefahr und der Notwendigkeit weiterer Operationen. Weiter: lokale Wundheilungsstörungen bis zum Verlust des Penis, Wundinfektionen, Sepsis, unbeabsichtigte Teilamputationen der Eichel oder des Penisschaftes, Verengungen der Harnröhrenmündung an der Eichel oder Harnröhren-Fisteln. Die Rate der Komplikationen wird – auch unter Beachtung medizinischer Standards – mit etwa 2% bis 4% angegeben. Häufig liegt sie höher. Bei jährlich Millionen beschnittenen Kindern resultiert eine hohe Anzahl körperlich aber auch seelisch beschädigter Jungen. Zahlreiche Todesfälle wurden in Folge der Beschneidung beschrieben. Gerade verstarb in Holon, Israel, wieder ein Baby im Anschluss an seine Beschneidung. Dies alles sollten Eltern genau wissen und bedenken, bevor sie ihren Sohn beschneiden oder beschneiden lassen.

    Man kann aus ärztlicher Sicht heute feststellen, dass es keine medizinischen oder „hygienischen“ Gründe für die Entfernung einer gesunden Vorhaut eines gesunden kleinen Jungen gibt. Sämtliche angeführten Gründe lassen sich – wenn vom Betroffenen gewünscht – durch eine Beschneidung im einsichts- und einwilligungsfähigen Alter realisieren.

    Am Thema der Jungenbeschneidung verdichtet sich zudem ein Wertekonflikt zwischen anscheinend nicht verhandelbarer ritueller Praxis und dem laut Grundgesetz sowie der UN-Kinderschutzkonvention unteilbar gültigen Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit. Die Auseinandersetzung folgt einem epochalen Trend zugunsten einer in Europa zunehmenden Gewaltfreiheit und Sensibilität für Kinderrechte. Unterbrochen von Katastrophen und nach dreihundertjähriger zivilisatorischer Entwicklung der hart erkämpften Rechte für Kinder, Frauen, Minderheiten, ja sogar von Tieren, ist heute in Europa und ja – endlich auch in Deutschland – Gewalt gegen Kinder zunehmend verpönt. Die schutzbereite Haltung des Erwachsenen dem Kind gegenüber stellt historisch gesehen zwar eine junge zivilisatorische Errungenschaft dar. Ihre Sinnhaftigkeit für eine insgesamt gewaltärmere gesamtgesellschaftliche Entwicklung wird jedoch in immer überzeugenderer Weise durch wissenschaftliche Forschungsergebnisse gestützt.

    (…)

    Es geht um eine zivilisatorische Haltungsfrage. Es geht darum jedes Kind – auch Kinder aus jüdischen oder islamischen Gemeinden – im Rahmen der geltenden Rechtsordnung und der UN-Kinderschutzkonvention vor Verletzungen zu schützen, die sie als schwächere Opfer über sich ergehen lassen müssen, weil sie sich nicht wehren können. Wie wir in Deutschland mit Kindern umgehen, was wir ihnen zumuten und wie konsequent wir sie vor Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung schützen, hat viel mit dem Gewaltpotenzial in unserer Gesellschaft und der Zivilisierung unseres Umganges miteinander zu tun. Hier ist sicher nicht nur die Beschneidung zu kritisieren – sondern auch Wohlstandsverwahrlosung, Desinteresse oder sogar eine Geringschätzung der Entwicklungsbedürfnisse unserer Kinder.

    Aber der Schutz kindlicher Genitalien vor dem verletzenden Zugriff durch unreflektierte Verletzungsrituale gehört auch zu den Entwicklungsaufgaben einer sich zivilisierenden Gesellschaft. Hier haben wir Ärzte mit einer klaren Haltung einen wichtigen Beitrag zu liefern.

    (…)

    Das macht Angst, setzt fragwürdige Normen und bewirkt eine transgenerationale Einfühlungsstörung. Wir sind deshalb verpflichtet, gerade auch im endlich demokratisch gewandelten Deutschland die Kinderrechte unnachgiebig einzufordern.

    Eine Lösung dieses Konfliktes kann nicht auf der Grundlage von Angst und Zwang oder mittels widersprüchlicher Gesetze erfolgen. Die Frage: „Was tue ich da meinem Sohn eigentlich an?“ wird auch in religiösen Gemeinden lauter werden. Der symbolische Ersatz der Beschneidung wie z.B. im Brit Shalom oder die zeitliche Verschiebung kann in einer säkularen Demokratie mit staatlichem Gewaltmonopol eine kindgerechte Lösung werden. Das vom Deutschen Bundestag in seinen Konsequenzen unzureichend überdachte und überstürzt verabschiedete Gesetz zur Erlaubnis der Jungenbeschneidung wird die Diskussion nicht beenden. Es wird vielleicht sogar Wünschen nach Erlaubnis der religiös begründeten Genitalbeschneidung auch von Mädchen wieder Vorschub leisten.

    Immerhin doch 100 der Abgeordneten des Deutschen Bundestages – man zögert, den Begriff Parlamentarier zu verwenden – konnten sich dem enormen Außendruck entziehen, unter dem die Verabschiedung der nun herbeigeführten gesetzlichen Regelung stand. Die konzertierte Drohkulisse, die historischen Verstrickungen und das mit großen Ängsten besetzte Thema hatte bei vielen Beteiligten fast aller politischen Parteien deutlich wahrnehmbar zu einer Beeinträchtigung der Faktenwahrnehmung, Argumentationsfähigkeit und Autonomie geführt. Dies bewirkte, dass die Mehrzahl der Abgeordneten am 12. Dezember 2012 bei der überstürzt erzwungenen Verabschiedung des Beschneidungsgesetzes mit Tunnelblick an einer unübersehbaren Tatsache vorbei gesehen haben: »Hier und jetzt verletzen wir Kinderrechte«.

    Das Gesetz erlaubt nun die Beschneidung von Jungen unter bestimmten – oder besser – unter sehr unbestimmten Bedingungen. So wurde die medizinische Fachkunde des Durchführenden relativiert, die Frage der Schmerzbetäubung blieb unklar und Jungen können auf Wunsch der Eltern auch aus anderen Gründen als religiösen sowie gegen ihren offensichtlichen Willen beschnitten werden. Der Verfassungsrechtler Merkel hat darauf aufmerksam gemacht, dass es Eltern, die beispielsweise die Selbstbefriedigung ihres Jungen unterbinden möchten, zwar verboten wäre ihren Jungen deswegen zu schlagen. Die unpräzisen Formulierungen des Gesetzes hinsichtlich der Beschneidungsmotive würden es ihnen aber erlauben den Jungen beschneiden zu lassen. Straf- und Verfassungsrechtler sehen deshalb durch die jetzige Regelung wesentliche Grundrechte wie das auf körperliche Unversehrtheit, Selbstbestimmung, Religionsfreiheit und den Gleichheitsgrundsatz verletzt.

    Viele Juristen, Ärzte, Wissenschaftler, Politiker und Betroffene sind mit dieser Situation unzufrieden und äußern schwerwiegende Bedenken. Dies kann orthodoxen Religionsvertretern, die in der Verletzung kindlicher Genitalien den Kern ihrer religiösen Identität sehen, nicht gefallen. Trotzdem werbe auch ich zusammen mit vielen anderen dafür, sich in dieser Angelegenheit eindeutig und ohne jeden Vorbehalt auf die Seite des Kindes zu stellen. Die Zeit wird in Europa langsam reif dafür. Die Debatte wird auch innerhalb der Religionsgemeinschaften zunehmend auf wissenschaftlicher Grundlage geführt werden und Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie, der Hirn- und Präventionsforschung stärker berücksichtigen als bisher. Die religiös oder pseudomedizinisch begründete Verletzung und die genitale Diskriminierung von Jungen muss daher benannt und samt der momentanen Rechtspraxis in Frage gestellt werden.

    http://www.beschneidungsforum.de/index.php?page=Thread&threadID=2903&s=ca2ae0135f205b5a39799ff75288479fe021873e

    ::
    ::

    11:55 Impulsvortrag: Sinn und Essenz der Beschneidung im Judentum
    Dr. Edna Brocke, Judaistin, ehemalige Leiterin der Alten Synagoge Essen.

    12:15 Impulsvortrag: Beschneidung ist ein genitales Trauma
    Prof. Matthias Franz, Psychotherapeut, Universität Düsseldorf.

    http://vaeter-und-karriere.de/blog/index.php/2013/05/15/dialogtagung-des-bundesforum-manner-beschneidung-von-jungen-am-24-juni-2013-in-berlin/

  12. Bragalou Says:

    [mit Nachtrag; nach der Veranstaltung vom 28.01.2014]

    EUROPARAT
    28.01.2014
    HEARING ZUM THEMA BESCHNEIDUNG VON JUNGEN
    ::

    On 28 January, PACE’s Social Affairs Committee will hold a hearing on the circumcision of young boys, following the adoption in October 2013 of the Assembly’s resolution on children’s right to physical integrity (programme to come).

    http://www.assembly.coe.int/nw/xml/News/News-View-EN.asp?newsid=4830&lang=2&cat=8

    http://website-pace.net/en_GB/web/apce/diary

    http://assembly.coe.int/nw/xml/XRef/Xref-DocDetails-EN.asp?fileid=20057&lang=EN&search=Y2lyY3VtY2lzaW9u

    ::
    Tuesday 28 January

    • Election of a Judge to the European Court of Human Rights in respect of Denmark
    • Refusing impunity for the killers of Sergei Magnitsky
    • Communication from the Secretary General of the Council of Europe, presented by Thorbjørn Jagland
    • Joint debate
    oA strategy to prevent racism and intolerance in Europe, and statement by Laura Boldrini, President of the Chamber of Deputies of Italy
    o Tackling racism in the police
    • Evaluation of the partnership for democracy in respect of the Palestinian National Council

    ::
    ::

    Israel will im Europarat für Beschneidung werben

    Jerusalem, 21.1.14 (Kipa) Das israelische Parlament will im Europarat mit einem Film für die rituelle Beschneidung von Jungen werben. Geplant sei ein etwa achtminütiger Beitrag mit Experteninterviews, der unter anderem die Vorzüge der Vorhautentfernung im Kampf gegen Aids in Afrika dokumentieren solle, berichtete die Tageszeitung «Jerusalem Post» (Onlineausgabe Montagabend).

    Der Film solle von einem Vertreter Israels bei einer Sitzung des Sozial- und Gesundheitskomitees des Europarates gezeigt werden. Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hatte im Oktober die rituelle Beschneidung von Knaben in einer Resolution als «Verstoss gegen die körperliche Unversehrtheit von Kindern» verurteilt.

    Entsprechende Gesetze sollten sicherstellen, dass «bestimmte Operationen und Praktiken nicht ausgeführt werden, bevor ein Kind alt genug ist, um zu Rate gezogen zu werden». Jüdische Organisationen und Israel kritisierten die Resolution, unter anderem wegen der Gleichsetzung von Knabenbeschneidungen und der Genitalverstümmelung von Mädchen. (kipa/kna/ami)

    http://www.kipa-apic.ch/index.php?pw=&na=0,0,0,0,d&ki=250924

    ::
    ::

    Am 28. Januar 2014 im Europarat!

    Revised draft programme
    Children’s right to physical integrity
    Hearing of experts on the circumcision of young boys
    following the adoption of Resolution 1952 (2013) and
    Recommendation 2023 (2013) in October 2013
    Tuesday 28 January 2014, from 2 pm to 3.30 pm
    Room 1, Palais de l’Europe
    Strasbourg

    Exchange of views
    with the participation of:

    Professeur Bernard Lobel, Urologist, Professor at the Faculty of Medicine, Former Head of Department at the University Hospital Centre of Rennes, Member of the French Academy of Surgeons, France

    Assistant Professor Mesrur Selçuk Silay, Paediatric Urologist, Bezmialem Vakif University, Faculty of Medicine, Division of Paediatric Urology, Istanbul, Turkey

    Dr Wolfram Hartmann, Paediatrician and President of the Professional Federation of Paediatricians and Youth Doctors, Germany

    Mr Ronald Goldman, Ph.D., Researcher and Director of the Circumcision Resource Center, Boston, USA

    http://website-pace.net/documents/19855/196594/AS-SOC-2014-06-EN.pdf/0c2df2d8-8e28-49e2-97ca-b2a08d0d6585

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    Nearly 300 debate circumcision at packed hearing

    Nearly 300 parliamentarians, religious leaders, medical doctors and civil society activists attended a major hearing on the question of circumcision of young boys held today on the margin of PACE’s Winter session in Strasbourg.

    The hearing, streamed live over the web, was organised by PACE’s Social Affairs Committee following the October 2013 adoption of the Assembly’s resolution and recommendation on “children’s right to physical integrity”, and aimed to encourage the open debate on this subject called for by the Assembly.

    Invited speakers included French urologist Professor Bernard Lobel, Turkish paediatric urologist Mesrur Selçuk Silay, German paediatrician Wolfram Hartmann and Boston-based circumcision researcher Ronald Goldman.

    Representatives of religious organisations and NGOs active in this field also spoke, as well as members of the Knesset, which holds observer status with PACE.

    The 1995 television documentary “It’s a Boy” by British director Victor Schonfeld, as well as extracts from a new film putting forward the point of view of the Knesset observer delegation, were also screened prior to the hearing.

    http://assembly.coe.int/nw/xml/News/News-View-EN.asp?newsid=4851&lang=2&cat=13

    Hearing on the circumcision of young boys

    23/01/2014
    Social Affairs, Health and Sustainable Development

    http://assembly.coe.int/nw/xml/News/News-View-EN.asp?newsid=4851&lang=2&cat=133

    ::
    ::

    Medical associations in Sweden and Denmark have strongly recommended a ban on the non-medical circumcision of boys, reports the Jewish Telegraphic Agency.

    The Sweden Medical Association, which counts 85% of the country’s physicians as members, recommended setting twelve as the minimum age for the procedure and requiring a boy’s consent in a resolution which was unanimously passed by the ethics council, reported the Svenska Dagbladet.

    The Danish College of General Practitioners, a group with 3,000 members, made a statement that ritual circumcision of boys was tantamount to abuse and mutilation, according to Danish newspaper BT. They polled their readers and found that 87% were in favor of a ban on non-medical circumcision. …

    In September 2013, the Child Rights International Network released a joint statement from the Nordic Ombudsmen for children and pediatric experts which said, “As Ombudsmen for Children and pediatric experts we are of the opinion that circumcision without medical indication is in conflict with Article 12 of the Convention on the Rights of the Child, which addresses the child’s right to express his/her own views in all matters concerning him/her, and Article 24, point 3, which states that children must be protected against traditional practices that may be prejudicial to their health.” It was signed by representatives from Norway, Sweden, Finland, Denmark, Iceland, and Greenland. …

    Erik Ullenhag, Sweden’s minister for integration, said that existing rules on circumcision would not be changed. “I have never met any adult man who experienced circumcision as an assault,” Ullenhag said, according to JTA. “The procedure is not very intensive and parents have the right to raise their children according to their faith and tradition.”

    Dem schwedischen Integrationsminister bleibt also nichts anderes übrig, als die Beschneidung – völlig faktenfern – zu bagatellisieren: “Die Prozedur ist nicht sehr tiefgreifend.” Eigentlich müsste Ullenhag jetzt das Elternrecht der Schafiiten auf Mädchenbeschneidung fordern. Das Internet ist voll von Erfahrungsberichten Beschnittener, die von einem Angriff auf ihren Körper reden – das müsste auch Ullenhag eigentlich wissen.

    aus: Ritual Circumcision Ban Recommended In Sweden And Denmark By Medical Associations
    in: The Huffington Post 27.01.2014

    http://www.huffingtonpost.com/2014/01/27/circumcision-ban-sweden-denmark_n_4674547.html?utm_hp_ref=religion

  13. Machandelboom Says:



    In two fresh statements, Danish doctors express deep concern over ritual circumcision of boys. The Danish Society of Family Physicians, whose 3,000 members include two thirds of all general practitioners in Denmark, announced in December that circumcision of underage boys with no proper medical indication is nothing short of mutilation. In a separate statement, the overarching Danish Medical Association recommended earlier this week that non-therapeutic male circumcision should wait until the boy or young man is old enough to provide informed consent. An editorial in Jyllands-Posten, the second largest national newspaper in Denmark, urged the Danish government yesterday to ban ritual circumcision of underage boys, and a result poll among readers of BT, another large national newspaper, showed that 87 percent of well over 26,000 votes were in favour of such a ban. …

    On January 27, a motion for a new resolution, conceived by the Knesset’s circumcision delegation to marginalize the recently passed PACE resolution, will be discussed in the Bureau of the Council of Europe. If successful, it will lead to a new debate and a new vote in the Parliamentary Assembly during the spring of 2014. Hopefully, the Bureau of the Council of Europe will have the resolve to stand up for children’s rights, despite this pressure. …

    Today’s and tomorrow’s children should be protected against irreversible and medically unnecessary alterations of their bodies. When they reach the age of majority (typically 18 years), they can freely choose to undergo any ritual surgery they might want. Hopefully, 2014 will be the turning year when politicians across Europe will agree with their doctors, ombudsmen for children, sexologists, and human rights advocates that religious arguments must never trump the protection of children’s basic human rights. To cut off functional, healthy parts of other people’s bodies without their explicit and well-informed consent can never be anybody’s right – religious or otherwise.

    Morten Frisch
    24.01.2014

    http://cphpost.dk/news/circumcision-divide-between-denmark-and-israel.8440.html



  14. East is East (Film, 1999) Says:

    EAST IS EAST

    A movie of Damien O’Donnell (direction) and Ayub Khan-Din (script)

    The circumcision of Sajid

    George:

    During the scene he talks about religious and social reasons which allow a circumcision. He’s convinced that a foreskin doesn’t belong to a man. For him it is an ugly and disgusting skin that has to be cut. Especially his choice of words shows that: “…your son got bloody tickle-tackle..”

    Here one can really find a lot of typical attitudes of the character of George. His religion and his reputation is very important for him. By his will to wed his eldest son, Nazeer, and afterwords Tariq and Abdul, he shows that he wants his children to keep his Pakistani traditions alive. He thinks that therefore his children will become happy but this a fatal error.

    Ella

    For Ella a circumcision isn’t as important as for George. She isn’t Muslim, so there’s no religious law saying to her that having a foreskin is forbidden. Nevertheless she doesn’t say anything against the circumcision of Sajid although she sees that Sajid fears the operation. That’s why she says to him: “It is only a little operation. It won’t hurt.”

    She asks her friend Annie whether she’s a good mother. That shows a conflict in her: On the one hand she loves her husband, but on the other hand she also loves her children who fear her husband because he wants them to do things they doesn’t want to. So she really doesn’t know what she should do. She’s caught between to stools. Should she agree with George or should she help her children and be against her husbands decisions?

    Sajid:

    Sajid really fears the operation. He locks himself in the little cabin in the backyard. This action just as his jacket that he wears in the whole film shows that he’s introverted, so he doesn’t want to show his penis to other people or to let it cut by other people …

    Maneer:

    Maneer is a very religious character. That’s why he wears a religious cap and sandals. … So his attitude to the foreskin and the circumcision is that “foreskin is dirty”. …

    Saleem:

    Saleem doesn’t think like Maneer about foreskin. For him, if it is dirty, it won’t be there. He draws a penis with foreskin and says that the foreskin protects the end of a penis. So he thinks very positively about it.

    The fact that Saleem draws a penis shows that he really likes to draw. In a special college he learns to draw secretly because his father doesn’t allow it.

    http://east-is-east-ak.blogspot.de/2008/05/circumcision-of-sajid.html



    The next family crisis is the discovery that youngest son Sajid somehow never got circumcised as is preferred in Islam (which, comically, sends the Muslim children in the mosque into a panic). Sajid is promptly taken to the hospital to get circumcised. When Ella sees the pain her son has suffered due to the circumcision, the conflict between her love of her husband and her inability to stand up to him is readily visible. Left alone, the other children (barring Maneer) eat Islam-forbidden bacon and sausages until Meenah sees their parents returning with Sajid. They try to hide the evidence, but Ella smells it—then keeps George away just long enough for them to finish clearing up.

    http://en.wikipedia.org/wiki/East_Is_East_%28film%29

  15. East is East (Film, 1999) Says:

    Schlimmer Slang in der von „Verwestlichung“ sprich Islamlosigkeit bedrohten Familie, jeder zweite Satz verwendet bloody, verdammtnochmal.

    Der traditionsbewusste Patriarch sieht sich vor der gesamten Moscheegemeinde bloßgestellt, grausam entehrt, weil sein jüngster Sohn noch nicht vorhautamputiert ist.

    Schorsch: Getan? Isch werde sagen was er verdammtnochmal getan hat. Er hat misch verdammt blamiert. Die ganze Familie hat misch verdammt vorgeführt. Da gehe isch jahrelang Moschee. Wie soll isch morgen demm Mullah innet verdammte Gesischt gucken? Alldieweil DEIN SOHN noch diesen verdammten Dödel hat.

    George: Done? I tell you what he bloody done, missus. ‚E makes a bloody show of me. All the bloody family always makes a bloody show of me. I go to that mosque long time. Now how I looking Mullah in the bloody face? ‚Cause your son got bloody tickle-tackle.

    [Im Jargon steht tickle-tackle ironisch und frivol für das männliche Genital; Yet another slang term for male genitalia, but twee and camp rather than vulgar. „If you show me your boobs I’ll show you me tickle-tackle.“]

    http://de.urbandictionary.com/define.php?term=tickle-tackle

    Sajid (backing away): Get stoofed!

    [Ziemlich grob für Verpisst euch: „Fickt euch“; Didn’t know what „stoof“ meant so I looked it up. Stoof means „another word for sex, or when you want to fuck“.]

    http://justicebuilding.blogspot.de/2013/06/a-hero.html

    Drehbuch bzw. Filmbeschreibung zu Sajids Verhalten: backing away, weicht zurück; Sajid whimpers, Sajid wimmert, er hat also große Angst vor der männlichen Genitalverstümmelung.

    Die in Halacha und Islam dämonisierte Vorhaut als das männliche Lustorgan Nummer Eins wird zu DIESE SACHE:

    DIESE SACHE muss abjeschnitte sein!

    Auch das fromm tuende, aus Pakistan stammende und die Unmoral und „Verwestlichung“ seiner ziemlich englischen Familie fürchtende Familienoberhaupt verwendet lautstark und wenig fromm einen subproletarischen Slang:

    George: No bloody funny, you sees. It’s got be fixed! This thing has to be cutting! (Sajid runs away) Ey! Come ‚ere you bastard!


    Saleem: (secretly an art student, drawing an intact penis to show his brothers and sister) We draw ‚em all the time at college. … protects the end of the penis.

    Der totalitär spirituelle Manir kennt seine Religion:

    Vorhäute sind dreckig.

    Salim zweifelt eher am Glauben als an der Evolution:

    Es gäbe sie nicht, wenn sie wirklich dreckig wären.

    Maneer (the religious one): Foreskins are dirty.

    Saleem: They wouldn’t be there if they were dirty.

    Mina stellt alte Gewohnheiten in Frage:

    Warum schneidet man sie eigentlich immer ab?

    Meenah: Why do they cut it off?

    Der Sohn versteckt sich vor Schorsch und schließt sich auf dem Klo ein. Der islamisch jenseitszentrierte und schariakonform vorhauthassende Vater kann nur durch ein Loch in der Toilettentür zu Sajid hereinrufen:

    Hömma, du kannz DIESE SACHE nich haben, mein Sohn. Die gehört nich zu dir. Dat is nich unsre Religion, vastehste.

    George (calling through a hole in the outside toilet door to Sajid): You can’t ‚ave this thing, my son. It no belong to you. Not our religion, see. No worry about it. (Cajoling [redet ihm gut zu]) I buy you nice watch.

    Ella: Ach Schorschilein, warum warum sollen wir uns in seinem Alter mit dem ganzen Thema noch rumärgern.

    Oh why bother with all this now at ‚is age, George?

    Doch der seinen moscheegemeindlichen Ehrverlust fürchtende Ehemann erinnert an das im Islam sehr grundsätzlich präputial bedrohte Seelenheil.

    The ‚ell ist eigentlich hell also die Hölle und DIESE SACHE, der Vorhautbesitz, führe unweigerlich weg vom Paradies und ins ewige Feuer:

    George: Your son goin‘ bloody ‚ell with this thing. But we fixes.

    Die Ehefrau versucht es reformislamisch, keine Chance:

    Ella: Achnee, dat führt ihn nich inne Hölle.

    Ella: ‚E’s not goin‘ to ‚ell.

    George: I tell you, missus, it’s my ‚ouse, an I bloody control it. (They argue.)

    Nach der Genitalverstümmelung (aus schlechter Gewohnheit im Deutschen verharmlosend Beschneidung genannt) im Krankenhaus.

    Muslim „Schorsch“ lässt dem professionell perfekten doch unbekümmert genitalbeschädigenden, vermutlich indischen Arzt gegenüber eine für ihn gewohnte rassistische Bemerkung fallen, der immerhin gerade seinen Sohn „beschnitten“ sprich genitalverstümmelt hat.

    Das Beschneidungsgeschenk, eine Uhr, so lesen wir, sei irgendwie arabisch, vielleicht ein religiöser Wecker mit Gebetszeiten, sicherlich eine Anspielung auf das zeitlos islamische Zeitverständnis.

    Der ewige reine Osten ist im dekadenten England angekommen und hat mit euren wissenschaftlichen Erkenntnissen und euren allgemeinen Menschenrechten nichts zu tun, so ließe es sich mit „George“ sagen, uns korantreuen Orientalen die kulturelle Vormoderne, East is East.

    http://www.circumstitions.com/Movies.html
    *
    *
    *
    Oh, East is East and West is West, and never the twain shall meet,
    Till Earth and Sky stand presently at God’s great Judgment Seat;
    But there is neither East nor West, Border, nor Breed, nor Birth,
    When two strong men stand face to face, though they come from the ends of the earth!

    Rudyard Kipling (1889)

    http://en.wikipedia.org/wiki/The_Ballad_of_East_and_West

  16. Bragalou Says:

    Ein verkitschender Genitalverstümmelungsfilm kommt selten allein:

    Meine Beschneidung
    Kurzfilm (17 min). Regie: Arne Ahrens
    FBW-Prädikat besonders wertvoll

    Drehbuch: Arne Ahrens
    Kamera: Pedram Noutash

    Produktion: Neue Zeit Filmproduktion – Uludag Ahrens Tehrani GbR Ümit Uludag, SWR; Arte; Teymour Tehrani

    Förderer: MFG Baden-Württemberg; BKM; Hessische Filmförderung

    http://www.fbw-filmbewertung.com/film/meine_beschneidung


    „Jeder Film ist an dem Anspruch zu messen, den er an sich selbst stellt.“

    http://www.fbw-filmbewertung.com/bewertungskriterien?fbw_frontend=5ab885425066d9fb00a1a441a3ce0ef4

  17. Bragalou Says:

    Beschreibung

    Wenn es eines gibt, auf das der neunjährige Ümit so gar keine Lust hat, dann auf einen Ausflug mit seiner Familie in die Türkei. Erst recht nicht, wenn es um die Beschneidung geht, die dort auf ihn wartet. Ümit vermisst seine Freunde in Deutschland, findet alle, vor allem seinen Cousin Haluk, blöd und fühlt sich total fehl am Platz. Aber Tradition ist Tradition und so stellt sich Ümit seinen Ängsten. Aber nicht ohne sein Trikot von Mesut Özil!

    Eine kleine feine Geschichte über das Kindsein, das Erwachsenwerden und das Entstehen einer ungewöhnlichen Freundschaft.

    Die Jurybegründung
    Bester Kurzspielfilm: ‚Meine Beschneidung’

    „Dem Regisseur Arne Ahrens und den Produzenten Teymour Tehrani und Ümit Uludağ ist mit ‚Meine Beschneidung‘ ein von leichter Hand erzählter Kurzfilm gelungen. Obwohl es um Identität, Erwachsenwerden, Tradition, Familie und Freundschaft geht, gelingt es dem Film, die Themen nicht bedeutungsschwanger, sondern unverkrampft und dabei authentisch herauszustellen.
    So sind wir gerne der unvorhersehbaren Reise von Ümit aus Stuttgart zu seiner Beschneidungsfeier in die Türkei gefolgt. Und haben uns von einer charmanten, mit viel Freude erzählten Geschichte und überzeugenden Darstellern überraschen lassen.
    Den Machern dieses im besten Sinne unterhaltenden Kurzfilms wünschen wir den Sprung ins Langformat – gemäß den Worten ihres Protagonisten Ümit: ‚Check das ab, hier kommt mein Credo, ich geh ab wie ein Torpedo.’“

    http://www.19.filmschaubw.de/filmfestival/alle-filme/meine-beschneidung/

  18. Bragalou Says:

    Arne Ahrens

    http://de.wikipedia.org/wiki/Arne_Ahrens

    ausgepreist bis gepriesen jedenfalls preisgekrönt

    http://www.max-ophuels-preis.de/de/programm/programmarchiv/die_preistraeger_2013

    diverse Geldgeber aus dem Saarland

    http://www.max-ophuels-preis.de/de/partner/sponsoren_partner



    Arne Ahrens, Katholisches Filmwerk, … [kfw]

    [nach: Evangelische Kirche der Pfalz; vgl. ebenso ganz unten wie der Hinweis auf Kath. Bischofskonferenz und Tellux]



    Schule, Unterrichtsmateriel
    lerngut

    Meine Beschneidung Islam (DVD) Lehrfilm

    (s. u.)

    http://lerngut.com/medienzentren-lehrer-unterrichtsmaterial-dvd/

    Bei lerngut® finden Sie über 1.400 Unterrichts- und Bildungsmedien auf DVD und CD-ROM für Medien­zentren, Lehrer/-innen, Kindergärten, Familien und alle anderen „Wissbegierigen“. Dazu gehören: Unterrichtsmaterialien, Whiteboard-Tafelbilder und Whiteboard-Software, Arbeitsblätter, Experimentier­kästen, Dokumentationen, Kinderfilme, Lernprogramme, Lernwerkstätten und Werkzeuge.

    http://lerngut.com/

    Faszination Glaube Islam (DVD) Unterrichtsmaterial

    http://lerngut.com/islam/faszination-glaube-dvd-kaufen-unterrichtsmaterial/

    Kapitelübersicht der DVD und Laufzeiten in Minuten:

    Der Koran (04:30)
    Die Suren (05:31)
    Die Schrift (07:09)
    Die Sharia (03:48)
    Sunniten, Schiiten, Sufis (06:47)

    Enthaltene Arbeitsmaterialien im ROM-Teil der DVD:
    Bildergalerie und Surftipps.

    http://lerngut.com/produkte/unterrichtsmaterial-islam-das-wort-und-das-gesetz-teil-2-dvd-/





    Meine Beschneidung Islam (DVD) Lehrfilm

    Lehrfilm zur Beschneidung im Islam anhand des Beispiels eines neunjährigen türkischstämmigen Jungen.

    Einsatz-Empfehlung: Berufsschule; Hauptschule: 8. bis 9. Klasse; Realschule, Gymnasium: 6. bis 10. Klasse sowie für die gymnasiale Oberstufe – Sek 2.

    Eine DVD, 17 Minuten, drei Kapitel.

    Lizenzgebiete: Deutschland, Österreich, Schweiz (deutschsprachiger Teil), Luxemburg, Liechtenstein, Belgien und Italien-Südtirol.

    Sprachfassung: Deutsch. Untertitel in Englisch und Türkisch.

    Inkl. der nicht-gewerblichen öffentlichen Aufführungsrechte für Schulen, Printlife.

    Weitere Lizenzformen für Medienzentren finden Sie in der Detailansicht.

    http://lerngut.com/meine-beschneidung-islam-dvd-lehrfilm/religion/sek1/sek2-oberstufe/

    FSK-Freigabe: Lehrprogramm gemäß § 14 JuschG

    Auszeichnungen für den Lehrfilm auf DVD:

    Deutsche Film- und Medienbewertung – Prädikat besonders wertvoll Deutsche Film und Medienbewertung, Wiesbaden (FBW): Prädikat besonders wertvoll.

    Hessischer Filmpreis 2013: Bester Kurzfilm

    http://lerngut.com/meine-beschneidung-islam-dvd-lehrfilm/religion/sek1/sek2-oberstufe/

    http://lerngut.com/print.php?get=shop&type=details&number=4904



    Februar 2014

    Meine Beschneidung
    Arne Ahrens, Katholisches Filmwerk, Kurzspielfilm, Deutschland 2013

    http://www.evpfalz.de/gemeinden_cms/index.php?id=7127



    Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit im Erzbistum Paderborn (IRUM).

    … Max Ophüls Preis 2013: Publikumspreis …

    http://www.irum.de/970-Startseite/13773,Augenblicke–Kurzfilmtage-im-Kino.html



    kfw

    Das Katholische Filmwerk ist eine zentrale Vertriebseinrichtung für audiovisuelle und didaktische Medien der katholischen Kirche. Gesellschafter ist die apg – Allgemeine gemeinnützige Programmentwicklungsgesellschaft mbH. Für die apg zeichnen zu gleichen Teilen die Tellux-Gruppe und die Deutsche Bischofskonferenz als Gesellschafter. Zu den bisherigen Stammkunden zählen sämtliche kirchliche Medienzentralen sowie staatliche und kommunale Verleihstellen im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich, Luxemburg, Liechtenstein, Südtirol). Weil aber gerade bei didaktischen Medien die Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle spielt, zeigen die Nutzer verstärkt Interesse, ihre Medien nicht mehr nur zu entleihen, sondern direkt zu kaufen: Lehrerinnen und Lehrer, Mediotheken, Schulen, Pfarreien, religionspädagogische Arbeitsstellen, Akademien und Bildungshäuser, die ausgewählte themenorientierte Medien in ihrer Arbeit einsetzen.

    http://www.filmwerk.de/index.php?option=com_content&view=article&id=16&Itemid=10

    Katholisches Filmwerk GmbH (kfw)
    Frankfurt

    http://www.filmwerk.de/index.php?option=com_content&view=article&id=276:hessischer-filmpreis-fuer-qmeine-beschneidungq&catid=1:neues&Itemid=2

  19. Machandelboom Says:

    ::

    Immer wieder argumentiert Angelika Oetken überzeugend gegen eine etwaige Legalisierung von Pädosexualität. Vielleicht ist ihr Gleichnis auch für die gebotene Illegalisierung der Kinderbeschneidung verwendbar:

    „Einvernehmlichkeit in einem Machtgefälle gibt es nicht.

    Stellen Sie sich einmal vor, Max 11 Jahre alt, braucht Geld. Er kommt auf die Idee, das Haus seiner Eltern zu verkaufen. Zum Beispiel an mich. Ich biete ihm einen Preis, der in den Augen von Max großartig ist. Er willigt ein. In gegenseitigem Einvernehmen schließen wir den Handel ab.

    Das wäre aus der Perspektive von Erwachsenen unlauter. Warum ist so ein Geschäft wohl nicht rechtskräftig? Wer trägt die Verantwortung für die unseriöse Preisgestaltung und deren Folgen? Max? Er und ich? Oder wohl doch nur ich?“

    http://www.taz.de/!128801/

    ::

  20. Jacques Auvergne Says:

    11. und 17. Mai 2014. Die schariabegünstigende Kirche engagiert sich heiß und kitschig pro himmlisch befohlene Genitalverstümmelung. Neuer kinderfeindlicher Propagandafilm.
    ::

    Joanna St. (37) sitzt mit ihren Kindern Jan (5) und Celina (2) in der katholischen Kirche im hessischen Rödermark. … Ihr Mann Piri (40) stammt aus der Türkei und wünscht sich, dass sein Sohn Jan endlich beschnitten wird. … für ihn, den alevitischen Muslim, gehört Beschneidung einfach zum „Mannwerden“ dazu.

    So ist es auch bei Johanna (28) und Samir (40). Sie ist engagierte Protestantin und er stammt aus einer islamischen Familie in Tunesien. Samir hat sich von seinen eigenen religiösen Wurzeln abgewandt, weil er die Erfahrung gemacht hat, dass Religion den Menschen mehr Schlechtes als Gutes bringt. … für ihn steht fest: Allein aus kulturellen Gründen muss sein Sohn beschnitten ins Leben gehen.

    Gott und die Welt
    Taufe oder Beschneidung?

    So, 11.05.14 | 17:30 Uhr

    http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=C388DF18A116AD547668FEF503CEB80B

    ARD/HR GOTT UND DIE WELT, Taufe oder Beschneidung?, Ein Film von Ute Kolano und Heike Schröder, am Sonntag (11.05.14) um 17:30 Uhr im ERSTEN. Der aus der Türkei stammende Piri wünscht, dass sein 5-jähriger Sohn beschnitten wird.

    http://www.wunschliste.de/serie/gott-und-die-welt/galerie

    ::
    ::

    17.05.2014

    00:30 Uhr Gott und die Welt: Familie 2.0 – Taufe oder Beschneidung?
    Film von Ute Kolano und Heike Schröder

    http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=C388DF18A116AD547668FEF503CEB80B

    ::

  21. Intact Rödermark Says:

    Jan Maximilian Sofu, Eltern: Piri Sofu und Joanna Zofia Stasiak-Sofu, geb. Stasiak

    http://www.roedermark.de/index.php?id=93&tx_ttnews%5BpS%5D=1257030000&tx_ttnews%5BpL%5D=2591999&tx_ttnews%5Barc%5D=1&tx_ttnews%5Bpointer%5D=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1127&tx_ttnews%5BbackPid%5D=758&cHash=078330deb4

    die Polin Joanna Stasiak-Sofu, die Mitglied des Ausländerbeirats ist

    http://www.roedermark.de/index.php?id=93&tx_ttnews%5BpS%5D=1241128800&tx_ttnews%5BpL%5D=2678399&tx_ttnews%5Barc%5D=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=823&tx_ttnews%5BbackPid%5D=758&cHash=0c51c6306f

    Piri Sofu
    Homepage der Stadt Rödermark

    http://bgb.roedermark.de/bi/kp020.asp?KPLFDNR=182&options=4&tsDD=2&tsMM=6&tsYYYY=2005&history=switch

  22. Carcinòl Says:

    Bernd Kammermeier zum KiKA-Film:

    (…) Weder wurde diese Bestechung des Jungen kommentiert noch das brutalste soziale Druckmittel im Vorfeld des Ritus – die dem Zuckerbrot gegenüber lauernde Peitsche.

    Wie sagte Tahsin?: „Ich finde es blöd, dass meine Beschneidung jetzt erst stattfindet. Eigentlich sagen ja alle, dass man als Dreijähriger schon beschnitten werden sollte. Man fühlt sich echt nicht gut, weil alle anderen einen ständig hänseln.“

    Statt diesen Jungen in seinen Ängsten aufzufangen und diese gelten zu lassen, verkaufte der Film als positiv, dass man hinterher nicht mehr von den eigenen Freunden gemobbt wird. Es gibt sicher Sendungen beim KiKA, die Mobbing negativ kommentieren. Warum nicht in diesem Fall? Weil es religiöse Tradition ist? Auch diesen Punkt werde ich gleich durchleuchten.

    (…)

    bekam Tahsin ein Pflaster in den Farben seines Lieblingsfußballvereins Galatasaray Istanbul. Na, dann ist ja alles Bestens. Vor allem das Glück der Familie ist nun riesengroß. Wie sagte der Vater freudestrahlend?: „Es gibt ein Sprichwort, das besagt, dass es nicht jedem vergönnt ist, solche Vaterfreuden zu erleben. Da ist was dran. Ich bin jetzt stolz und richtig glücklich.“

    Die folgenden 2 Wochen blendet der Film vollständig aus, genau die Zeit, in der die Wunde langsam verheilt, in der Tahsin Beschwerden beim Wasserlassen und Anziehen haben muss, in der er sicher nicht sehr glücklich ist. Beim Fest sind die kleinen Zuschauer wieder dabei, vielleicht sogar ein wenig neidisch.

    Tahsin selbst scheint zu glauben, was ihm sein Leben lang indoktriniert wurde: „Alle sagen, dass ich jetzt ein Mann geworden bin, das macht mich natürlich glücklich.“

    Und wie kommentierte KiKA das opulente Beschneidungsfest?: „Es regnet Lametta und echtes Geld. Am Rande des Festplatzes hat die Familie einen Thron aufgebaut, hier werden die Geschenke überreicht.“ Jubel, Trubel, Heiterkeit.

    Jetzt meint Tahsin, es gehe ihm gut. Aber wenn das gar nicht stimmt? Wem könnte er sich anvertrauen? Wie sollte sich ein Elfjähriger gegen sein gesamtes soziales Umfeld auflehnen, das ihn in dieser Frage manipuliert hat seit er denken kann? Nach diesem Fest für den Rest von Tahsins Leben beginnt sein großes Schweigen, zu dem ihn ein Männlichkeitswahn verurteilt hat (…)

    Gründe für eine eventuelle Ablehnung, z.B. eine eingeschränkte Sexualität, können Kinder bis zur Pubertät unmöglich nachvollziehen.

    Warum stellte der Film nicht die naheliegenden Fragen, abseits der Sexualität? Z.B. ob jemand den Jungs innerhalb dieser Kulturen sagt, dass man auch ohne Genitalverstümmelung ein ganz normaler Mann wird? Oder dass jeder auch ohne Gott glücklich sein kann? In kindgerechter Weise hätte man kommentieren müssen, dass die Knaben durch sozialen Druck innerhalb der Familie – Stichworte: Familienehre, Tradition, Gottesfurcht – zu religiösen Gemeindemitgliedern indoktriniert werden.

    Diese aus Unerfahrenheit oder bewusster Desinformation resultierende, scheinbare Alternativlosigkeit zu einem archaischen Kindsopferritus ist es, die viele Erwachsene überfordert und bei der KiKA-Zielgruppe erst Recht nur Ratlosigkeit hinterlassen konnte.

    Dieser Film ließ sie allein, verstörte bestenfalls oder zementierte schlimmstenfalls einen in der heutigen Welt unmenschlichen Akt als unabänderlich. Aber hat nicht die eindeutige Ächtung weiblicher Genitalverstümmelung ein Umdenken in vielen afrikanischen Ländern ausgelöst? Dies würde ich mir auch in Bezug auf die männliche Genitalverstümmelung wünschen.

    (…) Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass meine sämtlichen Schreiben an KiKA und an die mir persönlich bekannte Geschäftsführerin der Ifage bis zum heutigen Tag unbeantwortet blieben.

    von: Bernd Kammermeier
    aus: Erstes Fazit zum KiKA-Beschneidungsfest: Messer am Penis – Schere im Kopf
    auf: GBS-Rhein-Main (Giordano Bruno Stiftung)

    http://www.gbs-rhein-main.de/erstes-fazit-zum-kika-beschneidungsfest-messer-am-penis-schere-im-kopf/

  23. Carcinòl Says:

    Der Freund der Beschneidung auf Kinderwunsch (Junge oder Mädchen) BRIAN D. EARP meint:

    The Centers for Disease Control and Prevention (CDC) has announced a set of provisional guidelines concerning male circumcision, in which they suggest that the benefits of the surgery outweigh the risks. …

    (…) Therefore, it should be up to the affected individual to decide about permanent genital-modification surgeries at such a time as he (or indeed she) can meaningfully factor in his or her own preferences and values (see Maslen et al. 2014). Circumcision before an age of consent is not a desirable health-promotion strategy, given more effective — and less ethically problematic — alternatives.

    Antrag abgelehnt. Keine Beschneidung unter achtzehn.

    Quelle:
    Brian D. Earp (Proposed CDC guidelines on male circumcision: A critique)

    https://www.academia.edu/9603843/Proposed_CDC_guidelines_on_male_circumcision_A_critique

  24. Edward von Roy Says:

    [ Stichworte
    Tuğsal Moğul
    Der goldene Schnitt
    Begleitmaterial für Pädagogen

    Tuğsal Moğul (Der goldene Schnitt) weicht dem Thema lebenslange Schädigung durch jede Zirkumzision aus oder ist nicht informiert. ]

    Pädagogisches Begleitmaterial zu
    DER GOLDENE SCHNITT
    von Tuğsal Moğul

    [ Die Schariapflicht zur Beschneidung aller Jungen – und schafiitisch aller Mädchen – wird in diesem Freibrief auf selektiv erlaubtes Denken der deutschen Schüler zum Thema Jungenbeschneidung („Begleitmaterial für Pädagogen“, „Pädagogisches Begleitmaterial zu DER GOLDENE SCHNITT von Tuğsal Moğul“) nicht kritisiert.

    Eher schon wird implizit nahegelegt, dass der religiöse Muslim das Kind zu beschneiden hat oder jedenfalls beschneiden kann:

    „Ich bin nicht religiös und empfinde religiöse Traditionen nicht als bindend. Entsprechend kann ich sie auch infrage stellen“ (Sevgi Demirkaya, Grafikerin aus Köln)

    – denn was bedeutet das im Umkehrschluss?

    Etwa dass, wer eben doch an die Pflicht zur Einhaltung von Allahs Gesetz (Scharia) glaubt, sein Kind beschneiden lassen muss oder soll oder jedenfalls straffrei können muss? ]

    https://www.theaterdo.de/uploads/events/downloads/Begleitmaterial_Der_goldene_Schnitt.pdf

    19.04.2016
    Deutschlandfunk
    Das Universum und ein Stückchen Haut
    Von Dorothea Marcus

    [ Der mit der Klitoris (und nicht der Klitorisvorhaut) vergleichbare sensibelste Teil des Penis ist kein „Stückchen Haut“. ]

    […] Einen Abend später ist in Dortmund das Universum auf einmal auf ein Stückchen Haut zusammengeschrumpft. Doch auch daran können sich große Konflikte entzünden. Zunächst sind die Zuschauer in „Der goldene Schnitt“ des türkischen Autors Tuğsal Moğul selber illustre Gäste einer schicken Feier: die Live-Beschneidung des Zehnjährigen, größte Hoffnung des hocherfolgreichen Ärzte-Ehepaars mit jüdisch-muslimischen Wurzeln. Ein Mini-Eingriff natürlich nur, aber notwendiger Bestandteil der Kindes-Optimierung. […]

    [ Dorothea Marcus betreibt die Abwertung des maskulinen Lustorgans Nummer Eins auf ein bedeutungsloses Anhängsel „Stückchen Haut“ und bagatellisiert die einer FGM Typ Ib oder II vergleichbare Genitalverstümmelung zum „Mini-Eingriff“. ]

    http://www.deutschlandfunk.de/theater-dortmund-das-universum-und-ein-stueckchen-haut.691.de.html?dram:article_id=351880

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